Cem Özdemir: “Hold my Beer”

Halb Neun ist durch: Zeit für Bier.

(Foto: Jutta Von Teese / Am Ruder Cem Özdemir, furchtlos daneben: Ralph Barnstein, Geschäftsführer Technik & Logistik bei Dinkelacker)

Die wirklich lässigen Typen erkennt man daran, dass sie kurz nach 9 Uhr ein dreckiges Grinsen und eine Kiste Bier in die Stadtbahn tragen. Das schreit förmlich nach einem sauguten Plan.

Auch nicht schlecht: Cem Özdemir. Der kommt Freitagmorgens, kurz nach Acht bei Dinkelacker auf den Hof gelaufen, schüttelt Hände, lacht, als ob 8 Uhr eine menschensgute Uhrzeit wäre und steigt dann in einen e-LKW und fährt Bier aus – weil das mit der Stadtbahn zwar umweltmäßig auch vorbildlich, aber logistisch natürlich eine Katastrophe ist.

Dinkelacker, das freundliche Familienunternehmen, ist nun – laut eigenen Angaben – die erste Brauerei Deutschlands, die ihr Bier ab sofort mit einem e-LKW im Großraum Stuttgart ausfährt.

Cem Özdemir wiederum, das war zumindest mir neu, ist nicht nur „MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur“, sondern auch: „Bierbotschafter a.D“. Das klingt nach einem Traumjob, auch kurz nach Acht in der Früh. Dreamliven 100.

Und natürlich war das voll die Werbeaktion für Dinkelacker, Özdemir, Die Grünen und Orten Electric-Trucks, EFA-S, die den Laster startklar gemacht haben. Doch wer mal in der Innenstadt das Fenster zum Lüften öffnet, freut sich sicher über jeden LKW, der keine Wolken hinten raushaut. Das finde ich auch als Cidertrinkender Weintrinker und Raucher spitze.

Wenn die Sache gut läuft, dann wird Dinkelacker auch mehrere dieser Laster an- und andere abschaffen. Insofern: Prost. Gute Sache. Hier geht’s zur Pressemeldung.

Özdemir, den ich nur nicht Özzy nenne, weil ich ihn nicht ansatzweise so gut kenne, dass ich das verantworten könnte, steuerte den e-LKW übrigens ziemlich cheffig über den Firmenhof – leider ohne quietschende Reifen und so Jungszeug. Bisschen enttäuschend, aber immerhin versiert und smooth, wie „The Chronic“ von Dre damals.

Mit der Elektromobilität habe ich nur ein kleines Problem: man hört nix mehr bevor man überfahren wird – so leise sind die Dinger.

Andererseits: Vor dem Tor zur Hölle oder in der Notaufnahme fragt wahrscheinlich eh keiner, ob’s denn gut geklungen hat. Kurz: Auch der Dinkelacker-LKW schnurrt wie ein Kätzchen oder wahlweise wie einer, der drei Bier zu viel hat und langsam bettfertig ist.

Özdemir, der alte Provokateur, dafür gibt’s natürlich Extrapunkte, zeigte auch noch 100% Stuggiboogie Groove und parkte den Laster ein bisschen zwischen Bürgersteig, Firmengelände und the Fahrradstraße. Radfahrer und Fußgänger stehen auf so Zeug. Hab auch gleich Bilder gemacht, wie so ein Radfahrer.

Ah, genau: Hier noch: “F…F…F…Fotos” (Def Leppard-Voice) , denn “Wir haben auch die Bilder”.

Ein bisschen traurig ist das. Von der Sonnenseite aus betrachtet: guter Ansporn die Statistik wieder auszubauen. “Högschde Konzendration!”

 

“Stop! In The Name Of Love, Befooorrreee Youuuu Breaaakk My Heaaarrrttt”

 

Politik muss auch ein bisschen Spaß machen. Blitzerfoto vom Showfahrer Cem Özdemir. Nächster Stop: Theodor-Heuss-Straße.

 

Grundgesetz: Halb Neun ist durch, Zeit für das erste Bier in der Kantine.

 

Traditionsmäßig gut aufgestellt, auch ohne Bier: die Trinkerszene, Ecke Marienplatz

 

Starke Message in der Tübinger Straße.

 

Fünf Männer, ein Laster: Ralph Barnstein, Geschäftsführer Technik & Logistik d. Familienbrauerei, Cem Özdemir, MdB, Vorsitzender d. Ausschusses für Verkehr & digitale Infrastruktur, Max Thiele & Björn Kröner von ORTEN, Stefan Seipel, Marketingleiter d. Familienbrauerei (v.l.n.r.)

 

Und hier noch: eines dieser Fotos, wenn man doof auf dem Smartphone rumdaddelt, um zu gucken, ob die Kamera jetzt richtig eingestellt ist. Expertenmeinung: Wir sehen uns auf der Documenta in Kassel.

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