Kerstin, wohin?

Vorschlag Bildunterschrift:Das GERBER Management, Oliver GrĂŒnwald (blaue Krawatte) und Niklas Wassong, gratulierten im Namen aller Mieter zur Neueröffnung des Fotohauses. Inhaberin Kerstin SĂ€nger freute sich ĂŒber die schöne Geste des Nachbarn.

An
die Redaktion

Ich wĂŒrde mich freuen, wenn Sie die folgende Pressemitteilung von uns verwenden, gerne im print und web.

Stuttgart. Bis Sonntag nach Mitternacht wurde umgerĂ€umt, eingerĂ€umt, aufgerĂ€umt. Verwandte, Freunde, Mitarbeiter – das halbe Umfeld von Kerstin SĂ€nger war auf den Beinen, damit die Inhaberin des gleichnamigen Fotohauses MontagfrĂŒh pĂŒnktlich um neun Uhr ihr neues GeschĂ€ft eröffnen konnte. „Kerstin, wohin?“ hieß es im Sekundentakt, erzĂ€hlt die GeschĂ€ftsfrau etwas mĂŒde, aber glĂŒcklich.

Zum „soft opening“ (SĂ€nger) gab es Croissants und Prosecco. Den ganzen Tag gaben sich Gratulanten aus dem Gerberviertel die Klinke in die Hand, allen voran das Management des GERBER.

Hurra. Gerberaaaaa wieder mal geil und in Hochform.

End of message. Abdruck honorar- und sinnfrei. Denn eine Pressemitteilung sagt mehr als 1000 Worte. Und bei uns flattern die Good News aus Stuttgarts grĂ¶ĂŸtem Independent-Einkaufszentrum nur so rein.

Gut, zugegeben, manche Nachricht ist auch eher traurig, aber ohne Schatten kein Licht, das Leben ist eine Berg- und Talfahrt, der FrĂŒhling spannt sein blaues Band und 1 Million andere Wandtattoo-Weisheiten aus dem Grabbelsack der Poesie.

Total schade zum Beispiel war die Nachricht “Pleite im Gerber-Shopping-Tempel: Ex-Playmate muss Boutique schließen”. Traurig vor allem deshalb, weil Ex-Playmate ja immer auch den Geschmack von Abstellgleis hat. Bist du Weltmeister, bleibst du Weltmeister. Ein fĂŒr alle mal. Guido Buchwald wird sein Leben lang Weltmeister bleiben und niemals Ex-Weltmeister sein.

Aber wenn dein Körper irgendwann nicht mehr Playboy- sondern Handelsfachangestelltenformat hat, ist halt Schluss mit Busen und lustig. Und du musst etwas anderes in die Auslage legen. Schade, wenn das dann auch nicht nachhaltig klappt.

“Gerber, Pech und Pannen” schrieb das Politmagazin Bild Stuttgart dazu und weiter: “Öznur Asrav (29) musste ihr BekleidungsgeschĂ€ft „Azuro“ schließen, weil im Gerber zu wenig los ist”.

Azuro macht nach eigenen Aussagen unter anderem “Pumps Bad Cannstatt by Öznur Asrav”. Keine Ahnung, warum so was nicht laufen sollte. Azuro hat außerdem Leggings Pfau-Look im Angebot. Die haben einen Pfau-Ausschnitt. So nennen wir Modebloggerinnen und Youtubisten das, wenn man im Schritt Pfau trĂ€gt.

IMG_7127

Vielleicht hat’s ja auch nur an der richtigen Promo gefehlt? So wie sie zum Beispiel unser neuer Lieblingsleser Roni macht. Sweetheart des Monats. Promogirl des Jahres. Roni schlĂ€gt hier in den kessel.tv Kommentaren ganz emsig die Werbetrommel fĂŒr Bugan.

Einspieler – Best-of Roni:

“Ich finde die Bugan super gut. Erst neue und auch super.. Alles Fresh.. Ehrlich wie subway”

“Das beste ist und auch bezeigst die Bugan Fresh Food”

“Bugan macht jeden Tag ab 16 Uhr Habby Hour alle burittos und Quessadilla fĂŒr 3€”

End of Werbeeinblendung. Danke Roni. Zur Orientierung: Bugan bietet Buritos & Tacos. FĂŒr alle, die mexikanisch lieben und dabei keinen besonderen Wert darauf legen, dass es von Mexikanern aufgetaut wird.

Ich zum Beispiel liebe Mexikanisch, aber halt jenseits von: “TexMexHappyHour wollt Ihr noch n paar Nachos zum Caipirinha (!) Mexikaner.” Der beste echte Mexikaner der Stadt ist meines Erachtens Rodeo Mexican Grill, gleich wenn man den Glendale Boulevard hochkommt, scharf rechts auf den Sunset Boulevard.

Back to Bugan: da entdeckt man die gelungene Aktion “Eat what you want.” Ist doch 1a schön, dass man bei Bugans spachteln darf, was man will. Das ist die einzig richtige Antwort auf Gastronomie-Knebel-Konzepte, bei denen  “gegessen wird, was auf den Tisch kommt.”

Und gerade machen wir’s Maul zu, flattern weitere fickrige Pressemitteilungen der Gerberwerber aus unserem Olivetti FaxgerĂ€t:

“Stuttgart – Bleibt Madonna im GERBER oder macht die Filiale wegen der Planinsolvenz der Topaz Textilhandels GmbH, zu der Madonna gehört, dicht?”

Wir wissen es nicht, weil wir die Pressemitteilung nicht zu Ende gelesen haben. Aber wir dachten, Madonna gehört zu Interscope Records.

In einer zweiten Mitteilung zieht das Gerber Management positive Bilanz der Parkaktion “Parken umsonst, Flair gratis”:

“
immer wieder gab es Kommentare wie „Das ist ja wie am Flughafen“; eine Anspielung auf die 650 einladenden StellplĂ€tze, die in Sachen WohlfĂŒhlatmosphĂ€re keine WĂŒnsche offen lassen.”

Bitte auf der vom Respekt schnalzen pelzigen Zunge zergehen lassen: Das ist ja wie am Flughafen!

Neulich staunte schon eine sehr sehr auswÀrtige Dame im Milaneo; Das ist ja wie in Dubai!

Und noch neulicher sang ein Zuschauer der Partie Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart II hinter mir zur Auftaktmusik “Atemlos” die Worte: “Bratensoß’ auf der Hos’.”

Und ich dachte: Das ist ja wie in Ebersbach an der Fils!

26 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.