Richtfest Areal Eichstraße (Ex-Rathausgarage)

Raus aus der Büro-Schmuddelecke und hinein ins schicke Richtfest. Jaaaaaaaaaa der Montag! So geil einfach. 13 Uhr Richtfest Areal Eichstraße mit Sekt, Sekt-Orange und Kächele Maultaschen. Prompt fragten die ersten auf Twitter nach, ob der Kächele heute nur das Catering übernommen hat oder auch dann dort Gastronom wird? Ich weiß es nicht.

Von vorne: Die ehemalige Rathausgarage am Nadler/Eichdrive wurde vor gar nicht so langer Zeit abgerissen, Stuttgart schaute eines Tages erstaunt und für kurze Zeit in ein riesiges Loch und jetzt steht schon der Rohbau und ein Richtfestbaum fliegt durchs Bild. Flott, flott und bis Dezember 2018 soll das Gebäude für 45 Millionen fertig sein. In time, in time! Raus aus der Schmuddelecke, war das große Ziel an diesem Ort der Innenstadt, so der OB. Der Plan könnte aufgehen:

(h4a Architekten Gessert + Randecker GmbH & Vögele Architekten + Generalplaner GmbH) 

Das Areal Eichstraße bietet Unterkunft der Stadtkämmerei, einer städtischen Kindertagesstätten, einem Serverpark (ich hab zuerst „Surferpark“ verstanden und nicht „SerWerpark“ und dachte, wow, geil ein Surferpark!) sowie Handel und Gastronomie im EG.

Der Neubau wurde knapp beschlossen, wie OB Kuhn nochmals in seiner Rede betonte. Die örtliche CDU fands ned so toll, weil im Gegensatz zur Ex-Rathausgarage ein paar Parkplätze wegfallen („In der alten Rathausgarage gab es 284 Parkplätze, künftig: 137, davon 16 für E-Autos,“ erklärte nochmals Stadt Stuttgart Sprecher Sven Matis bei Nachfrage) und da heult die schwarze Fraktion gerne schnell herum – bzw. führen wegfallende Parkplätze bekanntlich gerne zu einer Grundsatzgeneraldebatte (oder besser gesagt Viral-Krieg?) in Stuttgart.

Beim Richtfest ist nichts weiter passiert. Erwähnenswert vielleicht nur, dass OB Kuhn im Gegensatz zum langatmigen Vertreter der Architekten (der Goethe zitierte und nochmals den kompletten Prozess aufrollte) kurzweilig und spritzig und den einen oder anderen Lacher und etwas Geschichte einbaute (in der Eichstraße wurden einst Fässer geeicht) und sich vor allem total freut, dass die Stadtkämmerei, also die Verwaltung von Stuttgarts mad cash, zukünftig gleich nebenan sei.

Anschließend ging es raus und wir bestaunten das Zusammenspiel aus Richtfest-Posie und heran schwebenden Richtfestbaum zu. War bisschen so, als würde Helene vom Konzerthallendach hinunter segeln. Mehr Fakten und Infos in der PM der Stadt unten.

Richtfest für den Neubau des Verwaltungsgebäudes Areal Eichstraße

Der Neubau auf dem Areal Eichstraße kommt in die entscheidende Phase. Das Richtfest wurde am Montag, 9. Oktober, mit Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Erstem Bürgermeister Michael Föll, Technik-Bürgermeister Dirk Thürnau, künftigen Nutzern, verantwortlichen Planern und Handwerkern im Erdgeschoss des Rohbaus gefeiert.

Oberbürgermeister Kuhn sagte: „Auf dieses neue Gebäude können wir uns freuen. Wir beseitigen damit eine Schmuddelecke hinter dem Rathaus und machen etwas Gescheites daraus: Wir verwandeln sie in ein Prachtstück. Das Projekt kostet 45 Millionen Euro. Das ist kein Pappenstiel, sondern gut angelegtes Geld. Es ist städtebaulich ein Gewinn, denn es wertet nicht nur das vernachlässigte und lediglich als Parkhaus genutzte Areal stark auf, sondern eröffnet neue Perspektiven für das gesamte Quartier hinter dem Rathaus. Zwischen Hans-im-Glück-Brunnen und Marktplatz wie auch Dorotheenquartier entsteht zudem eine attraktive Verbindung. Es gibt einen Nutzer-Mix aus Verwaltung, Gastronomie, Geschäften, Kita und Parkplätzen.“

Der OB verwies zudem darauf, dass das Energiekonzept bis zu 30 Prozent bessere Werte habe als vom Bund gefordert. Die Nutzung der Abwärme des Serverparks spare außerdem 20.000 Euro Energiekosten pro Jahr ein. „Das ist ein Beispiel dafür, dass Energieeffizienz der erste Schritt zur Urbanisierung der Energiewende ist.“

Architekt Albrecht Randecker von h4a Architekten und Vögele Architekten erinnerte an den intensiven Vorbereitungs- und Planungsprozess, vom im Jahr 2009 gewonnen Wettbewerb bis zum Baubeschluss Ende 2015.

„Das Projekt liegt im ältesten Teil Stuttgarts. Der Entwurf ist an der unmittelbaren Umgebung orientiert, er schafft eine Synthese zwischen kleinteiliger Altstadtstruktur und großflächigen Bauten des Stuttgarter Rathauses.“ Auch der Architekt hob hervor, dass das Gebiet zwischen Geißstraße und Marktplatz aufgewertet wird. „Es ist ein weiterer Baustein, um den öffentlichen Raum zurückzugewinnen.“

Der Neubau entsteht an der Stelle der ehemaligen Rathausgarage, der aufgrund des hohen Sanierungsaufwands eine teilweise oder gar vollständige Schließung drohte. Das Areal umfasst weitgehend das Quartier Eichstraße, Nadlerstraße und Töpferplatz in direkter Nachbarschaft zum Rathaus und in direkter Nachbarschaft zur Fußgängerzone. Die Bebauung in dem Bereich Steinstraße und Eichstraße ist geprägt durch kleinteilige Altstadtstruktur und die großflächigen Bauten des Stuttgarter Rathauses.

Für 9000 Quadratmeter Nutzfläche auf sieben Geschossen investiert die Stadt rund 45 Millionen Euro. Das neue Haus wird im Wesentlichen die Räume der Stadtkämmerei beherbergen. Im Erdgeschoss entstehen attraktive Flächen für den Einzelhandel und die Gastronomie. Das vierte und oberste Geschoss ist für die kleinen Bürger vorbehalten. Hier entsteht eine Kindertagesstätte für Kinder bis zu sechs Jahren mit einem großzügigen Freibereich auf der Dachterrasse mit Blick über die Dächer des Rathauses hinweg.

In einen Randbereich des Dachgeschosses wird der Serverpark der Landeshauptstadt Stuttgart umziehen. Dieser befindet sich aktuell im Untergeschoss des Rathauses. Da hier ein Überflutungsschutz bei Hochwasser nicht dauerhaft sichergestellt werden konnte, hat man sich dazu entschlossen, den Serverpark unters Dach zu verlagern. Die Abwärme der IT-Systeme wird ökologisch genutzt und kann nahezu die Gebäudebeheizung des gesamten Neubaus decken.

Parkplätze wird es auch im Neubau wieder geben. In zwei Untergeschossen werden 137 Stellplätze angeboten, 16 davon werden mit E-Ladestationen ausgestattet sein.

Das multifunktionale Gebäude wird nach dem Entwurf der Arbeitsgemeinschaft h4a Architekten Gessert + Randecker GmbH und Vögele Architekten + Generalplaner GmbH gebaut. Zwei begehbare Lichthöfe versorgen die anliegenden Büroräume mit Tageslicht. Die Dachflächen werden begrünt und mit einer Photovoltaikanlage belegt.

Der Neubau wertet den Bereich hinter dem Rathaus stark auf. Die umliegenden Straßen und Zufahrtsbereiche des Neubaus Areal Eichstraße werden in diesem Zuge ebenfalls neugestaltet, da die Baumaßnahme im Sanierungsgebiet Stuttgart 27 liegt. Damit stehen Zuschüsse von Bund und Land in Aussicht, die bereits den Rückbau der alten Rathausgarage mit rund einer Million Euro gefördert haben.

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