Lichterkette

So, nicht dass wieder heißt wir würden uns nur über Studenten lustig machen, ein Hinweis auf folgende Aktion heute Abend:

lichterkette_1

lichterkette_3

Join the Conversation

52 Comments

  1. says: Basey

    Lichterkette um 21.00 Uhr – wie gut dass es da noch hell ist – wäre ja auch dumm wenn es dunkel wäre, wie soll man denn da die Kerzen anbekommen wenn man nicht die Hand vor augen sieht?!

  2. says: tb1893

    naja,es ist immer leicht den schwachpunkt einer aktion auf teufel komm raus zu finden…!
    wieso herrscht hier eigentlich so ne anti-studenten und anti-geisteswissenschaftler-haltung…!

  3. says: Basey

    na der schwachpunkt springt einem ja geradezu in Auge 😉
    Nein du hast natürlich recht, man sollte sowas nicht generell als dämlich darstellen – allerdings muss man schon sagen, dass einige Forderungen der Studenten, schon sehr unüberlegt sind.
    Die Abschaffung der master und bachelorgänge zb. – da kann man teilweise nur den Kopf schütteln, bei allen Nachteilen, wie stellen die sich das den vor?
    Naja werd es mir heute abend abe wohl schon mal ansehen 🙂

  4. says: Sierra Sierra

    uuups! schon mal die wettervorhersage gecheckt? leichter regen und leichte böen. schützt eure kerzen! ansonsten bin ich inhaltlich – wenngleich nicht physisch – bei euch!

  5. says: tb1893

    @basey:
    naja,es lässt sich halt am besten auf plakate schreiben…!
    aber im grunde genommen geht es um eine restrukturierung dieser studiengänge.und wenn man gleich das maximale fordert erreicht man vielleicht nen teil davon.

  6. says: Jane

    @Basey: Es geht nicht um Streichung der Bachelor- und Masterstudiengänge, woher diese Information?

    „Uni Stuttgart mordet den Geist,
    um fit für die Zukunft zu sein

    – Zum Masterplan des Rektorats –

    Der Masterplan, den der Rektor am Donnerstag, den 4. Juni, der Öffentlichkeit vorgestellt hat, sieht vor, 10 geisteswissenschaftliche Professuren zu streichen –
    ziemlich genau die Hälfte aller geisteswissenschaftlichen Professuren (zusätzlich sollen uniweit weitere 14 Professuren gestrichen werden – darunter sechs in den
    Sozialwissenschaften).
    Der Masterplan soll die Uni »fit für die Zukunft« machen,
    damit sie bei der nächsten Exzellenzinitiative besser abschneidet.
    Hinter den Streichungsvorschlägen steckt kein ausgereiftes Konzept.
    Das wird schnell klar. Was die Streichung der 10 geisteswissenschaftlichen Professuren angeht,
    so liegen dem Masterplan drei Irrtümer zugrunde.

    Der erste Irrtum besteht darin, dass man glaubt, die Geisteswissenschaften
    »zurückfahren« zu können, ohne sie damit abzuschaffen. Doch:
    • Der Abbau der Geisteswissenschaften bedeutet das Ende der Geisteswissenschaften in Stuttgart.
    – Die Geisteswissenschaften sind schon so klein, kleiner geht es nicht.
    – Wer die Geisteswissenschaften auf techniknahe Fragen trimmen will (»Reflexion
    neuer Technologien«), nimmt ihnen den Charakter als Geisteswissenschaften.
    – Da wäre es konsequenter, die Universtität Stuttgart wieder als Technische Hochschule
    auszurufen.
    – Ein Detail am Rande: Laut Masterplan sollen sich die Geisteswissenschaften »mehr
    in Richtung Wissenkulturen« entwickeln. Doch diesen Schwerpunkt gibt es in
    Stuttgart in der Forschung bereits und ein darauf spezialisierter Studiengang ist
    bereits entwickelt worden.

    Der zweite Irrtum besteht darin, dass man glaubt, durch den Abbau der Geisteswissenschaften die Chancen bei der zweiten Runde der Exzellenzinitiative zu verbessern.
    • Durch den Abbau der Geisteswissenschaften verbessern sich die
    Chancen bei der Exzellenzinitiative II nicht.
    – Bei der ersten Runde der Exzellenzinitiative hat Stuttgart nicht sonderlich gut abgeschnitten.
    Das war ein Schock für die Universität – und dass dann auch noch
    ausgerechnet Karlsruhe, der badische Rivale, Elite geworden ist, empfand man als
    Schlag ins Gesicht.
    – Es war die fehlende Qualität der ingenieurwissenschaftlichen Kernbereiche, die für das eher mäßige Abschneiden bei der ersten Exzellenzinitiative verantwortlich war.
    Der einzige Vorschlag für ein Exzellenzcluster mit wesentlicher Beteiligung der Geistes- und Sozialwissenschaften wurde vom Rektorat nicht ins Rennen geschickt.
    – Die ingenieurwissenschaftlichen Kernbereiche werden nicht besser, wenn es die Geisteswissenschaften in Stuttgart nicht mehr gibt. (Es wird niemand im Ernst behaupten wollen, dass die Geisteswissenschaften die Neuausrichtung der Ingenieurwissenschaften behindern.)

    Der dritte Irrtum besteht darin, dass man das Potenzial, das die Geisteswissenschaften
    für eine primär technisch orientierte Universität darstellt, unterschätzt.
    • Durch den Abbau der Geisteswissenschaften verspielt die Universität
    möglicherweise eine echte Zukunftschance.
    – Die Geisteswissenschaften in Stuttgart sind in einer recht guten Verfassung: (i) dies
    wurde der Fakultät in einer externen Evaluation vor nicht sehr langer Zeit bestätigt;
    (ii) die Fakultät hat sich in den letzten Jahren stark verjüngt, engagierte und erfolgreiche Professorinnen und Professoren mit internationalem Renommee konnten für die frei gewordenen Stellen gefunden werden; (iii) die Chancen für interdisziplinäre
    Forschungen mit Beteiligung der Geisteswissenschaften standen noch nie so gut; (iv) die Geistes- und die Sozialwissenschaften gehörten zu den ersten, die in Stuttgart die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge vorgenommen haben – an
    Interessierten für ein geisteswissenschaftliches Studium in Stuttgart fehlt es nicht; (v) die Verbindung zu kulturellen wie Bildungseinrichtungen im Großraum Stuttgart,
    zu Verlagen und der Stadt Stuttgart sind exzellent; (vi) mit der Zeit sollte sich die gute Verfassung auch in den Rankings niederschlagen, die bisher nicht berauschend
    waren.
    – Die Geisteswissenschaften haben zusammen mit den Sozialwissenschaften das
    Potenzial, eine innovative Verbindung zur ingenieur- und naturwissenschaftlichen Forschung zu schaffen – dies wäre ein Baustein für ein exzellentes Zukunftskonzept,
    mit dem die Universität gerade in der Konkurrenz mit anderen technisch orientierten Universitäten punkten könnte. Diese Chance verspielt man allerdings, wenn man die Geistes- und Sozialwissenschaften in der geplanten Weise zusammenstreicht.
    Die Streichungsvorschläge sind aus der Not und der puren Verzweiflung geboren, irgendwo die Stellen herzubekommen, die man für die geplanten Exzellenzcluster braucht – ein nachvollziehbares Konzept liegt ihnen nicht zugrunde. Die Geistesund Sozialwissenschaften betrachtet man als die Bereiche, wo der Widerstand gegen die Streichung von Professuren am geringsten ist.
    Tun wir alles, damit dies ein
    vierter Irrtum wird.

    7. Juni o9

    Jürgen Pafel
    Institut für Linguistik
    Universität Stuttgart“

  7. says: Thorsten W.

    Wunderschön. Ich finde die Frage von tb1893 wurde trefflich von Jane beantwortet.

    Hey Leute (hier: Studenten), was geht eigentlich? Wen wollt Ihr erreichen mit so einer schmucken Lichterkette? Legitim finde ich es, wenn Ihr damit in die Medien wollt und somit (vermeintlich) Druck auf die Politik ausüben. Wunderbar.

    Aber wollt Ihr etwa Unterstützung in der Gesellschaft bzw. vom arbeitenden Volk? Dann kommt mal runter! „Lichterkette für die Kultur in Stuttgart“ Meint Ihr, dass eine Verkäuferin im Schlecker oder ein Arbeiter bei Daimler am Band damit was anfangen kann?

    Für die ist das Bild von Studenten doch so: Sich 5-7 Jahre lang nen lockeren machen, dafür noch Kohle vom Staat bekommen (Bafög) und danach nen coolen Job mit dicker Kohle.

    Und Ihr meint, mit so einer Aktion könnt Ihr diese Leute erreichen? Ich hoffe nicht.

    Das erinnert mich irgendwie dran, also vor ein paar Jahren, als unter Schröder die Arbeitslosigkeit einen Rekordstand erreicht hatte und die IG Metall ernsthaft für die 35-Stunden-Woche demonstriert hat. Und dann haben sie sich gewundert, warum das alle doof finden.

  8. says: Jane

    Ähm, ich gehöre nicht zur Lichterkettenfraktion 🙂

    Mir gings nur darum nochmal kurz dran zu erinnern, worum es zur Zeit an der Uni Stuttgart geht.

    Aber lasse ich in Zukunft wohl besser bleiben.

  9. says: JoeJoe

    Also mit Aussagen von wegen es gäbe hier eine Haltung gegen Studenten beweist man sich nicht gerade als „Geistes“- Wissenschaftler. Wenn man mit solchem Argwohn und solcher Rhetorik an andere herantritt sollte man es wirklich besser lassen !

    Ich kann Thorsten nur zustimmen. „…für die Kultur in Stuttgart“ halte ich für etwas arg hochgegriffen. Die Leute haben wohl gerade andere Probleme als ein paar Professuren die zusammengestrichen werden und deren Studenten neben für ihre Bildung zudem auch noch für die Arbeitsplätze ihrer ach so armen Professoren kämpfen.
    Ich frage mich auch, wem das vermittelbar sein soll ?

    Selbstverständlich stimmt dieses Bild doch größtenteils.
    Man macht sich ein schönes Leben, lernt vor den Klausuren und hat danach womöglich noch ’nen Topjob. Und wehe, man muß dafür noch lächerliche Studiengebühren zahlen im Vergleich zu anderen Ländern. Dann gibt’s gleich ein riesen Geheule.
    Sorry, aber vielleicht ist Geisteswissenschaft zugänglicher für Außenstehende, wenn man mal in der Realität dieses Landes ankommt ! Da wird’s auch mal für Euch Zeit.
    Wie soll ich das der Schlecker-Verkäuferin vermitteln, die 750 Euro netto verdient und nebenbei noch Euer Studium mitfinanziert ?
    Schon arg vermessen der Gedanke…

    Was Bafög betrifft: Wer bekommt den Bafög ?
    Der Grundgedanke Kindern von einkommensschwachen Eltern den Zugang zur Bildung zu ermöglichen ist doch statistisch gesehen vollkommen gescheitert. Das trifft einfach nicht zu. Alleine schon aus dem Umstand heraus, das diese Kinder gar nicht studieren wollen. Man bleibt statistisch gesehen auf seinem Niveau.
    Bafög kriegen zum Großteil die, deren Eltern ’nen guten Steuerberater haben oder eben nichts zustande bringen. Das verhält sich wie früher als es noch Schulbuch-Gutscheine gab.
    Das Modell ist doch absolut daneben. Makaber gesagt wird der Einzelne dafür bestraft, daß seine Eltern keine Loser waren. Entweder sie müssen fast assi sein, um es zu bekommen oder vor dem Finanzamt wenig verdienen. Riesen Lachnummer !

    Ja, ich habe Verständnis für Euch. Aber Euer Anliegen ist momentan vollkommen deplatziert. Vielleicht tut ihr Euch mit den Leuten der Kitas zusammen, die gerade nichts besseres zu tun haben, als jungen Eltern deren Arbeitsplätze zu gefährden.
    Hier kommt das wohl net so gut an.

    Und ja, ich habe studiert. Habe meinen Studiengang gewechselt weil Sachen zusammengestrichen wurden oder geändert. Aber ich hab‘ da nicht rumgejammert sondern meinen Arsch in die Hände genommen und bin den schwierigeren und kostspieligeren Weg gegangen, weil ich mein Leben lang nicht alles hinterrein gepfiffen bekam. Ich habe auch kein schlechtes Gewissen, weil ich einen Haufen Steuer abgedrückt habe für meine Tätigkeiten. Und gearbeitet, um mir das Studium zu finanzieren. Komisch, das ging auch und ich lebe immer noch…wie kommt ???

    Vielleicht sollte man mal mehr Seminare anbieten zur Realität in diesem Lande und zur Realität des Lebens 🙂

  10. says: Sierra Sierra

    @ joejoe: hoppla da biste aber gewaltig kurz gesprungen. sicher, ich stimme mit dir überein, dass das paper das anliegen der studenten nicht rüberbringt. zweifelsohne suchen sie sich auch das falsche podium aus! aber: deine gepflegten vorurteile über studenten im allgemeinen und geisteswissenschaftler im detail sind gewiss aus der ferne gewachsen, oder?! die wenigsten der geisteswissenschaftler finden „fette“ und „fett bezahlte“ jobs, meist kommt ein okay bezahlter job im dienstleistungssektor dabei heraus (online-redakteur, projektleiter, konzeptioner, bibliothekar, archivar, rechercheur und, und, und).

    ask me, aks thorsten und wen noch alles!

    niemand hat zu keinem zeitpunkt davon gesprochen, dass man es, wie du, nicht pragmatisch lösen kann, aber ein einspruch sei eben erlaubt. und selbstmitleid und motivationsmangel entnehme ich dem blauen pamphlet nicht gerade. was wäre denn die alternative: stillhalten, umgucken, weiter machen und die unileitung gewähren lassen?. ähem! ÄHEM! es ist wie bei daimler, conti/schaeffler, arcandor, opel – am ende baden die kleinen die fehler der management-ebenen aus! gerne mit staatsgeldern! und das sind wessen steuern? meine, aber auch deine! ich finde es also durchaus richtig die neue strategie (sofern es eine ist!) der unileitung zu hinterfragen

    und nun zu den kitas: es besteht seit geraumer zeit ein gesetzliche verpflichtung für länder und kommunen prinzipiell für jedes kind einen kita-platz bereitzustellen. so weit so schön. das versucht man in BW „pragmatisch“ zu lösen:

    mehr plätze, aber genauso viel, oder besser wenig, personal wie bislang. dazu kommt, dass kita-betreuung in vielen fällen gerne mal auch eltern-betreuung werden kann und dann potenzieren sich die ohnehin schon gestiegenen anforderungen an ein gerade so vernünftig ausgebildetes und unterbezahltes und zeitlich ausgelastetes personal.

    und um die problem dann noch zu potenzieren, werden auf kommunale ebene gerade echt fiese spielchen gespielt, um ja nicht frühzeitig außerhalb alter budgetgrenzen zur kassen gebeten zu werden: kompetenzgerangel, desinformation, ämterpolonaise!

    und entscheiden tuns eben genau die leute, denen es finanziell ohnhin relativ gleichgültig ist, bzw. deren kinder längst aus dem kita + schulalter raus sind. so, und genau die entscheider hätten dann womöglich doch lieber die kommunal finanzierte umgehungstrasse um ihr wohngebiet und S21 ja sowieso! wer ist also nun schuld am kita-streik? ich nehme an die kinder selber? 😉 die hätten sich ja auch ne bessere zeit zum auf die welt kommen aussuchen können. 😉

  11. says: julia

    ich finde man kann über lichterketten nicht urteilen, wenn man sie nicht persönlich kennt.

    die lichterkette in stuggi ist eine super lichterkette, die ich schon mehrere male gesehn habe und sie auch persönlich kenne.

    nennt mir mal ne lichterkette, bei der busse von frankfurt nach stuttgart fahren mit 70 mann, nur für die lichterkette.

    meiner meinung ist das purer neid. das ist aber typisch für deutschland.

  12. says: julia

    ich hab während der arbeit nicht mal die zeit, diese langen texte zu lesen… gebe aber gerne kurz und knackig dumme kommentare 😉

  13. says: kutmaster

    Kinder, nehmt wasserdichte Taschenlampen, Regenjacken und festes Schuhwerk mit!

    Bei so einem Wetter zeigt sich wie weit das eigene politische Engagement geht. Wenns weiter so regnet prognostiziere ich 20 Leute die da mitmachen 🙂

  14. says: June

    Ich verstehe das ganze Gerede von wegen: „Sich 5-7 Jahre lang nen lockeren machen, dafür noch Kohle vom Staat bekommen (Bafög) und danach nen coolen Job mit dicker Kohle.“

    Wer sowas denkt, der soll doch bitte erst mal studieren, wenn es ach so einfach ist und man sowieso das ganze Geld vom Staat bekommt…

    Warum studiert dann bitte nicht die Mehrheit der Bevölkerung?

    Leute, überlegt doch mal bevor ihr solche allgemeinen Vorurteile schreibt und dann noch Anerkennung dafür erwartet.

    Top-Antwort von Sierra Sierra darauf.

    Und wer meint, dass Akademiker nicht zu einem verbesserten Kulturklima beitragen und somit das Anliegen der Studenten nichts mit Kultur zu tun hat, der soll hier bitte schreiben, wer sich denn dann für Kultur interessiert?
    Die „Arbeiter“ (die sich selbst so betiteln) wohl kaum, sonst würden sie nicht so negativ und neidisch über Aktionen wie diese urteilen.

  15. says: JoeJoe

    Ich wüsste nicht, wo ich da gewaltig kurz gesprungen bin…
    Wie war das mit „es ist immer leicht den schwachpunkt einer aktion auf teufel komm raus zu finden…!“ 🙂
    Mir ist durchaus bewusst, daß Geisteswissenschaftler nicht alle zwangsläufig „fette“ Jobs bekommen. Siehe auch die Wortwahl „womöglich“
    Nur muß man sich wiederum die Frage stellen, wer denn diese Jobs finanziert in einer hochsubventionierten Kulturwelt ? Wohl zu einem großen Teil wieder die Allgemeinheit. Die Frau vom Schlecker…
    Oper, Theater, Galerien…was da steht…alle hochsubventioniert.
    Ob es sinnvoll ist, Fächer zu studieren, die einem später kein gutes Auskommen ermöglichen, ist jedem selbst dahingestellt. Wie man zu der Ansicht kommt, meine „Vorurteile“ wären aus der Ferne gewachsen, bleibt angesichts meines Textes auch mal dahingestellt. Ich sage nur mit einer negativen Grundeinstellung gegenüber den Teilnehmer dieses Blogs, wie ich sie hier vorfinde, beweist man nicht gerade „Geistes“-wissenschaft. Es hat nichts mit „Geist“ zu tun, wenn man verurteilt, daß hier Leute nicht sofort „Hurra“ schreien und nicht auch diese Aktion hinterfragen. Das was ich mir selbst eingestehe, sollte ich auch anderen eingestehen können !
    Wiederum meine Meinung: Wer bulgarische Balistik studiert darf sich danach auch nicht wundern, keinen adäquaten Job zu bekommen 🙂 Die okay bezahlten Jobs sind noch um Welten besser als die der Verkäuferin, welche die Lichterkette betrachtet. Und die hat weniger in ihrem Leben von unserem Staat bekommen, da bin ich mir vollkommen sicher.

    Sierra Sierra ist nebenbei für mich eigentlich Stefan Strauss 🙂

    Klar ist ein Einspruch erlaubt. Ihn aber unter dem Schleier der Kultur in Stuttgart auszutragen finde ich persönlich schon arg hochgegriffen. Selbstverständlich kann man die Strategie der Unileitung hinterfragen und man sollte es auch. Aber das kulturelle Leben in Stuttgart sehe ich persönlich dadurch noch lange nicht so arg gefährdet.
    Und mal ehrlich: Das Studium heisst nicht umsonst „die schönste Zeit des Lebens“. Viele merken das erst danach. Die Freiheiten mal montags auszuschlafen oder unter der Woche mal auf ’ne fette Uniparty zu gehen. Spricht ja nichts dagegen. Aber wer in einem Job kann sich das noch erlauben ? Also…
    Kohle vom Staat bekommen die Wenigsten fürs Studium. Dafür aber einen relativ preiswerten Studienplatz an einer Hochschule.

    Warum die Mehrheit der Bevölkerung nicht studiert ?
    Das sind viele Faktoren wie z.b. die Rentabilität im Vergleich zu einem „normalen Berufsleben“. Nicht nur alleine weil man es sich momentan nicht leisten kann. Sollten etwa alle studieren ? Wohl eher nicht, oder ?
    Meine Meinung: Klar gibt es viele Fälle in denen es schade ist, daß jemand nicht studieren kann. Aber wiederum gibt es auch Möglichkeiten selbst dafür etwas zu tun. Ich bin der Letzte, der nicht jemanden beneidet der Tag und Nacht dafür schuftet. Ein vollkommen kostenfreies Studium mit staatlicher Unterstützung ist heutzutage jedoch nicht mehr machbar.

    Und mit Verlaub: Die These, das sich „Arbeiter“ „wohl kaum“ für Kultur interessieren, ist wohl das vermessenste Vorurteil, das ich in dieser Diskussion vorfinden kann !!! Keine Ahnung, wie man zu so einer Aussage kommen kann. Das ist wohl wieder eine überhebliche Betrachtung seiner eigenen Umwelt fernab jeden Realitätssinnes.
    Pfft….und das soll etwa „Geisteswissenschaft“ sein ?
    Wo bleibt der „Geist“ bei einem solchen Vorurteil ?
    Immer schön die Vorurteile der Allgemeinheit gegenüber Studenten füttern, prima. Mal runter vom hohen Roß, meine Lieben ! So kann Euch echt keiner mehr ernstnehmen.
    Man schämt sich ja fast, selbst Akademiker zu sein 🙂

  16. says: Wasilis

    @ JoeJoe:

    „Ein vollkommen kostenfreies Studium mit staatlicher Unterstützung ist heutzutage jedoch nicht mehr machbar.“

    Es sollte meiner Meinung machbar sein, 500 € pro Semester sind sehr viel !!!

    Ich würde lieber meine Steuergelder ausgeben dass es machbar ist anstatt die selbstgemachten wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Arcandor & Co. zu lösen !!!

  17. says: Sierra Sierra

    btw: danke @ martin, dass er den flyer gepostet hat, denn auch das thema ist’n kesselthema und die diskussion auch hier zu führen zu können, gefällt mir gut. so gesehen haben die studies auch uns erreicht. wenngleich wir deren thema ganz anders betrachtet haben.

    und wer fakten zum eigentlichen thema des flyers, nämlich unifinanzen und streichung von professur- und angestelltenstellen, haben will, liest heute die STZ. autsch!

    und jetzt geh ich zum ASTA und biete denen ne gut dotierte beratertätigkeit für protestkommunikation an. von irgendetwas muss der geisteswissenschaftler ja leben…! 😀

  18. says: Thorsten W.

    Oh Mann, meine Kommentare werden auch nicht richtig gelesen – dabei sind sie nicht mal so lang wie die von JoeJoe 😉

    „Leute, überlegt doch mal bevor ihr solche allgemeinen Vorurteile schreibt und dann noch Anerkennung dafür erwartet.“

    Ich hab geschrieben, dass es in einem Teil der Bevölkerung genau diese Vorurteile gibt. Und Du willst dann also der Schlecker-Verkäuferin mit Hauptschulabschluss sagen, sie soll erst mal selber studieren, bevor sie mitreden kann? Bravo! Mit dieser Einstellung bekommt Ihr bestimmt ganz viel Unterstützung im Proletariat.

    Ich bin übrigens sozusagen ein Musterbeispiel: Ich komme aus einer Nicht-Bildungsbürgertum bzw. Nicht-Akademiker-Familie, habe einen geisteswissenschaftlichen Studiengang belegt und hab Bafög bekommen (sogar aus dem Grund, aus dem es erfunden wurde).

    Das Studium hab ich allerdings abgebrochen und hab lieber gleich gearbeitet, inzwischen kann ich ganz gut davon leben, das Studium hat mir dafür aber nix gebracht. Jetzt zahl ich halt brav mein Bafög zurück und kann dann guten Gewissens sagen, dass ich keinem was schulde.

  19. says: Basey

    wow, das entartet ja geradezu, also dass mit der abschaffung der master und bachelor Studiengänge ist an einigen Unis derzeit eine Forderung wie ich gelesen hab, nebst anderen zum teil seltsam abstrußen Forderungen (ich teile durchaus andere Forderungen, aber eben nicht die lächerlichen). Ich rede ja nicht nur vom Kessel – sondern auch von anderen Städten…

    Thema Bafög – ich bekomm im Monat 10 Öre, das grenzt an Verarschung – ich hab immerhin 4 (VIER) Geschwister und mein Vater ist definitiv KEIN Besserverdiener^^ – Bafögsystem megafail – dazukommt, dass die leute vom Amt seeeehr dumm sind und bis zu 4 Monate brauchen um einen Antrag zu bearbeiten – schreibt mir wenn es ne Bafög-Lichterkette gibt. Ich bring ne Kiste MagLites mit. Die ganz Großen aber!

    Naja ich denke das Thema Bafög is langsam eh ausgelutscht. Es ist wie es ist – man kommt ja doch fast immer irgendwie an Geld 😉

  20. says: Sierra Sierra

    @ martin: jepp, der artikel!
    @ basey: guter einfall, maglite-lichterkette, verkauf ich denen vom ASTA gleich in meiner neuen beraterfunktion…! 😀
    @ thorsten: ja da hast du wohl recht, jeder schlägt sich zwar mit vergleichbaren problemen rum, schaut aber zunächst mal nur auf sich…! studenten sind halt arme schweine, allen voran die geisteswissenschaftler. keiner will sie! die schlecker-verkäuferin nicht, der bauarbeiter nicht, die krankenschwester nicht (die wollen gleich nen arzt!!! 😉 ) und joejoe auch nicht! 😉
    und zu guter, oder schlechterletzt können die nicht mal nen plakativen protest aufziehen…! 😉
    voll verloren, die armen! 😉

  21. says: Sierra Sierra

    @ sheherada: ach mensch…! es ist wie meine frühere chefredakteurin schon immer sagte: ironie in print oder online rüberbringen ist sehr schwer…! 🙂
    ich geh dann mal wieder zu meinen neuen ASTA-freunden! 😀

  22. says: sheherada

    😀
    ja stimmt, ich bin aber auch echt besonders schlecht in digitalerironieverifizierung; )
    Kann aber auch an anderen Kommentaren hier gelegen haben, bei denen die verzweifelte Suche nach Ironie auf Granit schlug….

    Alta, der Countdown der Bearbeitungszeit ist ja deluxe:)

  23. says: Sierra Sierra

    wirklich schlimm finde ich, wie anonymous aufm STZ-thread richtig anmerkt, dass leibinger und ressel hier ne politische verschleierungskampagne betreiben und das – zum glück – nicht gut machen! womit wir wieder bei strategien der unileitung wären. kommt mir alles recht unprofessionell vor! ob die proteste etwas bringen wird sich zeigen. jedenfalls toi, toi, toi!

  24. says: Thorsten W.

    Um mal zur Ausgangssituation zurück zu kommen: Es gibt oben gezeigten Handzettel, der meiner (und anderer) Meinung nach nicht viel taugt, das Anliegen der Studenten einer Mehrheit in der arbeitenden Bevölkerung nahezubringen.

    Als Gegenargumente bzw. Rechtfertigung gab es bisher:
    – Einen Roman von Jane
    – Die Aussage „die meckern sollen erst mal selber studieren“ von June
    – Die Aussage dass man nicht plakativ sein will von sheherada

    Also ein Protest, der nicht plakativ sein will, den man erst mal erklären muss und bei dem die anderen, die’s nicht betrifft, egal sind – na dann viel Erfolg.

  25. says: Sierra Sierra

    aber ums mal aufn punkt zu bringen: wie sind uns alle darüber einig, ausser sheherada vielleicht ;-), dass der flyer es eben nicht auf den oder die relevanten punkte bringt.

    richtig?!

    gut! 🙂

    dann können wir jetzt ja lustig weiter diskutieren…!

  26. says: Jane

    Ey nee nee. Mein Roman man…

    Noch ein hübsches Zitat:
    „Polemiken müssen sein, zumal in der Zeitung, die ja ihren Lesern Unterhaltung schuldet. Wenn da zwei sich streiten, freuen sich Tausende.“

  27. says: Basey

    also mein einziger ernst gemeinter Einwand war einfach, dass ich es um die Uhrzeit zu hell finde 😛
    aber gut, lassen wir das^^

Leave a comment
Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert