Campout Rathaushonig: 444 Gläser ab Mittwoch erhältlich

(Foto: Leif Piechowski/LHS Stuttgart) 

Das ist jetzt wie im Suppa, nur anders: Campout Rathaus heute Nacht, denn Morgen Releasedate Rathaus Honey Pack, Raffle-Tickets ab sofort, es gibt nur 444 Gläser echte Stuttgarter Bienenarbeit, 5,60 Euro das Glas. Save the Biene, kill the Plastiktüte, that’s the Spirit 2018. Und Dubai natürlich. Oder doch Sylt? 

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PM Landeshauptstadt Stuttgart 

OB Kuhn verkündet Verkaufsstart des diesjährigen Rathaushonigs. 444 Gläser sind ab Mittwoch an der Infothek erhältlich

Mehr als 100 Kilogramm Honig haben die Rathausbienen in diesem Jahr produziert – das ergibt 444 Gläser. Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Imker Hans-Eberhard Wulle haben am Dienstag, 28. August, bei der Präsentation des Honigs auf dem Stuttgarter Rathausdach auf die Bedeutung des Projekts hingewiesen.

OB Kuhn sagte: „Das Projekt ,Rathausbienen‘ ist ein Riesenerfolg. Der Honig unserer Bienen ist so beliebt, dass er in kürzester Zeit ausverkauft ist. Das liegt vor allem an seinem besonderen Geschmack: Ganz unterschiedliche Pflanzen wachsen hier im Talkessel – neben den Bäumen auch Blumen auf Dachgärten oder am Boden. Unsere Rathausbienen finden in Stuttgart ein reichhaltiges Nahrungsangebot.“

Laut Rathaus-Imker Hans-Eberhard Wulle sind es vor allem zwei Aromen, die dem Blütenmischhonig seinen Geschmack verleihen: Götterbaum und Linde. „Hinzu kommen unter anderem Kastanie, Akazie, Schnurbaum, Ahorn, Kirsche und Apfel“, so Imker Wulle, dessen Bienen vom Rathausdach bis zu drei Kilometer weit in die Stadt schwirren.

Der Stuttgarter Rathaushonig steht ab Mittwoch, 29. August, zum Verkauf. Erhältlich sind die 250-Gramm-Gläser an der Infothek im Rathaus – solange der Vorrat reicht. Preis je Glas: 5,60 Euro.

Begonnen hat das Projekt „Rathausbienen“ im Jahr 2014 gemeinsam mit dem Verein Bienenschutz Stuttgart, um auf das Bienensterben aufmerksam zu machen. Die Zusammenarbeit mit Hans-Eberhard Wulle läuft seit August 2016. Mittlerweile leben in den fünf Bienenstöcken auf dem Rathausdach insgesamt 150.000 Bienen.

Hinter Rindern und Schweinen sind Honigbienen die drittwichtigsten Nutztiere – und zudem die kleinsten der Welt. Ein Großteil der hierzulande angebauten Pflanzenarten, die auch als Nahrungsgrundlage für Mensch und Tier dienen, wird von ihnen – ebenso wie von Wildbienen – bestäubt. Der Erhalt der Bienen ist ein Thema, das dem OB am Herzen liegt. „Es ist wichtig, einen weiteren Rückgang der Bienenpopulation zu verhindern“, betonte der OB.

Sowohl Honig- als auch Wildbienen sind von Futterknappheit, Pestiziden, Krankheiten und Lebensraumverlust bedroht. Die Wildbienen trifft es dabei besonders hart. Laut Artenschutzkonzept der Stadt Stuttgart, das im April erschienen ist, sind von den ursprünglich für Stuttgart bekannten rund 270 Wildbienenarten bereits circa 60 Arten ausgestorben. Ein weiteres Viertel ist gefährdet. 

3 Comments

  • giano sagt:

    Danke für den letzten Absatz! Der Irrglaube, die von Imkerhand zugefütterte Honigbiene wäre bedroht, ist weitverbreitet und falsch. Leider stehen zusätzliche Honigbienen mit den Wildbienen im Wettbewerb um tw. knappes Nahrungsangebot und verdrängen diese oft.

  • martin sagt:

    ja, da war dieses jahr schon ein guter artikel im zeitmagazin

    “Ein Anruf bei Peter Rosenkranz, einem der führenden deutschen Bienenforscher. Rosenkranz, 61, leitet die Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim, die auch am Deutschen Bienenmonitoring beteiligt ist.

    “Die Honigbiene wird das letzte Insekt sein, das ausstirbt”, sagt er. “Sie ist nicht bedroht, solange es Imker gibt.””

    https://www.zeit.de/zeit-magazin/2018/21/imkern-honig-hobby-bienen-grossstadt/seite-2

  • Moritz sagt:

    Rosenkranz hat da vollkommen recht. Solange es Imker gibt, wird es Bienen geben. Wir Imker können alle Wiedrigkeiten irgendwie ausgleichen. Wenn wir sehen, dass die Hälfte der Völker über den Winter eingeht, können wir “einfach” im laufe des Jahres den Bestand verdoppeln. Anders sieht das bei den Wildbienen aus, um die sich kein Imker kümmert, die niemand umsorgt und komplett auf sich allein gestellt leben.
    Nur: Mit der Honigbiene lässt sich toll für das Bienensterben werben. Die meisten Leute mögen Honig und kennen die Honigbiene als fleißigen und ruhigen Bestäuber. Zu anderen Insekten besteht, mit Ausnahme der Hummeln als drollige coole Flauschebobbel, deutlich weniger Bezug. Daher lässt sich damit plakativ für Naturschutz und Nistplätze (für Wildbienen) werben.
    Der Wettbewerb ist ein eher theoretisches und örtlich eingeschränktes Problem. In Stuttgart besteht das beispielsweise nicht. Die vielen Kastanien und Linden, Büsche, Sträucher, Hinterhöfe geben mehr her als nötig. Auch sind die Insekten ganz unterschiedlich spezialisiert. Was die eine sucht, interessiert die andere kein Stück.
    Problematisch wird es, wenn Großimker eine große Zahl an Bienen an einen Ort karren und dort ein eingeschränktes Angebot besteht.
    Bei einer wesensgemäßen Imkerei, die an einem Standort bleibt, eine moderate Zahl an Völkern an einem Ort steht, der Standort über eine gute Biodiversität verfügt, wie z.B. Stuttgart, existiert dieses Problem nicht.
    Die viel zitierte Studie aus dem Science Magazin hat die Studie mit Hochleistungsvölkern in einem spanischen Nationalpark durchgeführt mit begrenztem Nahrungsangebot. Dass da sieses Ergebnis bei raus kommt ist kein Wunder.
    Trotzdem brauchen die Wildbienen Hilfe. Mit sandigen Flächen in Gärten, die wenig gemäht werden und vielen Nistplätzen.
    Einige Winzer, wie z.B. die KSK Winery aus Mühlacker mähen beispielsweise ihre Reihen immer versetzt, dass immer Nahrungsangebot in der Weinbergwüste besteht. So kann die Landwirtschaft auch Hand in Hand mit der Natur gehen!

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