Fotos: Sven Väth auf dem Schlossplatz

Von einem größeren Online-Musik-Portal immer noch fälschlicherweise für den 30. Juli angekündigt, ist „Art Beats“ im Rahmen der Tobias Rehberger Einzelausstellung tatsächlich schon vorbei! Und es war nicht weniger als ein rauschendes Fest! Einfach so, Eintritt frei, am frühen Donnerstagabend, mitten in der Stadt!

Eine Bühne mit DJ-Pult und etwas Lichttechnik reicht als Aufbau vor dem Kunstkubus aus, denn der eigentliche Star neben Sven Väth soll an diesem Abend von Künstler Rehberger gestaltete Fassade sein. Leider haben es Sommerabende so an sich, dass sie lange hell bleiben, aber die untergehende Sonne übernimmt für den Anfang die spektakuläre Beleuchtung. Ein Teil der von Rehberger für den Glaskubus entworfenen Neonlampen wird den ganzen Abend nicht angehen – ob es an der Tonhöhe der Musik liegt, ist unklar, aber letztlich auch egal.

Punkt 18 Uhr hört der befürchtete Regen auf und kommt auch nicht mehr wieder. Maurizio Schmitz übernimmt das Warm-Up, Rehberger und Sven Väth, Freunde und wohl auch gemeinsame Dinge-Aushecker, machen so lange noch ein Schwätzle. Dann geht der „Babba“ für unglaubliche drei Stunden selbst an die Plattenteller. Und ja, er legt noch mit Vinyl aus schweren Taschen auf (… wer die wohl trägt, wird für den ganzen Sommer 2022 noch ein Running Gag bleiben).

Der Schlossplatz ist von Anfang an voll, die Menge durch Gitter in zwei Teile geteilt, damit in der Mitte noch eine Gasse für der Einkaufsbummel auf der Königstraße bleibt. Die erfahrensten Raver*innen stehen im vorderen Teil, an der Bühne. Wer nicht so oft bei so einem Event ist, kann sich von ihnen gut abschauen, was arm- und jubeltechnisch zu tun ist. Sven Väth ist jedenfalls auch ohne Mikrofon nicht nur ein sehr guter DJ, sondern auch ein entschlossener Master of Ceremony, der die Menge antreibt.

Am Ende waren es wohl 5.000 Gäste vor dem Museum. Die Letzten treffen noch um 21.45 Uhr mit vollen Pfeffi-Flaschen unterm Arm ein – die Supermärkte und Kioske rundum hatten zwischenzeitlich die Segel gestreckt und niemanden mehr reingelassen – und der Müll auf dem Platz sagt zum sehr pünktlichen Ende um 22.00 Uhr auch sehr deutlich: Hier wurde vier Stunden lang wirklich mit allem Drum und Dran gefeiert.

Die gesperrte Freitreppe hinter der Bühne symbolisiert es trotzdem nochmal sehr gut: Stuttgart und alle Städte müssen nach den Pandemie-Lockdowns erst wieder lernen, wie Zusammenleben funktioniert. Dieser Abend mit einem wirklich wild gemischten Publikum in allen Altersgruppen, Formen und Farben hat definitiv dazu beigetragen! Danke an das Kunstmuseum!

Alle Fotos von Jaytext! Ebenfalls Danke!

P.S.: Es funktionierte wirklich alles sehr gut ohne entsprechende Vorkenntnisse!

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