Einfach mal geben

Unsere Gastautorin Aycin Akbay hat bereits schon ĂĽber ihren Alltag als Lehrerin berichtet und ĂĽber zweisprachige Erziehung. In ihrem neuen Beitrag geht’s um das Thema Spenden und was man ĂĽberhaupt braucht und was nicht.

Was braucht sie denn? Hat er einen Wunsch geäußert? Was schenken wir ihr?

Noch ein Geburtstag steht an. Noch eine WhatsApp Gruppe, noch ein irres Geld sammeln am Arbeitsplatz, überweisen hin und her… Wer kennt sie nicht, diese Situation?

Ein weiterer Gutschein, eine weitere Vase, die wir irgendwann entsorgen werden. Ein Monat vergeht, der nächste Geburtstag steht an, der nächste Gutschein und das nächste Duschgel, das in den Abfluss fließt.

Brauchen wir wirklich all diese Dinge? Ich brauche nichts. Du brauchst auch nichts.

Warum also nicht sinnvoll schenken, das Gefühl der Solidarität schenken? Warum keine Spendenaktion an Geburtstagen starten? Warum nicht sammeln, geben und verzichten?

Das Spenden wirkt oft wie ein Tabuthema. Wieviel man spendet ist selbstverständlich etwas Persönliches und ist der Bescheidenheit willen nicht Gegenstand an dem Stammtisch.

Aber: Wohin? Wie? Welche Aktionen gibt es? – hier schweigen wir.

Ist es das schlechte Gewissen, das uns erinnert, man könnte eigentlich mehr oder überhaupt? Ist es die Scham, die uns erinnert, dieselben Sneakers in grau gekauft zu haben, weil wir sie in weiß nicht mehr sehen können?

Oder ist es die Stimme auf der anderen Seite, die uns verhindert. Weil wir sparen mĂĽssen fĂĽr… FĂĽr?…. FĂĽr das Ăśberleben oder weil wir schon wieder etwas brauchen? Eines ist klar: das Jahr 2020 lehrt uns Solidarität, das bewusster werden – das Jahr der Demut.

Diese Gedanken folgen. Anlässe zum Spenden suchen und finden. Mutig sein, darüber sprechen und schreiben. An einem Geburtstag, an einer Feier, an einem Stammtisch. Die Gesundheit, die Freiheit schätzen.

Freude und Zeit schenken. Und damit glĂĽcklich sein. Und genug sein. Eine Feier mit dem genĂĽgsamen GefĂĽhl, mit einer einzigen Sonnenblume und einer mit Scheinen gefĂĽllten Dosen auf dem Tisch.

Mit dem Glanz von Wirksamkeit und Zufriedenheit in den Augen der mitwirkenden Mitmenschen. Während wir die weißen Sneakers tragen, denn die grauen braucht keiner.

Ich brauche sie nicht. Du auch nicht.

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