“Wir sind noch nicht über dem Berg”: Die aktuelle Corona-Lage in Baden-Württemberg

Neues von der BW-Coronafront meldeten heute Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Innenminister Thomas Strobl und Gesundheitsminister Manfred “Manne” Lucha (wieder am Start, war in Quarantäne) in einem Live-Stream mit anschließender Fragerunde.

Prinzipiell gilt, so Strobl, dass man noch überhaupt nicht über dem Berg ist und die Lage ist absolut unverändert ernst. Deswegen gibt es überhaupt keine Debatte über die Lockerung der Maßnahmen, wie Kontakt- und Versammlungsverbote (wohlwissend, dass die schnellstmöglich wieder wieder außer Kraft gesetzt werden müssen, die Freiheit der Bürger usw.). Kan muss aber aktuell auch nicht über weitere Verschärfungen in BW reden, die Linie sei gut.

Problem, wie schon unendlich oft genannt, die Zeit. Man sieht aktuell erst die Infizierten, die sich vor circa zwei Wochen angesteckt haben, und für nächste Woche, erklärte Kretschmann gleich am Anfang, erwartet man eine Welle an Erkrankten in den Krankenhäusern.

Außerdem: Die nächsten 14 Tage sind entscheidend, Masken aka Spuckschutz (und sei es nur ein Tuch sind empfohlen) beim Gang nach draußen, der internationale Maskenmarkt sei hart, man nehme da aber viel Geld für die Versorgung der Bürger in die Hand (“a Haufa Geld”) und auf den (in den letzten Tag allseits oft gerühmten) südkoreanischen Way reagierte Kretschmann leicht genervt (ansonsten alle drei sehr sortiert, sehr wach, sehr sich-ihrer-Aufgabe-bewusst). Übrigens führt man in BW 5000 Tests am Tag durch, jetzt schon mehr als in Südkorea, so wiederum Lucha.

Weiterhin seien bereits 140.000 Anträge auf Soforthilfe eingegangen und bester Satz zur Ausbreitung in BW: “Die jungen Skifahrer haben es mitgebracht.”

Ischgl 2020, wir waren vielleicht irgendwann alle dabei. Möge es bald wieder aufwärts gehen.

3 Comments

  • martin sagt:

    Neue Zahlen aus Stuttgart

    Coronavirus: Meist Erwachsene mittleren Alters betroffen – Männer erkranken öfter als Frauen – Verstorbene über 63 Jahre
    Die Zahl der Neuinfektionen in Stuttgart mit dem neuartigen Coronavirus steigt täglich. Es haben sich mittlerweile Menschen aller Altersgruppen angesteckt, am meisten verbreitet ist die Krankheit derzeit bei Personen mittleren Alters und etwas mehr Männer als Frauen sind an Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankt. Das zeigt eine Analyse des Gesundheitsamts vom Mittwoch, 1. April.

    Demnach waren zum Zeitpunkt der Auswertung insgesamt 799 Infektionen in Stuttgart registriert: 54 Prozent davon sind Männer und 46 Prozent Frauen. Verstorben sind sechs Männer und eine Frau, sie waren alle über 63 Jahre alt und litten unter Vorerkrankungen.

    Amtsleiter Professor Stefan Ehehalt erläuterte: „Diese Zwischenbilanz ist aufschlussreich, sie spiegelt im Übrigen auch den Bundestrend wider. Man sieht, es ist kein ‚Senioren-Virus‘, wie verschiedentlich in Medienberichten zu lesen ist. Auffällig ist, dass mehr als ein Drittel aller Infizierten zwischen 26 und 40 Jahren alt ist.“ Gründe dafür sieht er unter anderem in der hohen Mobilität dieser Menschen, dem Freizeitverhalten und zahlreichen sozialen Kontakten.

    „Das ist zahlenmäßig die größte Gruppe für eine Erkrankung, die somit auch das Virus am häufigsten überträgt. Auch wenn junge vielleicht unbeschwerter sind, ich sage klar: Niemand ist unverwundbar.“

    Das Risiko, dass die Infektion einen schweren Verlauf nimmt, steige mit dem Alter und wenn Menschen mit Krankheiten wie zum Beispiel an Herz, Lunge oder Leber zu kämpfen haben. „Deswegen sprechen wir auch von vulnerablen Gruppen. Unser Hauptaugenmerk gilt dem Schutz dieser Menschen. Aus diesem Grund haben wir zu umfassenden Maßnahmen gegriffen, wie einem Besuchsverbot von Senioren- und Pflegeheimen.“

    Prof. Ehehalt sagte weiter: „Die Lage ist weiter ernst und dynamisch. Das Risiko für Ansteckungen bewertet das Robert-Koch-Institut als hoch. In Stuttgart verzeichnen wir leider immer noch ein Wachstum an Neuinfektionen. Zu erkennen ist, dass die Maßnahmen, vor allem die drastische Kontaktreduktion, das Wachstum begrenzen. Deswegen ist es so wichtig, die Verordnung des Landes ebenso wie die Abstands-und Hygieneregeln einzuhalten. Nur so sichern wir ein funktionsfähiges Gesundheitssystem für alle.“

    Ehehalt warnte eindringlich: „Das Virus macht vor niemandem Halt. Auch jüngere Menschen können durch eine Erkrankung schwere Folgeschäden erleiden, beatmungspflichtig werden oder an dem Virus sterben. Jeder kann und muss etwas tun, um diese Pandemie zu brechen. Gesellschaftliche Solidarität ist jetzt enorm wichtig. Deswegen haben wir uns bewusst für das Motto entschieden: ‚Stuttgart geht auf Abstand – und steht zusammen.‘“

    Mehr Infos gibt es unter http://www.stuttgart.de/corona.

  • martin sagt:

    Stand Stuttgart, gestern 5.4.

    Coronavirus: 943 registrierte Infektionen in Stuttgart – 12 Todesfälle
    In Stuttgart gibt es inzwischen 943 registrierte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus, teilte die Stadt am Sonntag, 5. April, mit. Genesen sind davon 470 Personen. 12 Stuttgarterinnen oder Stuttgarter sind bisher mit einer festgestellten Corona-Viruserkrankung (SARS-CoV-2) verstorben (Stand: 5. April, 15.30 Uhr).

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