Club Kollektiv fordert Unterstützungsmaßnahmen

Am ersten Shutdown-Weekend herrschte eine Dunkelheit in Stuttgart, an die man sich die nächsten Wochen (und evt. sogar Monate) gewöhnen muss. Manch Ältere erinnerte die Szenerie an das Stuttgarter Nachtleben vor über zwei Jahrzehnten. Weniger Läden, viel Dunkel, kaum jemand auf der Straße.

Kaum jemand auf der Straße wird zukünftig die nötige Maßnahme sein, um das Ding eher früher als später zu beenden. Genauso wie man Maßnahmen braucht, um der ganzen Szene wieder auf die Beine zu helfen – weil das hält kaum ein Laden durch, vor allem nicht, wenn das sich über mehrere Monate hinweg zieht. Deswegen hat das Stuttgarter Clubkollektiv schon am Wochenende einen breiten Katalog an Forderungen aufgestellt. PM unten.

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Club Kollektiv fordert schnelle Unterstützungsmaßnahmen

Das Club Kollektiv Stuttgart e.V. und seine Mitglieder sind sich der aktuellen Ausnahmesituation bewusst und unterstützen alle Maßnahmen zur Verhinderung einer ungebremsten Ausweitung des Coronavirus. Unsere Mitglieder, Clubs, Veranstalter sowie Livespielstätten, reagieren mit großem Verständnis und großer Besonnenheit.

Die Unsicherheiten und die damit verbundenen Existenzängste sind allerdings schwerwiegend. Gerade für kleine und mittlere Veranstaltungsbetriebe, sowie für alle freien Kulturschaffenden und die damit verbundenen Dienstleister müssen schnellstmöglich Hilfeleistungen zugesagt werden und alle wirtschaftlichen Folgen so gut wie möglich abgewandt werden.

Dabei müssen sowohl die wirtschaftlichen Betriebe, als auch die kulturellen Bereiche bedacht werden. Wir begrüßen deshalb die Entscheidung der Bundesregierung auch freien Kulturschaffenden sowie privaten Veranstaltungseinrichtungen Finanzhilfen und Mittel für Härtefälle zur Verfügung zu stellen. In Abstimmung mit den Ländern und Kommunen sollte dies unmittelbar auf den Weg gebracht werden. Wir wünschen uns hier kreative, unbürokratische und eventuell atypische Lösungen, welche eine sofortige Hilfeleistung bieten können.

Wir schließen uns dabei den schon anderweitig gestellten Forderungen an:

Unbürokratisches Kurzarbeitergeld
Stundung von Steuervorauszahlungen
Erstattung von Sozialabgaben
Stundung von Krankenkassenbeiträgen
Stundung von GEMA-Gebühren
Übernahme von Ausfallbürgschaften für Kredite
Verschiebung von KSK-Zahlungen
Entschädigungszahlungen, die die Auftragsausfälle kompensieren
Sicherstellung der Liquidität über zinsvergünstigte, unbürokratisch zu beantragende (Mikro-)Kredite
Ein Konjunkturpaket, das gezielt die Nachfrage nach Leistungen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft ankurbelt

Außerdem wünschen wir uns für unsere Mitglieder einen Austausch mit der Stadt Stuttgart in welchem über weitere mögliche Hilfsangebote informiert werden kann, wie beispielsweise:

Einrichtung eines Ausfallfonds für Veranstaltungen
Umverteilung von freiwerdenden Mitteln
Mietkostenzuschüsse
Überbrückungskredite
Stundung von Gewerbesteuervorauszahlungen
bestehende Veranstalterförderung schnell ausbauen

Wir werden solidarisch zur Eindämmung des Virus beitragen und die größtmögliche Verantwortung übernehmen, um die Gesellschaft zu unterstützen. Wir wünschen uns aber auch solidarische und schnelle Maßnahmen und Hilfe von Seiten der Stadt für unsere Mitglieder. Als Vertretung dieser stehen wir für alle städtischen Behörden als Ansprechpartner zur Verfügung.

Wir hoffen inständig, die einzigartige Club- und Kulturlandschaft Stuttgarts weiterhin aufrechterhalten zu können und tun unser Bestes, um alle Einschnitte so gering wie möglich zu halten.

Der Vorstand des Club Kollektiv Stuttgart e.V.

1 Comment

  • martin sagt:

    Passend dazu aktuell der Kulturbürgermeister Mayer

    Kulturbürgermeister Dr. Mayer ruft zur Verbundenheit mit den Kulturbetrieben auf – „Bitte fordern Sie keine Abo- oder Eintrittskarten zurück“
    Um die Ausbreitung der neuartigen Coronavirus zu stoppen, sind seit Samstag, 14. März 2020, auch kulturelle Veranstaltungen jedweder Art untersagt. Alle Veranstaltenden, insbesondere private Theater und Konzertbetriebe sind hiervon betroffen.
    Dr. Fabian Mayer, Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung, Kultur und Recht, wendet sich daher an alle Bürgerinnen und Bürger: „Die durch die Stadt Stuttgart getroffenen Maßnahmen treffen letztlich alle Kulturschaffenden und Kultursuchenden, von den Bibliotheknutzenden über Museumsbesuchende bis hin zum Veranstaltungspublikum. Gerade aber bei Konzerten und Theatern ist jedoch Verbindlichkeit wichtig. Daher bitte ich Sie, nach Möglichkeit Ihre Verbundenheit dadurch zu zeigen, dass Sie keine Abonnement- oder Eintrittskarten zurückfordern. Dies hilft den Kulturschaffenden in doppelter Hinsicht: finanziell wie ideell. Zusammenhalt und Solidarität sind momentan wichtiger denn je. Auch wir als Stadt werden unseren Beitrag leisten.“ Zum Schutz der Bevölkerung vor Corona-Infektionen hat die Landeshauptstadt Stuttgart den gesamten Veranstaltungsbetrieb in allen kulturellen Einrichtungen untersagt. Dies gilt seit Samstag, 14. März, bis auf Widerruf. Damit soll erreicht werden, dass der enge Kontakt unterbunden wird und sich das Coronavirus nicht verbreiten kann. Die Untersagung folgt dem dringenden Appell der Gesundheitsbehörden, soziale Kontakte auf das nötige Minimum zu reduzieren. Oberstes Ziel bleibt, die Infektionsketten zu unterbrechen und die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

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