Stadtmuseum Architektur-Preview vom 16. bis 24. September

(Fotos Stadtmuseum Stuttgart, Aufnahme: die arge lola) 

Am Sonntag habe ich vor lauter Tatort-Verzweiflung “Ocean’s Thirteen” genedflixt. Al Pacino spielt den Hotel/Casino-Betreiber Willy Bank, der ein neues Mega-Hotel in Vegas er√∂ffnet und vor der offiziellen Er√∂ffnung findet ein, Achtung, Soft Opening statt. Heutzutage ja fast normal in der Gastro, machte k√ľrzlich auch das Mozze, “Abl√§ufe testen”, du kennst das.

In dem Film gibt’s einen herrlichen Dialog. Der Alte im Gaunerteam kommt mit den Begriffen Soft Opening und Grand Opening nicht klar und meinte dann ungef√§hr: “Soft Opening, Grand Opening… damals, als das Flamingo er√∂ffnet wurde, war es erst zu und dann war es auf.” Eben!

So. Das Stadtmuseum feiert kein Soft Opening, sondern eine: Architektur-Preview! Eigentlich wollte man diesen Herbst er√∂ffnen, hat man nicht hinbekommen¬†(wegen der Ausstellungsplanung) und schiebt das “Grand Opening” auf Fr√ľhjahr 2018. Derweil feiert man die “Er√∂ffnung als Prozess”, hie√ü es im Fr√ľhjahr.

Geil geil geil und dieser Prozess startet jetzt. Diesen Samstag. Neun Tage lang Tag der offenen T√ľr. Stadtmuseums-Luft schnuppern. In die Architektur reinriechen. Einmal gut durchl√ľften f√ľr alle. Immer Eintritt frei. Ich gehe.

In diesen Tagen kann man sich nicht von der Neugestaltung ein Bild machen, sondern bisschen Programm wie Konzerte, Vorträge und Podiumsdiskussionen gibt es ebenso, Termin hier.

Im Winter 2017/18 sind weitere sparten√ľbergreifende kulturelle Interimsnutzungen im Wilhelmspalais geplant, vielleicht ist da dann die ank√ľndigte, mehrw√∂chige Palais der Kolchose-Austellung dabei.¬†¬†Von der Stuttgarter HipHop-Geschichte ist in den kommenden neun Tagen jedenfalls noch nichts im Programm zu finden.

Das Wilhelmspalais ist w√§hrend der Architektur-Preview vom 16. – 23. September t√§glich von 10-19 Uhr ge√∂ffnet, am 24. September von 10 – 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Termine f√ľr F√ľhrungen und Veranstaltungen finden sich unter¬†www.stadtmuseum-stuttgart.de/architektur-preview

Pressemitteilung:

Architektur-Preview im Wilhelmspalais ‚Äď OB Kuhn: Ort f√ľr die Geschichte und Zukunft Stuttgarts ‚Äď BM Mayer: Spannung und Vorfreude aufs Stadtmuseum wecken

Vom 16. bis 24. September √∂ffnet das Wilhelmpalais nach drei Jahren Bauzeit seine T√ľren wieder f√ľr die √Ėffentlichkeit. Im Rahmen einer Architektur-Preview k√∂nnen sich die Stuttgarterinnen und Stuttgarter ein Bild von der beeindruckenden neuen Architektur hinter der historischen Fassade des ehemals k√∂niglichen Geb√§udes machen. Das Stuttgarter Architekturb√ľro Lederer Ragnarsd√≥ttir Oei hat einen modernen Museumsbau realisiert, der im Rahmen von ‚ÄěTagen der offenen T√ľr‚Äú das erste Mal der √Ėffentlichkeit pr√§sentiert wird.

Vor Journalisten sagte Oberb√ľrgermeister Fritz Kuhn am Montag, 11. September: ‚ÄěDass unsere Stadt mit dem Wilhelmspalais als k√ľnftigem Stadtmuseum nun einen Ort f√ľr die Geschichte, aber auch f√ľr Fragen zu Gegenwart und Zukunft Stuttgarts erh√§lt, freut mich sehr.‚Äú Der OB erinnert daran, dass die Initiative f√ľr ein Stadtmuseum von der B√ľrgerschaft ausging.

Kuhn weiter: ‚ÄěDen Impuls haben wir gerne aufgenommen. Nach einer Zeit des Wartens k√∂nnen wir Stuttgarter und Stuttgarterinnen nun diesen k√ľnftigen Ort der Stadtvermittlung als einen sehr ansprechenden architektonischen Raum erleben. Ich bin gespannt, wie sich mit der Museumser√∂ffnung im Fr√ľhjahr 2018 an diesem neuen Kulturstandort die Stadtgeschichte entfalten wird und lebendige Diskussionen zur Stadtentwicklung entstehen werden.‚Äú

Architektonischer Umbau fertig gestellt

Im Februar 2010 gewannen die Stuttgarter B√ľros Lederer Ragnarsd√≥ttir Oei (Architektur) und jangled nerves (Ausstellungsgestaltung) den europaweiten Architektur- und Gestaltungswettbewerb f√ľr das neue Stadtmuseum Stuttgart. Im Januar 2014 konnte nach dem Baubeschluss des Stuttgarter Gemeinderats mit dem Umbau der ehemaligen Stadtb√ľcherei zum Stadtmuseum begonnen werden, noch im November desselben Jahres wurde der Grundstein gelegt. Im Oktober 2015 wurde Richtfest gefeiert. Im Herbst 2017 ist nun der architektonische Teil des Umbaus fertiggestellt und das Geb√§ude erlaubt interessierten Besuchern erste Einblicke.

Eine Idee wird (wieder) Wirklichkeit

Der einstige Architekt des k√∂niglichen Geb√§udes, Giovanni Salucci, hat den Grundriss und Schnitt des Wilhelmspalais vielschichtig geplant. Mit durchgehenden Symmetrieachsen im Geb√§ude gelang es ihm auf das st√§dtebauliche Umfeld zu reagieren und die heute verlorene Achse, die Planie, zwischen dem Wilhelmspalais und dem Kronprinzenpalais, dem heutigen Standort des Kunstmuseums, aufzunehmen und durch das Geb√§ude hindurchzuf√ľhren. Die geniale Einheit von st√§dtebaulicher und innenr√§umlicher Idee wurde beim Wiederaufbau nach dem Kriege vom Architekten Wilhelm Tiedje zugunsten funktioneller Erfordernisse f√ľr eine Bibliotheksnutzung des Geb√§udes aufgegeben.

Lederer Ragnarsd√≥ttir Oei Architekten haben mit ihrem Entwurf die dem urspr√ľnglichen Geb√§udeentwurf von Salucci inneliegende Idee wieder aufgegriffen und f√ľr den Museumsbau neu interpretiert ‚Äď ohne zu rekonstruieren. Mit dem Aufgreifen der Achsenverbindung und der damit einhergehenden Anbindung an das st√§dtebauliche Umfeld soll durch den Umbau des Wilhelmspalais die Stuttgarter Kulturmeile n√§her an das Stadtzentrum heranger√ľckt und im Geb√§udeinneren eine r√§umliche Erweiterung der Innenstadt erm√∂glicht werden.

Lederer Ragnarsd√≥ttir Oei Architekten ersetzten den Bau von Tiedje im Innern der Salucci-Mauern durch ein neues Innengeb√§ude. Als r√§umliche Aufweitung der wichtigen Achse der Planie befindet sich nun im Eingangsgeschoss ein zentraler Begegnungsraum, der als interner Stadtraum interpretiert werden kann. Durch vierseitige Balustraden entsteht ein dreidimensionales Raumgef√ľge mit vielf√§ltigen Blickbeziehungen. Die Gliederung des Raumes erm√∂glicht einen modernen Grundriss mit flie√üenden Raum√ľberg√§ngen. Die gezielt formulierten Blickachsen durch das Geb√§ude hindurch erzeugen eine Gro√üz√ľgigkeit des Raumes und eine optische Anbindung an die Stadt selbst.

Auf dieser Ebene befindet sich linker Hand ein Kulturcaf√©, rechts der Empfangs- und Informationstresen, sowie ein Museumsshop. Von diesem lichtdurchfluteten zentralen Raum aus gelangt man auf der linken Seite in den Vortragssaal, auf der rechten in den ebenso gro√üen Salon. Das gesamte Erdgeschoss l√§sst eine vielf√§ltige Nutzung f√ľr Veranstaltungen und Bewirtung zu.

Funktionale Bereiche wie Garderoben und Toiletten finden sich im dar√ľber liegenden Zwischengeschoss. Durch das Einbringen der gesamten Haustechnik in den Zwischenraum zwischen der Salucci-Fassade und dem inneren Raumabschluss konnten die Architekten hierf√ľr mit dem Zwischengeschoss eine zus√§tzliche Ebene gewinnen.

Diese Aufdoppelung der W√§nde wurde im gesamten Geb√§ude mit hellem Birkenholz ausgef√ľhrt und das neue Innengeb√§ude f√ľgt sich wie eine Schatulle in die historischen Mauern ein. Durch das warme Holz entsteht eine Atmosph√§re, die Geborgenheit vermittelt und die Sinne der Besucher anregt.

Im ersten Obergeschoss wurde ebenfalls eine spannende Raumkomposition mit flie√üenden Raum√ľberg√§ngen geschaffen. Hier wird ab Fr√ľhjahr 2018 die Dauerausstellung des Stadtmuseums zu sehen sein. Aus allen Bereichen der Dauerausstellung besteht √ľber die Fenster eine direkte Sichtbeziehung zur Stadt, wie Vitrinen binden die Fensternischen die Stadt Stuttgart als Ausgangspunkt des Stadtmuseums und wertvollster Ausstellungsgegenstand des k√ľnftigen Museums in das innere Konzept ein. Ein spannendes Wechselspiel zwischen Innen und Au√üen er√∂ffnet auch der reale Blick auf die Stadt vom √∂ffentlich zug√§nglichen Balkon, dem sch√∂nsten Aussichtspunkt des Museums.

Ein weiterer Ausstellungraum f√ľr wechselnde Sonderausstellungen wurde im zweiten Obergeschoss realisiert. Als r√§umlich kr√∂nender Abschluss der Ausstellungsfl√§che erh√§lt dieser unterm Dach gelegene Raum Oberlichter, die den Raum mit Tageslicht versorgen. Bei Bedarf kann die gesamte Ausstellungsfl√§che abgedunkelt werden.

Neben den bereits genannten Ausstellungs- und Veranstaltungsfl√§chen zwischen Erdgeschoss und zweitem Obergeschoss verf√ľgt das Geb√§ude √ľber eine weitere Ebene im Gartengeschoss. Dieses Geschoss ist Kindern und Jugendlichen gewidmet. Ein offenes Atrium und zwei flexibel nutzbare Workshop-R√§ume werden hier k√ľnftig den jungen Besuchern vorbehalten sein.

In den Gesamtentwurf eingebunden ist auch der Au√üenbereich des Museums. Ein Museumsgarten soll das Umfeld des Museums an sch√∂nen Tagen beleben und Besucher anlocken. Anschl√ľsse f√ľr einen Sommerausschank erm√∂glichen eine tempor√§re Bewirtung im Au√üenbereich. Eine Br√ľcke, die den Garten bis zur Urbanstra√üe √ľberspannt, erlaubt ebenfalls eine Au√üenbewirtung, zudem dient sie dem barrierefreien Zugang ins Geb√§ude.

Auch innerhalb des Geb√§udes wurde auf gr√∂√ütm√∂gliche Barrierefreiheit Wert gelegt. Neben der Erschlie√üung aller Ebenen √ľber Aufz√ľge wurde ein Leitsystem f√ľr sehbehinderte Besucher und eine Braille-Beschriftung am Handlauf im Haus umgesetzt.

Das Stadtmuseum feiert seine Eröffnung als Prozess

Die Er√∂ffnung des Stadtmuseums vor der eigentlichen Er√∂ffnung im Fr√ľhjahr 2018 mit einer Architektur-Preview und mehreren Zwischennutzungen zu gestalten geht auf Initiative von Kulturb√ľrgermeister Dr. Fabian Mayer zur√ľck.

Er ist √ľberzeugt: “Die neue Architektur im Inneren des Wilhelmspalais hat mich sehr beeindruckt. Diesen Eindruck wollte ich gerne m√∂glichst bald mit den Stuttgarter B√ľrgerinnen und B√ľrgern teilen. Es freut mich daher sehr, dass wir schon vor der Museumser√∂ffnung unbekannte Einblicke hinter die vertraute Fassade des Geb√§udes er√∂ffnen k√∂nnen ‚Äď und so die Spannung und Vorfreude auf unser k√ľnftiges stadthistorisches Wohnzimmer steigern. Unsere Preview wird das Herz des Wilhelmspalais neu zum Schlagen bringen.”

Im Winter 2017/18 sind weitere sparten√ľbergreifende kulturelle Interimsnutzungen im Wilhelmspalais geplant, mit denen der neue Kulturstandort immer mehr zum Leben erweckt wird und die einen Vorgeschmack auf die neue Nutzung als Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum bieten.

Das Wilhelmspalais ‚Äď lebendiger Veranstaltungsort im Herzen der Stadt

W√§hrend der Architektur-Preview finden t√§glich kostenlose F√ľhrungen, Vortr√§ge und Konzerte rund um das Thema Architektur statt. Eine Fotoausstellung mit Bildern des Stuttgarter Architekturfotografen Achim Birnbaum zeigt die spannende Baudokumentation eines sich wandelnden Wilhelmspalais. Ganz im Zeichen der Architektur steht auch die Ausstellung der Wettbewerbsbeitr√§ge zur Hugo-H√§ring-Auszeichnung 2017, die am 22. September im Wilhelmspalais verliehen wird.

Die Stuttgarter Philharmoniker bringen das Foyer zum Klingen, ein musikalisch-literarischer Nachmittag greift die lange und wechselhafte Geschichte des Hauses auf, Vortr√§ge vermitteln das architektonische Konzept fr√ľher und heute und F√ľhrungen geben einen Ausblick auf die k√ľnftige Nutzung des Hauses als Stadtmuseum.

Museumsdirektor Dr. Torben Giese freut sich, bei der Architektur-Preview das Wilhelmspalais tempor√§r wieder mit kulturellem Leben f√ľllen zu k√∂nnen: ‚ÄěMit vielf√§ltigen Veranstaltungen wollen wir die Museums-Architektur in den Fokus r√ľcken und den B√ľrgerinnen und B√ľrgern Stuttgarts einen Vorgeschmack auf den neuen Kulturstandort im Herzen der Stadt geben.‚Äú

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