Stadt warnt vor Corona-Partys – Krankenhauspersonal bittet um Unterstützung aller

Riesen(aufreger)thema: weiterhin (große) Menschenversammlungen draußen oder privat, das Wort Corona-Partys zieht durchs Stay-Home-Land. Die Stadt warnt erneut davor in einer Pressemitteilung und Amtsleiter Amtsleiter Prof. Stefan Ehehalt erklärt:

„Es ist ein verheerender Irrtum zu glauben, dass solche Corona-Partys harmlos sind.“ Selbst wenn die Infektion mit dem Coronavirus bei jungen Menschen weniger heftig verlaufe, „so sind sie gefährliche Virusträger und können alle in ihrem Umfeld anstecken – zuhause in der Familie und in der Öffentlichkeit“, erklärte Ehehalt weiter. 

Bleibt zu Hause – darum bitten auch immer mehr Ärzte und Pflegepersonal auf verschiedenen Social Media Kanälen. Leserin Ju hat uns dieses Bild von der Nürtinger Mediusklinik zur Veröffentlichung zugesandt.

Sie schreibt dazu: “Bei einigen ist ja noch immer großes Frühlingskuscheln und Party angesagt, klar bei dem Wetter. Das Pflegepersonal hat aber grad übelst Stress und will vielleicht auch mal gerne wieder feiern. Der Setzer hat auf das “katastrophal kaputtgesparte Gesundheits- und Pflegewesen” schon gut hingewiesenaber vielleicht mal so direkt ne Ansage?

Is ja immer so: Wenn es einen nicht selber trifft oder im näheren Familien und Freundeskreis, dann ist ja nicht so tragisch. Aber wenn, dann soll gefälligst auch ein Bettchen im KH bereit stehen und ne Beatmungsmaschine wäre ja auch ganz fein.

Absolut korrekt, haltet euch dran. Deckt sich eins zu eins mit dem, was z.B. Pfleger*innen auf Twitter berichten – es sieht nicht gut aus.

Auch das Bild von der Stuttgarter Anästhesieschwester Maike und ihrer Kollegin Sarah auf dem Insta-Account SWR_Heimat zieht weite Kreise und erklärt nochmals die Situation aus Sicht von Krankenhaus-Mitarbeiter*innen.

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„Wenn man sagt, man will das eindämmen, dann muss man natürlich zu Hause bleiben!“ (Maike, 34, Anästhesieschwester aus Stuttgart, links im Bild) . Das Foto entstand spontan in Maikes Bereitschaftsdienst, zusammen mit ihrer Kollegin Sarah. „Wir haben überlegt: ‚Was machen wir? Ach, komm lass doch ein Foto machen’.“ Das Foto war inspiriert von anderen Pflegekräften, die ein ähnliches Bild online gestellt hatten. Und es trifft einen Nerv. #BleibzuHause ist zwar präsent, aber offenbar noch nicht ganz angekommen, erklärt Maike: „Ich bin gestern zur Arbeit gefahren und hab mir noch was zu Essen geholt. Und habe mit Erschrecken festgestellt, dass die Königstraße nach wie vor relativ voll ist. Das ist nicht Sinn der Sache! Ich weiß nicht, ob ihr die Bilder vom Wochenende gesehen habt, vom Marienplatz, wo sich hunderte Leute getroffen haben – das ist das komplett Bescheuertste, was man tun kann. Genau wie diese #Coronaparties, wo sich Jugendliche auffordern: ‘Kommt, lasst alle am Schlossplatz treffen, wenn wir nicht in die Disco können’.“ Im Katharinenhospital, wo Maike arbeitet, bereiten sie und ihre Kolleg*innen sich auf den Ernstfall vor: „Unser HNO-Gebäude ist das einzige, das man von außen komplett abriegeln kann, das aber durch Katakomben zugänglich ist. Deswegen wird das jetzt geräumt und für die Corona-Welle freigemacht. Aber unser Krankenhaus ist wie immer voll mit kranken Menschen. Wir haben die Intensivstation, Patienten, die man nicht auf die Schnelle verlegt bekommt. Uns wird wieder mal schmerzlich bewusst, wie viel Fachpersonal fehlt. Alles Fachpersonal, das kommen kann, wird gebraucht werden.“ Trotz allem: Maike will keine Hysterie schüren. „Ich bin immer diejenige, die zum jetzigen Stand sagt: Wir dürfen auf keinen Fall in Panik verfallen. Aber wir wissen nicht, was auf uns zukommt.“ Umso wichtiger ihre Botschaft: Wenn ihr könnt, bleibt zu Hause. Für Menschen wie Maike. Für alle. . . . #covid19 #corona #coronavirus #staystrong #stayhome #dontpanic #flattenthecurve #bleibtgesund #bleibzuhause #fightcorona #krankenhaus #krankenschwester #pflegeherz #retterherzen #stuttgart #0711 #washyourhands #swrheimat

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Anbei PM Stadt Stuttgart


Stadt warnt eindringlich vor sogenannten „Corona-Partys“ – Leiter des Gesundheitsamts: „Gefahr für das eigene Leben und das Leben anderer“ 

Die Landeshauptstadt Stuttgart warnt eindringlich vor sogenannten „Corona-Partys“. Zu solchen Feiern zuhause oder auf öffentlichen Plätzen wird derzeit unter jungen Leuten in sozialen Medien eingeladen, nachdem öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen sowie der Betrieb von Vergnügungsstätten untersagt sind. Wie das Robert-Koch-Institut sieht auch das städtische Gesundheitsamt in solchen Partys eine große Gefahr. 

Amtsleiter Prof. Stefan Ehehalt sagte am Donnerstag, 19. März: „Es ist ein verheerender Irrtum zu glauben, dass solche Corona-Partys harmlos sind.“ Selbst wenn die Infektion mit dem Coronavirus bei jungen Menschen weniger heftig verlaufe, „so sind sie gefährliche Virusträger und können alle in ihrem Umfeld anstecken – zuhause in der Familie und in der Öffentlichkeit“, erklärte Ehehalt weiter. 

Stadt und Land unternehmen derzeit alles, um eine noch schnellere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern. Dabei ist es besonders wichtig, soziale Kontakte möglichst zu vermeiden. Ehehalt: „Partys sind hier nicht nur kontraproduktiv und leichtsinnig, sondern auch verantwortungslos und hochriskant. Sie stellen eine Gefahr für das eigene Leben und das Leben anderer dar.“ 

Um sich selbst und Risikogruppen – wie ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen – zu schützen, müsse das gesellschaftliche Leben aktuell eingeschränkt werden. „Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Deshalb steigt das Risiko einer Ansteckung, je näher man sich kommt“, so der Leiter des Gesundheitsamtes. 

Weitere Informationen und nützliche Links zum Coronavirus gibt es im Internet unter www.stuttgart.de/corona

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