Parklets für Stuttgart – ein Realexperiment

Im Frühherbst 2015 wurde an der Ecke Reinsburg/Reuchlin testweise und ohne behördliche Absicherung ein sogenanntes Parklet aufgestellt, das dann innerhalb ein paar Stunden wieder abgebaut und die Parkfläche geräumt werden musste. Die Polizei war da schnell am Start. Ehrensache.

In anderen Regionen dieser Erde, z.B. in Kalifornien, prägen diese Parklets, die auf verschiedene Art und Weise genutzt werden können – von der einfachen Außenterrasse bis zum Garten – bereits das Stadtbild. Die Idee dahinter: Parkflächen gehören uns allen und nicht nur den Autos. Oder die Definition auf der FB-Seite: “Als Parklet bezeichnet man die Erweiterung des Bürgersteigs, welche anstelle von Parkflächen mehr Raum für Menschen bietet.”

Dieser Gedankenansatz brachte wiederum manche Stuttgarter Autofahrer bei der Parklet-Aktion in West leicht bis hart auf die Palme. Man fühlte sich beraubt in Anbetracht der vermeintlichen Zweckentfremdung von genau EINEM Parkplatz, bekanntlich ein knappes Gut in STGT.

Die toben jetzt bestimmt auch wieder, denn nun werden an elf verschiedenen Spots von S-West über S-Mitte bis S-Ost ganz offiziell und gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg jeweils ein bis zwei Parkflächen für verschiedene Parklets genutzt. Die Aufbauarbeiten der Objekte laufen seit dem 20. Juni, werden diesen Mittwoch, 29. 6 eingeweiht und bleiben bis zum Parking Day Stuttgart am 15.9. stehen (u.a. beim Lumen, Galao, Plattsalat, Kauf dich Glücklich, Gerber, bei BigFM usw.).

Parklets für Stuttgart ist ein Realexperiment des „Reallabors für nachhaltige Mobilitätskultur“ der Universität Stuttgart und wurden von Studierenden  der Architektur und Stadtplanung entwickelt, umgesetzt und aufgebaut. An den einzelnen Standorten werden die Studenten von lokalen Paten wie Geschäfte oder Institutionen unterstützt. Die Paten kümmern sich auch darum, dass die Parklets während des Projektzeitraums in Schuss bleiben.

Und ganz wichtig: Die Parklets sind öffentlicher Raum und gehören euch und sind “somit Gemeingut und für alle zur privaten und kostenfreien Nutzung frei zugänglich!”, erklären die Verantwortlichen und weiter: “Verstehen Sie die Parklets als urbanen Raum, der Ihnen und Ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern gehört. Nutzen Sie diesen Raum wie es Ihnen gefällt. Treffen Sie sich hier mit Freunden, trinken gemeinsam einen Kaffee oder machen Sie einfach mal eine kleine Pause zwischendurch oder lassen Sie sich was ganz anderes einfallen.”

#mandarfgespanntsein wie die elf Schiffe aus Paletten angenommen und genutzt werden und wie und ob sie zur Aufenthaltsqualität im Stadtraum beitragen. Ich kann es mir ganz gut vorstellen, dass sie das tun. Oder wie Setzer immer sagt: “Wenn an einem Ort Menschen sind, finde ich das prinzipiell erst einmal nicht schlecht.”

www.facebook.com/parkletstuttgart

78 Comments

  • Toni D. sagt:

    Ist das sowas ähnliches wie das kleine Parkraumwunder?

    https://www.facebook.com/DasKleineParkraumwunder/

  • martin sagt:

    genau, nur das ist mobil soweit ich weiß

  • whatever sagt:

    Ist ja ganz witzig wenn man s-bahn/fahrradfahrer/fussgänger ist, meine Freundin jedoch findets richtig scheisse! Gut, sie könnt auch s-bahn fahren! 😉

  • martin sagt:

    elf parkplätze in ganz west, mitte, ost. (okay, manche parklets beanspruchen zwei parkplätze)

  • whatever sagt:

    alle parkletts die ich gesehen habe benötigen mindestens zwei parkplätze, ausserdem steht das kleine Parkraumwunder auch noch rum!

    Ich find die Aktion ja auch gut, wollte nur die pro und contra Diskussion etwas ankurbeln! 😉

  • martin sagt:

    das gerber brauch einen und das im schützenplatz offensichtlich auch (siehe galerie), nur für die haarspalterei, also maximal 20 😉

  • MarinTriker sagt:

    20 Parkplätze!!!11!einself!! Da macht der Bernd Fröhlich aus den Kommentarspalten der StZ jetzt wohl wirklich seine Drohung war und zieht weg aus Stuttgart.

  • martin sagt:

    und das ganze zweieinhalb monate lang! das ist wieder typisch für stuttgart!1!1!!!!!

  • KEN™ sagt:

    Sooo typisch Stuttgart! Ich glaub ich muss echt bald nach Berlin…

  • Hons sagt:

    Gehören die Parklets jetzt zu dem Cafe/Restaurant/Bar vor dem sie stehen?

  • MarinTriker sagt:

    “Wann wachen die Autofahrer auf und wehren sich gegen diesen Irrsinn. Bei jedem Parklet sollte man auf der Straße einen Stau provozieren und den Nutzern der Parklets die Abgase über den Kuchen blasen.”

    Wer von euch war das?

  • bernd_s sagt:

    Ich finde die prinzipiell (= ´aber´ für Fortgeschrittene :-)) auch gut, vor allem die Idee, dass sich die BürgerInnen die zu eigen machen sollen und nach Ihrem Gusto nutzen. Ob sich die BürgerInnen diese aber zu Eigen machen werden, oder auf Grund der Platzierung der Parklets, diese eher als Erweiterung der ansässigen Gastro wahrnehmen (z.B. Lumen, Kahma) wird sich zeigen. Ich befürchte eher Zweiteres, und denke das man dort dann sogar ´bewirtet´ wird, was den Eindruck der Gastroerweiterung noch verstärken würde. Kann daher die Platzauswahl der Parklets nicht ganz nachvollziehen.

  • martin sagt:

    die locations haben eine “patenschaft” für das parklet übernommen und werden nicht bewirtet. siehe oben: “Die Paten kümmern sich auch darum, dass die Parklets während des Projektzeitraums in Schuss bleiben”

  • bernd_s sagt:

    okay, das ist ja schon mal gut so, dass da jemand drauf schaut, und die Dinger nicht verlottern. Die Gefahr sehe ich trotzdem, dass die Anwohner dann die Parklets nicht als etwas Eigenständiges – als Zitat “nutzbaren, urbanen Raum” – wahrnehmen, sondern als den jeweiligen Locations zugehörig. Mal schauen wie es angenommen wird und was draus wird. Müssen da nicht noch Anwohnerparkausweise dran?

  • martin sagt:

    das wird man sehen und deswegen heißt die aktion ja auch “realexperiment”. wie nehmen es die leute an? das wird dann die nächsten zweieinhalb monate betrachtet und ausgewertet. wenns läuft, geil, wenn nicht, kann man nix machen.

    parkausweise: kein plan wie das dieses mal ist, beim dem ding im herbst haben sie einen dran gemacht. ist ja dieses mal alles ganz offiziell.

  • martin sagt:

    wie schon oben geschrieben bzw angedeutet ist ja alles ganz offiziell und somit auch vom stuttgarter ordnungsamt genehmigt, dabei mussten mehrere auflagen erfüllt werden, wie z.b. die größe, exakt eine (2,30 X 5 Meter) oder zwei parkflächen.

    Weiter: Keine Effekte und Einrichtungen, die Gefährdungen oder Störungen für Anwohner hervorzurufen, z. B. Lichteffekte, die in Wohnungen strahlen oder die Verwendung lautverstärkender Mittel.

    Der fließende Verkehr darf nicht behindert werden

    Aufbauten, Einrichtungen, Bepflanzungen usw. der Parklets dürfen nicht in die Fahrbahn hineinragen.

  • Herr Cut sagt:

    Kommt bestimmt gut wenn sich die Kids den Urbanen Raum nehmen um zwischen 22-6 Uhr ihre 6er zu vernichten. Und die Plätze werden zwar nicht bewirtet, wer sich ein Getränk holt und dann dort hin setzt kann das wohl bestimmt tun. Was wiederum doch eine Erweiterung des Außenbereiches darstellt.
    Ich kenne den einen oder anderen Gastronomen der für jeden qm um seine Restaurant mit den Ämtern hart kämpfen musste, denen wird das evtl nicht gefallen.
    Warum stellt man sie nirgends neutrales hin?
    Wenn es vor meinem Haus stehen würde würde ich es anzünden, sollen sie ihre Experimente in Backnang machen oder sonst wo wo Parkplätze kein so heikles Gut sind.

  • martin sagt:

    max 20 parkplätze, in ganz stuttgart, bis mitte september. man wirds überleben.

  • MartinTriker sagt:

    Hätten sie mal Bagger hingestellt, dann wäre es kein Problem.

  • martin sagt:

    eben und klar der vergleich hinkt, aber wenn ich beim joggen sehe wieviel “heikles parkplatzgut” aufgrund baustellen in allen stadtteilen permanent wegfliegt… das sind das ganze jahr weit aus mehr als 20.

  • Boomin Granny sagt:

    Manchmal bilde ich mir ein, dieses “urban” (abgedroschen hin oder her) wäre tatsächlich mehr als eine Marketingfloskel und dann holen die Leute wieder wegen nix die Mistgabeln und die Fackeln raus und ich denke, in Backnang kann es auch nicht spießiger sein als in Stuttgart-West…

    Weiß man schon, wie oft den Parklet-Nutzern “Geh mal was schaffen!!!!11elf!!!!” zugerufen wurde?

  • der Felix sagt:

    … gruseligerweise liest man in den Kommentaren aller Parklet-Berichte tatsächlich sehr oft das Wort »anzünden«. Weil 20 (!) Parkplätze fehlen. Durch Dummparkerei gehen wahrscheinlich deutlich mehr verloren.

  • martin sagt:

    die menschen lesen, dass in ihrem Viertel EIN, ZWEI parkplätze für ZWEI Monate wegfallen und sie drehen komplett durch. das ist echt bitter zu sehen (abgesehen davon, dass die positive resonanz ja auch da ist und zumindest beim like-button sehr überschwenglich ist).

    ich mein, wenn ich jetzt z.b. beim lumen abends einen parkplatz suchen würde, wie kommt man drauf zu denken, oh gott, dieses scheißparklett nimmt gerade MEINEN parkplatz weg? wenn da kein parklet steht, würde da mit 99%iger Sicherheit ein anderes Auto parken und du musst trotzdem wie eh und je 5 mal um den Block fahren.

    zu denken, dass ein parklet den partiellen parkplatznotstand verstärkt, ist einfach saudämlich.

  • stephan T. sagt:

    Also, mal vorweg: Ich bin ein ganz großer Freund des öffentlichen-urbanen Lebens. Auch habe ich wirklich keinerlei Berührungsängste mit „Radfahrern und Vegetariern“, beides bin ich zuweilen selbst. Dennoch frage ich mich leise: Welche Art von Lebensqualität soll das Belegen von Parkplätzen – mithin idyllisch direkt an Straßen gelegen – dieser Stadt hinzufügen? Z.B. vor dem Galao? Marienplatz-Treppe um die Ecke, Outdoor-Gastro wohin man sieht. So weit so gut. Zu einer lebenswerten und lebendigen Stadt gehören zweckfreie Oasen, ganz klar. Es braucht aber auch immer noch funktionierende Straßen und Wohnviertel mit Parkplätzen(!), solange das Autofahren noch nicht verboten und selbst für manche Innenstadtbewohner noch ein notwendiges Übel ist. Genau das allerdings wird zunehmen ignoriert. Da ist (Leidens-)Druck im Kessel. Und jetzt gehen da einfach welche her und sagen: Nehmt euch von den wenigen Parkplätzen noch ein paar, sie gehören euch! Ha-lo? Das ist keine Kunstaktion, Freunde, hier wird grüne Politik über die Straße betrieben. Und ich frage mich schon: Muss denn immer und überall noch Öl ins Feuer gegossen werden? Druck erhöht werden? Solange die Innenstadt nicht ausschließlich von Studienräten, Studenten oder Hipstern bevölkert wird, die morgens mit dem Rad zur Werbeagentur radeln, sondern auch von Menschen, die ihr f***** Auto brauchen, solange müssen sie auch irgendwo parken. Und da ist jeder zusätzlich fehlende Parkplatz ein echter Schmerz. Wär bei mir eines vor dem Haus, würd ichs nicht anzünden, aber beim nächsten Mal AFD wählen. Okay, das war ein Scherz. Trotzdem meine Meinung: Die Aktion braucht kein Mensch. Parkplätze dagegen immer noch viele.

  • martin sagt:

    die frage ist ja in dieser stadt wiederum, wer öl ins feuer gießt. da sagt die andere seite, in dieser stadt gibts “nur noch”, ein beispiel, einkaufszentrum investoren architektur, und der bürger wurde die letzten 15, 20 Jahre bei vielen stadtplanerischen überlegungen (wenn man davon überhaupt sprechen kann) mehr oder wenig sträflich außen vorgelassen. und da freut man sich eben halt über solche paar quadratmeter holz punktuell verteilt.

    sicherlich stellt sich die frage, ob das dann vorm galao stehen muss z.b, wenn nebenan der marienplatz ist. aber das ist eben ein experiment, da schleichen sich auch bugs ein, und man war wahrscheinlich einfach froh, ein paar offene paten dafür begeistern zu können.

    und wie schon oft gesagt: in zweieinhalb monaten ist alles wieder beim alten, die autofahrer können aufatmen und werden wieder ganz ganz schnell einen parkplatz finden. vor der haustür! nicht.

  • martin sagt:

    hier noch ein kommentar von unserer fb seite, fand ich ganz gut.

    “ich wohne seit kurzem in der bismarckstrasse — und ja, es ist wirklich äusserst schwer abends einen parkplatz für sein auto zu bekommen; und das nervt. und daher verstehe ich den frust mancher kommentatoren. jedoch geht es natürlich genau um dieses “problem” bzw die frage wie man in der stadt heute und in zukunft wohnen will; wie man sich in seinem kiez wohl fühlen kann und miteinander auch als nachbarschaft funktioniert. das projekt ist ein versuch und ein experiment und das ist super! um sich wohl zu fühlen sollte es durchaus auch andere dinge geben ausser einen parkplatz nach der arbeit, oder? ich bin jedenfalls gespannt wie sich die kleinen plätze entwickeln.”

  • Stefan sagt:

    Was uns von anderen Lebewesen unterscheidet, ist Kultur. Ein wesentlicher Bestandteil dieser ist die Kommunikation zwischen Individuen. Die Parklets unterstützen dies, u. a. durch Anregungen zur Diskussion, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen. Autofahren ist das Gegenteil, es bedeutet Egoismus (10 qm für eine Person) und Abgrenzung von anderen (ÖPNV bzw. Rad wären in 90% die geeignetere Option).
    Eine öffentliche Strasse gehört allen. Wer unbedingt in einer Großstadt sein Wagen vor der Tür platzieren möchte (mach ich mangels Alternative auch, fahre aber seltenst in der City), sollte dafür bezahlen (Tiefgarage) oder auf’s Land ziehen. Da kann er sein sexuelles Verhältnis zur Bleckbüchse ausleben.

  • martin sagt:

    btw stephan, zum thema “grüne politik über die straße betrieben”: in den parklett stadtteilen mitte, west, ost, süd erhielten die grünen bei der letzten landtagswahl im märz zwischen 38 bis 44 prozent. so viel dazu. und wie gesagt, es freuen sich auch viele menschen über dieses experiment.

    http://extra.stuttgarter-zeitu.....tgart.html

  • ChrisK sagt:

    Interessanter Kommentar “….oder auf’s Land ziehen.”. Ich frage mich, warum so viele, die eigentlich im Grünen wohnen wollen, in die Stadt ziehen. Nicht nur irgendwo am Rand, nein, mitten drin. Wenn Fahrrad und Öffentlich so ein Beitrag ist, kann man das Prinzip auch umdrehen. Für die Kultur von der Vorstadt in die City fahren. Erinnert mich ein wenig an die Menschen, die an den Flughafen ziehen und sich dann über den Fluglärm beschweren. Rückzugsräume müssen sein, kein Thema. Die gibt es auch. Es würde auch keiner auf die Idee kommen, weil es zu wenig Parkplätze gibt mal für 2 Monate aus dem Marienplatz einen grossen öffentlichen Parkplatz zu machen. Einfach mal als Experiment…

  • stephan T. sagt:

    Hi Martin,
    beste Dank für die Antworten, denen ich viel abgewinnen kann. Auf jeden Fall – und das meine ich ernst – gut, dass wir drüber reden. Mit diesen gegenseitigen Unterstellungen à la “sexuelles Verhältnis zur Blechbüchse ausleben” (Zt. Stefan) kommen wir nicht weiter. Nicht, dass es das nicht gäbe. Aber über sexuelle Vorlieben brauchen wir in diesem Zusammenhang nicht auch noch diskutieren. Gut, wenn die Privatsache bleiben. Naheliegende Retourkutschen park ich jetzt einfach mal in der Tiefgarage.

  • MartinTriker sagt:

    Irgendwie passt da was nicht. Wie schon von Martin geschrieben, da wird über 11 Parkplätze rumgemeckert, die für 2,5 Monate umgewandelt sind. Dass aber ständig Geh- und Radwege zugeparkt werden, in Kurven geparkt wird (Sichthindernisse), auf Grünflächen, einfach überall. Das wird einfach so hingenommen. Als ob man mit dem Auto auch das Recht erhalten hätte, seine Karre einfach überall hinzustellen. Egal, wie rücksichtslos.

    Ja, unsere Familie hat auch ein Auto. Und wir haben einen Tiefgaragenplatz, der ungefähr den gleichen Preis gekostet hat.

  • martin sagt:

    seh ich auch so Stephan T, happy weekend.

  • ChrisK sagt:

    @Martintrinker: Ich glaube für die von dir angesprochenen Fälle laufen so Menschen der Stadt Stuttgart durch die Gegend 🙂
    @Stephan T.: Sehe ich genauso. Es sollte eine sachliche, und nicht emotionale, Diskussion geführt werden.
    Das es Handlungsbedarf gibt, ist unstrittig…

  • martin sagt:

    klar laufen die rum, aber ändert ja nix.

  • kutmaster sagt:

    Logik.

    Hunderte Bäume in der Stadt für immer weg -> #fortschritt
    20 Parkplätze in der Stadt für 2 Monate weg -> #aufschrei

  • ChrisK sagt:

    @Kutmaster: Den Aufschrei gibt es in beide Richtungen (Beispiel Juchtenkäfer). Das ist jetzt Polemik…

  • kutmaster sagt:

    Polemik ist, sich über 20 temporär anders genutzte Parkplätze aufzuregen.

  • MartinTriker sagt:

    @ChrisK: du meinst bestimmt die Sorte Menschen, die ein Auto an einer abgelaufenen Parkuhr aufschreiben, aber den zugeparkten Gehweg auf der gegenüberliegenden Strassenseite ignorieren.

    @Kutmaster: Word!

  • Mox sagt:

    Ich mag die Dinger, manche sind bequem, manche nicht so und das Ziel der Kommunikation wird erreicht.
    Donnerstag durfte ich dem Gesang zweier urbaner Individuen auf einem netten (Typ unfertige Halfpipe mit Wellen und Rasenbewuchs) Parklet anhören. Kam auch gleich ne freudige Studentin aufm Rad vorbei und hat Bilder gemacht. Gut der Gesang war nicht so der Bringer, aber das Parklet ist bequem. Das wiederum kann nicht jedes von sich behaupten und auch (aussengastro-)Kommentare wie “ihr seit die ersten die ihr getränk selber mitgebracht haben, das find ich zwar nicht so geil, darf ja aber gar nix sagen” vom Personal befeuern wunderbar die “zusätzliche-Aussengastroflächen-Diskussion”. Summasumarum überlege ich mir bei mir am Weinberg vor dem Haus auch eins hinzubauen. Mal sehen was die Nachbarn sagen, wenn von den 20 Parkplätzen für 15 Autos zwei belegt sind…

  • Boris sagt:

    Vor ein paar Jahren sind schon mal Parkplätze weggefallen. Aufm Marktplatz. Nicht nur 20 sondern über 200 auf einen Schlag! Unglaublich, dass Stuttgart trotzdem noch existiert…
    http://cdn1.stuttgarter-zeitun.....lized.jpeg

  • martin sagt:

    jamann! so ist es.

  • martin sagt:

    ähnliches thema in köln, da können gastronomen gleich direkt parkflächen für außengastro anmelden

    http://www.rp-online.de/nrw/st.....-1.6086057

  • Kate sagt:

    Ich bin ja hin und her gerissen, was ich von den Dingern halte. Als unmittelbare Anwohnerin (die halbe Halfpipe mit Graseinlage und Blumen) hat mich schon geärgert, dass gleich 2 Parkplätze wegfallen. Andererseits verlieren wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite gerade auch 2-3 Parkplätze durch eine Baustelle, auf der seit 2 Monaten tatsächlich nichts passiert ist. Und nett anzusehen sind die Dinger ja, mal was anderes als Blech.

    Am meisten stört mich, dass dieses “Projekt” ja angeblich für alle sein soll. Aber a) das bereits angesprochene Thema der Außengastroerweiterung (und es ist tatsächlich nicht möglich sich am Kahma oder am Lumen auf das Parklet zu setzen ohne gleich vom Personal angesprochen zu werden, selbst ausprobiert) und b) Warum darf eine Gruppe Studis zusammen mit einem Rudel Gewerbetreibender frei über die Verwendung und das Aussehen unserer Straßen und Parkplätze entscheiden? Für die Umgestaltung der Elisabethenanlage und des Bismarcksplatzes wird ein mehrstufiges Verfahrungen zur Bürgerbeteiligung durchgeführt. Aber diese “Projektgruppe” kriegt es noch nicht mal hin im Vorfeld die betroffenen Anwohner mit nem Flyer zu informieren, geschweige denn in die Planung miteinzubeziehen… Da hätte man viel Unmut abfangen können.

  • stephan T. sagt:

    Ich weiß ja nicht, ob es für ein erstes Zwischenfazit zu früh ist, aber bisher konnten einige – auch von mir geschätzte – Gastronomen ihren Außenbereich erweitern, ansonsten sieht man tagsüber leere Parklets am Straßenrand. Hin und wieder sitzt ein Bärtiger drauf und trinkt einen Latte-Macchiato. Dafür mussten sich viele arg aufregen, und das nicht nur zu Unrecht, aus meiner Sicht. Alles in allem: ein toller Erfolg und eine schöne Polarisierungskampagne! Parkplatzhabenwoller = engstirnige, kleingeistige Autofetischisten und Milaneofreunde, Parkletbefürworter = weltoffene Großstadtbürger kurz vor der Abwanderung nach Berlin. So einfach ist das Leben. Mir gehts aber wie z.B. Kate darum: Warum kann man über so eine Frage eigentlich nicht abstimmen lassen? Sonst wird auch bei jeder Gelegenheit nach dem Volksentscheid gerufen, aber wenn es um die Parkplätze in unserer Straße geht, soll das nicht möglich sein? Wer bestimmt die Verwendung von öffentlichem Raum? Wenn das hier eine Aktion sein will, die Bürgern ihren Raum “zurückgibt”, dann wäre es nett gewesen, sie zu fragen, ob sie ihn auf diese Weise haben wollen. Sonst bleibt es für mich nichts als Symbolpolitik und die gibt es schon genug.

  • martin sagt:

    nach einer woche? und wer will nochmals nach berlin ziehen?

  • KEN™ sagt:

    Also diese Parkletts sind mein innerlicher Prenzlauer Berg!

  • KEN™ sagt:

    Fühlt sich zumindest gerade so an!

  • Gregor sagt:

    Habt ihr nicht schon länger ein Büro in Berlin ?

  • martin sagt:

    ja, wir haben das sony center vor paar jahren gekauft.

  • stephan T. sagt:

    Ich hab´s! Wozu noch lang theoretisch diskutieren. kessel.tv macht einen öffentlichen Wettbewerb: Die zehn besten, realisierbaren Ideen zur sinnvollen, nicht-kommerziellen Nutzung eines Parklets. Wenn das nicht im Sinne des Experiments ist, weiß ich auch nicht. Vielleicht gibts den ja auch schon? Was könnte man mit den Dingern alles anstellen, außer draufrumzufläzen, was man ja überall kann. Gibts ein Theaterstück? Eine Sit-Com? Autorenlesung? Diskussionsrunde zum Thema Parklets? Stellt wer seine Evil-Knievel-Sammlung aus? Öffentliche Arztpraxis? Aus Prinzip dafür oder dagegen sein, reicht vielleicht nicht. Wenn das gut wird – und auch die Anwohner miteinbezieht – gibts vielleicht mehr davon. Wenn das nicht läuft, können die einen immer noch sagen: Ich zieh nach Berlin. Und die anderen: Ich zieh nach Remseck. Oder so. Na?

  • MartinTriker sagt:

    Will ja niemand diskutieren über Parklets: http://www.stuttgarter-zeitung.....dff45.html

  • martin sagt:

    genauso oft wie nach volksentscheiden gerufen wird, schimpfen die menschen gerne über langsame behörden und ämter. jetzt ist halt mal was flott und unkompliziert seitens der stadt entschieden worden (die hat das schließlich genehmigt) und die menschen haben noch bis mitte september zeit die dinger auf kreative weiße zu nutzen, was natürlich schön wäre und nicht nur als gastroaussenfläche (was def. nicht cool ist, wenn da gleich der service auf einen zu springt, das ist nicht im sinne).

  • Herr Cut sagt:

    Könnte man mal einen XondenVegan Slam drauf veranstalten.

  • stephan T. sagt:

    Mahlzeit. Ich dachte mir: Bleibste mal bisschen dran an dem Thema. Vorgestern im Galao (bzw. davor): Besucherzahl dank Parklet gefühlt verdoppelt. Service kämpft tapfer. Mega-Schlange zur Bar. Band Hawelka innen auf nahezu verlorenem Posten.
    Zu viele Menschen für zu kleinen Laden. Ab 23.00 Uhr flüstern Bedienis zu Parkletsitzern: Ihr dürft hier noch bleiben, das ist städtisch, aber wir dürfen euch nicht mehr bedienen, die Nachbarn …! Irgendwie kein Wunder, die dürfen sich ja bisher auch schon über zwei Konzerte die Woche und 23.00-Uhr-Außenbereich jeden Tag freuen und haben jetzt noch ein vollbesetztes Parklet auf erste Stockhöhe dazu gekriegt. Ich bleibe bei meiner Einschätzung: Im filigranen Zusammenspiel von Interessen und Bedürfnissen, das bislang aus meiner Sicht hier noch so einigermaßen funktionierte, ist das Ding an dieser Stelle ein Elefant im Porzellanladen. Experimente und Prozesse der Stadtentwicklung, über die es sich wahrlich zu diskutieren lohnt, sollten anders eingesteuert werden, als dieser.

  • martin sagt:

    gut dass du dran bleibst.

    ich hab gestern gesehen, das bei mir um die ecke (hasenberg) fungiert als miniaturspielplatz mit sand und co und sah auch genutzt aus.

    auf die aussenwand hat man facebook love & hate zitiert.

  • stephan T. sagt:

    Miniaturspielplatz ist super. Schön, wenn es auch andere Ideen gibt!

  • martin sagt:

    und vorhin gesehen: das vor dem bio laden ding in der gutenberg straße fungiert auch als kleiner Gemüse/kräutergarten

  • Naddi sagt:

    Bin ehrlich gesagt auch nicht so begeistert von den Parklets. Aber da ist einfach die Allgemeinsituation schwierig. Im Süden zum Beispiel gibt es ständig irgendwo Baustellen, die Parkplätze wegnehmen, dann war die Stadt so frei einfach mal bestimmt 10-20 Parkplätze dauerhaft wegzunehmen und Bäume hinzupflanzen. Und dank Parkraummanagment zahlt man jetzt auch noch für die wenigen übrigen.

    Am schlimmsten ist es wenn du Kinder hast. Dann brauchst du einfach einen Parkplatz möglichst nah an deinem Haus. Die Babyschale über nen längeren weg irgendwohin zu tragen am besten mit mehreren Taschen und nem Kleinkind an der Hand. Oder wenn sie abends im Auto einschlafen und du musst sie nach Hause tragen. Und dann hast du am besten noch eingekauft und musst das auch irgendwie tragen. Klar kann man kurz vorm Haus parken und abladen…aber du kannst halt nicht deine Kinder abladen und sagen wartet mal kurz.

    Ich bin echt froh dass ich meistens kein Auto brauche. Aber ich kann mir gut vorstellen dass es viele Familien da nicht einfach haben. Geht halt nicht nur um Luxus.

  • martin sagt:

    klar brauchst du das dann und ist auch verständlich. nur “innenstadtgebiete” und “immer parkplatz nah am haus” passen halt zusammen wie… naja du weißt schon. kategorie. #mankannnichtalleshabenimleben

  • Alexander sagt:

    – Parkplatz direkt vor der Türe
    – In der Innenstadt wohnen
    – kostenlos parken.

    Pick two of them…

  • setzer sagt:

    *stellt die Bong beiseite*
    Hmm. Jedes geparkte Auto nimmt einem anderen Auto den Parkplatz weg. Ich glaub’, ich bin da etwas gaaanz Großem auf der Spur.

  • martin sagt:

    du bist ganz nah dran. ich denke, die CIA überwacht dich schon.

  • Hawelka sagt:

    Endlich hat mal einer Mitleid mit Hawelka. Scheiß Parklets!
    (Ok, vor dem Gig haben wir da Selfies gemacht.)

  • martin sagt:

    sodele, ihr habts überstanden, mit dem parking day morgen endet das experiment parkletts. ich hoffe, es sind noch alle am leben. und dass mir auch ja keiner weh getan hat deswegen.

  • MartinTriker sagt:

    Schweinerei! Gleich 5 Parkplätze gehen in der wichtigsten Parkplatzstraße, der Eberhardstraße, flöten! Wo sollen wir unsere SUVs parken!

    Könnte eigentlich jemand mal diese Sauerei da am Boden weg machen, dieses große weiße Fahrrad auf blauem Grund? Die Malerei stört schon lange mein ästhetisches Empfinden.

  • ChrisK sagt:

    Das Auto-Besitzer-Bashing ist genauso “Gähn” wie umgekehrt….Aber schön, dass alle in ihren Echokammern gefangen sind. Wenn man in Diskussionen andere runter zieht um sich selbst auf ein Podest zu stellen wirds halt ein wenig langweilig…

  • stephan T. sagt:

    Ach ja, die Parklets. Fazit: Weit mehr als reine Symbolpolitik und Vergrößerung gastronomischer Außenflächen. Fragt sich nur: Was eigentlich? Ich fand es ja großartig wie die Dinger genutzt wurden: Tagsüber eher nicht, abends dann … siehe oben. Und das hatte seinen Grund: Es gibt in Stuttgart zum Glück viele attraktive Sitz- und Grünflächen, an denen man sich einfach hinsetzen, reden, diskutieren oder sogar Gitarrespielen kann. Man muss das gar nicht an befahrenen Straßen tun! Es sei denn, man würde die auch gleich mitsperren. Vielleicht ein Reallaborexperiment fürs nächste Mal? “Die Stadt gehört allen” und so ist dabei kein besonders stichhaltiges Argument, finde ich. Mit dem gleichen Recht könnten z.B. sagen wir Rollatorfahrer tageweise Radwege benutzen. Immer montags und freitags. Oder gehören die nicht allen? Oder Motocross-Rennen im Stadtpark veranstaltet werden. Gehört doch auch allen. Oder e-Zapfsäulen-Parkplätze für Outdoorgrill-Aktionen genutzt werden. Was ich alles nicht befürworten würde. Die Stadt gehört allen, jepp, und damit sie für alle funktioniert, müssen Räume, die bestimmten Funktionen gewidmet sind, dieser Funktion nach erhalten werden: Parks sind Parks – und sollen das bitte bleiben. Parkplätze sind Parkplätze und keine Spielplätze. Es sei denn jemand kommt und sagt uns: “Freunde, die Stadt der Zukunft hat keinen Platz mehr für Individualautoverkehr. Früher oder später werden wir uns in den Großstädten von dieser Illusion befreien müssen, wollen wir nicht im Dauerchaos versinken. Damit ihr euch langsam darauf vorbereiten könnt, haben wir uns schon mal was einfallen lassen.” Das fände ich eine mutige diskutierenswerte Ansage mit offenem Visier. Aber die habe ich so leider nirgends gelesen oder gehört. Vielleicht war ich da auch gerade Parkplatzsuchen.

  • martin sagt:

    du hast also die 11 parklets zweieinhalb monate jeden tag beobachtet, dass du daraus ne nutzung ableiten konntest? und sitzen dienstag tagsüber massenweise menschen im park? oder aufm Marienplatz?

    kanns nur wiederholen, dass z.b. das an der hasenberg in seiner funktion als miniatur spielplatz auch tagsüber, soweit ich das ab und zu gesehen habe, genutzt wurde und demonstriert was ein parklet alles sein kann. aber keine frage, die parklets waren auch oft verwaist, zumindest die in meinem radius.

    ansonsten finally nochmals: es war ein experiment. und ich glaube nach wie vor, wie schon 100mal jetzt gesagt, hat keinem weh getan (wenn ganze straßenzüge wochenmonatelang wegen irgendwas gesperrt werden, hält man das ja auch aus). eher haben sich mal ein paar leute mehr gedanken über gewisse dinge gemacht. und darum gings vielleicht letzten endes.

  • martin sagt:

    das auto in städten, immer wieder ein hochemotionales thema.

    http://www.zeit.de/mobilitaet/.....nahverkehr

  • 0711jmo2 sagt:

    1 Jahr Parklets – Was wir wissen und was wir nicht wissen

  • martin sagt:

    wir hatten die parklets

  • easternbasti sagt:

    3 – 2 – 1 – aber die parkplätze – mimimimi – scheiss öko – hipster – mimimimi – ich habe meinen anwohnerparkausweis BEZAHLT – mimimi

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