Neue Stadtbahn-Haltestelle Staatsgalerie

Open now: Die neue Haltestelle Staatsgalerie. Musste wegen dem berĂŒhmtesten Bahnhof des gesamten Universums um drei Meter höher und 30 Meter westlicher gelegt werden. Die alte Haltestelle wurde 1972 eingeweiht (was man der alten Stop ja deutlich angesehen hat).

Und nach der Einweihung am Wochenende (leider ohne Hells Bells wie damals beim Fassi) wundern sich so manche Stuttgarter*innen: SEHR viel Beton aber! Die SSB verspricht: Ja okay, nÀchstes Mal nehmen wir wieder Stroh.

Warum die Haltestelle so aussieht wie sie aussieht steht unten. Kurzform: Soll mit dem neuen Bahnhof eine Einheit bilden in den Punkten Material, OberflĂ€che und Farbe (“ganzheitliches Gestaltungskonzept”). Die Haltestelle Staatsgalerie kommt wie der S21 Bahnhof vom ArchitekturbĂŒro Ingenhoven. Wie man das wiederum alles findet – schreibts in die Drukis wie damals 2010. BTW startet am 23. September die Ausstellung “Schwarzer Donnerstag” im StadtPalais.

Und ob die neue StaGa-Haltestelle zeigt, “dass der ÖPNV Teil unserer Stadt und unserer Stadtgesellschaft ist“ wie OB Kuhn meint, weil sie so “offen und einladend” ist, ich weiß es nicht, in der noch aktuellen Baustellen-Surrounding. Wird man wohl auch erst richtig wahrnehmen wenn mal alles fertig ist.

Fertig ist zwar die Haltestelle Staatsgalerie, aber es gilt immer noch der Fahrplan “Netz 2018” mit Umleitungen und geĂ€nderten LinienfĂŒhrungen im Stadtbahnverkehr. Die neuen Stadtbahntunnel zwischen Staatsgalerie und Hauptbahnhof sind noch nicht gebaut. “Bis die neuen Tunnel gebaut sind und das Stadtbahnnetz der SSB wieder ergĂ€nzt ist, dauert es voraussichtlich bis Ende des Jahres 2023.”

Mehr Infos zur neuen Haltestelle, der Architektur und dem Bau unten.

 Neue Stadtbahn-Haltestelle Staatsgalerie geht in Betrieb – OB Kuhn: „Diese neue Haltestelle zeigt, dass der ÖPNV Teil unserer Stadt und unserer Stadtgesellschaft ist“ 

Die neue Stadtbahn-Haltestelle Staatsgalerie wird am frĂŒhen Samstagmorgen, 12. September, in Betrieb gehen. Sie liegt um drei Meter höher und 30 Meter westlicher als die bisherige Station, die sie ersetzt. FĂŒr den Umbau entfallen rund 100 Millionen Euro aus dem Stuttgart 21-Finanzierungstopf. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) hat die neue Station in den vergangenen Tagen an die Gleise der Strecke zwischen Neckartor und Charlottenplatz angeschlossen. 

OberbĂŒrgermeister und SSB-Aufsichtsratsvorsitzender Fritz Kuhn, SSB-Vorstandssprecher Thomas Moser, Christoph Ingenhoven, Architekt der Haltestelle und des kĂŒnftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs, und Michael Pradel, Leiter Rohbau und Ausbau beim Bahnprojekt Stuttgart-Ulm, haben am Freitag, 11. September, die neue Haltestelle anlĂ€sslich einer Pressekonferenz vorgestellt. 

SSB-Vorstandssprecher Moser sagte zur BegrĂŒĂŸung: „Die SSB baut seit 2014 an dieser Folgemaßnahme aus Stuttgart 21 und wir freuen uns, auch diesen Meilenstein nun erreicht zu haben. Jetzt fehlen noch die rund 370 Meter Stadtbahntunnel zwischen der verlegten Haltestelle Staatsgalerie und dem Hauptbahnhof. Dann steht den Stuttgarterinnen und Stuttgartern das Stadtbahnnetz wieder in voller Funktion zur VerfĂŒgung. Das wird nach jetzigem Stand Ende 2023 so sein.“ 

OberbĂŒrgermeister Fritz Kuhn betonte: „Die neue Haltestelle strahlt Transparenz aus, sie ist offen und einladend. Sie zeigt, dass der ÖPNV Teil unserer Stadt und unserer Stadtgesellschaft ist.“ Eingebettet in das Großprojekt S21 werde die Verbundenheit von Nah- und Fernverkehr signalisiert, so der OB. Zu S21 sagte er: „Dieses Projekt ist verkehrlich und stĂ€dtebaulich zu sehen. FĂŒr die Stadtplanung eröffnet das ganz neue Möglichkeiten.“ 

Zum Schluss sprach der OB noch seinen Dank aus: „Ich danke allen Beteiligten, die an dieser eindrucksvollen Baustelle mitgewirkt haben. Die Baustellensituation im Zentrum Stuttgarts zwischen Individualverkehr, Bus- und Stadtbahnbetrieb, dem Schloßgarten und den Bauabschnitten des zukĂŒnftigen Hauptbahnhofes war sehr komplex und herausfordernd. Das war eine kooperative und logistische Meisterleistung.“ 

Der Architekt Christoph Ingenhoven hat die Haltestelle Staatsgalerie im Zuge der Gestaltung des neuen Tiefbahnhofs in Stuttgart entworfen. Er sagte: „In der Haltestelle sind bereits viele Grundgedanken des neuen Hauptbahnhofs im Hinblick auf seine rĂ€umlichen und materiellen QualitĂ€ten enthalten. Die neue, enge VerknĂŒpfung von Nah- und Fernverkehr wird zu einem Pilotprojekt fĂŒr die Verkehrswende in Deutschland. Ich glaube, dass es in Zukunft weltweit viele interessante unterirdische oder halb unterirdische Verkehrsprojekte geben wird wie hier in Stuttgart.“ 

Bauherr der Haltestelle Staatsgalerie ist die SSB. UnterstĂŒtzt wurde sie vom Tiefbauamt der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Verlegung der Haltestelle Staatsgalerie ist eine Folgemaßnahme von Stuttgart 21 und fĂ€llt daher auch in die Finanzierung dieses Projekts. 

Michael Pradel sagte: „Wir freuen uns sehr ĂŒber die erste Inbetriebnahme im Zuge von Stuttgart 21. Die neue Haltestelle ist ein großer Gewinn fĂŒr die FahrgĂ€ste und fĂŒrs Stadtbild. Die eindrucksvolle Architektur von Christoph Ingenhoven weckt Vorfreude auf den großen Bahnhof, den wir nebenan bauen. Da die alte Haltestelle nun nicht mehr gebraucht wird, können wir jetzt voller Elan den letzten von 25 Bauabschnitten fĂŒr den kĂŒnftigen Hauptbahnhof angehen. An der noch unterbrochenen Tunnelverbindung fĂŒr die Stadtbahn zum Arnulf-Klett-Platz arbeiten wir bereits mit Volldampf, damit wir möglichst bald die nĂ€chste Inbetriebnahme im Kontext von Stuttgart 21 feiern können.“ 

Die verlegte Haltestelle liegt vorerst weiterhin mitten im S21-Baufeld. Die ZugĂ€nge sind daher provisorisch angelegt. Über den Wullesteg, zwei neue ebenerdige FußgĂ€ngerĂŒberwege am Gebhard-MĂŒller-Platz ĂŒber die Schillerstraße sowie Willy-Brandt-Straße und eine barrierefreie Rampe aus dem mittleren Schloßgarten kann die Haltestelle gut erreicht werden. Wenn die AufzĂŒge in rund zwei Wochen in Betrieb gehen, sind beide Bahnsteige barrierefrei zugĂ€nglich.

Weitere Informationen zum Bau der Haltestelle 

Die alte Haltestelle Staatsgalerie war am 9. Mai 1972 im Zuge des zweiten Bauabschnitts des unterirdischen Schienennetzes eröffnet worden. Es umfasst die Strecke Charlottenplatz – Rampe Stöckach. Im Herbst 2014 erfolgten die ersten Leitungsverlegungsmaßnahmen fĂŒr den Bau der neuen Haltestelle. Dann mussten die ehemalige GaststĂ€tte und erste SSB-BetriebsrĂ€ume abgerissen werden, bevor flĂ€chendeckend mit den GrĂŒndungsarbeiten fĂŒr die neuen Tunnel und die Haltestelle begonnen werden konnte. Zur Schaffung der jeweiligen Baufelder mussten in der Bundesstraße B14 (Willy-Brandt-Straße) und am Gebhard-MĂŒller-Platz mehrere VerkehrszustĂ€nde hergestellt und eingerichtet werden. 

Eine Besonderheit war die Inselbaustelle in der Bundesstraße B14 auf Höhe des Innenministeriums und des Hotels, in deren Baugrube der Anschluss des neuen Tunnels an den bestehenden Stadtbahntunnel in Richtung Neckartor hergestellt werden musste. Das AufsĂ€gen und Entfernen einer Tunnelwand bei laufendem Stadtbahnbetrieb war eine der besonderen Herausforderungen im Rahmen dieser Folgemaßnahme, die erfolgreich bewĂ€ltigt wurde. 

Die Bauzeit war und ist geprĂ€gt von ihren Schnittstellen zum Bauablauf des Tiefbahnhofs in der Bauherrschaft der Deutsche Bahn Projekt Stuttgart-Ulm (DB PSU). So musste deren Bauabschnitt 22 vorab hergestellt werden, bevor die betreffenden Tunnelblöcke der Stadtbahntrasse direkt darauf gebaut werden konnten. 

Die grĂ¶ĂŸte Herausforderung war die Herstellung des Schalendachs auf der neuen Haltestelle. Das gesamtheitliche Gestaltungskonzept vom ArchitekturbĂŒro Ingenhoven sah vor, dass die neue Haltestelle Staatsgalerie und der Fernbahnhof in Material, OberflĂ€che und Farbe identisch sind.

Die neue Haltestelle ist ĂŒber eine LĂ€nge von ca. 120 Metern und eine Breite von ca. 30 Metern als massiver Baukörper ausgebildet, wobei jeder Betonierabschnitt und jede Schalhautfuge exakt ĂŒber ein 3-D-Modell vorgegeben waren. Die Herstellung der gekrĂŒmmten WandflĂ€chen war besonders anspruchsvoll, denn diese erforderten Sonderanfertigungen der Schalungen und den Einbau vorgebogener, mehrlagiger Bewehrungseisen. Neben dem aufwendigen Rohbau waren aber auch noch zahlreiche Gewerke fĂŒr den Haltestellenausbau, Gleisbau, Elektrotechnik, technische GebĂ€udeausstattung, Fahrtreppen, AufzĂŒge, etc. notwendig. 

Die Überschneidung der bestehenden SSB- und der neuen DB-Trasse um circa drei Meter ist der Auslöser fĂŒr Errichtung der neuen Haltestelle Staatsgalerie. Jetzt, wo die neue, verlagerte Haltestelle fertig ist, hat die alte Haltestelle ausgedient. Sie kann fĂŒr den Bauabschnitt 23 der DB weichen, der wiederum erst einen gewissen Baufortschritt erreichen muss, bevor die letzten Stadtbahntunnelblöcke fĂŒr die Verbindung Staatsgalerie-Hauptbahnhof in diesem Bereich hergestellt werden können. In den kommenden Monaten wird folglich weitergearbeitet und zunĂ€chst in der alten Haltestelle auch sehr viel rĂŒckgebaut und abgebrochen. 

Derzeit fĂ€hrt die SSB noch das sogenannte „Netz 2018“ mit Umleitungen und geĂ€nderten LinienfĂŒhrungen im Stadtbahnverkehr. Grund dafĂŒr ist, dass die Stadtbahntunnel zwischen der Haltestelle Staatsgalerie und dem Hauptbahnhof noch nicht gebaut sind. Die ehemals vorhandenen Tunnel mussten ebenfalls fĂŒr den Bau von Stuttgart 21 weichen. Bis die neuen Tunnel gebaut sind und das Stadtbahnnetz der SSB wieder ergĂ€nzt ist, dauert es voraussichtlich bis Ende des Jahres 2023. Die neuen Tunnel fĂŒr die Verbindung der neuen Haltestelle Staatsgalerie und Charlottenplatz sind bereits erstellt worden, wĂ€hrend die SSB das „Netz 2016“ mit gekappter Verbindung zum Charlottenplatz bediente. 

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