Clubförderung – das Stuttgarter Modell

Walter Ercolino (Clubkollektiv, Produzent, DJ, Labelmacher und kommunalpolitischer Aktivist) und Peter James (Popbüro) haben heute Mittag im Ausschuss für Kultur und Medien unter dem Name „Stuttgarter Modell“ ein Konzept zur Förderung der Stuttgarter Clubszene vorgestellt.

Nach ihrem Wunsch soll für die Clubförderung 50.000 Euro im Doppelhaushalt 2016/2017 eingeplant werden. Die Präsentation stieß fraktionsübergreifend auf große Zustimmung („Erwartungen übertroffen“, hieß es unter anderem) und es sieht gut aus, dass die Gelder bewilligt bzw. eben eingeplant werden.

Argumentiert wurde mit der historischen Bedeutung der Clubs („Aus den Clubs heraus sind in den letzten 100 Jahren über 200 Musikstile entstanden“), die Befruchtung bzw. Kopplung zwischen Club und Hochkultur, warum eine Stadt Clubs braucht (Image, Visitenkarte, etc.), da fiel auch der relativ neue Begriff der Night Time Economy, bedeutet so viel wie cooles Nachtleben = attraktive Stadt (um sich eben in der Stadt anzusiedeln), und wie das in anderen Städten (in Hamburg z.B. ziemlich ziemlich flüssig) oder auf Bundesebene gehandhabt wird.

Nach dem Vortrag und der Fragerunde, die wie erwähnt eher eine Zustimmungsrunde war, meinte Chefin und Kulturbürgermeisterin Susanne „Susi“ Eisenmann, ob man die Präsi gerne hätte, um sich nochmals Gedanken zu machen, ob man die 500.000 Euro durchwinken will. „50.000! 50.000!“ Da hat der Saal kurz gelacht und Susi, die Schelmin, meinte: „Die 500.000 würden sie auch nehmen.“

Falls der Gemeinderat die Förderung beschließt, soll das Kulturamt mit der Umsetzung betraut und eine Fachjury für die Verteilung berufen werden. Bereits geförderte Locations (z.B. Merlin oder Bix) sollen freilich von diesem Topf nichts mehr erhalten.

Auf Nachfrage eines FB-Nutzers ergänzte man noch, dass man im Laufe der nächsten Tage offen legen will, wie die Förderung genau aussieht. „Die 50.000 Euro werden, wenn sie denn kommen sollten, natürlich transparent und für jeden nachvollziehbar verteilt!“

Catering übrigens auch ganz stark:

catering

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7 Comments

  1. says: DasIchNichtLache

    50.000€? Ist echt ein Witz! Man müsste minimum 500.000€ in für die Clubs in Stuttgart investieren. Vor allem wenn man überlegt, das Stuttgart 21 einige Milliarden kostet;)

  2. says: martin

    naja, das muss ja jetzt erst mal starten und wenn man da mit 500T einfällt, glaub ich kaum dass der gemeinderat zustimmen würde… und ne stadt hat halt noch auch andere kosten zu tragen im haushalt, gell.

    und klar, 50T sind nix, aber nightlife ist nicht nunmal alles und zumal ein club ja auch erst mal ein wirtschaftlicher betrieb ist. gastronomen sind ja keine samariter, maximal idealisten, abgesehen davon, dass ihr engagement natürlich hochgradig zu begrüssen ist und ich mir selbst nie einen laden ans bein hängen würde.

    in HH sinds glaub 150T

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