KTV Jahrzehnt-Rückblick: 2015 – Fluchtschalter

2015 habe ich gesehen, wie Kollegah im Catering-Bereich des Hip Hop Open fast von einer Bierbank gefallen ist, weil er sich zu weit außen an den Rand gesetzt hat. Das war sehr wenig alpha und sehr lustig. Jahresrückblick beendet.Späßle. Ein bisschen mehr war natürlich schon los.

Im Januar gab es „Ausschreitungen“ im Milaneo weil Kurdo vor seiner eigenen Autogrammstunde geflüchtet ist. Auch in einem etwas kleineren (Schwaben-)Zentrum tut sich was: White Noise und Breitengrad 17 kündigen sich an.

Das Innenstadt-Ereignis des Jahres sucht schon früh im Jahr nach Betten und die ersten Atheisten überlegen, die Stadt zu verlassen.

Im Februar bleibt das Fluxus weiter offen und im März 2015 gibt es die ersten Yeezy Boost ever ever und Zelten in der Innenstadt war nie geiler und gesellschaftlich anerkannter.

Aprilscherz im April: In der Klettpassage soll Kunst statt Obdachlosigkeit kommen. Setzer sagt Wir können alles außer urban“. Und schau an: Es ist nichts daraus geworden und das ist auch gut so.

Im Mai soll der Paternoster im Rathaus weg und auch der fährt bis heute. Außerdem streiken die Lokführer und auf einmal sind alle Bahnfahrer.

A propos Bahn: Fetter Aufreger für mich, die S21-Baustelle wird durch einen Streetfoodmarkt aufpoliert und alle gehen hin. Gibt‘s nun, am Ende des Jahrzehnts, eigentlich noch Streetfood in der Innenstadt? Oder sind alle Foodtrucks nach Böblingen geflüchtet?

Ich kann freilich auch Dinge lieben und mich nicht nur aufregen: Im Mai macht das Flora & Fauna an den Mineralbädern auf. Und im September auch noch das großartige Im Wizemann.

Im Juni ist dann endlich KirchentagEvangelische Anti-Antichristdays mit Merchandise-Shopping und den wahrscheinlich freundlichsten und rücksichtsvollsten Besucher*innen eines Massenevents, die Stuttgart je erlebt hat.

Alle Christlichkeit hilft nix, 2015 ist auch das Jahr, in dem von Filderstadt-Harthausen bis Weissach dumme Anwohner versuchen, Flüchtlingsheime in Ihrer Straße zu verhindern. Dabei sind wir hier gar nicht in Sachsen!

Aber Refugees Welcome to Stuttgart halten dagegen (Die Besten seit November 2014! ) und Dundu tanzt in Rohr.

Am 18. Juli 2015 findet, wie anfangs bereits erwähnt, das Hip Hop Open statt. Ein allerletztes Mal ist alles nochmal total schön und so schön wird es auch nie wieder!

Nur drei Tage später spielt Snoop Dogg kein annähernd so episches, sondern ein 32-Minuten Konzert auf dem Killesberg, Ram war dort. Die Gage für diesen und andere Gigs nimmt ihm der italienische Zoll ein paar Tage später wieder ab – Steuerflucht missglückt.

Der August bringt die City Slide in die Etzelstraße und ich bringe auf dem Umsonst & Draußen einer Koreanerin das Wort „Kabelbinder“ bei.

Banksy eröffnet das Dismaland:

… es sind auch Künstler aus Stuttgart dabei (allerdings fehlen die Fotos in dem Beitrag von Thorsten).

Am 14. November 2015 erschießen ein paar Riesen-Arschlöcher in Paris Menschen in Straßencafés und im Bataclan Besucher einer Eagles of Death Metal-Show. Banksy malt später ein Bild für die Opfer an die Notausgangtür des Clubs.

Das hat dieses Jahr ein weiteres Riesen-Arschloch samt Tür geklaut. Vielleicht taucht es ja wieder auf und kommt dann auch in die Staatsgalerie? Love is in the Bin hängt dort jedenfalls nur noch bis 2. Februar 2020!

Großer (Türen-)Knall zum Schluss noch: Der Gemeinderat stimmt für ein Zweckentfremdungsverbot gegen Wohnungsleerstand (und ich juble).

Und Lemmy Kilmister von Motörhead stirbt, nachdem er ein paar Tage davor in Ludwigsburg schon schlecht ausgesehen hat. Sein Begräbnis mit Koks-Line-förmigen Grabbeigaben und total traurigbesoffener Freundin gab es bei youtube als Live-Stream: Für mich die Beerdigung des Jahrzehnts.

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