Buch: Benztown Flyer 1993 bis 2003

Update: Die Ausstellung zum Buch im StadtPalais wurde bis 13. Januar 2022 verlängert, der Eintritt ist frei.

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Endlich fucking out now: Das Buch Benztown Flyer 1993 bis 2003, herausgeben von Benjamin Bischof und Elmar “Sentinel” Jäger, der eine Zeitzeuge und Dauergast, der andere Zeitzeuge, Protagonist und prägender Grafiker dieser Ă„ra.

Nach einer kleinen Erstauflage von Benjamin Bischof im Alleingang, die letztes Jahr um diese Zeit erschien, trat Elmar an ihn heran, um das Projekt gemeinsam anzugehen und die Stuttgarter HipHop Flyer-Kultur dieses Jahrzehnts breiter abzubilden und mit Begleittexten von DJ Friction, DJ Thomilla, DJ 5ter Ton sowie unserem IT-Chief und Grapiker Kutmaster Krupa und Thorsten himself zu versehen. Im Intro des Buches heiĂźt es:

Als Stuttgart Mitte der 90er Jahre zur deutschen Hip-Hop-Metropole wurde, entstand parallel zur musikalischen Entwicklung auch das grafische Erscheinungsbild dieser Subkultur. Die Grafiker kamen oft selber aus der Szene und bezogen ihre EinflĂĽsse aus dem aktiven Writing oder aus dem Bereich der bildenden Kunst.

Mit zunehmender Anzahl an Hip-Hop-Veranstaltungen in Stuttgart – in dieser Größenordnung damals einzigartig in Deutschland – wurde dann eine erkennbare Gestaltung immer wichtiger. Beim 0711Club etwa führte eine einheitliche und wiedererkennbare Flyergestaltung zur Etablierung der Marke 0711. Die Entwicklung eines grafischen Erscheinungsbildes einer Marke und die Einheitlichkeit der visuellen Gestaltung waren so gesehen also auch ein Zeichen der Kommerzialisierung der Untergrundbewegung.

Über 200 stilprägende Artworks haben es nun in diesen Band geschafft, eine kleine Auswahl läuft oben in der Galerie, manche Menschen werden den einen oder anderen Flyer noch auf Papier in einem Schuhkarton wie son Herr-der-Ringe-mein-Schatz aufbewahren (inklusive me, myself & I).

Das Buch hat nicht den Anspruch, die komplette Entwicklung der Stuttgarter HipHop-Szene seit Mitte der 90er abzubilden, sondern darzustellen, welche Kunst und sowie Mobilisierungswucht in dem entscheidenden (Party-Event-) Kommunikationsmedium dieser Zeit steckte:

Was das Medium Flyer damals einzigartig machte, war die gestalterische Freiheit, die sich die Grafikerinnen und Grafiker wie selbstverständlich nahmen, sowie der oft hohe Grad an Abstraktion in der Gestaltung. Es ging nicht nur um reine Informationsvermittlung, es ging vielmehr um Style, um den Aufbau eines individuellen Profils, um Attitude – alles Disziplinen, die in der kreativen Urbotschaft von Hip Hop verankert waren und hier in gedrucktem Wort und vor allem Bild Ausdruck fanden.

Das Buch kann fĂĽr 18 Euro geordert werden und vielleicht ist es das beste Weihnachtsgeschenk, das ihr dieses Jahr vergeben könnt: https://www.editionklara.com/p/benztown-flyer (neben dem 0711 Kalender natĂĽrlich (Sonnenbrillen Emoji))

Begleitend dazu findet im StadtPalais die Ausstellung “Benztown Flyer – Relikte einer Nightlife Ă„ra” (30.11.2021 – 13.01.2022, Eintritt frei) statt. Die digitale Vernissage inkl. einer Podiumsdiskussion am 30.11. (ab 19 Uhr) wird live auf den Social Media-Kanälen des StadtPalais gestreamed.

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