52 Albums/33: Diverse – „Harthouse Compilation Chapter 2“

Nach Dr. Alban bei meinem letzten Album und meiner Bekenntnis zu Schlager ist es glaube ich wieder mal an der Zeit, das Thema Techno anzusprechen.

Ich höre jetzt seit fast zwanzig Jahren elektronische Musik, war 1991 zum ersten mal bei einer Technoparty und 1992 zum ersten mal im Oz. Das Oz gibt es ja schon ziemlich lange, und zu der Zeit waren Mike Schmidt und Marco Zaffarano die Residents. Ich glaube das war gerade so noch die Techno-Hochzeit im Oz.

Ich war damals 16 und Oz bedeutete 140 km Autofahrt ein Weg. Natürlich extra früh hin um bei dem fies aussehenden Türsteher mit Iro (weiß jemand wie der hieß?) nen Stempel zu holen – damals war das mit dem Alter noch etwas lockerer, aber man weiß ja nie.

Und dann stand ich da unten und hab echt den Mund nicht mehr zugekriegt. Coole Menschen, coole Musik, coole Location, ich war sozusagen in meinem persönlichen Teenie-Himmel. Das war auch noch die Zeit, als ohne schlechtes Gewissen „Uh-uh-uh-uh-uh“ intoniert wurde, jeder nen Rucksack dabei hatte und zu Mitternacht ne HipHop-Runde lief.

Damals war Trance auch noch kein Schimpfwort, sondern einfach der heiße Scheiß. Und Stuttgart mit dem Oz und mit Schmidt und Zaffarano auch bundesweit ganz gut mit dabei – ich müsste irgendwo noch eine der ersten Frontpages rumliegen haben, noch in schwarz-weiß, und da wurde der Stuttgarter Szene doch recht viel Platz eingeräumt.

Noch cooler in Sachen Techno war zu der Zeit nur Frankfurt. Und zwar hauptsächlich aus drei Gründen: Wegen Sven Väth, wegen des Clubs Omen (ich beiß mir immer noch in Arsch dass ich nie da war) und wegen des Harthouse-Labels.

Und alle drei Gründe finden sich auf dieser Harthouse-Compilation von 1993 wieder, die ich damals glaube ich von meinem Bruder geschenkt bekommen habe – Harthouse war ein Sublabel von Sven Väths Eye Q Records, und die Compilation ist dem Omen gewidmet.

Wenn ich mir die CD jetzt gerade wieder anhöre, bin ich doch erstaunt, wie gut Soundqualität und Produktion damals doch schon waren. Insgesamt sehr trancig, auch wenn Harthouse das etwas härtere Pendant zu Eye Q sein sollte.

Es gibt sogar einen Track, bei dem ich heute noch Gänsehaut bekomme. „Adventures of Dama“ von Cybordelics. Das waren Mike Schmidt und Kollegen, der Track ist einfach nur der Hammer und damals durfte sich ein Intro auch mal zweieinhalb Minuten Zeit lassen bis der Beat einsetzt. Mann war das ein Geschrei im Oz.

Weitere Highlights sind „Human“ von Resistance D., „Auralis“ von der Frankfurt-Tokio-Connection oder „Schneller Pfeil“ von Curare. Alles Namen, die damals groß waren, heute aber keiner mehr kennt. So wie auch Arpeggiators, Spicelab, Jiri Ceiver oder eben Marco Zaffarano auf der Compilation.

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25 Comments

  1. says: flo

    oh mann, ich bin total bei dir 😉 die hab ich ja schon ewig nicht mehr gehört! die hab ich mir alle damals gekauft, inkl. harthouse 100

  2. says: stadtteil

    LOL, dachte bisher immer, daß eye q ein unterlabel von harthouse ist, weil dort die viel langweiligeren platten veröffentlicht worden sind

    aber das oz war damals schon der knaller, wenn man bedenkt, daß ich dort für 5 mark incl. 2 mark verzehrbon den väth mit hypnotists als liveact zu sehen bekommen habe! und das war eine der besten partys, die diese stadt je gesehen hat! war damals an einem mittwoch abend, da blieben die landeier damals immer daheim und das publikum war entsprechend gut 🙂

    hypnotists: http://www.youtube.com/watch?v=KzhZdwZV2PQ
    http://www.youtube.com/watch?v=MDi1Rz5dL9s

  3. says: martin

    bei der mittwochs väth party war ich zwar leider nicht, aber ich seh den flyer immer noch vor mir. knallgrün, gefühlsmässig in word gesetzt. gab es damals schon word?

  4. says: LKTROSNDY

    Der Track is der Hammer!!!11!
    Zwar habe ich diese Zeit ,so mit in Clubs gehen, nie selber mitmachen können, weil ich einfach zu jung war. Aber die Lieder kenne ich trotzdem. 😉 Ich hab so ne 5 Years of Eye Q CD zuhause. Die hätte man hier auch als CD nehmen können.

  5. says: BenDax

    Adventures of dama – klassiker habe mir die ganzen alten sachen wieder besorgt, da gab es dann 1994 auch noch pan & trex (iceman on the beach) ist auch weltweit bekannt geworden glaub auf urban sound of amsterdam……ach schon cool die alten zeiten 🙂

  6. says: KayDee

    Ja Thorsten … 92 im Oz und der Iro-Türsteher. Hammer Retro-Nostalgie. Ich lag mal nach einem Zuckersturz im Brunnen draussen im Sommer morgens um 8. Hab grad noch mitbekommen wie ich oben meine 3 Wasser bezahlt hab und dann völlig ferngesteuert ins Wasser getaucht bin.

    Omen war legendär. Vor allem die Omen-Abschiedsparty … 6 Stunden anstehen und dann vielleicht doch nicht rein kommen, 40 DM Eintritt und 65 Grad Celsius innendrin. Der Ultra-Knaller und vom Cocoon niemals einzuholen in Sachen Charme und vor allem in Sachen Angstschweiß wenn man in der gegend um die Junghofstraße geparkt hatte und zu Fuß morgens um 2 in Frankfurt unterwegs war.

    Da konnte nur noch das Nexus mit ziehen, daß in besagter Frontpage dann irgendwann auf Platz 2 der coolsten Clubs Deutschlands hinter dem omen und vor dem oz landete.

    Bei Frontpage muss ich immer an den Lahrmann auf Speed denken, in der Sendund „Einspruch“ auf RTL. Man was haben wir damals gelacht.

    Aber zurück zum Thema. Harthouse war damals wenigstens eines der Labels, die man ungehört im Delirium auf die Theke gelegt und harte Währung ohne mit der Wimper zu zucken bezahlt hat. Eye Q liegt auch noch vollständig bei mir im Schrank, genauso wie Frankfurt Beat oder Silk (auch ein Unterlabel von EyeQ gewesen).

    Danke für den Ausflug in die Vergangenheit !

  7. says: kesslor

    „Noch cooler in Sachen Techno war zu der Zeit nur Frankfurt.”
    Damals war Heilbronn noch vor Stuttgart die Technohochburg im Ländle:
    OM Dancehall, Place und Lichtspielhaus, zudem jede Menge Undergroundpartys 😉 Im Oz sind wir uns sicher mal begegnet!

  8. says: KayDee

    Ihr seid so geil … Danke für den link zu Einspruch. Loooooooooool … Der Überknaller. Als ich neulich diese Doku „We call it Techno“ gesehen habe, dachte ich echt, die haben vergessen dem Lahrmann die Eier wieder anzunähen. Aber eines muss man ihm trotzdem lassen. Er war damals ganz vorne als erster mit dabei. Frontpage war kult.

    In Heilbronn kann ich mich nur an die Zeiten zwischendrin erinnern, im Unique (Hammer Location) ! Ich war eher im Splash (Winnenden) oder dann ab 1993 als DJ im Wabun (Reutlingen), Cinderella (Tübingen) oder Zenith (jetzt Proton) unterwegs.

    Vergessen wir den Paris Club nicht, den Techno-Donnerstag beim Uwe im Park, das Roxy (Toy), zurück nach FFM ins Dorian Gray oder … Trommelwirbel … Ultraschall München Riem.

    Aber um keine „Früher war alles besser“-Stimmung aufkommen zu lassen … im Climax, in der Finca oder im Romy S. kann man in Stuggi-Woogie-Benztown auch heute noch im kleinen Kreis feiern wie damals. Es ist zum Glück noch lange nicht totzukriegen.

  9. says: franzi

    ich hab ja leider nur „die letzten tage“ des oz mitbekommen, war damals 17 und hab mich immer mit nem gefälschten ausweis reingemogelt 🙂
    wir reisten damals auch immer vom land an (allerdings nur 50 km) und waren überzeugt es gibt keinen besseren club auf der ganzen welt! war sehr traurig, als die damals zu gemacht haben, so nach dem motto: wir werden nie wieder so einen tollten club zum feiern finden!
    an dieses minutenlage gepfeife und geschreie immer kann ich mich auch noch gut erinnern 😉 wahnsinn war das damals!

  10. says: dani

    …hach…..die heiligen Hallen in München Riem…da verliebte ich mich …und im „OZ“ fand ich meine Heimat….und wurde erwachsen im „Prag“….das alte „M1“ am Suedmilchgelände und am Rangierbahnhof machte mich tussig….und das Studium in Mannheim langweilig. Jetzt lebe ich wieder in Stuttgart….ohne Radio Bar…ohne Red Dog…und überall diese jungen Dinger…und TH-street ist doch ein Scherz oder?
    ….will zurück…. *heul*

  11. says: SoHo

    Yesss – ich hab auch sämtliche Harthouse Compilations im Schrank stehen, und die laufen auch heute noch im Player 🙂 Zeitloser Sound, unerreicht und einzigartig. Kennt noch jemand „Tres Chic“ das auf NooM Rec. rauskam? 😉 Soooo geil.

  12. says: Mike Schmidt

    Hallo Leute!
    Durch Zufall bin ich auf diese Seite gestossen. Ich habe den „Fehler“ gemacht, eure „Unterhaltung“, sowie den Artikel von Thorsten W., durchzulesen. Jetzt sitze ich da, mit Tränen in den Augen (wirklich), Gänsehaut ohne Ende!! Jetzt, 15 Jahre später, muss ich feststellen, dass entgegen unserer Annahme, es doch tatsächlich Menschen in Stuttgart zu dieser Zeit gab, die das „Treiben“ von Marco Zaffarano und mir so empfanden, wie wir es uns damals gewünscht hätten.
    Was sagt der Schwabe: Besser zu spät, als nie!!!!!!
    Greetings aus Köln
    Mike S.

  13. says: Daniel Z.

    Hey, der Türsteher mit Iro hieß Didi und fuhr einen uralten Polo, das sah vieleicht lustig aus 🙂 Mike S. erinner mich immer noch gerne an gemeinsame Zeiten 🙂

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