Rocketse: Aufs Maul

Cannibal Corpse
(Foto: Metal Blade Records)

Keine Ahnung, ob das jetzt schon NSFW ist oder nicht. Deswegen gibt’s das jüngste CANNIBAL CORPSE-Video zu „Kill Or Become“ auch lieber hier, nachm Sprung. „NSFW“ heißt nämlich grob übersetzt: Wenn der Chef dich während der Arbeitszeit dabei erwischt, kann es sein, dass Du keinen Chef mehr hast – aber halt auch keinen Job mehr. Cheffiger als „A Skeletal Domain“, die neue Platte von CANNIBAL CORPSE, wird heute allerdings eh nix mehr.

Das Quintett aus Buffallo geht mittlerweile ins 26. Betriebsjahr und noch immer spritzt an allen Ecken Blut und unfassbar kompromissloser Death Metal. Ich mag das. Und JA: textlich gesehen ist das natürlich gewaltverherrlichender Quatsch – so wie jeder handelsübliche Splatter-Film. Die Metaebene gibt’s da auch nur, wenn man sie wirklich will. Aber die Texte versteht auch nur der, der das wirklich will.

Witzigerweise wurden Cannibal Corpse durch eine Gastrolle bei „Ace Ventura“  und durch die Politikerin Christa Jenal erst richtig bekannt. Letztere schoss jahrelang und durchaus erfolgreich gegen das künstlerische Selbstverständnis der Band und erwirkte damit u.a. dass mehrere Platten, beziehungsweise Lieder der Band auf dem Index landeten. Funktionierte aber auch umgekehrt: bessere Promotion hatten Cannibal Corpse nie wieder. Mit dabei: REVOCATION und AEON.
Mittwoch, 5.11., Rockfabrik, Ludwigsburg, 19 Uhr

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=H1SsAqyoDGs[/youtube]

Kurz mal alle auf die Schenkel kloppen und dann “hoho“ roflen: „Drum & Bass“. BEEHOOVER aus Esslingen sind Schlagzeug und Bass, Gitarristen gibt’s keinen – dafür halt noch ein bisschen Gesang. Eine ziemlich gute Dreifaltigkeit, wenn man Doom, Stoner und Dröhnrock mag. Wenn nicht, dann bringt das alles natürlich nichts. Wenn’s nicht so doof klingen würde, könnte man jetzt noch sagen, dass BEEHOOVER mittlerweile eine ziemliche Hausnummer im Business sind. Aber wer will schon eine Hausnummer sein? Es kommt ja schließlich immer auf das Haus an.
Donnerstag, 6.11. Goldmark’s, Charlottenplatz, S-Mitte. 20 Uhr

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=GL3LVlDtoUY[/youtube]

Keine Ahnung, wo das herkam, SOLSTAFIR wahrscheinlich auch nicht. Aber der Hype um die Psychedelic-Dunkel-Folk-Blabla-Metaller ist gleichermaßen nachvollziehbar, wie auch bemerkenswert. Hoffentlich wird’s den Isländern von all der Liebe nicht schwindelig. Mir wird oft schwindelig, wenn ich versuche, die Texte von SOLSTAFIR zu verstehen. Mein Isländisch ist einfach eine Katastrophe, beziehungsweise fast so eingerostet, wie mein Fachwissen über Atomphysik oder Industriehydraulik. Manchmal habe ich auch Angst, SOLSTAFIR könnten uns verarschen und ziemlichen Quatsch singen. Das Konzert wurde nun auch logischerweise vom Zwölfzehn ins Universum verlegt. Support: OBSIDIAN KINGDOM.
Freitag, 7.11., Universum, Charlottenplatz, 20 Uhr

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=HsI3zQ09qdw[/youtube]

Kürzlich habe ich einen Nazi gesehen: Er trug die Nummer „88“ auf seiner Jogginghose und einen Kapuzenpulli, auf dem „Hardcore“ stand. Es sind genau die Momente, in denen ich an der Welt zweifle. Hätte er Freunde dabeigehabt, dann hätten sie mich wahrscheinlich gemeinsam tot geprügelt.

Genau deshalb freue ich mich über Bands wie EMPOWERMENT aus Stuttgart. Die ruppige Hardcore-Band ist gerade auf der „Linke Spießer Tour“. Wenn die „Hardcore“ sagen, dann meinen sie das genaue Gegenteil von dem Arschloch in der Jogginghose. Außerdem finde ich es super, dass Sänger Jogges mal Samstagmittags ins Stadion kam, „Guten Morgen!“ sagte und dann den Rest der ersten Halbzeit auf dem unbequemen Stadionsitz verpennte. Mit dabei: AYS aus Mönchengladbach, GWLT und LIONCITY.
Samstag, 8.11. Jugendhaus West, Bebelstraße 20, S-West. 20 Uhr

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