Die Rudolf Steiner Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart

Schüsse im Westen, Paris in Feuerbach und Abrissbagger machen unsere Schräglage platt. Bei all diesen Schreckensnachrichten sollte man sich zwischendurch auch mal mit was Erhellendem beschäftigen. Nein, nicht mit der neuen 10.000-Watt-Lichtanlage im angesagten Four Runners Club, sondern mit bissle Kultur. Oder wie OB Schuster am Freitagabend schon ganz beseelt sagte: „Sich Inspiration für den Alltag holen.“ Da musste ich kurz lachen, doch dazu später mehr.

Momentan beherrschen nämlich zwei Männer die Kulturseiten unserer Tageszeitungen, die ganz im Gegensatz zum OB nicht nur scheintot, sondern sogar mausetot sind. Der eine ist schon über 50, der andere fast 90 Jahre tot und trotzdem vergeht kein Tag, an dem sie nicht zitiert werden: Die Rede ist von Paul Bonatz und Rudolf Steiner.

Der erste ist unser Bahnhofsbaumeister, dessen Nazi-Vergangenheit gerade heftig diskutiert wird, der andere ist der Erfinder der Waldorfschulen und nicht weniger umstritten. FAZ oder Spiegel bezeichnete Rudolf Steiner mal als einer der großen Irren der Kulturgeschichte. Nicht gerade schmeichelnd.

Was so jemand mit Stuttgart zu tun hat? Ganz schön viel: In Stuttgart wurde nämlich 1919 auf der Uhlandshöhe die erste Waldorfschule eröffnet – von Steiner. Steiner war es auch, der so lustige Wörter wie Anthroposophie oder Eurythmie in den Raum geworfen hat.

Die Anthroposophie ist Steiners selbst entworfene Weltanschauungs-Theorie, bei der sich der Kreis zu Bonatz wieder schließt: Man versteht oft nur Bahnhof. Ziemlich spiritueller Stoff, der mir eine Spur zu esoterisch ist. Aber ich musste ja auch noch nie meinen eigenen Namen tanzen. Das können andere auch viel besser:

Was mich trotzdem ein bisschen beeindruckt, viele von Steiners Ideen haben sich bis heute durchgesetzt. Er war zum Beispiel einer der ersten, der sich mit biodynamischer Landwirtschaft, Bio-Kosmetik und alternativer Medizin auseinandersetzte. Steiner war praktisch der erste Öko Deutschlands. Das bedeutet wiederum, dass Stuttgart die erste Öko-Hochburg war. Verrückt. Das erklärt vielleicht das örtlichen Jutebeutel-Aufkommen, aber nicht die 50 Tonnen Feinstaub auf meinem Fenstersims.

Steiner wäre im Februar 150 Jahre alt geworden. Das wird jetzt im Stuttgarter Kunstmuseum mit einer riesigen Ausstellung gefeiert. Es ist die größte Sonderausstellung, die es dort jemals gab.

Dementsprechend auch der Andrang gestern bei der Eröffnung. Das Publikum ziemlich bunt – vom typischen Vernissagen-Ehepaar mit Schlips und Seidenschal bis hin zum Oberstudienrat mit Wollsocken. Mittendrin unser OB, der in seiner Eröffnungsrede das ganzheitliche Konzept Steiners lobte und dann kurz Zwischenapplaus aus der Wollsocken-Ecke erhielt. Das lief ihm sicher runter wie Bio-Massageöl.

Danach nahm er sich noch Zeit für ein lockeres Pläuschen.

Während sich hinter seinem Rücken aber schon erste Gefahren anbahnten…

Hab kurz gewartet, ob die Button-Frau gleich mit Bio-Eiern wirft, aber die Lage blieb entspannt.

Danach hab ich mich durch die Stockwerke und Massen gekämpft. Steiner hier, Steiner da, Notizzettel, Bücher, Architekturmodelle, von ihm entworfene Möbel, Videos und viele Künstler, die sich laut eigenen Angaben von Steiner inspiriert haben lassen. Sehenswert, auch wenn der Bezug zu Steiner nicht immer gleich ersichtlich ist und manchmal etwas konstruiert wirkt.

Ein Kunstwerk hat mich dann etwas länger beschäftigt. Der Baum im Baum. Eine Skulptur, die anscheinend „die unmerklichen Vorgänge des Wachstums deutlich machen soll“. Jetzt denken wir da alle mal kurz drüber nach.

„Von der anderen Seite ist er noch schöner“, flüsterte mir auch noch ein grauhaariger Mathe-Lehrer entgegen. Hab für den Aha-Effekt extra noch die andere Seite fotografiert…

Zum Abschluss noch ein Steiner-Zitat, damit auch alle beseelt in die neue Woche starten können:

„Es ist gewiss wertvoll, wenn der Mensch auch ein Herz hat und nicht bloss Gedanken. Aber das Wertvollste ist, wenn die Gedanken ein Herz haben.“

Die Ausstellung „Kosmos Rudolf Steiner“ ist noch bis zum 22. Mai im Kunstmuseum zu sehen.

www.kunstmuseum-stuttgart.de

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59 Comments

  1. says: Jana

    Ingmar, ich bin immer wieder begeistert, wo du dich so rumtreibst.
    Die zweite Seite vom Baum im Baum – ein Genuss. Gut dass du das nochmal festgehalten hast.

    Und ansonsten lach ich mich gerade immer noch tot. „geht runter wie Bio-Massageöl“ :-)))

  2. says: Aussenreporter

    Mensch Jana, das war doch gar nicht von mir, sondern von deiner Namensvetterin. Die traut sich nämlich auf die richtig harten Termine!

  3. says: Leo

    schön, auch mal solche Beiträge hier zu lesen! Das gibt mir Hoffnung, daß wir PartygängerHiphopTurschuhElektroBlogleser doch ganz open minded people sind 🙂

  4. says: franzi

    „…bei der sich der Kreis zu Bonatz wieder schließt: Man versteht oft nur Bahnhof.“
    ich kann nimmer ;D
    ich hoffe die aussenreporterin bleibt mutig und berichtet weiterhin von solch wichtigen veranstaltungen!

  5. says: Niko

    Ich finde es vor allem krass, wenn wegen dem einen Laden im Leonardsviertel voll der Stress gemacht wird, nur weil er Sachen von Rudolf Steinar vertickt, und jetzt ein (von uns finanziertes!) Museum eine ganze Ausstellung über den macht und ihm voll die Plattform bietet! Verrückte Welt!

  6. says: Ein Fan

    Liebe Kessel.tv-Chef-Etage,
    ich möchter hiermit einen Antrag stellen: Bitte investieren sie in eine ordentliche Redaktionskamera für die Kollegin Außenreporterin. Oder in ein Iphone. Man kann ja nicht mal lesen, was auf dem grünen Button der älteren Dame steht.
    Herzlichst, ihr Fan.

  7. says: Mox

    @Niko,
    sind nicht die ganzen Waldorfabsolventen die von „uns“ mitfinanziert sind viel schlimmer als eine einmalige Ausstellung? Die Plattform die dadurch (von „uns“ mitfinanziert) entsteht ist doch noch viel schlimmer!

  8. says: dani

    @mox: waldorf-plattform, ja?! merk schon. du kennst dich da sicher aus. ganz sicher! aber wenn du doch einer dieser kritiker sein solltest, der jmd kennt dessen freundin mal nen freund hatte, der auf die waldorfschule ging, solltest du dich sicherheitshalber doch mal etwas mehr mit den ideen/gedanken dahinter befassen. wär nur fair, find ich. und wenns dir dann nicht zusagt, solltest du dich in toleranz üben.
    es gibt übrigens einen ganzen haufen privatschulen, die vom staat unterstützt werden. einige davon, sind auch überhaupt nich mein fall. aber so is sie halt. die demokratie!

  9. says: martin

    ich behaupte jetzt einfach mal, der gute mox hat es nicht ganz so ernst gemeint… 😉 wenn du dir auch kutmasters comment danach anschaust, kommst du vielleicht drauf was sache ist. 🙂

  10. says: Larsimodo

    WOW – immediate Konflikt Management !!!! R_E_S_T_E_C_P an Blogeigner!!! Rudolf Steiner – war schon immer gut connected – heisst ja auch Waldorfschule weil der ja ziemlich „down“ mit Waldorf Astoria war – also nicht nur dem Hotel sondern der Zigaretten Marke –

    ungefähr so als würde „aktueller beliebiger Esotherik Führer“ eine Philip Morris Schule eröffnen.

    Würde wohl heute nicht mehr klappen????

  11. says: martin

    nee, ich hab mich gerade auch gewundert. ich hab nix gemacht….
    ah jetzt sehe ich es, du hast ihn nochmals bearbeitet und bist in spam reingerutscht. schätze mal das lag an deiner schreibweise von respect und den nicht ganz wenigen ausrufe- und fragezeichen, da denkt die maschine gleich das ist ein spam-comment.

  12. says: Anony(apfel)mus

    Ich weiss nicht ob ihr es wusstet, doch Rudolf Steiner hat da ja auch so eine Rassenlehr gebracht die ja nicht weit weg vom Gedankengut unseres Kollegen Adolf basiert. Aber war bestimmt ein guter, der Rudolf, hat er bestimmt nicht so gemeint.
    Ich finde dieses ganze Kastanienmännchengang getue nur lächerlich. Und das man so einem Mann eine Ausstellung wittmet noch viel mehr.
    Denn wenn man Anthroposoph ist sollte oder muss man sich auch mit dem ganzen Background auseinandersetzen. Und nicht nur das vermeindlich tolle hervorheben.
    Ich kenne den ein oder anderen Waldorfabgänger und finde das manchmal ein bisschen befremdlich in der heutigen Zeit. Natürlich nicht alle, aber mehr wie auf normalen (staatlichen) Gymnasien.

  13. says: Mox

    @ dani gute idee 😉
    @Larsi würde heute genauso wie damals bei einer x-beliebigen Firma klappen, die eine eigene Schulform für die Kinder ihrer Mitarbeiter von einem aktuell angesehenen Philosophen und Theoretiker entwickeln lassen möchte. Die Frage ist eher: Findet sich heutzutage noch eine Firma, die eine Schulform aufgrund ihrer Firmenphilosophie entwickeln lässt?
    @Krupa: Bitte wenden Sie sich mit einem kurzen Antrag, vorgetragen in perfekter Eurythmie, an ihren Lokalen OB um sämtliche von ihnen fälschlicherweise bezahlten Fördergelder zurückerstattet zu bekommen. Danke!
    @Thorsten: Klar hab ich das ernst gemeint 11dreizehn

    ps. Schöner Artikel. Werde versuchen die Ausstellung zu besuchen u eventuelle Bildungslücken zu schliessen!

  14. says: Mox

    Apfelmus haste doch tatsächlich Zeitung gelesen vor ein-zwei Jahren, was?
    Und wieso sollte es befremdlich sein Waldorfabgänger zu kennen in der heutigen Zeit?
    Naja jedem das seine und KTV vielleicht die erste große Waldorfdiskussion, scheint ja Bedarf da zu sein.

  15. says: dani

    @anonym(apfel)mus: nö. nich gewusst. schaun ja kein fernsehn, die waldis. weisst doch. voll die mediengegner!!
    steiner hat sich zu lebzeiten unter anderem mit rassenlehre auseinander gesetzt. soweit stimmts noch. allerdings schon lange vor dem dritten reich! das war zu seiner zeit auch nich wirklich irgendetwas ungewöhnliches. darin war nichts wertendes, nichts was in irgendeiner form dem nationalsozialistischen gedanken auch nur nahe käme.
    steiner ist zwar lange vor den „nationalsozialisten“ gestorben, aber viele seiner schulen -unter anderem die uhlandshöhe- wurden im dritten reich geschlossen, da sie die antroposophie als „gefahr“ für ihre ideen und vorstellungen sahen. das sind fakten!
    also befremdlich finde ich hier lediglich deine inkompetenz!

  16. says: kutmaster

    Zufälligerweise hab ich mich letzte Woche mal wieder mit Steiner befasst. Also ich finde viele seiner Ansichten einfach absurd und würde jeden auslachen, der z.B. seine Atlantis Theorie im Jahre 2011 tatsächlich glaubt. War schon ein komischer Kauz der Rudi.

    Jedoch hätte ich kein Problem mein Kind auf eine Waldorfschule zu schicken. Ich hab einfach jede Menge positive Beispiele in meiner Umgebung, die ihre Jugend damit zugebracht haben, ihren Namen zu tanzen und Blockflöten zu schnitzen. Die „Entwicklung des Individuums“ scheint dort ganz einfach öfter zu klappen als auf der Lieschen-Müller-Realschule.

  17. says: Konrad

    @dani: Willst du etwa sagen, dass es so etwas wie eine objektive, nicht rassistische Rassenlehre gibt? Wie sieht denn deiner Meinung nach so eine Lehre aus? Rassenlehre ist per Definition rassistisch.

    Dass sich Steiner mit seinen Ansichten damals in illustrer Gesellschaft befand, ehrt ihn, ändert aber nichts an den Aussagen.

  18. says: Konrad

    Die Keule befindet sich in deiner Hand. Indem du mir vorwirfst, ich bezeichne Steiner als Nazi, schwingst du sie selbst. Ich habe Steiner mit keinem Wort als Nazi bezeichnet, wollte das auch nicht suggerieren.

    Mit illustrer Gesellschaft meine ich nicht Hitler& Co wie das einige Kommentare weiter oben der Fall ist, sondern Kant etc.

    Hier geht es nicht darum Waldorfschulen oder die Anthroposophie zu diskreditieren, aber das, was Dani in seinem Kommentar als gewöhnlichen Zeitgeist abtut, war schlichtweg Rassismus. Das zwischen diesem handelsüblichen Rassismus der Jahrhundertwende und dem Vernichtungspolitik der NS-Zeit ein Unterschied besteht, ist mir klar.

    Trotzdem muss man Steiners Vorstellungen von Rasse als rassistisch bezeichnen dürfen, ohne mit der Martin Walser Keule eins drauf zu bekommen.

  19. says: Thorsten W.

    Ich würde bei dem Thema gern noch die Sarrazin-Keule schwingen: Ich finde die Diskussionen in dem Zusammenhang gerade echt erschreckend, weil so – ähnlich wie damals zu Steiners Zeit – eine Art Soft-Rassismus gesellschaftsfähig wird.

  20. says: dani

    @konrad: oje. nein. das wollte ich absolut nich damit sagen. rassenlehre is auch das komplett falsche wort. es stammt aus dem dritten reich. ich hatte es übernommen, weil es von anony(apfel)mus aufgeworfen wurde. sry, mein fehler! rassentheorien wär das wort gewesen. und sich mit rassentheorien zu beschäftigen, war für diese zeit halt nix besonderes. darwin hat dies beispielweise auch getan. das heisst aber noch lange nicht, dass er sich hierfür ausgesprochen hätte. sondern er äusserte eher seine zweifel daran bzw setzte sich damit kritisch auseinander. sie sind aus heutiger sicht und nach dem holocaust sicher äussert fragwürdig-um 1900 wie gesagt, eher nichts ungewöhnliches.
    achso. ich bin im übrigen ganz sicher auch nich der große steiner-fan. allerdings aus anderen gründen-siehe kutmaster. fand aber wiederum einige seiner ideen auch nich so schlecht. aber auch wenn die waldorfschule mit steiner ihren ursprung gefunden hat, so hat auch sie sich in den letzten 90jahren (nach seinem tod) weiter entwickelt und sich auch verändert!

  21. says: dani

    @konrad/kleiner nachtrag: zuerst. ich will hier auch ganz sicher nix verharmlosen!! und habe mir gerade mal kants ideen bezügl.“rassentheorien“ durchgelesen. nich grade mittagspausenlektüre. nach meinem verständnis heute, is das sicher rassistisch!!
    ist allerdings die frage, ob es richtig ist, diese „theorien“ nach heutigem verständnis auszulegen. und was ist die konsequenz? ist kant dann ein rassist? kann ja alles sein. hab ihn halt nur bisher noch nie so gesehn.
    auf der anderen seite wärs ja dann fast nich zu erklären, dass kant trotzdem die universitätsphilosophie weiterhin derart prägt.

  22. says: Konrad

    Die Frage, ob Kant und oder Steiner nach heutigem Verständnis Rassisten sind, führt vielleicht einfach in die falsche Richtung. Damit hätten wir sie zwar schön entlarvt und in die Schmuddelecke gestellt, aber eigentlich geht es doch darum, wie viel von diesen pseudowissenschaftlichen Zuschreibungen (Weisse sind nüchtern und analytisch wegen dem kalten Wetter in Europa, können dafür aber nicht so gut tanzen und mit den Schwarzen ist es dann umgekehrt) heute noch kursieren. In etwas abgewandelter Form begegnet uns das doch auch heute ständig. Da ist dann die Frage eher, wie viel Rassismus in Jedem von uns steckt und damit meine ich jetzt nicht so KKK Scheiss.

    Wenn du oben schreibst, Steiners rassentheoretische Gedanken seien nicht wertend, dann hast du insofern recht, als dass die Typologisierung von Rassen nicht zwingend eine Hierarchie einführt, aber sie bietet eben eine Steilvorlage dafür. Die Trennung von offen feindseligem Rassismus und auf rassische Typologisierung basierenden generellen Zuschreibungen ist trügerisch. Beides fußt auf denselben Ideen. Die Beurteilung der Menschen, die die jeweiligen Standpunkte vertreten, ist wieder eine andere Sache.

    Jemanden wegen seines Genpools aufzuknöpfen ist natürlich was anderes als ihm zu unterstellen, er und seine Leute seien einfach immer so gut drauf.

  23. says: kutmaster

    @Konrad: Guter Ansatz. Meine Theorie seit Jahren – Rassismus oder die instinktive Furcht vor andersartigen Menschengruppen ist eine urmenschliche Verhaltensweise die noch aus der Jäger/Sammler-Zeit in unseren Genen zu stecken scheint. Man kann sie durch Erfahrung und Erziehung abmildern, aber das wars dann leider auch schon.

    Jeder der behauptet er sei offen für Alles und Jeden, lügt sich leider voll eins in die Tasche. Wir tragen alle ein Stück Steinzeit im Kopf herum.

    Das es manche Völker in technischer oder „zivilisatorischer“ Hinsicht weiter gebracht haben als andere, ist jedoch einfach den geographischen Verhältnissen geschuldet in denen sie lebten. Dort wo man gut Ackerbau und Viehzucht betreiben kann, hat man auch erst die Zeit über andere Dinge als die Nahrungsbeschaffung nachzudenken. Die Europäer hatten also einfach bloss Glück.

  24. says: Larsimodo

    @Mox – gibt es anscheinend schon – gibt ja einige Hochschulen wie Beispielsweise WHU in Koblenz deren Name sich vom Hauptgeldgeber ableitet – Bei denen ist das Glaube ich Metro oder so. Ok ist ein Hochschule und keine Primärschule – hat aber eben sowenig einen Pädagogen nötig – Steiner war nämlich auch keiner. Nicht im klassischen Sinne.

    Es scheint wohl in einigen von Steiners Texten durchaus eine Ähnlichkeiten in der Bibliographie zu Hitlers Mein Kampf zu geben – vornehmlich „Hüftschuss Rassenlehre wie ….. Schlagmichtot – habs gerade nicht parat.
    Und Steiners Schriften sind wohl immer noch „unverändert“ Pflichtlektüre für angehende und bereits aktive Waldorfschullehrer. Soviel ich weiss haben sich die Walddorfschulen auch noch nie davon öffentlich distanziert. Oder vielleicht liest es auch heutzutage niemand mehr so genau – die müssen wohl mächtig viele Bücher lesen.

    Klar gibt es auch andere Privatschulen, die vom Staat, besser gesagt vom Land bezuschusst werden – muss aber differenziert betrachtet werden, denn diese müssen den Lehrplan entsprechen auslegen und Vorgaben erfüllen. Die Waldorfschulen werden bezuschusst und müssen sich für nichts rechtfertigen. Reagieren auch glaube ich sehr „allergisch“ wenn da mal einer Genaueres wissen will.

    @Konrad/Dani…. Zu sagen, dass schwarze Menschen – zur Strafe schwarz sind, weil das ja schon verdient hätten impliziert eine Minderwertigkeit und somit durchaus eine Wertung. Das halte ich schon für Rassistisch – so wird es nämlich in einigen Lehren Steiners dargestellt. Vielleicht kann man die Umstände und Zeit in der diese Dinge entstanden sind eine gewissen „Umstandsverantwortung“ zu schreiben, oder auch nicht. Das hat aber für mich persönlich keinen Platz – besonders nicht Heute und vor Allem nicht in der Schule.

    Alles klingt negativ – muss aber auch differenziert betrachtet werden.

    Nicht alles ist schlecht generell will ja jeder, dass seine Kinder sondern auch andere Werte mit den Weg bekommen und andere Fähigkeiten entwickelt
    1.Eurythmie und so:
    Niemand will dass sein Kind ein Bewegungsspasst wird – Obwohl dann hätten all die hier „Musikunterhalter“ im Haupt- oder Nebenberuf sind weniger zu lachen. Muss ja vielleicht nicht Eurythmie sein. Ausserdem habe ich schon gehört das einer der Blogbetreiber durchaus seinen vollen Namen samt aller Vor- und Beinamen schon mehrfach am Abend getanzt hat – an dem selben. Street-, HipHop- und wassweissich-dances die mittlerweile auch Fernsehen als Castingshow präsentiert – auch nur gezappel das meist – Eurythmie war wohl irgendwann mal recht modern. Vielleicht?

    2. Biozeug und so (Ackerbau und Viezucht, Dinge aus Holz basteln – Vornehmlich ein Schloss) – lernen die tatsächlich:
    – und will natürlich auch dass die Kinder wissen wie ne Kuh aussieht oder Ziege oder whatever und ebenso weiss das Chicken McNuggets nicht paniert auf den Bäumen wachsen. Und niemand möchte seinem Kind ein Dioxinverseuchtes Hänchen zu essen geben – wobei die Bios wohl höhere Grenzwerte zulassen.
    3. Fernsehverbot und so:
    Dass man medial den Kindern ein wenig Einhalt gebieten sollte, also wegen Fernsehverbot ist heute wahrscheinlich viel nötiger als früher – bei all dem Krampf im Fernsehen und Internet. Klar klang dass früher „voll krass, die dürfen ja nicht mal Fernsehen!“ – Mediale Erziehung mit Vorsicht und vor Allem damit verbunden einen kritischen Sinn und eine eigene Meinung zu Entwickeln – ist heute noch mehr ein Thema als zuvor.
    4. Keine Noten und so:
    Stimmt nur bis zur Oberstufe. Danach müssen die sich den kompletten Stoff in 2 oder 3 Jahren geben.Die einen mögen sagen, da werden Kids weltfremd erzogen die anderen glauben, Leistungsdruck und Konkurrenzdenken damit muss sich mein Kind wohl das ganze Leben rumschlagen – soll er davon erstmal noch ne weile verschont bleiben – denken die sich – Ich stand nicht auf Noten, aber ganz ohne …?

    Wer heute Kinder hat – oder mal welche haben sollte
    hat macht sich solche Gedanken. Die Frage ist ob man den Rest und die Grundlagen akzeptiert.
    Man sollte die Waldorfschule halt einfach ein wenig weitläufiger Betrachten. The whole Story sozusagen.

  25. says: Mox

    @Larsi, ich lese immens viel gefährliches Halbwissen in deinem Post. Warst du denn Waldorfschüler, oder kennst du nur die von dani benannte Schwester eines Freundes deren Onkel Waldorfschüler war?

    Zuerst mal zu der These Industrieunternehmen würden auch heute gemäß ihrer Firmenphilosophie eine eigene Schulform entwickeln lassen. Die von dir benannten Sponsoringkonzepte von Unternehmen für
    Wissenschaftliche Einrichtungen sollte man klar vom Hintergrund einer Waldorfschule abgrenzen. Es wird von Unternehmen in Eliten Investiert mit dem Ziel fachlich hoch Qualifizierte Arbeiter auszubilden. Der Hintergrund der umfassenden Persönlichkeitsbildung ist hier in meinen Augen zu vernachlässigen, denn eine Wissenschaftliche Einrichtung greift weniger in die Entwicklung des Individuums, denn mehr in die Entwicklung der Fachkompetenz des Individuums ein.

    Weiterhin würde mich der klassische Pädagoge interessieren. Ist ein Mensch der sich ohne (heutige) fachgerechte pädagogische Ausbildung mit der Entwicklung von Persönlichkeit auseinandersetzt kein Pädagoge? Meines Wissens kann man auch heutzutage, beispielsweise durch Berufserfahrung, pädagogisch tätig werden und z.B. Lehrlinge ausbilden. Pädagogik ist nicht als feststehender Begriff bzw. feststehende Bezeichnung zu sehen, sie beschreibt nur die Auseinandersetzung mit Erzieherischem Handeln.
    Wie kommst du zu der Annahme Steiner wäre kein Pädagoge gewesen? Just in dem Moment, als er sich mit der Entwicklung einer Schulform, und damit mit der Erziehung von Menschen auseinandergesetzt hat wurde er zum Pädagogen, ob er es wollte, oder nicht.

    Zu den Schriften Steiners. Ich habe selber nur wenige gelesen, und richtig, es sind, wie weiter oben schon beschrieben, einige Aussagen enthalten, die aus heutiger Sicht äußerst fragwürdig sind. Um Sie jedoch mit Hitlers Mein Kampf zu vergleichen, solltest du vielleicht erst mal selber bildend tätig werden 😉
    Weiterhin sind Steiners Schriften für werdende Waldorflehrer sicher relevant, jedoch solltest du in Betracht ziehen, dass auch diese Menschen mit gesundem Menschenverstand gesegnet sind, und sich sicher nicht in eine Klasse stellen um volksverhetzendes Gedankengut zu predigen.

    Aber naja ich merke grad, dass mein Text hier enorm wächst und die Mittagspause auch bald zu Ende ist. Wenn dich Punkte wie deine Nummer 1-4 „und so“ genauer interessieren kannste gern beim Krupa anfragen, der hat meine Nummer. Rufst mich einfach mal an. Denn alles was dort von dir, entschuldige, verzapft wird, zeugt nur davon, dass du vieles aufgeschnappt, aber selber nichts genau betrachtet und verstanden hast. Ich erklär dir dann gern wie es wirklich abläuft, und im Anschluss bauen wir eventuell noch ein Schloss zusammen, okay?

  26. says: Larsimodo

    Yeah !! Schloss ist gut!! Mach ich! Und danke für das Angebot.
    ….und klar viel Halbwissen, da ich ja weder Bibliographie noch Quellenverzeichnis angegeben habe. Hat auch nicht in meine Mittagspause gepasst. Habe hier ja weder eine Hausarbeit noch einen journalistischen Artikel verfasst – würde ich mir auch auf die Schnelle zumuten. Apropos Journalistische Artikel, die ausserdem auch viel zu oft ohne recherchierte Grundlagen, wie du so schön sagtest „Halbwissen verzapfen“.
    Nicht Missverstehen – Ich hebe den Hut vor einem der wichtigsten Berufsstand den eine Gesellschaft haben kann – wenn er den zu denn seinen Beruf ernst nimmt.

    Meine „und so“ ist natürlich stark vereinfacht – sollte aber dem dienen positive Aspekte hervorzuheben.

    Meine Erfahrungen sind von drinnen sozusagen, Waldorf „from the source“!!

  27. says: Mox

    oha direkt DIE „source“ schule?

    naja, dann solltest du auch wissen, dass jede Schule bei Waldorfs (leider) nur so stark ist wie ihr Lehrerkollegium (das zur Erklärung meines Satzes mit den Betrachtungen und dem Verständnis). Manche bauen auch keine Schlösser (meiner einer z.b.)

    Aber lass uns mal treffen und Erfahrungen austauschen, es scheint mir deine sind etwas anders als meine 😉

  28. says: dani

    @steinerimbrett: deine internetseite ist an einseitigkeit nich zu überbieten! du tauchst auch überall auf, wo es gegen waldorf, steiner und die antros geht, oder?!…dann sind wir ja jetzt komplett 🙂
    @mox: kann deine erfahrungen aus der waldorfschule nur untersteichen!.. und kenne bisher keinen, der in seinen 13jahren waldorfschule ein schloss gebaut hätte 😉
    @konrad: was du schreibst macht sinn und ich kann dir nur zustimmen!!

  29. @ Dani

    Nicht überall, dafür ist die geneigte Szene dann doch zu üppig vertreten.

    Zum Vorwurf der Einseitigkeit: Die Grundhaltung ergibt sich ja bereits aus dem Titel und der richtungsweisenden Unterzeile, ein Produkt übrigens des gleichnamigen Buchprojekts. Jedoch: Diese grundsätzliche Einstellung als (leidlich erfahrene und umfassend recherchierte) Hypothese entbindet mich nicht meiner relevanten (Sorgfalts-)Pflichten als Journalist. Soll heißen: Meine im Blog dargestellten Fakten und Tatsachenbehauptungen kollidieren nicht mit der Wahrheit, sondern entsprechen ihr, nach besten Wissen und Gewissen. Diese zu kommentieren, glossieren, etc. liegt auf der Hand, ist sie doch dem eindeutigen Titel samt Kurzerläuterung geschuldet. Man muss die Kommentarform nicht mögen, man kann sich auch nur sachlich informieren. Hierzu bietet das Internet hinreichend Möglichkeiten. Meine Absichten aber sind ein wenig anders gelagert: Informieren, Kommentieren, Interpretieren, Glossieren… das alles zusammen (schon wegen der Ganzheitlichkeit), und somit ergibt sich jedesmal wieder ein etwas anderes Bild von der anthroposophischen Wirklichkeit (vor allem nicht das EINSEITIG gewünschte und erhoffte), aber jedesmal wieder geleitet von den journalistischen Qualitätskriterien Richtigkeit, Vermittlung, Aktualität und Relevanz. Vielleicht siehst Du die ganze Angelegenheit nunmehr ein wenig weniger von vermeintlichen Vorurteilen bestimmt…

  30. says: dani

    @steinerimbrett: „Anthroposophie, Waldorfpädagogik, Esoterik: Ein Eldorado für heillos verwirrte Menschen“. also, gute frau. plakativer gehts doch wohl wirklich nich mehr!! und das ist jetzt nur die überschrift. mit sachlichkeit haben deine „tatsachenbehauptungen“ für mich nicht im entferntesten etwas zu tun. interessant auch der hinweis auf das „buchprojekt“. scheint eine recht lukrative angelegenheit zu sein.
    und mach dich doch nich kleiner, als du bist. bist schon ne recht bekannte in deinen kreisen 🙂

  31. @ dani

    Auch wenn du es nicht wahrhaben willst: Jene Tatsachenbehauptungen, von denen hier vermutlich gemeinsam die Rede ist, sind solide recherchiert und den Fakten gemäß formuliert. Natürlich, es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wollen erstmal verdaut werden. Und manche – auch das ist wahr – liegen erwartbar zu schwer im Magen, als daß man auch nur an ihnen riechen.
    So leid es mir tut: Es liegt kein Grund vor, warum sich die angegriffenen Tatsachenbehauptungen als nicht zutreffend erweisen sollten: Wenn sich eine Hypothese als mehr und mehr zutreffend erweist und Recherche sowie Gegenrecherche laufen auf das selbe Ergebnis zu – welche Logik sollte der Beweisbarkeit des Gegenteils auf die Sprünge helfen? Reicht es nicht zu wissen, daß es so war oder ist wie es ist oder war? Vielleicht hilft es zu wissen, daß ich selbst ab und an ins Staunen gekommen bin ob der Dinge, die sich innerhalb des anthroposophischen Kontextes ereignen. Letztlich muss aber auch ich zur Kenntnis nehmen, was geschieht. Und als Journalist ist es meine Pflicht – allemal vor dem Hintergrund meiner eigenen Seite – , hierauf aufmerksam zu machen. Und um noch ein leider hinzuzufügen: Ja, ich analysiere die Vorgänge. Ich bewerte und ich kommentiere sie. Und an der Stelle – husch – nehme ich das leider auch schon wieder zurück, weil: Nein, angesichts dessen, was sich im genannten Kontext nicht selten abspielt, sehe ich keinen Grund, davon abzulassen.

    Zu guter Letzt noch eine Art Krankenmeldung: Immer wieder mal, in letzter Zeit aber offensichtlich verstärkt, grassiert in naheliegenden Kreisen ein hundsgemeines Virus: Nach erfolgter Ansteckung führt es zu vermindertem Erkennenwollen sowie heftigen Abwehrmaßnahmen gegen alles, was nicht der gewünschten bzw. erhofften Sichtweise entspricht.
    Es heißt, man könne diesem Virus durchaus erfolgreich begegnen: Augen auf, Scheuklappen runter, und wenn dann noch der Groschen fällt, dann endlich kommt auch die Ratio zum Zug…

    Zu guter Allerletzt: Nein, das erwähnte Buchprojekt ist nicht lukrativ. Für wen auch? Für mich etwa? Dazu bräuchte es ungefähr in die Hunderttausend gehende Anti-Anthroposophen und Waldorf-Widerständler, mit denen ich und andere aber wohl eher nicht rechnen dürfen. Opportunismus ist eben eine ziemlich bequeme Angelegenheit, ein Buchprojekt wie das vor einiger Zeit begonnene leider – ups! – nicht…

    @ mox

    Vielen Dank für das hübsche Wortspiel! Aber ich, mit wieder- und wiederbelebten Untoten, wirklich nicht…

  32. says: dani

    @steinerimbrett:“.. allemal vor dem Hintergrund meiner eigenen Seite …“, was is der hintergrund deiner eigenen seite?..was meinst du damit?..und wie definierst du „solide recherchiert“….woher genau bekommst du deine infos und einblicke?!
    ich bin seit 13 jahren in der waldorfpädagogik zuhause. konnte persönliche eindrücke in 3 waldorfschulen (auch außerhalb deutschlands) sammeln und habe mich außerdem auch schon des öfteren mit steiner bzw. der anthroposophie beschäftigt. ich denke also, dass ich mir deshalb sehr gut selber ein urteil erlauben kann! ohne mir von dir unterstellen lassen zu müssen mit scheuklappen durch die welt zu laufen oder unvernünftig zu handeln. und so leid es mir tut, deine art der diskreditierung gegenüber der waldorfpädogik liest sich für mich einfach nur abstrakt, trotzig und realitätsfern!

    @mox: …mir hat das wortspiel übrigens auch sehr gut gefallen 😉

  33. @ dani

    Hintergrund: Erfahrungen, Einblicke, Kontakte, Recherchen: Analyse, Meinung, Schlußfolgerung, Fazit.
    Definition einer „soliden Recherche“: Relevanz prüfen; eingehende Informationen sammeln und sichten; Quellen- und Faktenkontrolle durchführen; Erweiterung der Sachverhaltsinformationen; Aufklärung der Zusammenhänge; Hypothese bilden über Ursache und Folgen; Hypothesenkontrolle – reicht das?

    Woher also meine „Infos und Einblicke“? Daher. Und von daher (siehe unten). Und woher noch? Verrate ich nicht. Altgedientes Journalistenrecht.

    Du bist zuhause in der Waldorfpädagogik? Dann müssen Dich Einbrecher wie ich ja erschrecken. Noch dazu, wenn sie Dinge mitnehmen, die besser zuhause geblieben wären, oder noch besser: In einem einbruchssicheren Tresor. Aber immerhin: Ich weiß jetzt, wie es sich anfühlt, wenn man frisch ertappt wird. Keine Gnade. Das ungeschriebene anthroposophische Gesetz in solchen Fällen verlangt: Persönliches Nahetreten in Gestalt versuchter Verleumdung und gerade noch vertretbaren Rufmordkampagnen.

    3 Waldorfschulen? Das trifft sich: Ich komme auf mindestens die selbe Anzahl. Selbstverständlich sollst Du Dir Dein eigenes Urteil erlauben – ich sehe nicht, wo ich Dir meines aufgedrängt haben soll. Und auch wenn Du selbst jetzt zum Mittel des Mitleids greifst: Meine „Art der Diskreditierung gegenüber der Waldorfpädagogik“ (die Anthroposophie nicht zu vergessen), wie Du es bezeichnest, ist das logische Anschlußverfahren aufgrund bestimmter Vorgänge, Erfahrungen, etc. pp.

    Abstrakt kommt es einen dann vor, wenn man sich des Konkreten innerhalb des Abstrakten längst nicht mehr stellen mag. Dem Trotz zum Glück nach vielen erfolgreichen Annäherungsversuchen entkommen. Doch halt: Trotz? Ist das nicht jene charakterliche Haupteigenschaft, ohne die das anthroposphisch-waldorfpädagogische System längst zum Stillstand gekommen wäre? Und ja, realitätsfern: Nirgends wird die Welt weiter außen vor gelassen als bei steinerimbrett. Das ist bereits erkennbar an den Themen und ihrer Behandlung, an den Personen und ihrer Einschätzung, an den Vorfällen und ihrer Beschreibung, an der Realität und ihrer Einordnung von Fakten aus den Geisterreichen Steiners.

    Übungen zum Fernhalten von Realitätsferne: Projektionen außen vor lassen, Retourkuschen unbedingt vermeiden, Plattitüden ausweichen, die Auseinandersetzung in der Sache suchen und gerechtfertigte Kritik besser zu früh als zu spät vergegenwärtigen. Vielleicht – auch wenn das kein wirklich erbaulicher Gedanke ist – hätte es sogar steinerimbrett verhindert. Aber so bleibt mir auch weiterhin nix anderes übrig, als mich in Realitätsferne einweisen zu lassen von jenen, für die es die Luft zum Atmen, den Boden unter den Füßen und das spirituelle Kerngeschäft ihrer sinnsuchenden Existenz bedeutet.

    So weit, so gut. Wenn immer noch Fragen sind, bitte immer daran denken: Rudolf Steiner beantwortet sie alle. Jedenfalls die, die sich anschicken, von einem „glühenden Wahrheitsgefühl“ (GA 205, S. 241f) überwältigt zu werden. Mag sein, daß Du deshalb dort zuhause bist, wo du bist, ideologisch gesehen. Ich selbst würde mich nicht da aufgehoben fühlen, wo geschaute und reklamierte Wahrheit alle Räume besetzt. Freiheitlich-demokratische Angewohnheiten dürften hierbei auf nur wenig Gegenliebe des Vermieters stoßen. Und – jetzt aber komplett realitätsfern – so stellt es sich dann auch wiederholt dar. Hintergrund? Auch das ein Teil davon…

  34. says: Cabura

    Heiss die Diskussion hier!

    Ich bin für ein Eurythmie-Dance-Off – mit dem OB an den Plattentellern.

    By the way – sind Eurythmics eigentlich Antroposophen?

  35. says: Chris

    @ Dani,

    wenn Ihnen „Steiner im Brett“ zu „einseitig“ ist, dann zeigen Sie uns doch einfach mal die andere Seite.

    Im Internet ist das Gesamtwerk des Meisters vollständig zugänglich:

    http://fvn-rs.net/

    Werden Sie konkret: Wo genau findet sich dort etwas anderes als restlos durchgeknallter Wahn? (Und bitte nicht die lächerliche „Philosophie der Freiheit“ aus der Zeit vor Rudolfs „Erleuchtung“.)

    Zu der glorreichen Ausstellung in Wolfsburg u. Stuttgart ferner:

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2010/09/mission-im-museum-rudolf-steiner-in.html

    Schön ist dort auch der vorausgegangene Beitrag über den Umgang mit Behinderten seitens der Steiner-Jünger:

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2010/02/seelenpflege-bedurftige-kinder_17.html

    Auf derartiges „soziales Engagement“ verweisen die Freunde der Anthroposophie ja bekanntlich besonders gern, wenn ihr Rassismus zur Sprache kommt. Einfach noch einen Beitrag zurückblättern, schon finden Sie auch dazu interessante und belegte Auskünfte:

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2009/07/anthroposophische-fuhrerherrschaft.html

    Der Rassenwahn des Gurus ist übrigens in der Wissenschaft vollkommen unstrittig und beschränkt sich nicht auf einzelne Entgleisungen oder damals weit verbreitete Stereotype. Er ist vielmehr herausragend irrsinnig und ein fester Bestandteil der anthroposophischen Evolutionsvorstellungen (die den kreationistischen Schwachsinn noch weit in den Schatten stellen) – und damit auch von zentraler Bedeutung für den Gesamtwahn namens „Anthroposophie“. Nachlesen können Sie das u.a. in Helmut Zanders Geschichte der Anthroposophie in Deutschland und seiner neueren Biografie. Im Internet dazu ein früherer Aufsatz:

    http://www.akdh.ch/ps/ps_78Zahnder.html

    Wenn Sie dem etwas zu entgegnen haben, außer trotzigen Sympathiebekundungen, dann werden Sie – wie gesagt – bitte konkret: Was stimmt bei „Steiner im Brett“, den „Nachrichten aus der Welt der Anthroposophieg“ und Helmut Zander nicht? Was gefällt Ihnen stattdessen an Rudolf Steiner und seiner „Anthroposophie“? Und wo genau ist das nachzulesen?

  36. says: Chris

    PS

    Zitat Dani:

    „ich bin seit 13 jahren in der waldorfpädagogik zuhause. konnte persönliche eindrücke in 3 waldorfschulen (auch außerhalb deutschlands) sammeln und habe mich außerdem auch schon des öfteren mit steiner bzw. der anthroposophie beschäftigt. ich denke also, dass ich mir deshalb sehr gut selber ein urteil erlauben kann!“

    Zitat aus Rudolf Steiners Grundlagen der „Waldorfpädagogik“:

    „Der Mensch steht der Außenwelt gegenüber. Das Geistig-Seelische strebt danach, ihn fortwährend aufzusaugen. Daher blättern wir außen fortwährend ab, schuppen ab. Und wenn der Geist nicht stark genug ist, müssen wir uns Stücke, wie zum Beispiel die Fingernägel, abschneiden, weil der Geist sie, von außen kommend, saugend zerstören will.“

    Rudolf Steiner, „Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik“, GA 293, S. 93f

    http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=2874:dreizehnter-vortrag&catid=183:ga-293-allgemeine-menschenkunde&Itemid=14

    Nur mal zur Veranschaulichung, was hier mit „Pädagogik“ gemeint ist.

    Dazu viele Beiträge bei den Ruhrbaronen. Der letzte:

    http://www.ruhrbarone.de/waldorflehrer-werden-%E2%80%93-am-%E2%80%9Eseminar-fur-waldorfpadagogik-berlin%E2%80%9C/

  37. says: Chris

    PPS

    Zitat Dani:

    „steiner ist zwar lange vor den “nationalsozialisten” gestorben, aber viele seiner schulen -unter anderem die uhlandshöhe- wurden im dritten reich geschlossen, da sie die antroposophie als “gefahr” für ihre ideen und vorstellungen sahen. das sind fakten!
    also befremdlich finde ich hier lediglich deine inkompetenz!“

    Abgesehen, davon, dass sich die Anthroposophen nach Kräften angebiedert haben und die letzte der damals nur 8 Waldorfschulen erst 1941 dicht machte, dazu der zuständige Nationalsozialist Alfred Bäumler:

    „In methodischer Hinsicht müssen wir in dem Steinerschen Lehrplan das erste durchgebildete, nicht-intellektualistische Unterrichtssystem anerkennen (…) Mit Rücksicht auf die großen Vorzüge der Waldorfpädagogik ist zu erwägen, ob es möglich wäre, staatliche Versuchsschulen unter Zugrundelegung eines modifizierten Waldorf-Lehrplans aufzubauen.“

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2009/05/der-anthroprosator-lorenzo-ravagli.html

    usw. usw.

  38. says: Chris

    Einen noch:

    Zitat Außenreporterin:
    „Steiner war praktisch der erste Öko Deutschlands.“

    Nein, auch das war er nicht. Lassen Sie sich keinen Bären aufbinden.

    Zitat Rudolf Steiner:
    „Was ist die Hirnmasse? Die Hirnmasse ist einfach zu Ende geführte Darmmasse. Verfrühte Gehirnabscheidung geht durch den Darm. Der Darminhalt ist seinen Prozessen nach durchaus verwandt dem Hirninhalt.

    Wenn ich grotesk rede, würde ich sagen, ein fortgeschrittener Dunghaufen ist das im Gehirn sich Ausbreitende; aber es ist sachlich durchaus richtig. Der Dung ist es, der durch den eigenen organischen Prozess in die Edelmasse des Gehirns umgesetzt wird und da zur Grundlage für die Ich-Entwickelung wird.“

    Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft, GA 327, S. 201
    http://fvn-rs.net/PDF/GA/GA327.pdf

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