Schwarzwald-Insticle Teil 2 (dedicated schon wieder to Buzze)

How it started:

How it’s going: hier kommt Teil zwei des Wunschkonzertes, Teil eins war hier. Ein fotografischer Ausflug durch den Schwarzwald. Und in diesem Teil jetzt mal wirklich runtergerockt, durchgewohnt, zu Ende gewirtschaftet oder einfach nur verlassengelassen.

Es beginnt recht harmlos. Ich kann aber versprechen, dass sich der Gruselfaktor von Bild zu Bild steigert. Bei einem MaFo-Test, mit denen wir unsere Blogbeiträge regelmäßig von einer kleinen Testzielgruppe bewerten lassen, bevor wir sie veröffentlichen, haben 9 von 10 Testpersonen gesagt, dieser Beitrag sei super-spooky. Der Zehnte ist ohnmächtig geworden.

Dieses Unternehmen hat es leider nicht ganz durch die Pandemie geschafft. Dabei war der Grundgedanke, dass Menschen, die sich nebenan bei einer Brauereiführung einen auf die Latte zimmern, durchaus auch als Zielgruppe für Hochprozentiges in Frage kommen, gar nicht verkehrt. Vielleicht waren einfach nur die Souvenirs scheiße?

Hier hatte ich noch leise Hoffnung, dass es nur Betriebsferien sind, aber das Interweb sagt für immer. Zwei Bewertungen waren vielleicht einfach auch zu wenig in diesen Zeiten: Ilona 56 und Erwin 60, fanden es beide gut im Pfau. Die Worte „sehr“ und „gemütlich“ sind gefallen – mit Einschränkungen allerdings: „Aufenthalt war zu kurz , aber OK“.

Hier dagegen ist sich die Community einig: Der Schwarzwälder Italiener, gerne wieder. Frage: hat der keinen Vornamen? Da Luigi? Da Toni? Da Bernd?

Wie in der Google Rezi: „das Ambiente ist nicht ganz romantisch aber der Wirt ist gut drauf“

„Wirt war sehr bemüht aber überfordert. Der Entschädigungsschnaps hat dabei nicht mehr viel geholfen.“ Manche sagen, sie gingen nur wegen dem Entschädigungsschnaps zu Da Wirt.

„Pizza gut, Wartezeit 11/2 Std“ – hab erst Elfeinhalb gelesen und gedacht: ach, in der Zeit biste auch in Neapel.

Man kriegt bissle Bock auf den Aufenthaltsraum. Einfach mal die Seele oder was anderes baumeln lassen.

Das ist quasi ein Doppelkino. Lichtspielhäuser for the win. Gehen wir ins Globus oder ins Atlantis, um Pretty Woman zu sehen? Beide Schriften möchte ich bitte haben, wenn Ihr mal nicht mehr seid. Aber viel lieber möchte ich haben, dass Ihr noch lange seid. Hab allerdings wirklich nicht die geringste Ahnung, wie eine Renaissance des Kinos aussehen könnte. Aber ich glaube, dass Catweazle mit Otto Walkes, Peter Hase 2 Ein Hase macht sich vom Acker und Godzilla vs. Kong in 3D wahrscheinlich nicht die Antwort auf Netflix sind.

So Freunde der Brot-Boutique, kommt mal ganz nah ran hier an die Zaubermuschel. So geht Bäcker. Und mit Liebe. Und von Hand. Ja, okay, vielleicht eher Past tense. So ging Bäcker. Days are over. Heute ist Sparback und Lidl abgepackt und Bäcker Sehne im Norma und neuerdings Instagram-Brotmanufaktur. Call me altmodisch, aber ich find’s besser wenn Brot vom Bäcker kommt und nicht aus Hipsterhänden.

Hier oben sollte man aber auf jeden Fall mal eine SWR-Serie drehen, in der sich zwei Handwerksfamilien – die einen Bäcker, die anderen Metzger – immer über den Zaun streiten. Bis der Bäckersohn sich in die Metzgerstochter verliebt. Im Prinzip Romeo und Julia, nur mit Brot und Wurst und auf schwäbisch. Filmförderung Baden-Württemberg – Ihr habt Ende der Woche ein Exposée auf dem Tisch.

In anderen Städten wäre das jetzt eine Galerie. Oder wenn es gut läuft, ein Club. Und es gäbe T-Shirts mit dem geilen Logo. Und beim Vorbeifahren würde man nachts durch die schwitzenden Scheiben und die zugezogenen Vorhänge sehen, dass „noch was geht“.

Und die Scheiben würden immer im Takt mitwummern, weil der Bumsbass bis auf die Straße zu hören wäre. Und davor würden die Raucher auf dem Platz stehen. Und man würde den einen oder anderen kennen und deshalb nur kurz auf einen Absacker dazustehen. Und dieser Absacker würde bis 3.00 Uhr morgens dauern. Und danach würden alle noch weiterziehen ins Valsana…

Ein etwas in die Jahre gekommenes Hotel der alten Schule , aber sauber und ordentlich“
Nachts keine störenden Geräusche durch andere Hotelgäste 

So fangen Horrorfilme an. Es gibt ja wohl wenig geileres als mondäne Hotels, die aus der Zeit und in sich zusammen fallen. Und natürlich muss man sich auf die Baustelle schleichen. Denn Eltern haften für ihre Kinder, aber welche Kinder denn?

Bei sowas frage ich mich dann schon: das hat doch mal Geld gekostet. Was ist denn passiert?

Wenn man keine großen Ansprüche stellt und Nostalgie mag völlig in Ordnung.“

2020 hieß es im SchwaBo noch – dem Schwarzwälder Boten – das Valsana soll für 10 Millionen saniert werden. 2021 sieht es ganz danach aus, als seien jemandem die 10 Mio ausgegangen.

„Der Ausblick und die Ruhe sind einmalig“

Vorübergehend ist sehr optimistisch ausgedrückt. Ebenso wie die Interweb-Auskunft, dass der Check-in im Valsana ab 14.00 Uhr möglich sei. Das Jahr haben sie nicht dazugeschrieben.

Man merkt natürlich, dass das Hotel und seine Zimmer kein Neubau ist, aber das macht den Charme im Hotel unserer Meinung nach aus!“

Gekauft hat das Hotel wohl ein Stuttgarter Immobilien-Unternehmer, wenn man dem SchwaBo glauben darf. Und ich sehe keinen Grund, dem SchwaBo nicht zu glauben. Außer vielleicht bei der Zeitschiene: dass hier im April 2022 ein Vier-Sterne-Familienhotel aufmacht, sehe ich jetzt noch nicht.

Ich bin aber auch kein Immobilien-Ökonom, wie sich der neue Besitzer auf Xing nennt. Zum Glück. So wie ich zum Glück kein Kinobesitzer bin. Aber das Schild ‚Gartenterrasse‘, wenn Ihr das nicht mehr braucht, weil das 2022 dann vielleicht Rooftop-Gardenview heißt, das würd ich nehmen und zusammen mit dem Atlantis mit’m Sprinter abholen.

Spannend wird es wenn man tiefer schürft. Da tauchen dann im Zusammenhang mit den Namen des neuen Besitzers sympathische Schlagworte auf wie „kursierende Gerüchte über unseriöse Planungen“ oder „Umstrittene Pläne“ aber auch „möglicherweise fehlende finanzielle Mittel“ – und ich hab Euch ja versprochen, dass es gegen Ende richtig gruselig wird.

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2 Comments

  1. says: s'Horschdle

    Geile Drehorte für einen „Schwarzwald-Thriller“.
    Mit Hansi Vogt als Norman Bates und Sonja Faber-Schrecklein als Marion Crane.
    Vielleicht springt der SWR ja an 😉

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