Stellwerk S – Stuttgart im Modell

Anfang des Jahres (und immer noch sehenswert) schaute man gerne der New Yorkerin Fran Lebowitz auf Netflix dabei zu, wie sie durch ein riesiges New Yorker Stadtmodell flaniert wie son Joe Bauer und man dachte sich, wie geil wäre so etwas von Stuttgart?

Gibt’s! Zwar nicht zum Durchlaufen und mit Fokus auf HBF-Area, aber diese 200 Quadratmeter gro√üe Anlage von Wolfgang Frey ist nat√ľrlich trotzdem krass, vor allem wenn man bedenkt, dass der 2012 verstorbene Frey daran alleine 30 Jahre lang herumgebastelt hat. Pretend It’s a Bahnhof.

Seit einigen Wochen ist das Großwerk erneut in aller Munde. Hinweise auf allen Kanälen, kennt ihr schon, wisst ihr das, jaaaaaaaaaaa schon mal davon gehört. Das liegt auch daran, dass im Zuge des Metropolkino-Dramas die Verlegung der Anlage von aktuell Herrenberg nach Stuttgart in den Raum geworfen wurde. Und

SWR РEisenbahn-Romantik hat das Stellwerk S im Herbst 2018 besucht und porträtiert. Mehr zur Geschichte der Anlage im YT-Text unten.

HP Stellwerk S

Unter dem Motto ‚ÄěGro√üstadt im Kleinformat‚Äú hat Wolfgang Frey vier Quadratkilometer Stuttgart in Spur N (1:160) ma√üstabsgetreu nachgebaut. Fast 30 Jahre lang hat der gelernte Eisenbahner in seiner Freizeit an diesem Mammutprojekt gearbeitet bis er 2012 pl√∂tzlich gestorben ist. Seitdem darbte die rund 200 Quadratmeter gro√üe Modellbahnanlage in einem Stuttgarter Kellergeschoss vor sich hin und verrottete langsam.

Der √Ėffentlichkeit war sie nie zug√§nglich und so entstanden im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Legenden um diese einzigartige Nachbildung einer Gro√üstadt. Die Anlage zeigt ein St√ľck Stuttgarter Stadt- und Architekturgeschichte. So ist beispielsweise im Modell noch der alte G√ľterbahnhof zu sehen, wo heute Bankgeb√§ude, eine Bibliothek und ein Einkaufszentrum mit Wohnturm die Stadt-Silhouette pr√§gen.

Wer wissen will, wie der Stuttgarter Hauptbahnhof einst aussah, auf Freys Anlage ist der Bonatz-Bau noch komplett mit Nord- und S√ľdfl√ľgel erhalten. Eigentlich geh√∂rt die Modellbahn ins Museum, doch Stadt und Deutsche Bahn hatten kein Interesse daran.

Als Retter in der Not kaufte der Herrenberger Eisenbahnfreund Rainer Braun die Modellbahn und lie√ü einen Gro√üteil davon von Mitgliedern des Modelleisenbahnclubs Herrenberg wieder aufbauen. Der Wiederaufbau ist noch lange nicht abgeschlossen, aber die Stuttgarter City steht schon wieder und kann in den neuen R√§umen in Herrenberg erstmals √∂ffentlich besichtigt werden. Der Besuch des Modells gleicht einer Zeitreise durch Stuttgart und einer Museumsvisite ‚Äď Stuttgart im Modell ist ein Kunstwerk, das nun unweit des Herrenberger Bahnhofs endlich eine neue Heimat gefunden hat.

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