Champagner für alle: Mineralbad Berg wieder geöffnet

“Auf der Haut prickelt es wie Champagner.” Also das Bad Bergische Mineralwasser, prickelnd seit 1856, danke Friedrich Neuner. Ein Satz geht durch Deutschland. OB Kuhn ist auf Abschiedstour und checkt noch verschiedene Dinge ab, u.a. nach vierjähriger Sanierungszeit das Mineralbad Berg, das am kommenden Montag, 5. Oktober für die Bade-Öffentlichkeit aka Bergianer wieder eröffnet (Zeitfenster muss vorab gebucht werden).

Und noch ein Kuhnscher: „Bergianer zu sein, ist eine Lebensphilosophie.” Unsere Berg-Philosophie lautete bislang: “Ich war noch nie im Bad Berg.” Also nicht alle von uns waren noch nie nicht im Bad Berg, die Nina war z.B. sehr gerne dort und hat dem “Neuner” 2016 einen (emotionalen) Renovierungsabschiedstext gewidmet, ein kleines Symbolstück der weit verbreiteten Bad-Berg-Fankultur.

Der Erhalt aka Generalsanierung dieser Lebensphilosophie hat circa 34 Millionen Euro gekostet und bis auf die Außengastro wurde das komplette Bad saniert (beide Gebäudeflügel) bzw. neugebaut (Bewegungsbad und Außenbecken. Aufgrund diverser Komplikationen, die erst während den Sanierungsarbeiten auftraten, hat es den Zeitplan zerhauen und die Fertigstellung verzögerte sich, siehe Details in der PM unten.

Zum Restart ab 5. Oktober können in Corona-Zeiten drei Zeitfenster gebucht werden (9 bis 13 Uhr, 13:30 bis 17:30 Uhr und 18 bis 22 Uhr). Der Eintritt beträgt 8 Euro (6,40 Euro ermässigt). Die Saunen bleiben zunächst geschlossen, werden aber zukünftig, wie schon zuvor, geschlechtergetrennt betrieben.

P.S.: KTV-Shirts “Ich war noch nie im Bad Berg”

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PM Stadt Stuttgart

Sanierung des Mineralbads Berg ist abgeschlossen – Öffentlicher Bäderbetrieb startet am 5. Oktober – OB Kuhn: „Bergianer zu sein, ist eine Lebensphilosophie“ 

In den vergangenen vier Jahren ist das Mineralbad Berg komplett saniert worden. Die Arbeiten sind nun abgeschlossen. Am 5. Oktober eröffnet das Bad wieder. Zum Abschluss der Sanierung haben sich Oberbürgermeister Fritz Kuhn und der Technische Bürgermeister Dirk Thürnau mit weiteren geladenen Gästen am Freitag, 18. September, ein Bild von dem „neuen“ Mineralbad Berg gemacht. 

OB Fritz Kuhn lobte bei dem Termin die Stadt Stuttgart als „Mineralwasserstadt“: „44 Millionen Liter sprudeln hier täglich aus dem Boden, 19 Mineralquellen haben wir. Darauf können wir, kann die Bürgerschaft zurecht stolz sein.“ Das älteste Bad der Stadt sei das Mineralbad Berg, so der OB weiter. Kuhn: „Die Heilwirkung des Berg-Wassers ist vielfach untersucht und gepriesen worden. Auf der Haut prickelt es wie Champagner.“ 

Der OB führte weiter aus: „Bergianer zu sein, ist eine Lebensphilosophie. Wildes Toben und Planschen gibt es hier nicht. Stattdessen wird hier auf gediegene Weise geschwommen und das Wasser genossen. Diese starke Identität des Bad Berg hat sich über die Jahrzehnte nicht verändert.“ 

Technik-Bürgermeister Dirk Thürnau wies auf das Alleinstellungsmerkmal des Mineralbads Berg hin: „Das große Außenbecken ist eine Besonderheit und mit einem Bergsee vergleichbar. Dieses Becken enthält ausschließlich naturbelassenes, stark kohlensäurehaltiges Heilwasser. Aufgrund der hohen Quellschüttung von rund 50 Liter pro Sekunde wird es im Durchflussverfahren betrieben und muss nicht gechlort werden.“

Thürnau beschrieb die Herausforderungen während der Sanierung: „Wegen des Zustands der Bausubstanz musste eine Vielzahl der Stützen und Träger vollständig erneuert werden. Der Schutz der sechs Heilwasserquellen, die während der Bauzeit weiterhin ungehindert abfließen mussten, verursachte ebenfalls einen hohen baulichen und Überwachungsaufwand. Außerdem waren wir mit unerwarteten Entwicklungen konfrontiert: Die Schäden an der West- und Südquelle wurden erst während der Baumaßnahme festgestellt und mussten behoben werden.“ 

Der Geschäftsführer der Stuttgarter Bäder, Alexander Albrand, lud die Gäste zu einem kräftigen Schluck quellfrischen Mineralwassers aus den neuen Trinkbrunnen ein und sagte: „Ich freue mich, dass wir bei der Sanierung den Trinkbrunnen hier im Außenbereich nach oben auf Höhe der Badeplatte bringen konnten, wodurch er barrierefrei und für alle Gäste gut zugänglich wurde.“ 

Bei einem Rundgang erläuterte der Geschäftsführer des durchführenden Architekturbüros 4a Architekten, Matthias Burkart, dass der einmalige und prägende Retro-Charakter der 1950er-Jahre beibehalten wurde und viele Details mit Wiedererkennungswert erhalten blieben. 

Über 160-jährige Geschichte: Anziehungspunkt für Adelige und Heimaturlauber 
Das Mineralbad Berg ist am 29. Juni 1856 von Friedrich Neuner unter dem Namen „Stuttgarter Mineral-Bad bei Berg“ eröffnet worden. Nachdem sich das Berg lange in privatem Besitz befand, wurde die Landeshauptstadt Stuttgart im Jubiläumsjahr 2006 – das Bad existierte da bereits 150 Jahre – alleinige Eigentümerin des drei Hektar großen Geländes. Während seiner über 160-jährigen Geschichte war es nicht nur Anziehungspunkt für Adelige und die württembergische Königsfamilie, sondern auch für zahlreiche Prominente, Künstler oder all diejenigen, die in den 1950er- und 1960er-Jahren nicht nach Italien fuhren und einen Ersatz-Urlaubsort suchten. 

Badebetrieb ab 5. Oktober unter Corona-Bedingungen 
Ab 5. Oktober ist das Mineralbad Berg von Montag bis Sonntag zu je drei Zeitfenstern geöffnet. Das erste Zeitfenster geht von 9 bis 13 Uhr, das zweite von 13.30 bis 17.30 Uhr und das dritte von 18 bis 22 Uhr. Der normale Einzeleintritt kostet pro vierstündigem Zeitfenster 8 Euro bzw. ermäßigt 6,40 Euro. Die Saunen bleiben erst einmal geschlossen. Tickets sind bis zu drei Tage im Voraus unter www.stuttgarterbaeder.de/e-ticket oder alternativ an der Badekasse – während des Zeitfensters und sofern noch verfügbar – erhältlich. An der Badekasse werden die gewohnten Zahlungsmöglichkeiten angeboten. 

Erreichbar ist das Mineralbad Berg mit den Stadtbahnlinien U1, U2 und U14 bis Haltestelle Mineralbäder. Die Adresse lautet Mineralbad Berg, Am Schwanenplatz 9, 70190 Stuttgart. Telefonisch ist das Bad unter der Nummer 0711/216-99890 zu erreichen. Weitere Infos gibt es unter www.stuttgarterbaeder.de/mineralbadberg. 

Hintergründe zur Generalsanierung 
Der Gemeinderat hat am 21. Juli 2016 dem Baubeschluss zur Generalsanierung zugestimmt. Mit den Sanierungsarbeiten wurde Ende September 2016 begonnen. Die Gesamtkosten des Projekts Generalsanierung Mineralbad Berg belaufen sich auf ca. 34 Millionen Euro. Die Generalsanierung sah eine vollumfängliche Sanierung der beiden Gebäudeflügel und einen Neubau des Bewegungsbades sowie des Außenbeckens vor.

Die Sanierung umfasste, mit Ausnahme der Außengastronomie, alle Betriebsteile des Bads. Durch Rampen im Eingangsbereich sowie drei Aufzugsanlagen können alle Bereiche des Mineralbads barrierefrei erreicht werden. Die Saunaanlage im Obergeschoss wird wie bisher geschlechtergetrennt betrieben. Es stehen je zwei Schwitzkabinen sowie Ruhe- und Aufenthaltsflächen zur Verfügung. Das Foyer im Erdgeschoss wurde umgestaltet und eine attraktive Nass-und Trockengastronomie geschaffen. 

Während der Baumaßnahme wurden Schäden an der West- und Südquelle festgestellt. Zum Schutz der Heilwasserquellen mussten die Schäden umgehend mittels einer Komplettsanierung der Westquelle und im Fall der Südquelle durch eine Neubohrung beseitigt werden. Des Weiteren musste der Neubau des Außenbeckens wegen natürlicher Quellwasseraustritte während der Maßnahme gestoppt und umgeplant werden. Die dadurch verursachten Störungen im Gesamtablaufplan verzögerten am Ende die Fertigstellung der Generalsanierung. 

5 Comments

  • Axel sagt:

    “Mit Öffnung des Mineralbad Berg am 5.Oktober startet auch die Umsetzung der Punkte-Sammelkarten-Aktion.
    Bis einschließlich 16. November 2020 können Sie täglich von 11:00 bis 19:30 Uhr Ihre Punkte-Sammelkarte mit den treu erschwommenen Punkten am Kassenhäuschen des Freibadzugangs abgeben.”

    Wieviel Klebepunkte habt ihr denn so in eurem Sammelbüchlein ? Ich bin Quellen King 100 mal im Leuze gewesen d.h. 2 Monate Bad Berg for free ! War auch einfach in 4 Jahren ….
    und ein kleines Töpfchen mit Vergissmeinnicht Samen zum selberpflanzen gabs auch am letzten Tag ! Nette Idee

  • Kenny dope sagt:

    Ich lasse im Berg och meinen Vergissmeinnicht Samen. Leuze ist schwierig wegen der vielen Hinterlader und des wohlstandsverwahrlosten gammelfleischs. Mich würgt es immer hart. Bitte alles schließen.

  • Herr Cut sagt:

    Auf was beziehst du das Wort Hinterllader?

  • s'Horschdle sagt:

    Hinterlader?
    Sind heute eben andere Jungs im Sprudelbecken als früher.
    Ich denke da an den ehemaligen Dauergast des Leuzes – Ex-VfB-Torwarttrainer „Goalie Rücker“.
    Bekannt auch als „Leuze Tarzan“ (wegen seiner knappen Leopardenslips). Dem war das Wasser nie zu kalt. Er saß u. a. auch bei Minusgraden in Shorts auf der Trainerbank. Man munkelt MV’s angetraute soll beeindruckt gewesen sein.

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.vfb-in-moskau-krimsekt-dusche-mit-waldi-page1.0bb28f71-dcd4-4ca3-a188-834ef936d8e2.html

  • Sirup sagt:

    Kleiner Tipp @Kenny, gegen den Würgereiz, du musst ihn unterdrücken
    Oder nichtmehr hingehen

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