Eine Woche im März 2020

Schnapschuß, nach dem Verlassen der Schräglage, 8. März, 4:15 Uhr

Was dagegen ziemlich sicher war, und das schon länger, mein Plan für die Woche nach dem 7. März. Denn, da gleich vier DJ-Dates (sehr ungewöhnlich, normal sind es ein bis selten drei Termine pro Woche) im Kalender standen, nämlich….

Mittwoch, 11.3. – Eröffnung VfB Clubrestaurant (ab sofort unter der Ägide der Schräglage) 
Donnerstag, 12.3. – Schankstelle
Freitag, 13.3. – People
Samstag, 14.3. – Climax (Climax ist nur einmal im Jahr oder noch weniger) 

…habe ich mir selbst eine Woche Urlaub vom Büro und von meinem Freelancer-Alltag gegeben.

Und auch deswegen, weil Dinge anstanden, die man dann eigentlich WÄHREND eines Lockdowns tut: Die Wohnung streichen. Zumindest große Teile davon. Baumarktliebe, lieb‘s einfach für immer, extra Farben anrühren lassen (Influencer-grau und altrosa waren es glaub). 

Pandemie Cancel Culture Cannstatt: No VfB Restaurant Opening am 11. März 2020

Jedenfalls haben wir ab Montag, 9. März gestrichen, ein, zwei, drei Maleranzüge vom Gebi vollgeschwitzt, außerdem bin ich im Bad von der Leiter geflogen, Fast-Genickbruch an der Kloschüssel schlägt Virus, check, sehr knapp war’s. Übrigens kämpften Mitte/Ende Februar einige gute Freunde von meiner Frau und mir eine mit einer sehr heftigen, mehrtägig bettlägerigen Grippe (“ICH GLAUBE DA HATTE ICH ES.”)

Am Dienstagabend ringte tatsächlich in leichter (und auf gar keinen Fall hoffnungsvoller) Erwartung die Bell, Schräglage-Armen war am Apparat: „Du, es tut mir echt leid, aber wir lassen das morgen mit der Eröffnung vom Clubrestaurant. Wir sagen das Event ab, einfach zu heikel gerade. Holen wir aber im Mai oder so nach, WENN DIE SACHE WIEDER VORBEI IST.“ Ob er das mit DIESER SACHE so gesagt oder ich gerade dazu dichte – wahrscheinlich eher letzteres. 

„Armen, yo, gaaaar kein Problem, habe ich mir eh schon fast gedacht, alles cool für mich!“ (…dabei die imaginäre Gage im Monat Mai aufs Konto verbuchend). Die Malerarbeiten konnten ohne Stress beendet und der Malerfeierabend am Mittwoch entspannt auf der Couch verbracht werden. Denn: Es stehen ja noch DREI (!) DJ-Gigs an diese Woche! 

Wobei entspannt relativ ist: Ich persönlich war (wohl) (noch) gechillt, aber ich vernahm in meinem Umfeld, gerade natürlich aus der Gastronomie, eine zunehmende Anspannung, zurecht freilich, denn DIESE GANZE SACHE war jetzt richtig da, die NACHRICHTENLAGE fiebrig inklusive einer starken Steigerungskurve (es wurden Events über 1000 Personen untersagt, man soll im Bus nur noch hinten einsteigen usw.)

So wurde ich an jenem Mittwoch, 11. März vom Kowalski (sowohl mein Resident-Club als auch mein Kunde im Bereich Texter/Social Media) gebeten, einen Text für Facebook/Instagram vorzubereiten, dass ab sofort mehr Desinfektionsspender aufgehängt werden, extra Toilettenpersonal engagiert wurde, die Gläser keimfrei in der Maschine gespült werden und so weiter. Gerne, wenn ich die Wand fertig gestrichen habe. 

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