Turmterrasse Musikhochschule (nicht auf den Boden sabbern)

Schwer zu glauben, aber es gibt in dieser Stadt tatsÀchlich noch Geheimtipps. Zumindest wussten weder DJ Elbe noch Thorsten, dass man auf den Turm der Musikhochschule rauf kann und runter gucken darf. Darf man aber. Aufzug 11. Stock. Und man kann von dort oben in einer schönen, immersiven 360-Grad-Real-Live-Exhibition die ganzen anderen Geheimtipps prima sehen: Schlossplatz, Fernsehturm und wenn man sich ein bisschen reckt, vielleicht auch die Eisdiele Pinguin.

Ich musste fĂŒr eine Recherche an die Musikhochschule und dabei fiel mir ein, dass ich neulich irgendwo gelesen hatte, dass es da oben eine ziemlich aus- und einladende Dachterrasse gibt.

Gibt es. Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Gelehrten, der mir sagen kann, wo der kleine Finger auf der A-Saite beim G-Dur hin muss. Dann hab ich aber keine Gelehrten gefunden und bin halt gestromert. Und ja, natĂŒrlich bin ich dabei in ein Vorsingen in einem Kammersingsaal gestolpert und habe da mĂ€chtig gestört. Do Re Mi Fa So & Co. und dann plötzlich ich.

Ich war da im mehrfachen Sinn vollkommen falsch: Ich kann weder singen noch eine einzige Note lesen. Schuld daran ist mein Gymmie Musiklehrer Herr Wagner, der sich fĂŒr Richard hielt. Und der mit Kreide nach seinen SchĂŒlern geworfen hat.

Er hatte ein Erscheinungsbild, als wĂŒrde man einen Bösewicht fĂŒr Babylon Berlin casten. Halb Mensch, halb Schildkröte, ganz verhĂ€rmter Musiklehrer. Herr Wagner hatte null Zugang zu den SchĂŒlern, nur zur Musik. Konnte aber zwischen beiden ĂŒberhaupt nicht vermitteln.

Trotz meiner Musik-Legasthenie habe ich dann aber im Lauf meines Lebens doch tatsĂ€chlich noch drei Langspielplatten eingespielt („Back to the bullet“, „Out of balance“, „freestyle“).

Und jetzt wĂŒrde ich gerne Herrn Wagner zeigen, wo beim F-Moll der Mittelfinger hinkommt.

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