SSB der reine Weltbetrieb: Taufe Stadtbahnwagen auf den Namen Heslach

SSB der reine Weltbetrieb und in Stuttgart passieren die allergeilsten Dinge: Mit einigen Wochen VerspĂ€tung (wegen Streik) wurde der Stadtbahnwagen mit der Nummer 3619 (muss man wissen) auf den Namen Heslach getauft. Die alte Heslach-Zacke wurde aus dem Betrieb genommen und die SSB hat sich gesagt: „Die Heslacher ohne das auf Schienen fahrende, rollende ‚Heslach‘, das geht doch nicht.“

So sieht es nĂ€mlich aus und deswegen wurde das göttliche GefĂ€hrt in der Heslacher Wagenhalle getauft. „Damit ist die Zahl der vierzig Wagen, die mit einem Stadtwappen – oder sonst einem Symbol auf der Flanke – im Stuttgarter Netz unterwegs sind, wieder vollstĂ€ndig.“ Herrlich und mehr Infos unten.

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‚Heslach‘ fĂ€hrt wieder auf Schienen – „Taufe“ des Stadtbahnwagens 3619 mit Wasser aus der Heidenklinge  

Jetzt ist die Sammlung wieder komplett. Unter den ĂŒber zweihundert Schienenfahrzeugen der SSB gibt es nĂ€mlich solche, die nicht nur eine Nummer tragen, sondern auch auf Namen hören. Genauer gesagt vierzig StĂŒck. Und der Primus darunter war der Triebwagen der Stuttgarter Zahnradbahn, der den schönen Namen ‚Heslach‘ trug. Die Zahnradbahn hat aber seit vergangenem Jahr einen neuen Fahrzeugpark bekommen – und seither steht der alte Wagen ‚Heslach‘ auf dem Abstellgleis, eingemottet, den Blicken entzogen, und wird nicht mehr fahren. Heidenei, haben sich die Heslacher gedacht.

Ha no, hat man auch bei der SSB gesagt: Die Heslacher ohne das auf Schienen fahrende, rollende ‚Heslach‘, das geht doch nicht. Und so war es jetzt soweit, am [vergangenen] Mittwoch (3. April): Seitdem ist er unterwegs – der nigelnagelneue Stadtbahnwagen 3619, gewappnet mit dem Stuttgarter RĂ¶ĂŸle und natĂŒrlich dem stolzen Schriftzug ‚Heslach‘ darunter, den er von seinem VorgĂ€nger geerbt hat. Damit ist die Zahl der vierzig Wagen, die mit einem Stadtwappen – oder sonst einem Symbol auf der Flanke – im Stuttgarter Netz unterwegs sind, wieder vollstĂ€ndig.

Der wĂŒrdige Akt der Namensgebung fĂŒr den Zug 3619 spielte sich selbstverstĂ€ndlich auf waschechtem Heslacher Boden ab, stilecht in der Heslacher Wagenhalle der SSB. Und weil direkt daneben das HeidenklingenbĂ€chle plĂ€tschert, mangelte es auch nicht am passenden Taufwasser.

Das wurde reichlich gegen den knallgelben Taufkandidat vergossen, von den gut aufgelegten Festrednern. Thomas Moser, Vorstandssprecher der SSB, erinnerte daran, wie wichtig die Verbundenheit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt ist: „Bei aller modernen Technik: Es sind doch auch – oder vor allem – Empfindungen und GefĂŒhle sind, die Menschen dazu bewegen, in die Stadtbahn zu steigen.“  

Reinhard Otter, stellvertretender Bezirksvorsteher  Stuttgart SĂŒd, verwies darauf, dass die Namensgebung von SSB-Fahrzeugen sozusagen in Heslach „erfunden“ worden sei: „Eine der schönen Gelegenheiten, wo ein Bezirksbeirat Impulse geben kann.“

Dem damaligen Beispiel von der Zahnradbahn von anno 1982, die Wagen mit Namen zu versehen, sei die SSB bei der spÀteren Eröffnung neuer Strecken oder neuer Fahrzeugserien nÀmlich gerne weiterhin gefolgt, bis heute.

Hoch aktuell seien die AktivitĂ€ten der SSB fĂŒr ein noch besseres Angebot im Nahverkehr, sei es der Ausbau fĂŒr lĂ€ngere Zugeinheiten oder die verlĂ€ngerte Betriebszeit fĂŒr die Zahnradbahn: „Wir in Heslach können erfreut zusehen, wie die SSB an der Verkehrswende arbeitet.“ Nicht zuletzt bilde die SSB am Standort Heslach auch einen bedeutsamen Arbeitgeber als StĂŒtzpunkt fĂŒr ĂŒber 200 Fahrerinnen und Fahrer und mehrere Dutzend Kolleginnen und Kollegen in der Betriebswerkstatt zur Betreuung und Wartung der Fahrzeuge.

Jure MikolĂšiĂŠ, der Divisionsleiter vom Fahrzeughersteller Stadler in Berlin freute sich ĂŒber die langjĂ€hrige Zusammenarbeit: Seit zwölf Jahren baut Stadler die Fahrzeuge fĂŒr die SSB, inzwischen schon drei Serien mit insgesamt 60 StĂŒck, dazu die drei fĂŒr die Zahnradbahn.

Der Wagen 3619 bildet den Abschluss der jĂŒngsten Serie, er ist erst im letzten Dezember in Stuttgart eingetroffen. MikolĂšiÊ erinnerte daran, was die Stadtbahnwagen auf dem steilen Netz der SSB tĂ€glich leisten mĂŒssen: Etwa 100 000 Kilometer Laufleistung im Jahr, und das auf Steigungen von bis zu achteinhalb Prozent. Dazu leisteten auch die Produkte von Stadler einen immer grĂ¶ĂŸeren Beitrag: „Die SSB ist einer unserer wichtigsten Kunden, aber das ist heute meine erste Fahrzeugtaufe, die ich ĂŒberhaupt erlebe.“

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