Jetzt in der Staatsgalerie: “Love is in the Bin” von Banksy

Matchday: Straße, Justin Bieber-Unterarmtatoo, Sotheby’s, Schredder, Stuttgart, Staatsgalerie. Alles an einem Tag. Wie mit der VVS. Die Haltestelle Staatsgalerie wird explodieren. Banksy ist da. Als Dauerleihgabe. Mit seinem Schredder-Bild “Love is in the Bin”, das vor dem Schredder “Girl with Balloon” hieß.

Im Hammermoment wollte es Banksy zerstören, aber auf augenscheinlich exakt der halben Schredderstrecke (!!!) stockte der Schredder. Die Käuferin packte es trotzdem ein für 1,2 Mios. Hintergedanke freilich auch, das nach dem globalen Buzz dieser Aktion der dicke Bilderrahmen mit den Halbschnipsel noch mehr wert sein wird. Extrem witzige Leute kommentieren übrigens die Staatsgalerie-Nummer: “Ja wie, des Bild isch doch kaputt!!!?” Gnhihihihihi. So lustig!

Presse Alert.

Serious Kunstbusiness: Staatsgalerie-Direktorin Christina Lange hat die anonyme Sammlerin, die das Werk ersteigert hat und die, die Gerüchteküche brodelt wie ein Methlabor, wahrscheinlich aus BW kommt, eventuell sogar aus Stuttgart/Region, bei einem Dinner zufällig kennengelernt, so die Legende, die nun im Raum ist.

Dabei kam heraus, dass die unbekannte Dame die Eigentümerin von LINTB ist, erzählt Lange auf der PK. Kann man auch beim Aussi nachlesen. Frau Lange fasste sich ein Herz wie ein VfB-Stürmer und hat mit der Sammlerin beim Abendessen (kurz vor der Nachspeise, so der Mythos) die Dauerleihgabe ausgehandelt. Serious Kunstbusiness. Du weißt eben nie, wer neben dir sitzt. Eventuell Banksy selbst.

Mysterium Banksy: Seit langem wird spekuliert, wissen natürlich alle B-Fans, dass hinter dem Pseudonym Massive Attacks Mastermind Robert Del Naja steckt. Vor seiner Zeit als Musiker war Del Naja aka 3D als Graffiti-Artist aktiv. Vielleicht ist aber auch Geige Banksy. Oder Thorsti.

Facts: Das mit der Staatsgalerie ausgehandelte Dauerabo gilt zunächst für ein Jahr. Danach sieht man weiter, so Lange und bewertet die Aktion nach diesem Zeitraum.

Außerdem: Das Bild wird alle zwei Monate an einer anderen Stelle in der Staatsgalerie platziert, analog zum Banksy-Prinzip mal hier mal dort aufzupoppen. Außerdem, das hatten wir auch hier schon in den Kommentaren, vermeidet man auf diesem Weg ein schnelles Rein-Selfie-Raus-Movement. Und die Besucher müssen sich auf der Suche nach Banksy mit der Staatsgalerie auseinandersetzen. Wenigstens so ein bisschen. Schon schlau.

Für alle Banksy-Kunst-ist-das-überhaupt-Kunst-oder-nicht-und-gehört-das-Bild-überhaupt-in-die-Staatsgalerie-Diskussionen wendet euch bitte an den Kunsthistoriker eures Vertrauens. Alle anderen kommen bitte mit der Bahn.

Ein Interview mit Staatsgalerie-Direktorin Christina Lange gibt’s auf LIFT und hier die große Story von Ingmar.

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