I love ITFS

Ende April (dieses Jahr ab Dienstag, den 30. April) steht sie wieder auf dem Schloßplatz: Die Videowall für das Open Air Kino, des International Trickfilm Festival (#ITFS). So verlässlich wird sonst nur die Eisbahn Ende November aufgebaut. Aber die Kinowand ist natürlich viel lauter, bunter und hoffentlich wird es nicht so kalt wie an Weihnachten.

Draußen gibt es immer ab 14.00 Uhr, bis einschließlich Sonntag, den 5. Mai, Trickfilme umsonst. Ich empfehle – ungesehen, weil letztes Jahr verpasst – „Isle of Dogs“ von Wes Anderson am Donnerstagabend. Ach, ich empfehle sowieso alles beim Internationalen Trickfilmfestival (obwohl ich hier eigentlich zum Bruddeln engagiert wurde).

Ich habe dieses Jahr bereits mein Zehnjähriges mit der schönsten Kinowoche im Jahr und meine Lieblinge sind die „Kultnacht – Best of Animated Music Videos“ und alle „Young Animation“-Vorstellungen. Da gibt es in schneller Abfolge Perfektes und weniger Perfektes in jeder Optik, in allen Dimensionen – 3D bis Strichmännchen – in allen Lautstärken und allen Sprachen.

Ich erinnere mich ungern an einen chinesischen Märchenfilm, bestimmt 20 Minuten lang, mit chinesischer Musik und chinesischen Untertiteln und völlig unverständlicher Handlung.

„Aargh“ habe ich verstanden. Aargh lief 2010 beim ITFS und ist immer noch einer meiner liebsten Filme, den ich auf dem ITFS gesehen habe. Aargh wurde von einem echten Schauspieler dargestellt, aber der Kopf wurde nachträglich animiert (stark vereinfachte Erklärung meinerseits). Und Aargh wurde später auch Star in einem Video von Seeed. Like, wenn du dich erinnerst!

Sehr empfehlenswert sind beim ITFS die „In Persona“-Blöcke, bei denen das Gesamtwerk einer Zeichnerin oder eines Zeichner präsentiert wird. Dieses Jahr Jonathan Hodgson, Wong Ping & KongKee, Ulu Braun und Max Hattler (Nicht dass ich wüsste, wer diese Menschen sind, aber interessant sind sie ganz sicher).

Letzterer ist auch bei „REWORK vs. Max Hattler – Electronic Music & Animated Visuals“ am 4. Mai abends im Kuppelsaal im Kunstgebäude dabei.

Rework – das sind Michael Kuebler, Daniel Varga und Elmar Mellert. Sie machen „New Wave House“ und kombinieren Minimalstrukturen mit eingängigen Euro-Girl-Vocals und einer Prise Dance Floor-Melancholie. Ihre Musik trifft im Kuppelsaal des Kunstgebäudes auf die Animated Visuals von Max Hattler. Für den Animations- und Neo-Media-Künstler ist abstrakte Animation die perfekte Grundlage, damit Bewegung und Bild in einzigartiger Weise harmonieren. Also beweg Dich zu Bild und Electro aus Hongkong und Stuttgart.

Bewegung gibt’s auch bei der Gamezone, unter anderem im Breuni: Dort wird ein „Hologate“ für ein „Multiplayer Gaming im virtuellen Raum” aufgebaut.

Ihr könnt in der Sportabteilung in unrealen Welten zocken. Hab gehört, dass Ina Aogo am 2.5. auch in Stuttgarts beliebtestem Kaufhaus ist und deren Fachgebiet sind ja Aufzüge und der virtuelle Raum (aka Instagram). Aber Achtung: Entweder ihr lasst sie gewinnen, oder sie blockt euch.

Ganz real wird euch ab Dienstag auffallen, dass viele, zum Teil recht blasse, aber durchweg jungdynamische Menschen mit großen Eintrittsbadges um den Hals zwischen Haus der Wirtschaft, Palast und den Innenstadtkinos hin und her gehen.

Das sind die Nerds, die die Kinofilme für Hollywood, eure Netflix-Serien und Computerspiele animieren und auf der FMX, „einer der weltweit einflussreichsten Konferenzen für digitales Entertainment“ konferieren. Seid bitte nett zu Ihnen, wenn sie sich am Palast Bier holen: Sie kommen sonst nicht so oft raus ins Tageslicht, denn alles was bei der FMX und beim ITFS zu sehen ist, ist unglaublich viel Arbeit. Danke!

Internationales Trickfilmfestival
vom 30. April bis 5. Mai 2019
Web

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.