Rest in Peace Zone 10 – hello Zone 1: VVS Tarifzonenreform

Breaking News: Aus 52 Zonen werden fünf Ringe, es ist die erste große VVS Tarifzonenreform seit es die VVS gibt, Rest in Peace most loved Zone 10, hello Zone 1 und alle sind happy. Oder viele. Und es gibt noch viele Frage und wir sind jetzt seit Stunden das VVS-Twitter-Callcenter. Machen wir doch gerne, wenn es manchen zum umsteigen bewegt. Mir wächst glaub grad ein Headset ausm Kopf. Mit Tastatur.

VVS ballert hart, endlich!, rufen alle schon auf Twitter und selten hat man glaub ich einen Verkehrsminister, einen Stuttgarter Oberbürgermeister, Landräte und Regionsverband Vorsitzende und Bürgermeister der Gemeinden so glückselig gesehen:

Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Verkehrsminister Winfried Hermann MdL, der Vorsitzende des Verbandes Region Stuttgart Thomas S. Bopp und Landrat Heinz Eininger haben heute die geplante VVS Tarifzonenreform vorgestellt. Geht jetzt durch alle Gremien (siehe weiter unten), wird das ab dem 01. April 2019 wie gesagt anstatt 52 Zonen nur noch fünf Ringe geben.

Das große Ziel dahinter ist natürlich, den Fahrgästen einen einfacheren und kostengünstigeren Nahverkehr zu bieten und somit die Menschen zu animieren, das Auto öfter mal stehen zu lassen oder ganz umzusteigen.

Das Stadtgebiet-Ticket, also die Zone 1, kostet zukünftig 2,50 Euro und erstreckt z.B. von Solitude bis Fellbach (die Strecke kostet z.B. aktuell 2,90 Euro).

Erste Fragen auf Twitter waren hierzu: Was ist mit Stationen auf den Zonengrenzen (der erste der einen Bananengag bringt, muss in Denkendorf zum Crocs-Campout)? Es gilt immer der innere Ring, also günstigere Tarif.

Gibts danach noch das Kurzstreckenticket? Ja.

Die Herrschaften auf der Bühne waren alle gut gelaunt (“Meilenstein”, “großer Wurf”) und betonten, was ich mir sehr gut vorstellen kann, dass es monatelang ein echter Hustle war, da spielt halt alles rein, Politik to da fullest, Land, Stadt, Region und natürlich geht’s wie immer um das Liebe Geld.

Aus der PM: “Die Kosten der Tarifzonenreform betragen bis zu 42 Millionen Euro pro Jahr. Diese Kosten entstehen, weil viel Fahrgäste künftig weniger Zonen befahren und einen geringeren Fahrpreis entrichten müssen. Für die Verkehrsunternehmen entstehen damit Mindereinnahmen, die  von öffentlicher Hand ausgeglichen werden.”

Okay, also Innenstadt Zone riesig und ist im bundesweiten Vergleich dann eines der günstigsten Einzeltickets.

Da wurde auch wiederum auf Twitter schon angemerkt, dass man für die 2,80 Euro in Berlin aber weitaus größere Distanzen als eben z.B. Solitude -> Fellbach – wobei ich das jetzt nicht nachmessen kann, wie weit es von Charlottenburg bis Ostkreuz ist, aber vermutlich eben weiter. Egal.

Ein paar Preisspiele für Einzeltickets:

Für Monatstickets…

Jahresticket:

Eindeutiger Sieger ist also, wer von Holzgerlingen nach Leonberg musste, haha, Scherz. Der Spareffekt ist offensichtlich und einer in der Runde auf der Mainstage betonte:

Nochmals angemerkt: Das Ding ist noch nicht durch, wurde heute erst (glückselig wie gesagt) vorgestellt und das jetzt die nächsten Steps:

Der Artikel wird noch nach und nach etwas upgedatet, offizielle PM folgt. Hier noch ein paar Tweets aus der PK.

Große Tarifzonenreform zum 1. April 2019 geplant – Einigung über Finanzierung auf Spitzenebene – Jetzt sind die Gremien gefragt

VVS-Tarife sollen einfacher und günstiger werden
OB Kuhn: „Der neue VVS-Tarif ist ein Meilenstein: einfach, günstig und umweltfreundlich.“ – Verkehrsminister Hermann: „Ein großer Wurf ist gelungen.“

Das Tarifsystem des VVS soll 40 Jahre nach Verbundgründung erstmals grundlegend reformiert werden. „Die Reform macht den Öffentlichen Nahverkehr in Stuttgart so attraktiv wie nie zuvor. Es war höchste Zeit, das Tarifsystem des VVS übersichtlich zu machen. Mit diesem Meilenstein in der Entwicklung des VVS ist es einfacher und vor allem günstiger, Bahnen und Busse zu nutzen. Ich bin gewiss, dass jetzt noch mehr Menschen in Stuttgart und der Region umsteigen werden”, sagt Oberbürgermeister Fritz Kuhn.

„Diese Reform spüren alle, egal ob sie den VVS regelmäßig oder gelegentlich nutzen. Die Fahrten in den Talkessel werden zum Teil bis zu 30 Prozent günstiger. Das ist für die Partner ein finanzieller Kraftakt – und eine einzigartige Investition in die nachhaltige Mobilität unserer Bürger.”

Die heutigen Tarifzonen 10 und 20 in der Landeshauptstadt sollen zu einer einzigen Tarifzone zusammen gelegt werden. Davon profitieren die Fahrgäste in Stuttgart selbst, aber auch viele Pendler aus der Region, die täglich in den Stuttgarter Talkessel fahren. Die Sektorengrenzen in den Außenringen sollen wegfallen und zwei Außenringe zusammengefasst werden. Damit reduziert sich die Zahl der Tarifzonen in Stuttgart und den vier Verbundlandkreisen deutlich von 52 auf nur noch fünf Ringzonen. Der neue VVS-Tarif soll zum 1. April 2019 in Kraft treten.

Verkehrsminister Winfried Hermann bezeichnete den neuen VVS-Tarif als „großen Wurf“. Er betonte, dass man angesichts des Leipziger Urteils des Bundesverwaltungsgerichts zur Luftreinhaltung kurzfristig umzusetzende und schnell wirkende Maßnahmen im öffentlichen Nahverkehr benötige: „Die Region Stuttgart und insbesondere die Landeshauptstadt sind mit Feinstaub und Stickoxid belastet, die Grenzwerte werden nach wie vor überschritten. Daher nehmen wir die VVS-Tarifzonenreform in den Luftreinhalteplan auf und unterstützen das Vorhaben auch finanziell.“

Einen großen Anteil am Gelingen der VVS-Tarifzonenreform haben  die Verbundlandkreise Esslingen, Ludwigsburg, Böblingen und Rems-Murr-Kreis. Der Esslinger Landrat Heinz Eininger betont, „die jetzige große Lösung ist eine Reform aus einem Guss, die für viele Vorteile bringt.“ Er verweist darauf, dass in seinem Landkreis aktuell noch 15 Tarifzonen bestünden. Mit der Tarifzonenreform wären es nur noch vier Ringe. Damit sei dem Anliegen des Landkreises nach weniger Tarifzonen sowie preislicher Entlastung und Vereinfachung für die Nutzer des ÖPNV entsprochen worden.

Eininger unterstreicht, dass mit der Tarifzonenreform kein Fahrgast schlechter gestellt werde: „Das war für uns eine Prämisse.“ Für seinen Kollegen aus Ludwigsburg, Dr. Rainer Haas, ist es wichtig, „dass für die zusätzlichen Kunden auch entsprechende Kapazitäten in den Bahnen und Bussen geschaffen werden. Wir brauchen dringend auch Investitionen in substanzielle Verbesserungen – damit meine ich nicht nur Taktverdichtungen, sondern auch ergänzende, tangentiale Schienenstrecken. Bei allen genannten Punkten sind jetzt und auch in Zukunft alle Aufgabenträger gefordert“, stellt Landrat Dr. Haas fest.

Der Vorsitzende des Verbandes Region Stuttgart Thomas S. Bopp erinnert an die Beschlüsse der Regionalversammlung: „Wir haben schon vor Jahren den Wegfall der Sektorengrenzen in den Außenringen gefordert. Wir freuen uns, dass sich alle Partner des ÖPNV-Pakts nun auf eine große Lösung verständigt haben. Dank der Reform wird die Region noch enger zusammenrücken.“ Wichtig sei, dass sich die Verantwortung aller Verbundpartner in einem gemeinsamen Vertrag widerspiegle. „Für die Umsetzung der großen Tarifreform und eine nachhaltige Sicherung der Finanzierung stehen wir als Region uneingeschränkt“, so Bopp.

OB Kuhn wurde im April 2018 in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender des VVS beauftragt, mit allen Beteiligten Gespräche über eine Finanzierung der Tarifzonenreform zu führen. Die Kosten der Tarifzonenreform betragen bis zu 42 Millionen Euro pro Jahr. Diese Kosten entstehen, weil viele Fahrgäste künftig weniger Zonen befahren und einen geringeren Fahrpreis entrichten müssen. Für die Verkehrsunternehmen entstehen damit Mindereinnahmen, die von der öffentlichen Hand ausgeglichen werden müssen.

In Spitzengesprächen wurde nun eine Einigung über die Finanzierung erreicht. Die gefundene Lösung muss jetzt aber von allen Gremien der Gebietskörperschaften, also den Kreistagen, dem Gemeinderat der Landeshauptstadt und der Regionalversammlung, gebilligt werden. Nach diesem Sitzungsmarathon, der sich über den Juli erstreckt, wird abschließend der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes am 24. Juli 2018 über die Tarifzonenreform entscheiden.

Das Land Baden-Württemberg, ebenfalls Gesellschafter im VVS, hat zugesagt, den neuen VVS-Tarif aus Gründen der Luftreinhaltung mit insgesamt 42 Millionen Euro über einen Zeitraum von sechs Jahren zu bezuschussen. „Wir wollen mit dem neuen VVS-Tarif einen starken Anreiz zum Umstieg auf die Bahnen und Busse setzen und damit einen Beitrag zur Verringerung der Luftschadstoffe leisten. Er ist einfacher, günstiger und umweltfreundlicher. Mit Blick auf die Vielzahl an Verkehrsverbünden im ganzen Land können wir den Zuschuss für die VVS-Tarifzonenreform aber nur befristet leisten und müssen ihn auch abschmelzen“, erläuterte Verkehrsminister Hermann.

Die Landeshauptstadt Stuttgart und die Verbundlandkreise haben sich verständigt, die nach Abzug des Landeszuschusses verbleibenden Kosten „verursachergerecht“ aufzuteilen. Nach dem heutigen Stand ergibt sich ein Verhältnis von 45 Prozent für die Landeshauptstadt Stuttgart und 55 Prozent für die Verbundlandkreise. Dies bedeutet, dass die Verbundlandkreise in den nächsten sechs Jahren pro Jahr durchschnittlich rund 18 Millionen Euro zu finanzieren hätten. Die Landeshauptstadt wird von 2019 bis 2024 im Durchschnitt jährlich knapp 15 Millionen Euro beitragen. Die Landkreise teilen ihren Kostenanteil untereinander entsprechend der Einwohnerzahlen auf.

Hierbei handelt es sich um Maximalbeträge, die Leistungen der öffentlichen Hand sollen „gedeckelt“ werden. Rechtzeitig vor Ablauf der sechs Jahre soll die Angemessenheit des Zuschusses im Rahmen einer Evaluation überprüft werden.

OB Kuhn geht davon aus, dass im Vorfeld des neuen VVS-Tarifs zum 1. Januar 2019 keine Tariferhöhung vorgenommen wird: „Wir sind hier mit den Verkehrsunternehmen im VVS in guten Gesprächen.“

12 Comments

  • Micha sagt:

    Ok,

    bisher kostet das Jahresticket für 1 Zone 676,00 EUR und für 2 Zonen 865,00 EUR.

    Was kostet Zone 1 in Zukunft?

  • martin sagt:

    jahresticket 1 zone bleibt weiterhin bei 676 euro, aber eben größere zone.

    jahrestickettabelle jetzt auch oben drin

  • sethimus sagt:

    in stgt gibts fuer 2,50 eine, in berlin fuer 2,90 ZWEI zonen (A UND B)

  • JMO2 sagt:

    Geiles Berlin!!111

  • Jimbou sagt:

    Also wenn man es genau betrachtet, kostet ein Fahrschein in Berlin (man kann nur Zone AB kaufen) 2,80€ mit dem man auf einer Fläche von ca. 1300km^2 fahren kann. In Stuttgart zahlt man dann für die gleiche Anzahl an Zonen 2,90€ und kann damit auf einer Fläche von ca. 850km^2 fahren. Also im Angesicht der Größenunterschiede der beiden Städte geht der Preis IMO völlig in Ordnung.
    *Flächeninhalt wurde mit Hilfe der Zonengrenzen in Berlin: Wannsee-Ahrensfelde (ca. 40km) & Schönefeld-Henningsdorf (ca. 40km) und für Stuttgart: Goldberg-Bittenfeld (ca.36km) und Denkendorf-Markgröningen (ca. 30km) berechnet. Aber als Quasi-Physiker kann das der Martin sicherlich noch genauer berechnen.

  • Alex sagt:

    676€ für ein Jahresticket in Zone 1. Super Reform. Der Stadtpendler aus Zone 10 zahlt nach wie vor den gleichen Preis. Was ist das den für ein Mist. Es wird kein Fahrgast schlechter gestellt als zuvor, aber auch nicht besser. Super man kann dann in Zone 1 weiter fahren. Bringt mir nix wenn ich aktuell in Zone 10 Pendel.

  • stadtteil sagt:

    @alex wer bisher in zone 10 wohnt konnte sowie zur arbeit laufen und hat gar keine fahrkarte gebraucht. für ihn ändert sich also nix 🙂

  • Toni D. sagt:

    Gibts irgendwo einen Alt/Neu-Rechner für alle Verbindungen?

    Frage für 1 Freund aus Zone 20.

  • MartinTriker sagt:

    BERLIN! BERLIN! WIR VERGLEICHEN MIT BERLIN!

    Mir gefällt Wien besser. Aber noch besser, dass sich immerhin etwas in die richtige Richtung bewegt. Da darf ‘s Fritzle auch mal einen Erfolg haben von mir aus.

  • martin sagt:

    Das Interview kann man nicht oft lesen. Allerdings haben die Wiener sehr weitsichtig schon Ende der 1960er mit dem Wandel angefangen

    https://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/250/kein-meter-fuers-auto-3375.html

  • MartinTriker sagt:

    Dafür kapieren inzwischen immer mehr Leute dass die Zeit reif ist für einen Wandel.

    Aus dem Interview: “Ein weiterer Punkt ist, dass man bei den Shoppingcentern die gleichen Parkgebühren einführen muss wie auf städtischen Flächen. Denn diese Einkaufstempel sind nur mit der von den Steuerzahlern bezahlten Infrastruktur erfolgreich und erbringen keine adäquate Gegenleistung. Das Geld ist dann für die Wiederbelebung der Innenstadtgeschäfte zu verwenden.” Das würde bitter werden für’s Milaneo.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.