Ding, Dang, Dong

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(Foto: Screenshot, ARD Mediathek)

Marco Fuchs, ehrenwerter alter PRINZ-Kollege aus Hamburg, hat teils wahnwitzige Fußballerzitate gesammelt und zwischen zwei Buchdeckel drucken lassen. Das ist jetzt nichts Besonderes, dafür aber ein sehr guter und kurzweiliger Spaß. „Fußball ist Ding, Dang, Dong“ heißt das Buch.

Und Kenner wissen: Es gibt so Bundesliga-Spieltage, die können nur von einem guten Buch oder viel Schokolade gerettet werden. Bisher waren es fünf. Mögen es bitte, bitte nicht noch mehr werden. Das verkrafte ich in meinem Alter langsam nicht mehr. Mir steckt noch der vergangene Saisonabschluss gegen Paderborn in den Knochen. Matze Bach ist da direkt neben mir um zwölf Jahre gealtert.

Maurizio Gaudino, die andere Lichtgestalt des internationalen Fußballs hat sich in seiner messerscharfen Analyse zur derzeitigen Lage des VfB Stuttgart nicht lumpen lassen und wirklich heiße Eisen angepackt.Kurz zusammengefasst: Die erste Runde beim Hartplatz-Bingo geht ganz klar an Gaudino und Sami Slimani hätte das auch nicht viel mieser analysiert bekommen: dem VfB fehle es am absoluten Willen. Und Daniel Ginczek so: “Palümpalüm. Is’ mir doch bums. Schieß’ ich dem Torwart halt ins Gesicht.”

Und natürlich: der VfB hat in dieser Saison nicht nur „noch kein Spiel gewonnen“ (R. Dutt, Sport im Dritten), sondern sogar jedes davon verloren.

Aber ich würde mir eher selbst eine reinhauen, als schlecht über Alexander Zorniger zu sprechen. Erstens legt man sich mit niemandem an, der „Zorniger“ heißt und zweitens klingt die Analyse des Trainers bislang durchaus schlüssig – wenn man denn Schwäbisch spricht. Drittens: so mies war das bisher alles gar nicht.

Als Topmodel ist mir selbstredend klar, dass gut aussehen alleine auch nichts bringt und unglücklich verlieren auch keine Punkte bringt. Als Romantiker möchte ich dennoch daran glauben, dass sich der Fußballgott demnächst offiziell beim VfB entschuldigt und die Strategie des Trainers mit Sachgeschenken unterstreicht. Punkte und Tore zum Beispiel.

Naiv? Vielleicht. Fußball scheint mir aber eine gute Projektionsfläche für derartige Gefühlsduselei.

Jetzt noch miese Nachrichten: Alexander Zorniger wird trotzdem nie in einem Buch von Marco Fuchs vorkommen. Fuchs wohnt in Hamburg. Wenn Zorniger redet, versteht der überhaupt nix.

Achkomm, hier noch was zum Mitnehmen, einen Sparwitz to go für Twitter: „Egal wie enttäuscht Du bist, Alexander ist zorniger.“

Analyse Zorniger

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