Töörööh, Elefantenrunde

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(Foto: Archiv / Lügi, Pressesprecher von Pegida)

Die langweiligsten Debatten im Fernsehen gibt’s vor den Wahlen. Das mediale Highlight der Landtagswahlen (13. März) sollte drei Tage zuvor die “Elefantenrunde” des SWR werden. Da werden die Spitzenkandidaten der jeweiligen Parteien zum ernüchternden Agenda-Bingo aufeinander losgelassen. Jeder erzählt warum er selbst der geilste Stecher ist und der andere halt nicht.

Das ist eine haarsträubende Mischung aus vor dem Spiegel onanieren und der Abfrage, ob man das Parteiprogramm auch wirklich auswendig runterbeten kann. Die AfD, Deutschlands größte Windel, ist zur Elefantenrunde beim SWR nicht eingeladen worden.

Laut StZ, weil Teile der Grünen und der SPD dagegen waren. Ungefähr so wie früher: Also, wenn der Jörg kommt, dann komm’ ich aber nicht. Supersache, möchte man Politik unbedingt als so eine Art Kindergeburtstag begreifen. Doch schon früher nannte man derartige Pfeifen: Bähmulle. Und das war kein Kompliment.

Sicher, jede Diskussion ist gehaltvoller ohne das dauerhafte Lamentieren und den Fäkalweitwurf der AfD. Mir fällt auch keine Diskussionsrunde ein, in der die Abgesandten dieser Partei etwas Sinnvolles beigetragen hätten – außer sich als Opfer darzustellen und im drei Minuten-Takt immer wieder den gleichen Käse aufzurollen. Ich wünsche mir zum Beispiel noch heute, jemand hätte Bernd, ‘schuldigung, Björn Höcke damals bei Jauch über den Sessel gelegt und keine Flagge.

Andererseits gab es bislang auch kaum bessere Gelegenheiten, die menschenunwürdige Dummheit der Partei einigermaßen greifbar veranschaulicht zu bekommen. Wenn die AfD im Haus ist, dann ist überall ein bisschen Dschungelcamp. Letztendlich gipfelte jede Diskussionsrunde darin, dass alle Teilnehmer damit beschäftigt waren, den Quatsch dieser Partei zu offenzulegen, die aber leider doch auf den Wahlzetteln steht.

Und auch das ist klar: Teile der AfD-Wählerschaft brüllen unentwegt “Lügenpresse”, keine Ahnung, was dann ausgerechnet die Schirmherren des Quatsches im Fernsehen wollen. Frei nach Dendemann kann man das locker unter “Wer A sagt, muss auch B zahlen” einsortieren.

Trotzdem wünsche ich mir eigentlich Politiker, die sagen “Bring mir die AfD. Ich habe heute noch nicht gefrühstückt!” Und weil ich gerade dabei bin: Ich wünsche mir einen SWR-Intendanten, der sagt “Herr Schmid, Herr Kretschmann. Mit Verlaub, was Sie wollen, geht uns hier am Arsch vorbei. Noch bin ich der Intendant.”  Das hat Peter Boudgoust leider nicht getan.

Die Linke wurde übrigens auch nicht zur Elefantenrunde eingeladen.

*Update und der wahre Skandal:

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