Aer Club schließt

Wir haben die Archivfotos.

Gerade eben hat auf FB der AER Club (früher P-Club, davor legendary OZ) das Ende nach über elf Jahren verkündet. Am 30. März feiert das Closing. Erzählt wird wie schon so oft die Geschichte vom berühmten lachenden und weinenden Auge, wie man so hörte, waren es in in letzter wohl eher die weinenden Augen. Die Luft im Champagner-Flaschen-Kübel-Eisfontänen-Business ist doch eher dünn in Stuttgart.

Leider möchten wir Euch heute mitteilen, dass der AER Club Ende März 2019 seine Türen für immer schließen wird!
Über 11 Jahre haben wir das Stuttgarter Nachtleben nachhaltig mit geprägt, Standards gesetzt und uns immer wieder neu erfunden. Nach so vielen Jahren der Feierei verabschieden wir uns mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Für uns ist es an der Zeit für Veränderung und einen neuen Weg. Wir danken Euch von ganzem Herzen für Eure Treue und die grandiosen Partynächte!
Wir geben ab, der Vorhang schließt sich, Dankeschön!
Euer AER

Der AER Club wurde im November 2007 u.a. von dem damaligen Event-King Uwe Reiser eröffnet und war schon Monate davor ziemlich hyper alles, die Älteren erinnern sich (nicht mehr) und ich erinnere mich gerade auch nur, weil ich meine alten SubCulture-Artikel durchgeschaut habe. Uwe Reiser ist nach relativ kurzer Zeit schon wieder ausgestiegen. (Interview mit Uwe nach dem Flyer).

Interview mit Uwe Reiser, SubCulture Ausgabe 2008

Erkennt man noch, dass es einmal der P-Club war?
Nein, es nichts mehr vom P-Club da. Wir haben zweieinhalb Monate lang alles herausgerissen was drin war – Podeste, Bars, Kabel – einfach alles. Es ist ein total neuer Club. Das fängt beim Eingang an. Das Cafe im EG ist weg. Die alten Kühlräume sind als Lounge-Fläche ausgebaut worden. 

Hättest du auch an anderer Stelle einen Club eröffnet? 
Nein, das ist für mich der einzige Platz an dem ich einen Club machen würde. Wir haben ja schon mehrfach über ein Bar-Lounge-Restaurant-Konzept nachgedacht. Aber ich war schon mit 16 im Oz, habe dort meine Jugend dort verbracht, die coolsten Partys gefeiert und später selbst Veranstaltungen (The Night Club) im P-Club gemacht und nun ist es der eigene Club. Da bekommt man fast schon einen kleinen Schauder auf dem Rücken. 

Wie soll sich der Aer Club von anderen Locations in Stuttgart abheben?Unser Alleinstellungsmerkmal wird natürlich der Service sein. Das fängt an bei der sehr guten Türpolitik, geht weiter bei der Garderobe oder über Snacks wie Sushi, Sandwiches oder Suppen während des kompletten Nachtbetrieb, bis hin zu ausreichend VIP-Bereichen, in die man sich selbst zurückziehen kann, wenn der Laden voll ist. Wir bieten ein etwas breiter gefächertes Musik-Programm. Samstags liegt der Schwerpunkt zwar auf House, aber vermischt mit älteren Classics. 

Der Club selbst soll ein Ereignis sein…
Wir haben dank dem Innenarchitekten Gregor Scholz eine Einrichtung, die von der Konzeption ihresgleichen sucht in Stuttgart. In Zusammenarbeit mit Unternehmen Form haben wir das Inneneinrichtungsgegenstände herausgesucht, angefangen von der Philipp Stark Stehleuchte bis in zum Designersofa oder Charles Eames-Sessel von Vitra. Die Innenrichtung wird hochwertiger sein, als alles andere in Stuttgart. Desweiteren haben wir eine Lichterdecke im Las-Vegas-Stil. Das ist ein einziger, computergesteuerter Lichtteppich über der Tanzfläche. 

Warum habt ihr nur samstags geöffnet? 
Wir wollen uns erst einmal auf den Samstag konzentrieren, hier alles richtig machen und keine Kompromisse bei unserem Konzept machen. Die anderen Tage kann der Club stehen für Firmenfeste, Jubiläen, Premierenfeiern, Privatveranstaltungen oder ähnlichem angemietet werden. Den Mittwoch übernimmt Juan vom Deli als Fremdveranstalter. Man kann sich durchaus vorstellen, den Freitag irgendwann dazu zu nehmen, vorausgesetzt es funktioniert alles reibungslos. Dann muss sich der Abend aber vom Samstag natürlich auch unterscheiden. 

P.S.: Der Thorsten hat einst einen starken (Alp)Traum im AER Club.

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