Tram-EM im Kessel: Stuttgarts Sport-Highlights 2018

Wären wir ein Stadtmagazin oder eine Tageszeitung aus Möhringen, dann hätten wir schon im Januar einen Artikel gebracht wie z.B.: „Das sind die Sport-Highlights des Jahres“. Und wir hätten geschrieben, dass 2018 RB Leipzig in die Stadt kommen und der TBV Lemgo.

Wir sind aber kein Stadtmagazin. Sondern Deutschlands größer Randsportartenblog. Unterwegs im Auftrag des kleinen Mannes und des großen Ereignisseseseseses – Genitiv is a hard knock life, und ich weiß nicht mal ob das definitiv Genitiv ist. Wessen Auftrag? Der des Ereignisses. Stimmt glaub.

2018 ist jedenfalls das Jahr der Groß-Events in dieser Stadt. Beginnend mit der TRAM EM im Mai. Bitte Date saven und aufgleisen (!) – weil wo, wenn nicht bei der TRAM EM gleist man sich was auf? Wir werden die Bilder haben und die überfahrenen Fotografen und wir haben auch die Vorabinfos, damit wir alle auf dem gleichen Stand und der same page sind:

Was aussieht wie ein Meet & Greet in der Eurowings-Kantine war zum Beispiel der interne Vorentscheid in Dresden. Was fehlt im Foto? Richtig – die Keksmischung.

„Aus 23 Bewerbungen um die zwei heißbegehrten Plätze haben die Organisatoren jeweils 5 Männer und 5 Frauen gelost, die sich heute in vier unterschiedlichen Disziplinen beweisen mussten.“ Gut, dass hab ich jetzt rein rechnerisch nicht verstanden, aber es wird schon alles seine Richtigkeit haben. Hauptsache Ihr bringt Eure eigene Tram mit. Denn TRAM EM ist nur einmal im Jahr.

„Der Betriebshofleiter Torsten Engel eröffnete das kleine Event und ermittelte mit Hilfe einer ‚Losfee‘ die Startreihenfolge für den Vorentscheid – fast wie bei der richtigen Europameisterschaft. Aus wem das Dresdner Team nun besteht, erfahrt ihr bald! Bleibt dran!“

Ah. Jetzt. Ja. Stichwort: man darf gespannt sein – und die Frage muss erlaubt sein: das geht da hinten schon mit korrekten Dingen zu, wo Claire Underwood die Startplätze zieht?

Wir sind nämlich nicht nur so ein Pressemitteilungsabtipp-Blog, sondern auch ein sehr kritischer Beobachter. Der Vertikalpass unter den TRAM EM Berichterstattern quasi.

In other news erreicht uns dazu die Nachricht, „dass die Schweden bei einem internen Vorentscheid  auf dem Betriebsgelände in Bromma ihr Team ermittelt haben. In fünf unterschiedlichen Disziplinen mussten die Teilnehmer ihren Umgang mit der Straßenbahn unter Beweis stellen.“

Ach guck, die fahren Tram, um sich zu qualifizieren, und feen nicht nur los. Naja, mir soll’s egal sein. Ich hab eh schon meine Favoriten:

„Sara Aspenström und Jonas Arvidsson hatten am Ende die Nase vorn. Sara ist eine Straßenbahnfahrerin von der schönen Inselgruppe Lidingö und Jonas kommt aus Schwedens größter Straßenbahn-Stadt Göteborg.“

Leute, bitte: Sara Aspenström und Jonas Arvidsson. Es wird nicht zuviel verlangt sein, dass sich da jemand aus der Cannstatter Kurve kurz in seine Garage setzt und ein schönes Banner für die beiden malt.

Für uns sind Sara und Jonas jetzt schon Tramfahrer der Herzen und Publikumsliebling.

Wer Straßenbahnfahren als Sport nicht so mag, dem sei gesagt, dass 2018 auch die offizielle Europameisterschaft für Busfahrer/-innen stattfindet. Allerdings nicht in Stuttgart.

Zum Trost gibt es für euch Erfolgsfans aber in Stuttgart in diesem Jahr die Europameisterschaften im Rueda de Casino. Richtig gehört. Ich musste auch nachgoogeln.

„Rueda de Casino ist eine besondere Art der kubanischen Salsa. Hierbei stellen sich mehrere Paare in einem Kreis auf und tanzen gleichzeitig dieselben Figuren.

Heisst es wirklich Die Salsa? Ich dachte, die Salsa ist für die Tortillachips und der Salsa für die Mittvierzigerin mit dem Kubaurlaub vor 20 Jahren, von dem sie bis heute noch ganz wuschig ist.

Bei dieser Art zu tanzen kommt es wohl zu „ständigen Partnerwechseln“ – im Prinzip also ein ganz normaler Abend auf der Theo.

Zum ebenfalls aufgleisen noch das wichtigste aus dem Regelwerk der Europmeisterschaft:

„Akrobatik, Hebefiguren und andere Nicht-Salsa-Elemente oder Showelemente können eingebaut werden, sollen allerdings nicht die Darbietung dominieren“.

Gut, da weiß ich gar nicht, ob man das extra dazusagen muss. Im Grunde versuche ich das meinen DJ Freunden Elbe und Hotte vor jedem Wochenende mitzugeben, wie Tayfun Korkhut Andreas Beck versucht zu vermitteln, wo vorne und hinten ist. Irgendwann schreiben es sich die beiden vielleicht hinter die Löffel: Ich soll keine dominierenden Nicht-Salsa-Elemente einbauen!

Und dann bitte ebenfalls noch im Kalender kariert anstreichen: Highland Games. Im schottischen Hochland von Weilimdorf. Kommt da nicht auch der Dudelsack her?

Da erwarten uns im Sportjahr 2018 Wettbewerbe wie „Throwing the hammer“ und „Putting the stone“ – und man fragt sich, ob  das nicht eigentlich B-Seiten von Metallica-Singles sind? Dann gibt es wohl noch die Deichkind-Disziplinen Fassreinrollen und Tauwegziehen.

Dazu ein schönes Rahmenprogramm featuring Ziehbock, Lederarbeiten, Bogenbauen. Das heißt übersetzt: eine große Schnittmenge zwischen Rockfabrik-Publikum und Highlandgames-Zuschauern.

Zumal auch musikalisch was geboten ist: Tanglefoot live. „Die Musik der fetzigen Kelten fährt durch den Bauch direkt in die Beine und reißt selbst den notorischen Barhocker vom Sockel.“ 

Ich möchte an dieser Stelle bitte nochmal die Diskjockey-Kollegen Weh und Elbe ermuntern: weniger Nicht-Salsa-Elemente, mehr fetzige Keltenmusik.

See you at TRAM EM, Rueda de Casino EM und at the Highlandgames – dem Superbowl des kleinen weilimdorfer Mannes. Eintritt: 7 Euro, 5 für schottisch oder keltisch Gewandete. Und das hab ich mir nicht ausgedacht. Sondern die.

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1 Comments

  1. says: Karsten Vetter

    Königsdisziplin der TRAM EM: Ausweichen von WN, ES, LB, VAI, BK, LEO, BB, TÜ, GM, GP, AA, RT, u.ä. beschilderten Fahrzeugen. Ein Spießrutenlauf erster Kajüte den nur die Besten meistern

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