Tarifzonenreform: Neuer VVS-Tarif ab 1. April

Schwäbische Pink Floyd The Wall Tour, Bild VVS.

Im Juni 2018 vorgestellt und danach von allen Kreistagen der Region beschlossen, sind heute die schwäbischen Pink Floyd auf The Wall-Tour gegangen, erster Tourstopp war heute an der Stadtbahnhaltstelle Mineralbäder. Symbolische Location, denn hier ging (bzw. geht noch bis diesen Sonntag) die Zone 10 in die Zone 20 über. Oder die Zone 20 in die Zone 10.

Zone 10 und 20 sind ab kommenden Montag, 1. April Geschichte, denn bei der größten Reform in der 40jährigen Geschichte der VVS werden aus über 50 Tarifzonen fünf Ringzonen.

Das System soll damit einfacher, übersichtlicher und günstiger werden – zumindest für diejenigen, die bislang durch viele Zonen reisten. Oder anders gesagt, für viele Langstrecken-VVSler. Wohnt man im Innercircle Ring 1 ändert sich wenig bis gar nichts, wurde hier auch schon fleißig durchgerechnet.

Hier mehr Infos zur Reform und der neue Ringzonen-Plan.

Oder hier. Mist, man kann gar nicht mehr vergrößern, muss ich mal checken die Tage, sorry.

Pressemitteilung zum symbolischen Zonen einreißen anbei.


Historische Reform: neuer VVS-Tarif ab 1. April 2019
OB Kuhn: „Neuer Tarif macht öffentlichen Nahverkehr so attraktiv wie nie zuvor“

Der VVS steht vor einer Zeitenwende. Am 1. April 2019 tritt der neue VVS-Tarif in Kraft – die größte Reform in der 40-jährigen Verbundgeschichte. Das Tarifzonensystem wird kräftig verschlankt: Aus den bisher über 50 Tarifzonen werden fünf Ringzonen im Kerngebiet des VVS. Das Tarifsystem wird damit einfacher und übersichtlicher.

Für viele Fahrgäste wird es aber auch günstiger, vor allem für die zahlreichen Pendler in den Talkessel der Landeshauptstadt. Die heutigen Tarifzonen 10 und 20 in Stuttgart werden zur künftigen Tarifzone 1 zusammengefasst. Die Sektorengrenzen in den Außenringen fallen weg und die zwei Außenringe 60 und 70 werden zur neuen Ringzone 5 vereinigt.

Die öffentliche Hand investiert für die Tarifreform rund 42 Millionen Euro pro Jahr. Das Verkehrsministerium hat zugesagt, die Tarifreform aus Gründen der Luftreinhaltung im Ballungsraum Stuttgart mit insgesamt 42 Millionen Euro über einen Zeitraum von sechs Jahren zu unterstützen.

Die Landkreise und die Landeshauptstadt Stuttgart übernehmen die restlichen Kosten gemeinsam im Verhältnis 55 Prozent (Landkreise) und 45 Prozent (Stadt Stuttgart). Die Landkreise teilen ihren Kostenanteil untereinander entsprechend der Einwohnerzahlen auf.

Fritz Kuhn, Oberbürgermeister Landeshauptstadt Stuttgart und VVS-Aufsichtsratsvorsitzender: „Der neue VVS-Tarif macht den öffentlichen Nahverkehr in Stuttgart so attraktiv wie nie zuvor. Durch die Reform werden noch mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen und somit einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten. Die Preise werden für viele nicht nur günstiger, sondern der Tarif wird im Gesamten einfacher. Für Stuttgart heißt das, dass der Fahrpreis für eine Zone für das ganze Stadtgebiet gilt.“

Winfried Hermann, Verkehrsminister Baden-Württemberg:„Einfach, günstig, umweltfreundlich – das ist der neue VVS-Tarif. Der neue Tarif ist ein unschlagbares Argument, das Auto stehen zu lassen und umzusteigen – gerade im Hinblick auf die nach wie vor hohen Stickoxidwerte und die daraus resultierenden Fahrverbote für alte Dieselautos. Die Tarifreform ist eine wichtige Maßnahme im Luftreinhalteplan. Wir würden uns freuen, wenn weitere Verkehrsverbünde dem Vorbild des VVS folgen, ihren Tarif einfacher und günstiger zu gestalten. Dafür haben wir ein Förderprogramm aufgelegt.“

Roland Bernhard, Landrat im Landkreis Böblingen:„In den Verhandlungen und Gesprächen über den neuen VVS-Tarif war die oberste Prämisse aller Beteiligten, dass kein Fahrgast schlechter gestellt wird. Niemand muss mehr bezahlen, aber viele fahren günstiger. Letztlich profitiert jeder Fahrgast, denn wir haben uns darauf verständigt, dass es 2019 keine Tariferhöhung gibt.“

Heinz Eininger, Landrat im Landkreis Esslingen:„Ein lang ersehnter Esslinger Wunsch geht in Erfüllung. Durch den Wegfall der Sektorengrenzen reduziert sich die Zahl der Zonen im Landkreis Esslingen von 15 auf vier. Damit werden die Tarife transparenter, einfacher und günstiger. Das bringt allen etwas, den Stuttgartern, aber auch den Pendlern in die Mittelzentren und in die Landeshauptstadt.“

Dr. Rainer Haas, Landrat im Landkreis Ludwigsburg:„Die Freude über die Tarifreform ist auf allen Seiten groß. Doch die Arbeit geht weiter. Der Tarif ist nur die eine Seite der Medaille. Für die zusätzlichen Kunden müssen die Partner des ÖPNV-Paktes die Kapazitäten ausbauen, damit die, die öffentlich fahren wollen, auch ordentlich befördert werden. Dafür werden hohe Investitionen in die Infrastruktur und das Leistungsangebot erforderlich sein.“

Dr. Richard Sigel, Landrat im Rems-Murr-Kreis:„Wie in allen anderen Kreistagen auch fiel der Beschluss für die Tarifreform auch im Rems-Murr-Kreis mit einer klaren Mehrheit aus. Eine Entscheidung, deren Vorteile auf der Hand liegen. Der Rems-Murr-Kreis besteht künftig aus nur noch vier statt aus elf Zonen. Mit dem sukzessiven Ausbau des Busverkehrs, den neuen Zügen auf der Remsbahn und der Ausweitung des 15-Minuten-Takts bei der S-Bahn stehen darüber hinaus weitere Verbesserungen für die Fahrgäste ins Haus.“

Edgar Wolff, Landrat im Landkreis Göppingen:

„Vor Kurzem hat unser Kreistag mit großer Mehrheit beschlossen, dass der Landkreis Göppingen ab 2021 vollwertiges Mitglied im VVS wird. Die Tarifreform, die dann auch im Landkreis Göppingen den öffentlichen Nahverkehr deutlich attraktiver machen wird, hat dabei eine wichtige Rolle gespielt. Durch die Teilintegration profitieren schon jetzt die Bahnfahrgäste im Filstal. Der volle Nutzen kommt dann 2021.“

Thomas S. Bopp, Vorsitzender des Verbandes Region Stuttgart:

„Die Regionalversammlung hat sich schon seit Jahren für die Abschaffung der Sektorengrenzen stark gemacht. Wir freuen uns, dass mit der Tarifreform auch die tangentialen Verbindungen und der Nahverkehr in der Fläche der Region deutlich attraktiver wird. Mit der Beschaffung von zusätzlich 58 neuen S-Bahn-Zügen werden wir die Kapazitäten enorm steigern können.  Nun muss aber auch in die Infrastruktur investiert und der Schienenknoten Stuttgart digitalisiert werden.“

2 Comments

  • loepaeng sagt:

    *SERVICE KOMMENTAR*
    Vergrößer-verlinke doch darauf: http://www.vvs.de/download/Tarifzonenplan_2019.pdf

  • martin sagt:

    kam gerade als pressemitteilung rein

    VVS-Tarifreform wirkt

    Bilanz nach erstem Monat: 50.000 Fahrten mehr als im Vorjahr

    Der VVS zieht eine positive, erste Bilanz der Tarifreform: Schon im ersten Monat, dem April, zählte der Verbund rund 50.000 Fahrten pro Tag mehr als im April 2018. Das entspricht einem Anstieg von 4,1 Prozent.

    Der Aufsichtsratsvorsitzende des VVS, Oberbürgermeister Fritz Kuhn wertet die Reform als „vollen Erfolg. Wir haben mit ihr den Öffentlichen Nahverkehr noch attraktiver gemacht. Jetzt ist es wesentlich einfacher und günstiger, Bahnen und Busse zu nutzen. Ich bin gewiss, dass noch mehr Menschen in Stuttgart und der Region umsteigen werden.“ Und weiter: „Für die Partner ist diese Reform ein Kraftakt, aber eine lohnende Investition in nachhaltige Mobilität unserer Bürger.”

    2018 und in den ersten Monaten des Jahres 2019 lag die Steigerungsrate bei knapp über einem Prozent und hat somit seit der Tarifreform kräftig zugelegt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der April in diesem Jahr zwei Ferienwochen hatte und im letzten Jahr nur eine Woche. Erfreulich ist, dass die Zahl der Abonnenten gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um 6,8 Prozent gestiegen ist.

    Mit der größten Tarifreform in der 40-jährigen Geschichte des VVS wurde das Tarifsystem kräftig entschlackt. Die Zahl der Zonen wurde deutlich reduziert und der Fahrpreis für viele Kunden günstiger. Von der Tarifreform profitieren zum Beispiel Fahrgäste aus Stuttgart, die jetzt nur noch eine Zone für die Fahrt in die Landeshauptstadt bezahlen müssen. Auch die zahlreichen Einpendler, die vom Umland in den Stuttgarter Talkessel fahren, sparen mindestens eine Zone und damit rund 25 bis 30 Prozent des Fahrpreises. Schließlich bringt das neue Tarifsystem auch für tangentiale Verbindungen, also außerhalb des Zentrums, Vorteile. So bildet der gesamte Filderraum von Leinfelden-Echterdingen bis nach Esslingen, der bisher in vier Zonen aufgeteilt war, eine einzige Tarifzone.

    Die Umstellung auf das neue Tarifsystem ist im April gut gelungen. Obwohl dutzende Vertriebssysteme wie Fahrausweis-Automaten, Fahrscheindrucker und Handyticket-Systeme bei den 40 Verkehrsunternehmen umgestellt werden mussten, hat es praktisch keine technischen Probleme gegeben. Wer sein Ticket vor dem 1. April zu einem höheren Preis gekauft hat, konnte sich den zu viel bezahlten Preis bis 31. Mai 2019 erstatten lassen. Bisher wurden hierfür Erstattungszahlungen von über 1,5 Millionen Euro geleistet.

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