Das Cape Collins im Fluxus Stuttgart

Die alte Gastro-Regel bewahrheitet sich immer wieder: Bis zur Eröffnung steht das Ding. Auch in dem Fall wieder same story. Beim Cape Collins, aufgrund der Graphiken auf der Fassade unter dem Namen Weltraumbahnhof bekannt geworden, dachte man in den letzten Tagen, das wird never ever nie was mit der Eröffnung an diesem Wochenende – übrigens mit DJ Friction und Bobby Sayyar live ft. Rockin Sebastian. Bis circa vorgestern hingen da noch überall die Kabel aus der Decke. Und heute früh stand das Ding. Also mehr oder weniger, ein paar Feinheiten noch. Das Baurechtsamt hat auf jeden Fall ja gesagt.

Aus der Luft gesehen ein C bildend, erstreckt sich das Cape Collins vom Calwer- bis zum Rotebühlplatz. Zwei bzw. eigentlich drei Bereiche, zwei Eingänge. Der bereits allseits bekannte Eingang neben dem Tatti führt ins Cape. Selbstdefinition: “Tagesbar. Trinkhalle. Mittagstisch. Coffee-Spot. Lounge. Craft-Beer. Evening-Hangout.” Oder wie Betreiber Basti Sommer mit dem allseits bekannten Lebenslauf (Tier, Charlie, Schanke) sinngemäss meinte: Das ist die Basis. “Mission Control” steht auf der Homepage. Jeden Tag ab morgens geöffnet.

Kleiner NASA-Geschichte Einschub: Michael Collins war der Pilot der Apollo 11 Kommandokapsel und während seine Buddys Armstrong und Aldrin in die Mondlandefähre steigen und ihre berühmten Schritte machen durften, umkreiste Collins weiter den angesteuerten Planeten. Fame-mässig war das wohl eher die 5.-Rad-am-Wagen-Nummer. Aber ich bin kein Arschtronaut (Orsons Voice) und für einen umjubelten Autokorso hat es ja gereicht.

Könnte man nun auch so deuten, dass Michael Cape Collins in Gastronomieform immer flexibel im Umlauf bleibt. Die Dreiteiligkeit und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten sprechen dafür.

Der Collins-Eingang befindet sich etwas verborgen am Rotebühlplatz und nachdem man das 70er-80er-Büro-Treppenhaus durchquert hat, erwartet einen der imposant gebaute Eingangsbereich im typischen NASA-Space Shuttle-Look, oder wie wir Non-NASA-Designer uns das eben so vorstellen.

Das “Holodeck” eröffnet täglich ab 17 Uhr und bietet “intergalaktische Erfahrungen, sowohl in flüssiger wie in fester Form. Space Class Cocktails – Mixology Bar mit selbstgebrauten Sirups, extrahierte Kräuter und Special-Collinses”, heißt es auf der HP. Dort einen Trinken und dabei den Stadtmitte-Abgang und den Calwerplatz stalken stelle ich mir relativ abendfüllend vor.

Zwischen dem Cape und dem Collins hat man als Bindeglied beider Bereiche einen schallgedämmten (!) Clubfloor installierten. Die massige Kanzel sieht dann tatsächlich aus wie eine Mondlandefähre und von der Decke beleuchten diese immer beliebter werdenden Lichtzapfen, ähnlich z.B. im Sanchez. Kleiner Raum für geschätzt maximal 100 Leute, mir bekannte PA-Experten waren Vorort, die Anlage wird garantiert gut justiert, könnte intensiv werden.

Womit wir beim Sound wären: Um den Mittwoch und Donnerstag kümmert sich Basti selbst, das Freitag-Booking übernimmt Heardis um Robin Hofmann, schätzungsweise eher die Neo-Disco-House-Nummer, und den Samstag steuert musikalisch genannter Rockin’ Sebastian (Get Down-Reihe).

“Musikalisch geht der Samstag eher in Richtung organische Musik, Disco, Funk, Soul, aber auch Hip Hop, früher House und soulful Elektronisches sind möglich”, meinte Sebastian. Dabei sind zwei Samstage im Monat geplant, an den ausschließlich Vinyl gespült wird, weil gerade viele DJs darauf wieder mehr Bock hätten. Das DJ-Pult sei darauf vorbereitet (Platz für Plattenkisten etc, gibts ja heute auch kaum mehr in den Clubs!1!1!!!). Einen Abend will Sebastian selbst mit Gästen und mit 60s und 70s Soul und 7inches bestreiten. Ab Herbst will er Gäste von ausserhalb dazu buchen.

Für das Cape Collins werden bis zum Herbst Clubkarten verteilt, die den Einlass garantieren und die Arbeit an der Türe unkomplizierter machen sollen, so Basti. Das wäre eine saubere Sache anstatt den ewigen Standardkörbe, wie “heute nur mit weiblicher Begleitung” etc. 

Wie sich das alles einpendelt, und ob man dann am Wochenende wirklich nur mit diesem Ausweise reinkommt, sieht man dann in den nächsten Monaten, meint er noch dazu. Ist ja auch keine allzu kleine Vergnügungsanlage, die man da in die Stuttgarter Nightlife-Umlaufbahn hieven will. Gute Fahrt. 

P.S.: EM wird auch gezeigt.

Cape Collins – Calwer & Rotebühlplatz
Offizielle Eröffnung am kommenden Samstag, 11. Juni mit Frico, Bobby Sayyar & Rockin Sebastian

Mehr Infos und Öffnungszeiten auf www.capecollins.space & Facebook 

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