Weitere Maßnahmen im Kampf gegen Corona

Update, 19:00 Uhr: Gibt jetzt 341 registrierte Fälle in Stuttgart. PM Stadt unten. Die Plätze leeren sich. Die Leute machen mit. Aufnahme vom Marienplatz:

Infoseite Stadt Stuttgart


Blogpost von 15 Uhr: Ab sofort sind Menschenversammlungen von mehr als drei Personen an öffentlichen Plätzen nicht mehr erlaubt und werden bestraft. Ab Samstag, 21. März sind alle Restaurants geschlossen. PM dazu von der Stadt.

 Kampf gegen Corona – OB Fritz Kuhn begrüßt Verschärfungen des Landes: „Verbot von Ansammlungen ist richtig und notwendig“ 

Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat die Verschärfungen der infektionsschützenden Maßnahmen durch die Landesregierung ausdrücklich begrüßt.

Der OB sagte am Freitag, 20. März: „Das Verbot von Ansammlungen mit mehr als drei Personen auf öffentlichen Plätzen und in Parks ist richtig. Wir müssen die Menschen vor Ansteckung schützen, auch mit einschneidenden Maßnahmen. Und wir müssen offenbar auch Menschen, die trotz eindringlicher Warnungen immer noch in größeren Gruppen anzutreffen sind, vor sich selbst schützen. Deswegen ist das Verbot dringend notwendig. Ich appelliere eindringlich an alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter: Halten Sie sich an das Verbot und zwar ab sofort. Sie schützen sich und Ihre Mitmenschen, und Sie helfen damit, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.“ 

Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hatte am Freitag, 20. März, weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus verkündet.

So werden nach einem Beschluss der Landesregierung ab Samstag, 21. März, alle Gastronomiebetriebe im Land geschlossen. Die Abholung und Lieferung von Speisen ist weiterhin zulässig.

Zudem sind nur noch Ansammlungen von bis zu drei Personen auf öffentlichen Plätzen erlaubt – es sei denn, es handelt sich um Eltern mit ihren Kindern. Innenminister Thomas Strobl wies darauf hin, dass Verstöße mit Bußgeldern bis zu 25.000 Euro oder auch mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet werden können. Die Landespolizei werde auf die Einhaltung der Beschränkungen achten. 


Symbolbild Stimmung


Update, 20. März, 19 Uhr, Stadt Stuttgart meldet neue Zahlen, es gibt jetzt 341 registrierte Fälle in Stuttgart.

PM Stadt Stutgart: Coronavirus: Infektionen steigen weiter – Fieber-Ambulanz im Reitstadion schafft Kapazitäten 

Das neuartige Coronavirus breitet sich in Stuttgart weiter aus. Der Leiter des Gesundheitsamts, Prof. Stefan Ehehalt sagte am Freitag, 20. März: „Wir nehmen jeden Infektions- und jeden Verdachtsfall sehr ernst. Wir recherchieren in jedem Fall die Lage und prüfen, was zu tun ist, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.“

Ehehalt beziffert die Zahl der gemeldeten Erkrankungen in Stuttgart auf 341 (Stand: Freitag, 20. März, 17.30 Uhr). „Die Zahlen steigen weiter deutlich: Aktuell haben wir 4,5-mal so viel Fälle wie noch vor einer Woche. Infektionsketten sind nur noch schwer lückenlos nachvollziehbar. Deswegen sind alle umso mehr gefordert, der Ausbreitung des Virus Einhalt zu gebieten.“ Das Gesundheitsamt zählt über 1.500 Kontaktpersonen und auch acht von der Viruskrankheit Genesene. 

Für Coronaviren besteht eine gesetzliche Meldepflicht. Nach Eingang der Meldungen wird jeder Fall überprüft, unter anderem, welches örtliche Gesundheitsamt zuständig ist oder ob Doppelmeldungen vorliegen. Ehehalt erklärte: „Im Rahmen der Ermittlungen kann es zu gewissen Schwankungen kommen, die für solch ein dynamisches Geschehen typisch sind.“

Die Meldungen an das Landesgesundheitsamt erfolgen tagesaktuell. Wichtig sei es, die vorhandenen Testkapazitäten wirkungsvoll einzusetzen. „Wir müssen daher gut überlegen, wie wir die vorhandenen Tests einsetzen. Insbesondere da jetzt immer mehr Menschen stationär behandelt werden“, so Ehehalt. 

 Prof. Jan Steffen Jürgensen, Medizinischer Vorstand des Klinikums Stuttgart: „In der Frühphase der Epidemie haben wir konsequent mit dem Gesundheitsamt jeden Verdachtsfall rückverfolgt und Kontaktpersonen ermittelt, um Übertragungsketten zu durchbrechen. Mit der stärkeren Verbreitung konzentrieren wir uns jetzt auf die wirklich schutzbedürftigen Menschen, die von schweren Verläufen bedroht sind. Zusätzlich schotten wir Erkrankte ab und dämmen Weiterverbreitung ein.“ 

 Getestet auf Coronavirus SARS-CoV-2 werden in Stuttgart vor allem Menschen mit einem höheren Erkrankungsrisiko bzw. schwereren Krankheitsverläufen. Leicht erkrankte Personen ohne Risikofaktoren für Komplikationen (zum Beispiel Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter) können bei Gewährleistung einer ambulanten Betreuung durch einen behandelnden Arzt und bei gesicherter häuslicher Versorgung zuhause bleiben, bis sie wieder ganz gesund  sind.

In der Regel ist dies der Fall, wenn für die Dauer von zwei Tagen keinerlei Symptome mehr vorhanden sind. Haushaltsangehörige sollten sich in anderen Räumen als die erkrankte Person aufhalten. Falls dies nicht möglich ist, wird die Einhaltung eines Abstands von mindestens einem besser zwei Meter zum Patienten empfohlen. Zudem seien die Hygieneregeln einzuhalten. 

Fieber-Ambulanz als Auffangstation 

Des Weiteren hat das Gesundheitsamt darauf hingewiesen, dass in der Fieber-Ambulanz im Alten Reitstadion weitere Kapazitäten geschaffen werden. Die Fieber-Ambulanz dient dazu, die Stuttgarter Kliniken zu entlasten. Grundsätzlich können dort alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter vorsprechen, die aus Risikogebieten zurückgekehrt sind oder Kontakt zu Corona-Infizierten hatten. 

Zur Vereinfachung der Abläufe können die Bürgerinnen und Bürger nun auch ohne Voranmeldung oder Überweisung durch einen Hausarzt in der Fieber-Ambulanz im Alten Reitstadion auch am Wochenende zwischen 10 und 18 Uhr vorsprechen. „Wir möchten uns bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken, ohne die der Betrieb einer Fieber-Ambulanz wie der im Reitstadion nicht möglich wäre“, erklärte Ralph Schuster, Krisenmanager des DRK Kreisverband Stuttgart. 

Das Gesundheitsamt hat das DRK beauftragt, eine Fieber-Ambulanz im Alten Reitstadion in Bad Cannstatt einzurichten. Das DRK Stuttgart setzt derzeit rund 120 Helfer im Stadtgebiet ein. Diese unterstützen bei der Einrichtung und dem Betrieb von Fieberambulanzen, Teststellen, Behandlungszentren, Hausbesuchsdiensten und Infrastruktur. 

Notwendige Verhaltenshinweise 

Generell gilt: Das Coronavirus wird durch direkten Kontakt untereinander verbreitet, insbesondere durch Tröpfchenübertragungen und Händeschütteln. Beachten Sie deshalb unbedingt die Hygieneregeln zum regelmäßigen Händewaschen und zum Niesen in die Armbeuge. Bleiben Sie auf Abstand zu anderen Personen, am besten zwei Meter. Das gilt auch beim Schlangestehen.

Vermeiden Sie es dringlich, Menschentrauben zu bilden. Überhaupt sollten Sie soziale Kontakte auf ein Minimum reduzieren und zuhause bleiben. Vermeiden Sie unbedingt Ansteckungsrisiken. Nehmen Sie das Coronavirus ernst. Gehen Sie nicht leichtfertig mit Ihrer Gesundheit und der Ihrer Mitmenschen um. Beachten Sie zwingend alle Verbotsregeln. Nur so kann es gelingen, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und Ansteckungsketten zu unterbrechen. 

Unter www.stuttgart.de/corona informiert die Stadt über das Virus und seine Auswirkungen auf das öffentliche Leben. 

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