Eberhardstraße all new

Im Sommer 2017 hat der Ausschuss für Umwelt und Technik des Stuttgarter Gemeinderats den Zielbeschluss gefasst (neun zu acht Stimmen): “Eine lebenswerte Stadt für alle”. Bedeutet: Bestehende Fußgängerzonen innerhalb des Cityrings sollen ausgeweitet und oberirdische öffentliche Parkplätze zurückgebaut werden.

Sommer 2017 ist nun zwei Ghetto Netto-Sommer her und seitdem viel Chantré den Rotebühlplatz hinunter gelaufen, bis man sich deutlich sichtbar an die Umsetzung dieses Zielbeschluss machte – nämlich letzte Woche in der Eberhardstraße, bislang Stuttgarts Secret-Not-Secret-Fahrradautobahn. Die ist nun offiziell ein autofreie Fahrradstraße.

Das sieht nun so aus: Neues Fahrradstraßen-Tattoo am Eingang Ecke Eberhard/Torstraße beim Hegel-Haus (wo übrigens aktuell auch ziemlich viel los ist) und breite blaue Streifen an selbiger Stelle….

….und beim Breunibär…

…soll Autofahrer abhalten einzufahren, was wiederum, gestern erst gesehen, von der Polizei auch kontrolliert wird. Dass da natürlich nun auch einige blau anlaufen vor Wut und das Ende der Stadt dystopieren – selbstredend auf Facebook.

Weitere Maßnahmen: Sitzwürfel, Sitzbügel, Radbügel und Parkflächen wurden auf Gehwegniveau für Außengastronomie angehoben.

Noch in diesem Jahr sollen dazu kommen spezielle Radbügel für Lastenräder, eine Fahrrad-Servicestation mit Luftpumpe und Werkzeug für kleinere Reparaturen sowie Baumtröge mit und ohne Sitzbänken. Mehr Infos in der PM der Stadt unten.

Pressemitteilung Stadt Stuttgart vom 15. November:

OB Kuhn macht ersten Anlauf für „Lebenswerte Stadt für alle“ – Neue Verkehrsregeln in der Eberhardstraße – Schrittweise Ausweitung auf Stadtkern 

Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat symbolisch den ersten „Anlauf“ genommen: Mit Experten der Fachbehörden und zahlreichen Interessierten präsentierte er am Freitag, 15. November, bei einem Gang durch die Eberhardstraße die neue Gestalt dieses Abschnitts. Dabei gab die Verwaltung auch einen Ausblick auf die Umsetzung des Zielbeschlusses „Lebenswerte Stadt für alle“. 

OB Kuhn sagte: „Wir wollen die Attraktivität der City Schritt für Schritt steigern. Weniger Verkehr bedeutet mehr Aufenthaltsqualität. Davon profitieren Bewohner, Besucher und Handel gleichermaßen. Es geht darum, attraktive Orte in der City zu verbinden und ein Netz der kurzen Wege zu schaffen. Die Eberhardstraße ist der Auftakt, wir werden in den nächsten Monaten innerhalb der City spürbar den öffentlichen Raum vom Autoverkehr entlasten.“ 

Laut Zielbeschluss sollen oberirdische Parkplätze entfallen, die Zufahrten zu den Parkhäusern oder Behindertenparkplätzen dennoch möglich sein. Die Verwaltung erwägt darüber hinaus, in verkehrsberuhigten Geschäftsbereichen Tempo 20 einzuführen. 

Mehr Aufenthaltsqualität in der Eberhardstraße 

In der Eberhardstraße hat die Stadt den Zielbeschluss bereits realisiert. Ehemalige Parkflächen dienen nun der Außengastronomie, Sitzwürfel laden zum Verweilen ein und farbliche Markierungen sowie zusätzliche Radbügel stärken den Radverkehr. 

Jochen Hutt, Leiter der Abteilung Straßen und Verkehr im Tiefbauamt, sagte: „In der Eberhardstraße gibt es jetzt zusätzlich 68 Quadratmeter für die Außengastronomie. Dafür haben wir Parkflächen auf Gehwegniveau angehoben. Außerdem haben wir 23 Sitzwürfen installiert, 20 Sitzbügel sollen folgen. Entlang der Eberhardstraße gibt es nun 56 feste Radbügel, farbliche Markierungen an den Einmündungen betonen ihre Widmung als Fahrradstraße.“ Insgesamt hat die Stadt 260.000 Euro investiert. 

Weitere Maßnahmen sollen in der Eberhardstraße noch in diesem Jahr folgen: spezielle Radbügel für Lastenräder, eine Fahrradservicestation mit Luftpumpe und Werkzeug für kleinere Reparaturen sowie Baumtröge mit und ohne Sitzbänken. 

Neue Verkehrsregeln in der Eberhardstraße 

Seit Ende Oktober gelten neue Verkehrsregeln für Kraftfahrzeuge und motorisierte Zweiräder in der Eberhardstraße. Wer in der Nadlerstraße aus Richtung Rathausgarage in Richtung Hauptstätter Straße fährt, darf die Eberhardstraße nur noch queren und wird über die Dornstraße geradeaus direkt aus dem Quartier herausgeleitet. Diese Regelung gilt noch während der Baumaßnahmen rund um die Eichstraße und den Töpferplatz. Danach wird die Nadlerstraße zwischen Töpferstraße und Eberhardstraße zu einer Fußgängerzone. Die Zufahrt ab der Einmündung Nadler-/Dornstraße in Richtung Torstraße ist wie bisher für den Kfz- Verkehr nicht zugelassen. Der Lieferverkehr ist zwischen 5 und 11 Uhr zugelassen. Taxen und Menschen mit Behinderung, die einen blauen Parkausweis haben, können weiterhin die Fahrradstraße befahren und auf den ausgewiesenen Stellplätzen parken. 

Susanne Scherz, Leiterin der Abteilung Straßenverkehr beim Amt für öffentliche Ordnung, sagte: „Neue Regeln brauchen eine Zeit, bis sie den Verkehrsteilnehmern bewusst sind. Dennoch: Die neuen Verkehrsregeln sind eindeutig und gelten bereits. Darauf weisen auch Banner in den Einfahrtbereichen der Torstraße und Hauptstätter Straße hin. Wir achten schon jetzt sehr genau auf die Einhaltung und sanktionieren, aber informieren gleichzeitig auch über den Sinn der Maßnahme.“ 

Gesamtkonzeption für den City-Ring 

In der Eberhardstraße wird der Zielbeschluss zum ersten Mal im Stadtgebiet sichtbar. Der Beschluss umfasst das Gebiet innerhalb des City-Rings. Stephan Oehler, Abteilungsleiter Verkehrsplanung und Stadtgestaltung im Amt für Städtebau, Wohnen und Umwelt, sagte: „Momentan analysieren wir das Gebiet innerhalb des City-Rings, um im Ergebnis ein Gesamtkonzept für die Innenstadt zu haben. Inhalt werden Vorschläge dazu sein, wo wir Fußgängerflächen erweitern beziehungsweise zusätzliche Verkehrsberuhigungen umsetzen können. Mit den Ergebnissen rechnen wir bis Mitte nächsten Jahres. Wir wollen in der Zwischenzeit mit schnellen, flexiblen Maßnahmen zeigen, dass wir vorankommen. Als nächstes folgt die Dorotheenstraße. Wir werden neue Wege gehen, Erfahrungen sammeln und Änderungen vornehmen, wo es zwingend oder angemessen ist.“ 

Die Stadt setzt auf mehr Grünflächen, Flächen zum Verweilen ohne Konsumzwang, eine bessere Radinfrastruktur inklusive Abstellmöglichkeiten, mehr Angebot für Kinder und Jugendliche sowie Flächen für Außengastronomie. 

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