KTV-Jahrzehnt Rückblick: 2011 – was war da eigentlich?

Gold plus G: Einzeln und zusammen beides sehr selten 2011. Zumindest G am Ende des Jahrzehnts inflationär vertreten.

Die 0- und 1-Jahre eines neuen Jahrzehnts restduften immer noch ein bisschen nach dem Jahrzehnt davor, insbesondere bei Musik, Mode, Lifestyle, Technologie, also unsere CORE THEMES neben Pferdesport, Bietigheim und Andrea Berg. In meinem Fall duftete 2011 noch sehr stark nach einem Nokia-Handy, wenn ich mir die Bilder aus diesem Jahr hier anschaue.

Denn um nochmals auf die Kette zu bekommen, was 2011 in dieser Stadt (und ein wenig in der Welt) passiert ist, musste ich die in Leitz-Ordnern (#Anzeige wegen Markennennung) archivierten, ausgedruckten Blog-Beiträge scannen, weil mir zunächst nur zwei Dinge eingefallen sind: Ende 2011 poppte Cro auf und Anfang 2011 kamen die Grünen (ft. SPD) an die BW-Regierung (da hatten manche Angst, dass am Tag nach der Wahl kein Strom und Wasser mehr aus den Leitungen kommt). Ob das jetzt gute oder schlechte erste Erinnerungen ans Jahr 2011 sind – entscheiden sie bitte selbst, easy.

Dabei nahm 2011 einiges seinen Lauf und manches ging (überraschend) zu Ende. Amy Winehouse zum Beispiel. Mit diesen berühmten 27. Steve Jobs wurde gerade mal 56 und hat uns mit seiner, dieses Jahrzehnt prägenden Technologie, alleine gelassen. Der vielleicht berühmteste “HipHop-Hook-Singer” Nate Dogg starb mit 42. RIP. Alle.

Umbau KimtimJim, eröffnet Ende 2011

Todesanzeigen first, Clubs second. 2011 war das Jahr der Openings, Closings, Popups, Zwischennutzungen:

Wurst & Fleisch (heute saniert und ein Friseur), Speakeasy (heute HiLife Club), KimTimJim, das schnell zum Mythos wurde, weil zu früh wieder weg (Abriss und heute DOQU), das alte Schräglage-Gebäude gegenüber vom Breuninger, Ende 2010 von den Betreibern wegen eines bis heute mysteriösen Wasserschadens aufgegeben, wurde ebenso abgerissen und die SL-Macher eröffneten im Herbst 2011 neu in der Hirschstraße. Zwischendurch startet sie am Wilhelmsplatz (dem gentrifizierten in Mitte und nicht in Cannstatt) das Meals & More (heute in Koop mit den Kupfi-Machern das Suessholz).

Die Röhre befand sich im Jahr 2011, sehr dramatisch, auf Abschiedstour (im Januar 2012 war dann endgültig Schuss), das Rocker musste aus der Bahndirektion heraus (Teilabriss wegen S21, siehe heutiges Loch) und kam noch einige Zeit im Filmhaus unter, während unmittelbar neben der Bahndirektion die Schankstelle eröffnete und anfangs so aussah….

Die Schankstelle bei der Eröffnung im Oktober 2011.

…und sich gemeinsam mit dem Kowalski (Eröffnung Sommer 2012) zu zwei Nightlife Heavy Weight-Duo. Hoffentlich geht das noch ne Weile gut, da vorne am Kletti. Gut ging auch seit 2011 das SEMF, das damals debütierte, zum ersten und letzten Mal mit einer kleinen Messe angedockten namens SEMM. Diesen Samstag wieder, ihr wisst ja.

Das Tonstudio (heute Loch) blühte noch, die Suite war definitiv auch voll in Ordnung (heute, ihr wisst schon…), in der Corso BRANNTE DIE LUFT (kürzlich brandnew eröffnet als Detroit Bar), darunter Bergamo/Transit LITTY wie heute.

Schon anhand der Club/Bar/Gastro-Fluktuation leitet sich ein wenig die Stadtentwicklung ab (nicht nur der Zehnerjahre). Das Wort Abriss gehört bekanntlich zum Stuttgarter Manifest. Lieber schnell was abreißen und neu bauen, als zwei Schritte weiterdenken: Was könnten wir da eigentlich noch machen, außer zum Beispiel ein Einkaufszentrum?

2011 wurde der Abriss des heutigen Gerber-Areals eingeleitet, mit dem einen oder anderen positiven Nebeneffekt: Wir hatten die (Nokia)Bilder...

Vital Lunch neben erhaltener Fassade.
Pauline Ecke Reinsburg / Marienstraße.

….und wenigstens für ein paar Wochen wurde Anfang 2011 die ehemalige, sehr spookige Marienpassage, like wer sie noch kennt…

…für das Kunst-Event-Projekt Utopia Parkway & Hypno Vereinsbar genutzt, auch liken wer das noch kennt, also Ausstellungen, Panels, Techno etc. in diversen Räumlichkeiten kurz vor Caterpillar-Szene.

Die S21-Szene war 2011 noch sehr strong (2010-Nachwehen, Volksabstimmung etc.), OB Schuster war noch the Man und initiierte den allerersten Bürgerhaushalt, hinter dem Hauptbahnhof regierten damals noch die Riesengruben, die Pariser Höfe wurden gerade fertig, das Milaneo hatte noch gar keinen Namen, sondern die Realisierung wurde erst 2011 beschlossen, dafür eröffnete im Oktober die neue, einst viel diskutierte Bibliothek (like auch hier, wer sich noch an das Schimpfwort “Bücherknast” erinnert) längst international viel gefeiert und der Classic Bib-Shot entwickelte sich das ganze Jahrzehnt hinweg zum Insta-Must-Shot.

Iconic Stuggiboogiewoogie Zehnerview (dieses Bild, am Eröffnungstag aufgenommen, heißt in unserer Datenbank übrigens “oben6”).

Apropos Insta: 2011 war weniger Insta. Wir hatten noch gar keinen Account. Es war noch kein Business, Influencer gab es vielleicht weltweit, lass kurz überlegen, zwei?

2011 war das Internet jedenfalls noch interwebiger und desktopiger und weniger mobiler, FB noch ganz okay (hab mich aber trotzdem Anfang 2011 abgemeldet), weniger Reizhusten und Shitstorms überall sowie weniger Ratgeber und Mondkalender all over und NICHT JEDER VERKACKTE ACCOUNT WOLLTE MIT DIR UMS VERRECKEN INTERAGIEREN (“KAFFEE TRINKEN – WAS MEINST DU DAZU?”).

Und Google meinte, mit Google+ mitsocialen zu müssen. Dort waren angemeldet (2011er Kalauer): Sascha Lobo. (BTW alte Medien-Info: Im Jahr 2011 wurde aus Radiosender Motorfm Fluxfm und ist heute EgoFM und ich höre es immer noch nicht.).

Schön of the year: Kollege Geiger kam in unser Team rein, den ich längst als einen meiner besten Freunde (und Vorbild) bezeichne, nachdem ich allerdings erst dachte, was für ein VOGEL (später geiler VOGEL) ist das denn? Der wunderte sich z.B. im Jahr 2011 über die ersten E-Zigaretten-Raucher…

….vom Pierre-Pflimlin-Platz, damals NoSpot, heute HotSpot dank Tatti. Und heute auch mehr E-Zigarette.

Auch schön of the year: Setzers Stuttgart Liebe straight reingebloggt. Okay, war ursprünglich für den Partysan BW, der damals noch gedruckt wurde, aber auch die Zweitverwertung war top. Hat er natürlich auch bei unserer Lesung zum dreijährigen Jubiläum im Bergamo vorgetragen, die Party lief im Wurst & Fleisch und was ich bei allen den schönen Festivitäten damals garantiert nicht dachte: dass es diesen Blog noch am Ende dieses Jahrzehnts gibt.

P.S.: Schon im Jahr 2011 ging beim VfB die Abstiegsangst um.

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