Die Zukunft des Bismarckplatzes

(Siegerentwurf Bismarckplatz all new, Foto Landeshauptstadt Stuttgart)

Bitte alle aufgleisen. So wird irgendwann der Bismarckplatz in Stuttgart-West aussehen, der ja eh schon seit einiger Zeit, auch dank neuen Gastros wie z.B. die Metzgerei, bisschen hyped.

Ich steht gerade bei obigen Modell noch etwas aufm Schlauch, wie das werden soll, vielleicht liegts am Freitag, dass mein rĂ€umliches Denken eingeschrĂ€nkt ist, jedenfalls heißt es in der unteren PM der Stadt: “Die Verfasser drehen die heutige Ausrichtung des Platzes parallel zur Schwabstraße um 90 Grad und erzeugen eine neue und klare Orientierung auf das HauptgebĂ€ude des Platzes, die Elisabethenkirche.” Okay, langsam kommt’s.

Die Bauarbeiten sollen 2020 beginnen und ein Jahr lang dauern.

Die Zukunft des Bismarckplatzes ist entschieden – BĂŒrgermeister PĂ€tzold stellt Ergebnis der Mehrfachbeauftragung zur Neugestaltung des Bismarckplatzes vor

Der BĂŒrgermeister fĂŒr StĂ€dtebau und Umwelt, Peter PĂ€tzold, hat am 24. MĂ€rz den Siegerentwurf der Mehrfachbeauftragung im kooperativen Verfahren zur Neugestaltung des Bismarckplatzes vorgestellt. Er stammt vom Internationalen Stadtbauatelier, kurz ISA aus Stuttgart. Dies hatte die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Sigurd Henne in ihrer Sitzung am 22. MĂ€rz entschieden.

Die Jury hat den „mutigen Entwurf“ ausgewĂ€hlt, weil er „die unterschiedlichen Zielsetzungen der Aufgabenstellung am besten zusammenbringt“. Die Verfasser drehen die heutige Ausrichtung des Platzes parallel zur Schwabstraße um 90 Grad und erzeugen eine neue und klare Orientierung auf das HauptgebĂ€ude des Platzes, die Elisabethenkirche.

Die PrĂ€sentation zur Kirche wird durch großzĂŒgige Freitreppen hervorgehoben, mit denen die topographischen Unterschiede ausgeglichen werden. Alleenartige Baumreihen betonen diese Absicht. Durch die offene und weite Mitte und krĂ€ftige Raumkanten entsteht eine großzĂŒgige Stadtplatzsituation. Die quer zu den Alleen laufenden „Stadtbeete“ stehen mehreren Funktionen zur VerfĂŒgung, wie Sitzen, GĂ€rtnern und Spielen.

Das Trafo- und WC-GebĂ€ude wird durch die Erweiterung zu einem CafĂ©-GebĂ€ude aufgewertet. Die FĂŒhrung der Schwabstraße ĂŒber den Platz „wirkt selbstverstĂ€ndlich“. Die positive Baumbilanz unterstĂŒtzt die BemĂŒhungen fĂŒr mehr GrĂŒn in der Stadt. Insgesamt stiftet der Entwurf hohe Identifikation fĂŒr das Quartier und den Stadtteil, mit guten AufenthaltsqualitĂ€ten und robuster Nutzbarkeit, heißt es in der BegrĂŒndung.

BĂŒrgermeister PĂ€tzold ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Mit diesem gelungenen Entwurf ist eine nachhaltige Neugestaltung des Bismarckplatzes im Sinne der bisherigen BĂŒrgerbeteiligung greifbar nahe gerĂŒckt. Der neue Platz schafft den Rahmen fĂŒr vielfĂ€ltige Nutzungen.”

Aufgabe des Verfahrens war die Entwicklung eines realisierungsfĂ€higen, gestalterischen und funktionalen Konzepts fĂŒr den Bismarckplatz sowie den anschließenden öffentlichen Raum in der Schwab-, Vogelsang-, Bismarck- und Elisabethenstraße. Das Planungsgebiet mit einer GesamtgrĂ¶ĂŸe von rund 1,2 Hektar liegt im Sanierungsgebiet Stuttgart 28 – Bismarckstraße.

Die Sanierungssatzung trat 2013 in Kraft. Die vorbereitenden Untersuchungen hatten eine Reihe von stĂ€dtebaulichen MĂ€ngeln dokumentiert, wie den sehr hohen Versiegelungsgrad der FreiflĂ€chen, fehlende öffentliche GrĂŒn-, Spiel- und ErholungsflĂ€chen sowie eine uneinheitliche Gestaltung.

Der Verkehr am Bismarckplatz spielt fĂŒr die Gestaltung eine zentrale Rolle. Zum einen sollte der Parkplatzbedarf der Quartiersbewohner und der ansĂ€ssigen Betriebe berĂŒcksichtigt werden. Andererseits sollte die Verkehrsachse Schwabstraße mit ihrer stark trennenden Wirkung gemildert und in die Neuordnung des Platzes integriert werden.

Dabei sollten die MultifunktionalitĂ€t des Platzes als GrĂŒn- und ErholungsflĂ€che erhalten bleiben und mehrfach bespielbare FlĂ€chen geschaffen werden. Auftraggeberin der Planung ist die Landeshauptstadt Stuttgart. Das Amt fĂŒr Stadtplanung und Stadterneuerung koordiniert und realisiert das Bauvorhaben.

BĂŒrgerbeteiligung im Vorfeld

Zur Neugestaltung des Bismarckplatzes hatten viele BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ihre Ideen, Sorgen und WĂŒnsche im Rahmen der BĂŒrgerbeteiligung im Sanierungsgebiet Stuttgart 28 eingebracht. Es wurden dafĂŒr mehrere Veranstaltungen durchgefĂŒhrt, unter anderem mit Planungstischen auf dem Bismarckplatz selbst. Eingeladen hatten dazu das Forum Lebendiger Westen, Bezirksvorsteher Reinhard Möhrle sowie das Amt fĂŒr Stadtplanung und Stadterneuerung. UnterstĂŒtzt wurde der gesamte Beteiligungsprozess durch die BĂŒrgerstiftung Stuttgart. Mehr dazu im Internet unter www.lebendiger-westen.de.

Auf dem Beteiligungsportal der Landeshauptstadt hatten Interessierte die Möglichkeit online an Umfragen teilzunehmen und Ideen sowie VorschlĂ€ge in Diskussionsforen zu Ă€ußern. Unter www.stuttgart-meine-stadt.de/bismarckplatz können die Ergebnisse der Umfragen und weitere Informationen zur BĂŒrgerbeteiligung nachgelesen werden.

Teilnehmende Architekten und Landschaftsplaner

Die Stadt hat insgesamt acht BĂŒros beauftragt: ARP, Stuttgart; greenbox, Stuttgart; ISA, Stuttgart; LIMA, Stuttgart; lohrberg, Stuttgart; Kölz GmbH, Ludwigsburg; schreiberplan, Stuttgart; Wölfing-Seelig, Stuttgart.

Ausstellung der WettbewerbsbeitrÀge

Alle acht EntwĂŒrfe der Mehrfachbeauftragung sind vor Ort im Stuttgarter Westen in der Friedensschule, Bismarckstraße 30, ausgestellt. Am Samstag, 25. MĂ€rz, von 16 bis 18 Uhr wird in der Friedensschule die Ausstellung mit einer FĂŒhrung zu den PlĂ€nen und Modellen eröffnet. Anschließend können die BeitrĂ€ge dort bis einschließlich Samstag, 7. April, besichtigt werden. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Samstag von 11 bis 18 Uhr.

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