Wo gibt es den besten Gaisburger Marsch in Stuttgart?

So, nachdem wir unser Party- und Turnschuh-Spektrum u.a. schon um Film, Gastro, Literatur und Eselrennen erweitert haben, wollen wir uns heute ein neues Themenfeld erschlie├čen: Kochen bzw. Rezepte.

Heute Mittag habe ich im San’s einen Gaisburger Marsch gegessen, der ausgesprochen lecker war (nur die Kartoffeln waren etwas fest), und der sehr zu empfehlen ist – gibt’s noch die ganze Woche.

Der Gaisburger Marsch ist ein urschw├Ąbisches Gericht und besteht im Wesentlichen aus Fleisch, Kartoffeln und Sp├Ątzle. Also alles, was ein Schwabe braucht (au├čer Linsen vielleicht noch). Das Ganze zubereitet mit einer kr├Ąftigen Rinderbr├╝he und Suppengr├╝n. Also was Leichtes f├╝r den Sommer.

Wie der Name schon sagt wurde das Gericht im Stuttgarter Stadtteil Gaisburg erfunden, dessen Wahrzeichen der Gaskessel ist. Die Wirtschaft B├Ąckerschmiede, wo der Gaisburger Marsch der Legende nach erfunden wurde, ist seit einigen Jahren wieder ge├Âffnet, und man bekommt dort nat├╝rlich auch einen Gaisburger Marsch. Probiert habe ich ihn allerdings selber noch nicht.

Zum Ursprung des Gaisburger Marsch gibt es laut Wikipedia zwei Varianten: Zum einen die Vorliebe der in Stuttgart-Berg stationierten Offiziersanw├Ąrter f├╝r einen deftigen Eintopf, f├╝r den sie nach Gaisburg in die B├Ąckerschmiede marschiert sind und woraus sich der Name Gaisburger Marsch ableitet.

Zum anderen die schw├Ąbische Schlauheit der Gaisburger Frauen, die ihren M├Ąnnern in Kriegsgefangenschaft t├Ąglich nur einen Teller Essen bringen duften und diesen mit allem best├╝ckten, was dem Schwaben schmeckt (au├čer Linsen).

Wie man selber einen Gaisburger Marsch zubereitet, dazu gibt es im Netz unz├Ąhlige Rezepte – ich w├╝rde aber vorschlagen, die Oma oder Mutter des Vertrauens zu fragen. Wenn jemand solch ein Original Rezept besorgen kann (nicht aus dem Netz oder einem Kochbuch abgeschrieben), dann werde ich es gerne hier ver├Âffentlichen.

Mahlzeit!

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39 Comments

  1. says: MIKATO

    bin ja seit Jahren immernoch nicht dahintergestiegen was daran so toll sein soll! Mein Kollege dreht immer total durch wenn es das auf der Metzgermittagstisch-Karte gibt, alle andern bekommen lange Gesichter! ­čÖé

  2. says: Philthy

    zuhause isser am besten, und da kommen anstelle von fleisch immer saitenw├╝rstle ud ordetnlich zwiebeln rein. bei meiner kollegin die aus der n├Ąhe von heilbronn kommt hei├čt der gaisburger marsch ├╝brigens „b├Âckinger feldgschrei“. heilbronner halt ­čśÇ

  3. says: Mr. Ohne-Schnauzer

    Nein, meine Mutter macht den Allerbesten und wie man sowas nicht m├Âgen kann ist mir ein R├Ątsel!! Die schw├Ąbische K├╝che ist doch DIE BESTE.
    Linsen+Sp├Ątzle und Saiten, Maultaschen, Rostbraten, Apfelk├╝chle, Ochsenmaulsalat……I love it!!!

  4. says: Volker

    Also wenn philosopisch, dann:
    Gaisburger Marsch mit Zwiebel und Karotten oder ohne, das ist hier die Frage?
    Ich bin ja der Meinung mit.
    Unter uns Hausfrauen: geht ├╝brigens super im Dampfkochtopf.

  5. says: lucida

    meiner mama ihr leibgericht. ich fands leider nie soooo toll. vielleicht weil alles immer so „verkocht“ war ­čÖé

  6. says: Jogi

    @Volker: Karotten und Zwiebeln sind Bestandteile der Br├╝he. Nur ger├Âstete Zwiebeln geh├Âren noch auf den Teller. So ist┬┤s bei uns.

  7. says: Micha W.

    Hab ich noch nie gegessen, aber Sp├Ątzle und Kartoffeln zusammen in einem Gericht – scho‘ gschw├Ątzt!
    Wer diese Kombination nicht mag ist ein Unmensch, bzw. Badenser! ­čÖé

  8. says: Joris

    Das gibt’s doch nicht, ich hab nie registriert, dass Gaisburger Marsch aus Schwaben kommt, dabei hat MEINE Oma immer den besten gemacht. Sie hat ihn nur einfach Eintopf genannt.

  9. says: Thomas

    Ich bin ja sowas von kein Lokalpatriot, aber schw├Ąbisches Essen ist schon un├╝bertroffen.

    Ich mach ihn so wie meine Mutter, bzw. meine Oma:
    1. Ne sch├Âne, fettige Rinderbr├╝he (500 g Suppenknochen, eine an den H├Ąlften anger├Âstete Zwiebel und halt normales Suppengem├╝se: Karotten, Sellerie, Petersilie, etc.) ansetzen und mind. zwei Stunden kochen (wer Fertigbr├╝he nimmt, soll sich mindestens daran verschlucken).
    2. Br├╝he absieben, dann gew├╝rfelte Kartoffeln und Karotten (Karotten lassen glaub die meisten weg, aber ich find┬┤s viel leckerer) rein und k├Âcheln lassen. Von der Menge mehr Kartoffeln als Karotten.
    3. Gutes Rindfleisch (Suppenfleisch) w├╝rfeln, dazu schmeissen und mitgaren.
    4. Gaaanz wichtig: ordentlich Zwiebeln in feine Ringe schneiden und in Butter oder Butterschmalz gold- bis dunkelbraun garen.
    5. Sp├Ątzle machen, egal ob geschabt oder durch die Presse gejagt (man kann die Sp├Ątzle auch direkt im Suppentopf machen, ist aber nicht so empfehlenswert) und mit dazu.
    5. Den Eintopf in Teller, die gebr├Ąunten Zwiebeln obendrauf und evtl. noch etwas Schnittlauch dr├╝ber.

  10. says: Gl├╝ckskind

    @Thomas: h├Ârt sich irgendwie voll easy an:) ist es auch bestimmt

    aber sobald ich in der K├╝che bin geht jegliche Begabung fl├Â├Â├Â├Âten ­čśÇ

  11. says: MIKATO

    @franzi, das ist ja das komische, komme aus Ulm, also SCHWABE! Aber irgendwie scheint dass eher so ne Stuttgarter/Heilbronner Sache zu sein, hab das nicht gekannt als ich vor 16 Jahren hier her kam. Oder es liegt an meinen Eltern ………… Who knows!

  12. says: martin

    also wenns wie gesagt meine oma nicht ab und zu gemacht h├Ątte, wir ich wahrscheinlich auch nie gro├čartig in den genuss gekommen. meine mutter (schw├Ąbin) mags gar nicht, ebenso gabs nur linsen bei ommi.

  13. says: chris

    gaisburger marsch for president. daf├╝r lass ich alles stehn und liegen.
    das da jeder seine eigenheiten hat ist ja klar. ich mag ihn am liebsten mit so rinderfleisch st├╝cken.
    jedoch habe ich die erfahrung gemacht das in wirtschaften des meistens nix taugt mit dem gaisburger marsch. der muss frisch sein, sonst wirds ne pampe. naja und das schmeckt dann halt nimmer so gut.
    am besten ist es halt wenn vater, mutter oder oma das am sonntag machen und man zum essen vorbei kommt. lecker

  14. says: Annette

    @Thomas: Bei meiner Mama doppelt das Suppenfleisch auch gleichzeitig als Br├╝hengrundlage. Knochen sind da so weit ich wei├č, gar nicht drin.

  15. says: franzi

    @MIKATO: aber ich komm nicht aus stuttgart oder heilbronn und kenns trotzdem ­čśë

    und am besten ist der gaisburger marsch wenn suppenfleisch und saiten drinn sind ­čÖé

  16. says: Thomas

    @ julia: Auf Karotten kann man schon verzichten. Aber ohne Zwiebeln isses f├╝r mich eher ein normaler Eintopf. Kann aber verstehen, dass das manchen zu „deftig“ ist.

    @ Annette: Stimmt, man kann das Suppenfleisch nat├╝rlich von Anfang an in der Br├╝he mitkochen, bzw. daraus die Br├╝he kochen. Ich w├╝rd aber trotzdem noch ein paar Knochen mit reinschmeissen. Wird halt fettiger dadurch, aber das ist ja bekanntlich der beste Geschmackstr├Ąger…

    Das mit den Saiten kannte ich bisher gar nicht. Ist vielleicht eher die Stuttgarter Variante?

  17. says: Jana

    @MIKATO Gaisburger Marsch besteht im Gro├čen und ganzen aus Resten, die f├╝r kein anderes Essen mehr gereicht haben. So hat das meine Ome immer gehandhabt. Daher gabs Gaisburger Marsch auch immer am Freitag.
    Anscheinend bin ich echt die Einzgie, die diesen Eintopf ├╝berhaupt nicht mag.

  18. says: derNils

    also ich weiss ja nicht, wer den wiki-eintrag geschrieben hat. ich bin jedenfalls jana’s meinung: der gaisburger marsch ist nix anderes als ein reste-essen. deshalb gibt es wahrscheinlich auch eine vielzahl an „rezepten“… haben die polen nicht ganz was ├Ąhnliches in petto? ich glaube da heisst das dann borscht…

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