Update About Pop 2024: Line-up Welle drei & alle Locations

Die EM 2024 in GerMoney hat Auswirkungen auf den lokalen (sommerlichen) Festival-Event-Kalender: Manche sehr guten Dinge passieren GOTT SEI DANK früher als gewohnt. Zum Beispiel steigt die About Pop schon Mitte Mai anstatt Ende Juli, also in NICHT EINMAL MEHR vier Monaten. Sehr gut, denkt man sich, gerade in Anbetracht der aktuellen Lage. Entweder ist es draußen bitterkalt, Berlin-grau oder es hupen die Traktoren durch die Stadt. Oder beides fällt auf einen Tag.

Der Winterblues dürfte allerspätestens am 17. und 18. Mai 2024 komplett vergessen sein: Die sechste Ausgabe des Festival-Convention-Hybrids wird noch bigger, larger, huger wasauchimmer als denn je, noch mehr Live-Musik und Fun, noch mehr Popmusik-Brainfood. Das About Pop-Konzept dieses Jahr: Erstmals zwei Tage lang, freitags in der Stammlocation Wizemann und samstags in unzähligen Stuttgarter und regionalen Spots.

Die wurden nun bekanntgegeben: Darunter befinden sich u.a. der clubCANN in Cannstatt, das KOMMA in Esslingen, das Merlin in S-West, der Park der Villa Reitzenstein Gänsheide, das immer noch neue Sunny High (ebenfalls in Cannstatt) oder das Landesmuseum und das StadtPalais. Was wo passiert kann man ab sofort auf der Homepage checken und jetzt schon sein persönliches About Pop planen. Außerdem gibt es neue Ticketing-Optionen, wie Tagestickets oder Tickets für die Convention-Programmpunkte.

Am wichtigsten aber: Die dritte Welle an Acts wurde rausgeschoben und das Plakat dürfte bald so voll und Sehtest-kleingedruckt sein wie beim Coachella oder Tomorrowland. Joke, das wird natürlich nicht passieren.

Neu hinzu gekommen sind nach den ersten zwei Line-up Drops in der Vorweihnachtszeit: Edwin Rosen, Coma, wavvyboi, Sweeping Promises, Abbie Falls, Donna Savage, Peter The Human Boy, Kochkraft durch KMA, Grup Huub, Güner Künier, Larifari (Kinderkonzert), Flora, Vide Obscur, Horizontaler Gentransfer, Beyond The Last Coast, Timbeau, Sharon, Melody lala und Nie Wieder. Mehr Infos zu allen Acts unten im Post.

Die ersten Pre-Sessions bestreiten Ätna, Maeckes und Lea Graupner ab März in Stuttgart, Kornwestheim sowie in Reichenbach an der Fils.

ABOUT POP 2024
Freitag & Samstag, 17. bis 18. Mai
Im Wizemann & all over Stuttgart/Region
Web / Insta / Tickets
/ Programm

Alles Locations am Samstag, 18. Mai: clubCANN, contain‘t, Goldmark’s, JuHa West, Kleinkunstkeller & Keller Bietigheim, KOMMA x Dieselstrasse, Kulturbunker, Kulturhaus Schwanen, Kulturzentrum Merlin, Laboratorium, Landesmuseum Württemberg, Park der Villa Reitzenstein, Rakete, RAMPE, Schwarzer Keiler, Stadtbibliothek Stuttgart, Stadion der Träume (am Marienplatz), StadtPalais – Museum für Stuttgart, Sunny High, Werkstatthaus, white noise club

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Früher im Jahr, dafür größer, länger, ausufernder: Das ABOUT POP vom 17. bis 18. Mai 2024 im Wizemann und in ganz Stuttgart und Region will die sehr starke 2023er Ausgabe übertrumpfen. Noch vor Weihnachten hat man deswegen die nächsten Acts nach dem ersten Lineup-Drop Anfang Dezember veröffentlicht. Neu im Programm:

Puma Blue (GBR)
The KVB (GBR)
Jaakoo Eino Kalevi (FIN)
Pat Burgener (CH)
Maustetytöt (FIN)
Levin goes lightly (GER)
Der Moderne Man (GER)
Tyna (GER)
Future Franz (GER)
Soffie (GER)
Talya (GER)
Milicent (GER)

Mehr Infos unten oder hier und Tickets kann man hier ordern.


Post von Anfang Dezember 2023:

Foto: About Pop

Die ABOUT POP 2023 wurde völlig zurecht mit Lobeshymnen einwattiert. Sold out, über 2000 sehr diverse Menschen am Start, ein herrlicher Tag zwischen Live-Acts, Panels, Debatten und Workshops, der Popkultur-Standort Stuttgart strahlte bis mindestens zum Mars oder wenigstens bis nach Berlin. Es hat sich komplett gut angefühlt.

Nach diesem großartigen Event wurde der nächste logische Schritt angekündigt: 2024 machen wir das zwei Tage lang! Sehr gute Idee. Und zwar schon im Mai, weil wie alle bekannten Events nächstes Jahr wegen der berühmten EM etwas früher oder etwas später als gewohnt stattfinden.

Am Freitag, 17.5 belegt man im bekannten Format das komplette Wizemann-Areal. Am 18.5 kooperiert der Veranstalter Pop-Büro Region Stuttgart mit einer Vielzahl an Locations, Clubs und Bühnen in der Region Stuttgart und organisiert ein buntes Showcase- und Clubfestival. Mehr Details zu den Spielstätten und zum Programm folgen, Tickets gibt’s jetzt schon hier.

Kurz vor X-Mas ist bekanntlich Line-up-Drop-Time und an die Regel hält man sich auch im Pop-Büro-Büro. Und man bucht ja nicht nur random Acts, allein in der Hoffnung, dass die die BUDE VOLL MACHEN, sondern will ein breites Panorama an interessanten, vielseitigen, ungehörten, viel gehörten, internationalen und hoffnungsvollen Künstler:innen und Sounds aufspannen. Monatelang wurde deswegen wieder recherchiert, gescoutet und natürlich viel Musik konsumiert, bis der erste Aufschlag sitzt.

Aus Great Britain reist die Dark Wave Band Lebanon Hanover an, gefolgt von der deutschen Singer-Songwriterin Rosa Anschütz und der Post-Punk Powerhouse-Band Sextile aus Los Angels. Apsilon steht für „antikapitalischten Deutsch-Rap, UCHE YARA spielen Psychedelic Rock über Tango bis hin zu R&B-Groove.

Atomic Lobster fusionieren Grunge, Soul & TripHop, Station 17 sind mit Heavy Metal, Jazz über Rock, Electro und House bis zu Experimental-Kunst sehr breit aufgestellt und Charlotte Brandis (Berlin) Texte handeln von Männern, Frauen, Angst, Geld, Tod und dem Beitrag zur Revolution. AUGN bietet kabarettistischen Spoken Word-Post-Punk und die Multi-Künstlerin Sofie Royer (Wien) bringt ihr nostalgisch-Kabarett-80ies beeinflusstes Album „Harlequin“ auf die ABOUT POP Bühne. Mehr Infos zu den Acts unter dem Aftermovie.

Gerade also an TAGEN WIE DIESEN (depressed Berlin-grau) darf man sich sehr arg auf den Frühling mit einem zweitägigen ABOUT POP freuen – Süddeutschlands einziges Event, das Pop-Kultur und Pop-Musik vereint. For Brain & Fun.


About Pop Acts 2024 – A bis D

Abbie Falls 
Die aus dem Herzen Europas stammenden Abbie Falls sind ein unerbittliches Metalcore- Kraftpaket, das mit zerstörerischen Breakdowns und unerbittlichen Riffs den Abriss jeder Live- Location garantiert. Lyrische Texte über toxische Beziehungen und gefährliche Abhängigkeiten oder die Auseinandersetzung mit dem Existenzialismus eines Jean-Paul Satre gehört zu Abbie Falls festem Repertoire. Einflüsse aus Deathcore säumen den Weg der fünfköpfigen Band aus Prag. Mit ihrer Debüt-EP im Jahr 2021 haben Abbie Falls die Marke von zwei Millionen Streams erreicht und mausern sich seitdem nicht nur in ihrer tschechischen Heimat zum echten Core-Geheimtipp. Seit kurzem sind sie bei dem amerikanischen Label Seek & Strike unter Vertrag und bereit mit weiteren Veröffentlichungen den Moshpit zu stürmen; 2023 zum Beispiel zum ersten Mal auf dem Summer Brezel Festival.

Apsilon 
Als Sohn türkischer Eltern und Gastarbeitenden ist er immer noch da, wo er aufgewachsen ist – in seiner Heimat Moabit. Zehn Jahre lang schreibt er Texte, seit fast zwei Jahren verwandelt er diese in antikapitalistischen Deutschrap. Er kritisiert die weißdeutsche Mehrheitsgesellschaft – ganz ohne erhobenen Zeigefinger, dafür aber mit viel Wut im Bauch. Der Sound trappig und modern. New Wave. Auf seiner EP „Gast“ verwandelt er die Stimmen seiner Generation in Musik. Zwischen Hoffnung, Schmerz und falschen Versprechen der Gastfreundschaft. Apsilon steht für den Trotz einer jungen Generation innerhalb einer dysfunktionalen Gesellschaft und zeigt damit gleichzeitig den Willen, etwas zu verändern – sowohl gesellschaftlich als auch in der Musik. 

ÄTNA
ÄTNA ist mehr als nur ein Pop-Duo. Bei Inéz und Demian Kappenstein aus Dresden verschmelzen verspielte Synthies mit organischem Bass, eklektische Mode mit avantgardistischer Videokunst. Ihr Debütalbum „Made by Desiree“ schrieb ein neues Kapitel deutscher Popgeschichte und rief eindrucksvolle Kollaborationen mit Martin Kohlstedt, Marteria, MEUTE oder Solomon auf den Plan. Eindrucksvoll nicht wegen der Kollaborateur*innen, sondern weil ÄTNAs Handschrift zu jeder Zeit unverkennbar bleibt, während sie stilistisch nur allzu gerne auf einem schmalen Grat der musikalischen Stile wandeln. ÄTNA waren bereits für zahlreiche Preise nominiert, 2020 haben sie den internationalen Anchor-Award beim Hamburger Reeperbahnfestival gewonnen. Sie gelten zurecht als mitreißender Live-Act. Belegen können dies Auftritte bei großen Festivals, Konzerte in halb Europa und weitgehend ausverkaufte Shows durch den gesamten deutschsprachigen Raum. 

Atomic Lobster 
Die Stuttgarter Band Atomic Lobster zeigt, wie lebendig die Stuttgarter Musikszene ist. Ella Estrella Tischa (Gitarre/Gesang), Daniel Herrmann (Bass/Gesang) und Armando Bleher (Schlagzeug) schaffen mit ihrer Musik eine geschickte Fusion aus Grunge, Soul und Trip-Hop. Inspiriert von Künstler*innen wie Radiohead und PJ Harvey, leben sie ihre Nostalgie für die 90er- Jahre musikalisch aus, ohne dabei jedoch die Lust an neuen Klangexperimenten und Melodien zu verlieren. Diesen mitreißenden Sound bringen Atomic Lobster auf die Bühne der About Pop. Im Mai 2024 erscheint außerdem das Debütalbum des Trios. 

AUGN 
„Wer den Zeigefinger nicht mag, muss den Mittelfinger ertragen.“ Das Duo AUGN macht kabarettistischen Spoken Word-Post-Punk, trägt Strumpfmasken und auch dieser Versuch einer akkuraten Band-Beschreibung lässt sie höchstwahrscheinlich verächtlich mit den Schultern zucken. Fakt ist: AUGN sind schmerzhaft ehrlich. Gefallen wollen sie niemandem, kritisiert werden alle: Beyoncé, Falco, die Berliner Hipster-Bubble, Student*innen, die Junge Union. Es ist die Kritik an der Gesellschaftskritik. Garstige Ironie an dem immer-ironischen digitalen Zeitgeist. Scheiße unangenehm. Das sollen Songs wie „Deutschrap ist tot“, „Falcos Tochter“ und „Vintage“ eben auch sein. Anspruchsvoll, ohne den Anspruch, irgendwelchen Erwartungen gerecht zu werden. Das müssen Konzertbesucher*innen eben aushalten. 

Beyond The Last Coast
Auf einem Festival entspannt grillen, gemeinsam ein kühles Bierchen zischen und im Hawaiihemd im Campingstuhl einfach eine gute Zeit haben. Genauso wollen Beyond The Last Coast mit ihrem sonnigen Gemüt in der sonst oft düsteren und ernsten Metal-Szene dem Publikum genau diese Flucht aus dem Alltag ermöglichen. Zwei Sängerinnen, deren Stimmen sich perfekt ergänzen, Mut zu Experimenten mit Synthese, Piano und textliche Tiefe machen aus der Göppingen Band eine vielversprechende Hoffnung am Metalcore-Himmel. Seit 2023 ist die sechsköpfige Band dabei, die Bühnen des Landes zu bereisen und hinterlässt, nicht nur wegen ihrer adretten Hemden, einen bleibenden Eindruck beim ebenso bunten Publikum. 

Charlotte Brandi, Copyright Annika-Weertz

Charlotte Brandi 
Die Berliner Musikerin Charlotte Brandi weiß: “Kulturelle Neubesetzung wird nicht aus Komfort geboren.“ Mit ihrem 2023 erschienenen zweiten Studioalbum “An den Alptraum“ veröffentlichte sie nicht nur ihren ersten deutschsprachigen Longplayer, sondern auch ein rein unter FLINTA-Beteiligung produziertes Werk. Für Brandi eine bewusste Entscheidung für den überfälligen Paradigmenwechsel in der Musikwelt. Konsequente feministische Prozessoptimierung. Dabei besingt sie die Gleichzeitigkeit der Dinge. Ihre Texte handeln von Männern, Frauen, Angst, Geld, Tod und dem Beitrag zur Revolution. Brandi präsentiert in ihren Songs eine vielfältige musikalische Bandbreite von A capella-Chören über Art-Pop-Hymnen mit Kratzen in der Stimme. Ernst, messerscharf, aber auch selbstironisch widmet sich die Sängerin aktuellen gesellschaftlichen Diskursen und beweist damit ihre Fähigkeit, musikalisch sowie textlich zu erfassen, was sonst schwer zu fassen ist.

COMA Die Welt wird kälter, doch COMA aus Köln bringen etwas Wärme in unser Leben. COMAs melodiensatte Innovationen zwischen Indie und Electronica waren schon immer irre zugänglich, scheuten weder Hooks noch Emotionen und erweiterten von Album zu Album den Begriff davon, was Clubmusik sein kann. COMA verschmelzen elektronische Beats mit perfekt getimten Indie, reich an Melodie und Melancholie und perfekt für die Tanzfläche. Die frühen Releases der beiden Indie-affinen Jugendfreunde trafen einen Nerv in der Stadt Köln und ihrem elektrophilen Mikrokosmos. COMAs von Gitarren und analogen Synthesizern geprägter Sound, exotisch in einer Welt der Laptops und Controller, führte sie bereits in die Clubs beinahe jeden Kontinents. Georg Conrad und Marius Bubat mögen ihre Wurzeln zwar fest in der sagenumwobenen Kölner Clubszene haben, aber ihr sprudelnder, grooviger Vibe verwischt die Grenzen und ist inspiriert von weltweiten Legenden wie The Whitest Boy Alive, Radiohead und Blur. 

Der Moderne Man 
Eine der angesagtesten Bands der Neuen Deutschen Welle kehrt nach den erfolgreichen Auftritten zum 40-jährigen Jubiläum wieder auf die Bühnen der Republik zurück.  Mattus (Gesang), EKT (Gitarre), Felix (Schlagzeug) und Jenzzz (Bass) existierten damals als Der Moderne Man kaum fünf Jahre und trotzdem hinterließen die Hannoveraner unverkennbare Spuren in der deutschen Musikgeschichte. Eine gewisse musikalische Nähe zu Joy Division und Gang Of Four ist hörbar, trotzdem ist Der Moderne Man mit deutschen Texten und eigenwilligem Gesangsstil absolut unverwechselbar. 

Donna Savage 
Donna Savage, eine talentierte Rapperin aus Wien, glänzt mit harten Punchlines und einer gewaltigen Portion Selbstbewusstsein. Rollenklischees und Rap-Schubladen sind Donna Savage völlig egal, sie brettert auf Trap- genauso wie auf Boombap-Beats. Nach ihrer der Anti-Cat- Calling-Hymne „Blutwiese“, die Ende 2021 zum Dauerbrenner der „Deutschrap Untergrund“ Playlist avancierte, lieferte sie mit „CRUSH“ eine Hommage an den House-Sound der 90er und gleichzeitig einen wahren Sommerhit ab. Ihre im Mai 2023 erschienene EP „Parole Donna“ wurde  von Fans und Medien gleichermaßen abgefeiert. Gewohnt selbstbewusst platziert Donna Savage ihre kompromisslosen Texte inzwischen auf Break Sinatras Label Wave Planet Records und macht mit rauchiger Stimme deutlich, dass sie gekommen ist, um zu bleiben. 

About Pop Acts 2024 – E bis L

Edwin Rosen Plötzlich war sie da, die Neue Neue Deutsche Welle. Erst vor drei Jahren entschied sich Edwin Rosen dazu, auf Deutsch zu texten und auf Drum-Computer und Synthesizer zu setzen. Ohne Ankündigung und ohne große Promo landet „leichter/kälter“ 2020 im Netz und Edwin Rosen ist noch vor der Veröffentlichung seiner ersten EP der Vorreiter einer neuen musikalischen Bewegung. Sein Sound vereint sphärische Synths und einen unerschütterlichen Beat – perfektioniert durch herzerwärmende Gitarrenmelodien und Edwins signifikante Stimme. Punk, Post-Punk und New Wave prägen seinen Stil, Poesie und Alltagsbetrachtungen seine Texte. Aufgewachsen in Stuttgart, setzt sich Edwins Leben schon früh aus zwei Komponenten zusammen. Abends wohnt er im örtlichen Keller Klub schweißtreibenden Hardcore- und Pop- Punk-Shows bei, tagsüber erschließt er sich die eigene Stadt und das Umland auf dem Skateboard. Die Plattensammlung des Vaters tun ihr übriges. 2023 katapultiert sich Edwin Rosen schließlich mit neuen Songs erneut in die Gehörgänge und auf die größten Bühnen des Landes. 

FLORA
FLORA aus Stuttgart lassen aus musikalischen Einflüssen wie The Carpenter, Dolly Mixture oder Pastell eine perfekte Mischung aus Soft-Pop und Indie-Rock entstehen, geprägt durch einfühlsame Lo-Fi-Elemente und entspannten Vocals, die mitten ins Herz treffen. Genres aus der Vergangenheit passen bei FLORA perfekt in die heutige Popkultur, deswegen kombiniert die 23-Jährige mit ihrer Band Psychedelic-Pop mit vorwärtsgetriebenem New Wave zu wohltemperierten Gänsehautmomenten. Ihre EP ist nur der erste Vorgeschmack auf noch so vieles, was von der talentierten FLORA in Zukunft noch alles kommen wird. Mehr Info: https://treibenderteppichrecords.bandcamp.com/album/time-stops 

Future Franz 
Wäre die deutsche Musiklandschaft eine Bäckerei, bestünde die Auslage aus vielen harten, alten Broten: Selbst mit viel Butter nur schwer genießbar. Wenn Franz ein Brötchen wäre, dann ein Milchbrötchen. Handgemacht, süß und lieblich, aber auch ein Mutterinstinkt-weckender Anblick, zum sattwerden zu weich und so ganz verletzlich. Auch irgendwie schwer genießbar. Aber genug von Backwaren, reden wir über Musik: Seit seiner Hit-Single „Raucher“ schickt sich Future Franz an, der Popstar des kleinen Mannes zu werden. Er macht verträumte, poetisch auf den Punkt gebrachte drei Minuten Gitarren-Popsongs gemixt mit lockerem Indie-Sound, und strotzt dabei nur so vor Einfachheit, Humor und Ideenreichtum. 

Grup Huub Für Reggae zu schnell, für Rock zu viel Blech und für Ska zu abwechslungsreich… Diskutieren könnte man lange, über all die Musikrichtungen und Schubladen die Grup Huub bedient. Aber leider bleibt dafür absolut keine Zeit, denn wenn die fünf Jungs aus dem Dunstkreis von Kirchheim unter Teck auf die Bühne gehen, hat Bewegung oberste Priorität. Drums, Bass, Gitarre, Trompete und Posaune bringen selbst die übelsten Tanzmuffel aufs Parkett. Die aktuelle im Dezember 2021 veröffentlichte Platte trägt den Namen „Tanzlokal“ und behält neben allen musikalischen Experimenten eine altbewährte Sache bei: Beats die ballern! Nach mehreren gewonnenen Bandcontests im Gründungsjahr bewies sich Grup Huub in den Folgejahren durch Auftritte auf dem Chiemsee-Summer-Festival, der Brass Wiesn in München oder dem Windsurf-Worldcup auf Sylt auch außerhalb der Heimat. 

Günier Künier Güner Künier stammt aus der türkischen Hafenstadt Izmir, zieht Anfang der Neunziger mit ihrer Familie nach Norddeutschland, tauscht warmes Meer gegen steife Brise. Schon früh verliert sie sich in der Musik, widmet sich nach ihrem Studium voll ihrer Leidenschaft und zieht nach Berlin. In einem Interview mit der taz erzählt sie „Als ich anfing bewusst Musik zu hören, haben mir Bands wie Sonic Youth, Meat Puppets oder Hole gefallen, diese ganzen Achtziger- und Neunziger-Jahre-Sachen. Für eine junge Deutschtürkin war das damals eher ungewöhnlich. So eine wie mich gab es eigentlich gar nicht.“  Sie veröffentlicht Live-Videos, Musikclips, eine EP und gibt ein Konzert nach dem andern. Im Dezember 2022 bringt Künier ihr Debütalbum „A?k“ (türkisch für „Liebe“) heraus und legt dabei ihre Stimme über Old-School- und Industrial-Beats, begleitet von Lo-Fi-Gitarren und Synthesizersounds. Künier singt auf Englisch und Türkisch. 

Horizontaler Gentransfer, Bild Jan Hottmann

Horizontaler Gentransfer
Eine Wundertüte aus K-Pop und Experimental Art Pop, die Vorurteilen künstlerisch anspruchsvoll die Stirn bietet. Das alles ist die Band Horizontaler Gentransfer (HGT). Oder weniger kurz gesagt: eine Experimental Art Pop, K-Punk Band, die von sechs Künstlerinnen (Mizi Lee, Seonha Park, Jerry Ahn, Yun Park, Lilian Gonzalez, Hanseo Oh) mit Migrationshintergrund im Mai 2022 in Stuttgart initiiert wurde.  HGT hinterfragen nicht nur kulturelle Normen, sondern verarbeiten auch klare rassistische Angriffe in direktem Austausch mit den Zuhörer*innen. Dieser Transfer von Gefühlen und Erfahrungen an das Publikum ist die Horizontale bei HGT. Dabei werden die Charaktere der Künstlerinnen optisch durch selbstgemachte Kostüme ergänzt und lassen Spielraum für eine einzigartige Kunst-Performance. 

Jaakko Eino Kalevi 
Jaakko Eino Kalevi ist das, was passiert, wenn Synth-Pop, New Wave, Cosmic Jazz und Dub plötzlich aufeinanderprallen. Sein neuestes Album versteht der gebürtige Finne und Wahl- Athener als „Ansammlung von Liedern aus einem bestimmten Zeitraum, ohne den Versuch, sie zusammenzubinden“. Ein Doppelalbum aus elementarem Pop und barocker Elektronik, gespickt mit Melodien und Geheimnissen – das bisher wildeste Statement des Finnen. Denn durch Kalevis Musik fließen ganze Universen. Sie kann uns in Watte packen und ist in nächsten Moment doch wieder kühl und unnahbar. So umwerfend wie sein musikalischer Horizont sind auch die Gäste auf „Chaos Magic“: Es enthält musikalische Beiträge von der französischen Schauspielerin und Sängerin Alma Jodorowsky, Jimi Tenor, Faux Real, Yu-Ching Huang und John Moods.

Kochkraft durch KMA
„Influencerinnen hassen diesen Trick“: Deutschsprachiger Elektropunk, in Gestalt einer saftigen Ohrfeige serviert mit viel Energie, viel Liebe, viel Wut und ein bisschen Quatsch. Immer dem Kochkraft-Imperativ folgend: Sei kein Arsch! Kochkraft durch KMA haben mit ihrer Gründung das Genre „Neue Deutsche Kelle“ erfunden. Ein bisschen „Neue Deutsche Welle“, aber viel härter. In der Folge haben sie drei EPs und das Album „Endlich Läuse“ veröffentlicht, sich mit weit über 200 Konzerten die Finger und Kehlen wund gespielt und sich zurecht einen Ruf als 1a-Liveband verdient haben. Mit ihrem neuesten Album „Alle Kinder sind tot“ zeigt sich die Kochkraft konsequenter und politischer denn je. Diejenigen, die es gewagt haben, Kochkraft aus KMA als “Spaßband” zu bezeichnen, hat sie eines erschütternd Besseren belehrt und trotz all der Scheiße in der Welt den Spaß nicht verloren. Den Ernst aber auch nicht. 

LARIFARI (Kinderkonzert) Spitzt die Ohren, denn LARIFARI nehmen euch und eure Kinder mit auf eine abenteuerliche Reise. Die malerische Musik lädt Kinder ein, gemeinsam sie selbst zu sein. Ganz nach dem Motto „Innendrin ist jeder bunt“ liegt es LARIFARI am Herzen, Neugierde für unsere vielfältige Welt zu wecken. Mit einer erfrischenden Mischung von Indie-Pop bis Disko-Funk entdecken Klein und Groß gemeinsam die Welt der Fantasie. Die Botschaft, sich nicht klein reden zu lassen und nie den Mut zu verlieren, verpackt LARIFARI dabei in handgemachte Musik. Themen wie Diversität und Inklusion werden so nicht nur zum Anfassen, sondern auch zum Anhören kinderleicht gemacht. Dazu lässt die Kombination aus spaßigen Melodien und sanften Stimmen die Hüften schwingen. 2021 wurden die Berufsmusiker*innen mit dem „Gütesiegel für qualitative Kinderunterhaltung“ ausgezeichnet. 

Lea Graupner „Jeden Tag smile“ das ist das Motto der 23-jährigen Stuttgarterin Lea Graupner. Auch wenn es in ihren Liedern manchmal nicht danach klingt. Durchzogen von Liebeskummer, Zweifeln und Vermissen zeigt Lea, dass traurig sein okay ist und daraus immer was Schönes und Neues entstehen kann.

Lebanon Hanover 
Gibt es sie noch, die wahren Romantiker*innen in diesen zynisch-ernsten Zeiten? Die Schweizerin Larissa Iceglass und der Brite William Maybelline könnten die Antwort auf diese Frage sein. Mit ihrem Dark Wave-Bandprojekt Lebanon Hanover zeigen sie der entfremdeten Welt die eiskalte Schulter. Fasziniert von der Schönheit der Jugendstil-Ästhetik, den Küsten Großbritanniens, nächtlichen Wäldern und der Urbanität Berlins, kreiert dieses Duo einen pulsierenden Sound aus Synthies, tiefen Basslines und programmierten Rhythmen. Zart und doch eindringlich drängt der Gesang von Sängerin Larissa Iceglass ins Ohr und katapultiert die Zuhörer*innen an einen Ort irgendwo zwischen Nostalgie und Realität. Ein Schlupfloch aus dem Alltag. Eine Ode an die Traurigkeit. Damit beweisen Lebanon Hanover: „Sadness Is Rebellion.“ 

About Pop Acts 2024 – M bis R

Maeckes
„Es ist so simpel wie eins, zwei, drei vier.“ Maeckes ist einer der prägenden Rapper, Liedermacher und Musikneudenker unserer Zeit, hat schon im Juze gecyphered, hat eine Band (die Orsons) und eine Band (die Katastrophen) mit der er Festivals, Clubs und Hallen abgerissen hat und hat seine eigenen Opern inszeniert. Und dann erfindet er sich im Rahmen seiner fast schon legendären Gitarrenkonzerte immer wieder neu. Seit mehr als zehn Jahren schreibt Maeckes Songs – mal abgründig und mal albern, mal mega-meta und mal von ganz und gar entwaffnender Verletzlichkeit. Meistens ist seine Musik all das zur selben Zeit. Im März 2024 erscheint mit dem „gitarren album“ die Essenz aus über einer Dekade Maeckes. Songs wie kleine Theaterstücke, ein Album voller Überraschungen, Twists und Gänsehaut- Momenten. Natürlich gibt es auch wieder jede Menge Chancen, sich live von ihm begeistern zu lassen! 

Levin goes Lightliy

Levin goes lightly 
Nach jahrelanger Solo-Karriere bricht Levin Stadler mit dem Gewohnten. Mit dem Album „Nackt“ verwandelt er die Soloperformance von Levin goes lightly in ein kollaboratives Projekt und nutzt fortan die Irritationen und Doppeldeutigkeiten der deutschen Sprache. Sehnsucht nach Berührung, Ekstase, Nähe, Lärm. Levins im wahrsten Sinne blumige Metaphorik trifft auf unverhüllte Brutalität der frühen NDW-Bands mit ausladenden Gitarren, einprägsamen Bassläufen und teils lässigem, teils hektischem Schlagzeug – erzeugt von Thomas Zehnle (u.a. Wolf Mountains) und Paul Schwarz (u.a. Human Abfall). 

Maustetytöt
Maustetytöt bedeutet übersetzt: Spice Girls. Die zwei Schwestern Anna Karjalainen und Kaisa Karjalainen singen aber nicht von Girlpower, sondern vom Überfordertsein. Mit Ruhe hat ihre Musik nichts zu tun, sondern eher mit Therapie in Form einer eigenwilligen Kombination aus catchy Melodien, hyperrealistischen Lyrics und lakonischer Performance. Seit das finnische Duo aus den 2019 mit ihrer Debütsingle eine Punktladung vollbracht haben, sind sie mit aus den finnischen Charts nicht mehr wegzudenken. 2024 gehen sie endlich auf große Tour quer durch Europa. 

Melody La La
Weiche Vocals verbinden sich spielerisch mit Synthie-Layern, Gitarrenriffs und pumpenden Beats. Die Stuttgarter Band Melody La La komponiert Songs von ungreifbarer Schönheit und zeitloser Gültigkeit. Fragmente, scheinbar einem David Lynch Film entnommen, finden sich zusammen mit einem sicheren Gespür für gelungene Popmusik. Düster und dunkel, zerbrechlich und angreifbar wirken die Songs auf den ersten Eindruck. Aber so leicht machen es sich Melody La La nicht: Der über allem stehende künstlerische Ansatz der Band findet Platz in repetitiven Parts, geschmückt mit genrefremden Instrumenten wie Saxophon oder Kalimba. Sphärisch, treibend und poppig. Eine durch und durch interessante Band, vor allem fern von üblichen Mustern, die ohne Berührungsängste ihren ganz eigenen Soundtrack schafft. 

Nie Wieder
Nie Wieder Sexismus! So! Nie Wieder Faschismus! Und Nie Wieder Queerfeindlichkeit! Die Band „Nie Wieder“ aus Backnang setzt mit ihrer Musik klare politische Statements. Gegen Macker, verschwurbelte Montagsdemonstrant*innen und alles was sonst noch so den Kapitalismus vorantreibt oder Gewalt ausübt. Wie sie das anstellen? Kat, Phil, Matti und Benedict spielen schnellen tanzbaren Punk, manchmal etwas rau, dafür immer mit Herz und mit Vorliebe laut. Also, worauf wartet ihr? Zieht eure besten Pogoschuhe an, nehmt eure Lieblingsmenschen an die Hand und macht mit! 

Pat Burgener 
Pat Burgener ist olympischer Snowboarder und Singer-Songwriter aus der Schweiz. Das, was für ihn den Sport ausmacht – Kreativität und harte Arbeit – findet er auf gleiche Weise in der Musik. Inspiriert von Ben Howard, Matt Corby und Fleetwood Mac verwandelt Pat während einer verletzungsbedingten Sportpause seine Erlebnisse in gefühlvolle Songs. 2016 bringt ihn das zum Montreux Jazz Festival. Vier EPs und 12 Millionen Streams später veröffentlicht er 2023 sein Debütalbum voller pulsierendem, folkigen Pop und sonnigen Kompositionen. 

Peter The Human Boy
Peter B. Mathis aka Peter The Human Boy ist bekennender Slow Rocker und hegt eine hörbare Vorliebe für dreamy Slacker Gitarrenlines, nostalgische Texte, Vintage Synthesizer und nicht zuletzt DIY-Spirit. Das selbst produzierte Debütalbum „Goodbye Summer“ kam im Herbst 2019 als verträumter Mix aus Surf-Rock und Bedroom-Pop und verdeutlicht eindrucksvoll: Indie- Künstler*innen wie Mac DeMarco, Kevin Parker (Tame Impala), Natalie Mering (Weyes Blood) haben deutliche Spuren bei dem Multiinstrumentalisten hinterlassen. Mit Veröffentlichung des zweiten Albums im Mai 2022, öffnet Peter die Türen seiner Psyche etwas weiter als bisher. Stranger’s Life ist eine Suche nach Identität in einer sich wandelnden Welt, geprägt von schimmernden Synths, Motown ähnlichen Grooves und psychedelischen Gitarrenparts. Auf Tour quer durch Deutschland und Österreich bringt Peter seine Songs mit seinen Bandkolleg*innen Erika Schweighofer, Laura Keiblinger, Patrick Stieger und Jannik Rieß als experimentierfreudiges Quintett über die Bühne, das alles von Bob Dylan bis Britney Spears schon mal ins Set gemogelt hat. 

Puma Blue 
Minimalistische LoFi-Ästhetik kombiniert mit R’n’B und Elementen aus Jazz und HipHop – stets eingehüllt in den warmen Hauch seiner sanften Stimme. Hinter Puma Blue steckt der britische Multiinstrumentalist, Sänger und Produzent Jacob Allen. Während sein musikalischer Horizont irgendwo zwischen D’Angelo, Radiohead und John Frusciante liegt, befindet sich der Mittelpunkt seines Schaffens Tief in seinem Inneren. „Ich habe versucht, mit dem Tod Frieden zu schließen,“ sagt Puma Blue selbst über sein aktuelles Album „Holy Waters“. Mit dieser Platte begegnet er nicht nur persönlichen Herausforderungen, sondern wagt auch einen außergewöhnlich großen Schritt heraus aus dem Schlafzimmer hin zu einer großen Band-Produktion. 

Rosa Anschütz 
Welche Wege kann man einschlagen, um das auszudrücken, was in einem steckt? Die 26- jährige Singer-Songwriterin Rosa Anschütz verpackt ihre alltäglichen Beobachtungen und Fragen in poetisch-eindringliche Texte. Prosa, die dank Rosas unvergesslicher Stimme haftend bleibt. Mahnend, verfolgend, wabernd. Die völlig analoge Komposition des für den Winter 2024 angekündigten Albums „Interior“ verleiht ihrer Stimme die tragende Rolle auf einer Reise durch verschiedene Genres und Themen wie Herzschmerz, Familiendramen, Schönheit und Spiritualität. “I’ve been losing the faith to see”, singt die Künstlerin auf dem Track “By Gaining Many Somethings”. Eine melancholisch wärmende Suche zwischen Reflektion und Observation – im Innen und Außen. 

About Pop Acts 2024 – S bis W

Sharon

Sharon
Die israelische Rapperin schreibt und produziert ihre Songs mit größter Leidenschaft. Sharon wuchs in Pforzheim auf, vorwiegend mit Rap und R&B/Soul der Achtziger und Neunziger. Ihre Rapskills brillieren durch oldschool Vibes und große Leidenschaft für Hip Hop. Die 26-jährige Queer-Feministin steht für Empowerment, Authentizität und Selbstliebe. Mit bisher drei veröffentlichten EPs, einem Album und als Vorband für Sookee und Amewu, machte sich die junge MC mit ihrem eigenen Stil innerhalb der letzten fünf Jahren in der Untergrundszene einen Namen 

Sextile 
„Sextile sind „ready to rage“ auf der About Pop-Bühne. 2015 aus der Underground-Szene in Los Angeles entstiegen, weiß dieses Band-Powerhouse, was es bedeutet, das Publikum mitzureißen. Kein Wunder, immerhin geht ihr treibender Sound-Mix aus Post-Punk und elektronischem Rock steil nach vorne. Nach dem Release ihres Debütalbums und einer weiteren EP verabschiedeten sich Sextile nach dem tragischen Tod eines Bandmitgliedes im Oktober 2019 in eine Pause. 2023 beamen sie sich zurück an die Bildoberfläche. Ihr im September erschienenes Album “Push” wird seinem Namen gerecht. Dank der (noch) höheren BPM ist diese Platte ein echter Serotonin- Booster, der zwischen Dance Music, Gabber und Trans illuminiert. 

Soffie 
Begleitet von ausdrucksstarken Synthesizern, dynamischen Arrangements und perfekt getimten Chören verarbeitet die Sängerin und Produzentin Soffie in ihren selbst-ironischen und zynischen Texten die Bedeutung ihrer Rückenschmerzen, Mansplaining oder das große Rätsel der Selbstfindung. Ihre Single „Rosenkohl“ zum Beispiel behandelt sie bedrückende Gefühl, aus dem eigenen Zuhause herauszuwachsen – einem Gefühl, mit dem sich wohl die meisten mit Mitte 20 irgendwie identifizieren können. Beeinflusst von Stromae, Lorde und dem Leben selbst entstehen so komplexe Kompositionen rund um ihre bemerkenswerte Stimme. 

Sofie Royer 
Sofie Royer verleiht dem Begriff „Tausendsassa“ eine ganz neue Dimension. Es gibt fast keine künstlerische Disziplin, in der die Musikerin und Komponistin nicht unterwegs ist. Sie singt, schreibt und produziert ihre Tracks in Eigenregie, liebt die Lyrik, Reality-Fernsehen der frühen Achtzigerjahre, hegt eine Leidenschaft für mittelalterliche Aufführungen sowie Opern- und Balletttraditionen in ihrer Heimatstadt Wien. Der Titel ihres 2022 veröffentlichten Albums „Harlequin“ scheint all diese Einflüsse zu vereinen. Damit gelingt Sofie Royer eine ebenso theatralische wie musikalische Montage seltsamer Charaktere, volkstümlicher Schauplätze und geheimnisvoller Chronologien. 

STATION17, Foto TIM_BRUENING

Station 17 
Eigentlich wollten sie während des Lockdowns einfach mal wieder zusammen jammen – daraus entstanden ist das bereits elfte Album „Oui Bitte“ von Station 17. Ganz unverhofft, zwischen Pool und Forellenteich. Die Story dieses Bandprojekts beginnt 1988 in Hamburg. Abgeschottet von der Öffentlichkeit leben dort behinderte Menschen in Wohngruppen zusammen. In der Wohngruppe 17 entwickelt sich die Idee, gemeinsam mit nicht-behinderten Menschen Musik zu machen. Seit jeher umschiffen Station 17 in der immer wechselnden Besetzung gekonnt die starren Genre-Grenzen. Ihre musikalische Bandbreite reicht von Heavy Metal, Jazz über Rock, Electro und House bis zu Experimental-Kunst. 

Sweeping Promises
Lira Mondal brüllt uns bedrohlich eine schöne Zukunft entgegen. Caufield Schnug drischt ins Schlagzeug und manifestiert die frohe Botschaft in unseren Köpfen. Was die beiden als Sweeping Promises mit ihrem zweiten Album „Good Living Is Coming For You“ hinlegen, ist tosender Bedroom Punk, der uns tief in New Yorks Underground der frühen 2000er mitreißt. Nach ihrem 2019 aufgenommenen Debüt-Album „Hungry For A Way Out“, das unfreiwillig zum Soundtrack einer Pandemie wurde, positionieren sich Sweeping Promises mit ihrem zweiten Album zwischen der harten Attitüde der Dresden Dolls und der Unverfrorenheit der Yeah Yeah Yeahs. Die Dynamik des Duos ist dabei kein Zufall. Gegründet vor zehn Jahren in Arkansas aus einer Zufallsbegegnung heraus, proben sie seitdem unermüdlich, um Mondals wilde Energie in Stimme und Basspiel und Schnugs handwerkliche Finesse an Gitarre und Schlagzeug zu einem unverwechselbaren Sound zu verschmelzen. Immer in DIY-Manier versteht sich. 

Talya 
Die Singer-Songwriterin aus Stuttgart geht in ihren Liedern über reine Herzschmerzgeschichten hinaus und strebt danach, Hoffnung und Leichtigkeit zu vermitteln. Fern von Normen und Konventionen ist Talya mit ihren Songs und Texten ehrlich zu sich selbst und gibt dabei stimmgewaltig ihr Innerstes preis. Es geht um tiefe Gefühle, um Lernprozesse und um Empowerment. 

The KVB 
Musik so flüchtig wie ein düsterer Traum. Für ihren Sound vereint das britische Duo The KVB hallenden Shoegaze mit Psychedelic-Elementen und minimalistisch-elektronischer Produktion. Nicholas Wood und Kat Day erzeugen mit ihrer Musik eine ganz eigene Atmosphäre. „Dunkle Dinge haben mich schon immer fasziniert. So wie die düstere Seite der Popmusik.,“ sagt Wood mal in einem Interview. „Wir finden, unsere Musik besitzt etwas Filmisches. Das ist etwas, was wir in Zukunft noch mehr erforschen wollen“, fügt Day hinzu, die die musikalische Erfahrung um das visuelle Erlebnis erweitert: Album-Artwork und Videoprojektionen im Liverahmen stammen aus ihrer Feder. 

TYNA, Foto Christoph Eisenmenger

Tyna 
Ungeschminkte Texte und empowerndes Charisma, verbunden mit einer knackigen Portion Punkrock und NDW: Die Hamburger Band TYNA kombiniert wild Synthies mit harten Gitarren, Gangshouts und Pop-Hooks. Ihre Texte drehen sich dabei um brennend wichtige Themen wie Rassismus, mentale Gesundheit und Empowerment. Das alles ist nicht nur Show: Frontfrau Tina ist Co-Host des „Laut gegen Nazis“ Podcasts und engagiert sich in weiteren antifaschistischen Netzwerken. Auf Tour mit Szenegrößen wie ZSK oder Zebrahead haben sich TYNA einen Ruf als mitreißende Liveband erspielt und gewinnen mit viel Herzblut, Schweiß und Haltung Fans über Genregrenzen hinweg. 

Timbeau
Synth-Pop mit Flair und Fernweh nach dem nächsten Großstadttrip. Timbeau aus Süddeutschland haben ein Herz für Kitsch, Wahnsinn, Herzschmerz, Sonnenschein, Groove und Leichtigkeit. Frontmann Tim Bohner selbst verleiht der Musik von Timbeau am liebsten das Genre Japan City Pop. Klingt komisch, trifft aber den Nagel auf den Kopf. Die vierköpfige Band, bestehend aus Tim Bohner, Philipp Knoth (Schlagzeug), Hannes Scherf (Bass) und Florian Schirmer (Keyboard), verzaubert mit groovigen, leichtfüßigen Melodien die poetischen bis nachdenklichen Lyrics in einen satten sommerlich-fließenden Sound. 

UCHE YARA 
UCHE YARA als Newcomerin zu bezeichnen fühlt sich fast schon falsch an: Das österreichische Ausnahmetalent spielte bereits Live-Gigs für große Festivals und Bands wie Bilderbuch, Parcels und The Rolling Stones noch bevor sie ihren ersten Hit-Song „www she hot“ veröffentlichte – ein Indie Rock-Banger der mühelos zwischen Yves Tumor, Jean Dawson und anderen internationalen Größen mithalten kann. Festlegen will sich die Anfang 20-jährige Sängerin, Multiinstrumentalistin und Songwriterin nicht. Ihr musikalisches Spektrum reicht von Psychedelic Rock über Tango bis hin zu R&B-Groove und vielem mehr. Die tiefe, kraftvolle Stimme und ihre Präsenz auf der Bühne machen UCHE YARA zu einem hypnotisierenden Live-Act. 

Vague phonique 
vague phonique ist eine neue Darkwave Band aus Stuttgart. Das Trio aus Keyboards, Gitarre und Gesang wurde 2023 von Valerio (ehem. MILICENT & XTR Human), Katharina und Mathias (ehem. Pop-Büro Region Stuttgart | Im Römerkastell | Naststraße 11a | 70376 Stuttgart | 0711-22835-750 pop-info@region-stuttgart.de | www.popbuero.de XTR Human & The Serpentines) gegründet und spielt eine Mischung aus Darkwave, Postpunk und Synthpop. Bei vage phonique finden sich Elemente aus den 80ern genauso wie shoegazige Gitarren und abwechslungsreiche elektronische Beats, Sequenzer und Bässe. Für 2024 sind erste Konzerte sowie die Single „The Last Man“ inklusive Musikvideo geplant. 

Vide Obscur
Vide Obscur wurde in Köln von Julian Stetter, Künstler und Produzent elektronischer Musik, und Jakob Lebsanft, Produzent und Multiinstrumentalist, gegründet. Obwohl sie in ihren jeweiligen Genres sehr versiert sind und eine Menge bekannter Namen im Produzenten-Repertoire haben (C.A.R., Casey Spooner, Dumbo Tracks, Elisa Metz, Henry Lee, Keøma, Lord Folter, Magic Island, um nur einige zu nennen), bestand bei beiden der Drang, endlich etwas Greifbareres mit so wenig Mausklicks wie möglich zu schaffen. Die beiden begannen fünf Tage lang einen Haufen Instrumente aufzunehmen, ohne die geringste Ahnung zu haben, wohin die Musik gehen sollte. Dann schickten sie die Signale in wahrer Produzentenmanier durch eine Reihe von Geräten, mischten sie zu Soundscapes und arrangierten Songs. Heraus kam eine EP namens „1“, die Vocal-House-Loops, Progressive Rock, Grunge, 90ies-Post- Rock und auch einige Nuancen von Indie-Pop, Wave, R’n’B gekonnt aneinanderreiht. Klingt spannend? Ist noch viel mehr!

Wavvyboid, Foto Marius Sperlich

Wavvyboi
Mit zarten Pinselstrichen seiner Klangpalette versucht wavvyboi eine Leinwand der Emotionen zu malen. Einst ließ er von den Vinyls seines Vaters inspirieren – von Nirvana über Jimi Hendrix bis hin zu vielen legendären Rockgitarristen, bis er selbst zur Gitarre griff. Während er sich intensiv mit diesem Instrument auseinandersetzte, um herauszufinden, wie er seine Emotionalität in Musik übersetzen kann, entwickelte er seinen eigenen Stil. Inzwischen hat er seinen Platz zwischen Melancholie, Phantastik und 90ies Grunge gefunden. Passend, denn wavvyboi liebt die Tragik und den Pathos. Über sich selbst sagt der gebürtige Liechtensteiner, er sei ein „unruhiger Troubadour, bewaffnet mit einer schweren Gitarre, die ein kathartisches Gleichgewicht zu seiner Zerbrechlichkeit ermöglicht“. Wavvybois zarte Stimme ist der Hoffnungsschimmer in seinem sonst düsteren Sound. Ein Kontrast, der seit 2018 eine leidenschaftliche Fanbase um ihn schart und volle Konzertsäle garantiert. 

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