Von Pferdehof zu Pferdehof. InstaRide nach Kirchheim/T.

Deutschlands größter Pädagogen-Blog hat Hausis für Euch: Rekonstruiere meine Fahrrad-Strecke von Degerloch nach Kirchheim/Teck alleine aufgrund der paar Fotos, die ich geknipst habe. Begründe deinen Lösungsweg.

Mit dem Rad nach Kirchheim/Teck war weniger eine Radtour als eine Dienstfahrt. Das Bike musste zur Inspektion. Und der supernette Händler Passione Bici hat dort nun mal seinen Firmensitz. Reimi und die Bikes-and-Boards-Bande mögen mir verzeihen – oder die Heidelberger Radschmiede Coboc ins Sortiment aufnehmen, eins von beidem.

(Zu verschenken – Wendlingen Edition. PayPal & ApplePay ok.)

Zwei Erkenntnisse habe ich mitgebracht – erstens: Beim InstaBiken macht man gar nicht so viele Bilder, weil man ziemlich mit fahrradfahren beschäftigt ist. Zweitens: als ich nachmittags wieder daheim war, dachte ich: der Hund war ja schon voll viel draussen heute. Dabei war’s nur das Herrchen.

Es ging von Kläranlage zu Kläranlage, wenn man zum Pessimismus neigt. Oder von Pferdehof zu Pferdehof, wenn einem die Sonne ins Herz und aus dem Po scheint. Die von Komoot vorgeschlagene Strecke führte durch so viel Grün und Wald und an Fluss und Bach entlang, dass es eine Freude war.

Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass es genau zwei Arten von Pferdemädchen gibt? Die Netten, die die Haare offen tragen und sich über jeden freuen, der außer ihnen auch Pferde mag. Und die Zicken (Haare zum Zopf), die finden, dass außer ihnen und ihrer besten Freundin Jenny überhaupt gar niemand anders Pferde mögen, geschweige denn reiten darf. Die sind es auch, die dich wegscheuchen, wenn du zu viel auf ihr Pferd guckst, so wie hier am Hofgut Bodelsboden.

Bin das erste Mal mit Navi Rad gefahren. Aber nur mit Navistimme ohne -screen. Weil ich irgendwie nicht bereit war, mir für viel Gadget-Geld so eine Telefon-an-den-Lenker-Klemme zu kaufen. Am Ende womöglich auch noch beim Gravis (29,99).

(Sieht aus, wie der traurige Versuch, in jeden Beitrag den Anker-Sponsor Ensinger einzubauen. War in Wahrheit aber die einzige Sehenswürdigkeit in Köngen.)

Stimmgelenkt ging aber ganz gut. Außer, dass die Frau von Komoot das Wort Weg wie in wegwerfen ausspricht. Nach 400 Metern dem Weck folgen.

Es ging dann über viel Feldweck, viel Radweck und nur ganz wenig Strassenweck. Eine sehr schöne Route. Nur in Köngen wurde es kompliziert. Ein Satz, den der ein oder andere wahrscheinlich aus der Paartherapie kennt.

Ein großes Shoutout an dieser Stelle an unseren Blogger-Buddy Buzze vom Vertikalpass. Der – wenn man Instagram und Twitter glaubt – gerade jeden Tag mit dem Rad unzählige Kilometer frisst. Ganz viel Respekt. Zum einen, weil er inzwischen ein Paar richtig schöne Manfred-Kastl-Gedächtnisoberschenkel haben dürfte. Zum anderen, weil er so eine sexy App hat, wo es danach immer aussieht, als sei er sehr tief und schnell geflogen.

Und wo wir gerade dabei sind: die allerbesten Genesungswünsche gehen an unseren Freund El Pibe, der uns neulich allen einen Riesenschreck eingejagt hat, weil er außerhalb des Sportteils in der Stuttgarter Zeitung stand. Get well soon und come back stronger. Stützrad is a must und gut, dass nicht mehr passiert ist.

(Wenn Ihr die Typo irgendwann nicht mehr braucht: ich würd’ sie nehmen.)

In Kirchheim angekommen wurde ich ungewollt Ohrenzeuge eines Dialogs zweier Einzelhändler zur Lage der Dinge. Es war die zweite Woche nach Wiedereröffnung. Und während die Leute in Woche 1 noch geschaut und auch ein bisschen gekauft hätten, hätten sie dann am 31. auf ihren Gehaltszettel geschaut und da erst gemerkt, wie viel weniger auf dem Konto sei. Seitdem könne man eigentlich genauso gut auch wieder zumachen. “Jetzt goat’s nemme.”

Kann es sein, dass diese Gleichung nicht für die Menschen gilt, die sich neulich nach Wiedereröffnung als allererstes bei Louis Vuitton im Dorotheen Quartier in die Schlange gestellt haben? Weil die gar keine Gehaltszettel haben, sondern Geldspeicher?

(Joe Exotic gefällt das)

Auffallend im Gegensatz zu Reutlingen Downtown, wo ich noch Anfang der Woche hin musste: In der Fliegerstadt Kirchheim trägt man Maske auch in der Fußgängerzone – und nicht nur im Laden. Andererseits scheint hier aber überhaupt ein ganz anderer Dresscode als anderswo zu herrschen.

Vor einem Spielwarengeschäft informierte eine Werbetafel über “unsere Öffnungszeiten in der SARS-COV-2 Übergangszeit” – and i think that’s beautiful. In ein paar Jahren wird genau das hoffentlich in Bewerbungsgesprächen auftauchen: “Sie haben da 2020 eine Lücke im Lebenslauf…” — “Ja. Da war ich in SARS-COV-2 Übergangszeit.”

Die längste Kundenschlange bildete sich vor dem lokalen Tabakladen. “Zigarren, Pfeifen, Tabakwaren” stand groß auf dem einen, “Feuerzeuge, Accessoires und Ascher” auf dem anderen Schaufenster. Und es ist bestimmt 30 Jahre her, dass ich das Wort Ascher irgendwo ohne den Zusatz Mittwoch gehört habe. Ich hab überlegt, alleine deshalb zum Muttertag einen mitzunehmen. Aber die Schlange.

Und am Ende verabschiedete man sich auf der Straße mit alter Grussformel und neuem Imperativ: Tschüssle. G’sund bleibe!

(Unsicher, ob das Badewannenrennen eine Großveranstaltung ist. Aber ziemlich sicher, dass es dieses Jahr nicht stattfinden wird.)
(In diesen Zeiten natürlich via Zoom. An den folgenden Tagen findet ein Online Lachtreffen statt:
Jeden Montag und Mittwoch um 19 Uhr – Dauer etwa 30 Minuten
. Wir wollen uns gegenseitig lachen hören, darum haben wir unsere Mikrophone  beim Lachen an.)
(Support your local. Einer der nettesten Bike-Shops der Region: Passioni Bici. Praktischerweise mit angeschlossener – aber gerade abgeschlossener- italienienischer Café-Bar.)

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