Das Gott – wo Beten am urbansten ist

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(Foto: Jutta Von Teese)

Eine Moschee in Feuerbach, ein Minarett in Wangen – na, klingelt’s schon? Bumsfallera. Alarmstufe “IS” für alle, die von Kai Diekmann islamisiert wurden. Mir persönlich ist das mit den Gotteshäusern ein bisschen egal, ich gehe da nur in Notfällen rein. Wegen mir müsste man so was weder irgendwo hinstellen, noch bauen. Und andersrum.

Ich akzeptiere aber ohne Murren und Knurren, dass es für Gläubige ein Bedürfnis an adäquaten Gotteshäusern aller Art gibt. Ein Ort zum Beten, Insichgehen, unter “i mean, hey – like-minded-people” hart zu chillen oder gemeinsam Lieder zu singen. Der positive Nebeneffekt: die Leute sind dann auch von der Straße. Das ist gerade bei Regen oder noch mieserem Wetter ein nicht von der Hand zu weisendes Plus. Für Heavy Metal-Fans gibt’s schließlich auch Einrichtungen wie die Rockfabrik in Ludwigsburg.

Gerade bei Katholiken bin ich sehr froh, wenn sie von der Straße sind. Besonders, wenn ich deren Chef bei der Arbeit zuhöre. Ich halte es für fragwürdig, jemanden widerspruchslos über Sex und Kinder reden zu lassen, der beides nicht hat.

Und grob zusammengefasst, weiß die katholische Kirche auch nicht, wie man mit den “Kids” umgehen soll. Zwischen zeugen, schlagen und – in Ausnahmefällen – bumsen scheint da von offizieller Seite wenig zu holen. Deshalb ist das doch spitze, wenn diese Leute sich gemeinsam in einer Kirche Gedanken machen können, wie das mit dem “guten Leben” doch noch funktionieren könnte.

Denn entweder verlange ich von Gläubigen, dass sie sich gemeinsam und ernsthaft über ihre Religion Gedanken machen – oder ich will das überhaupt nicht. Für Ersteres sind Gotteshäuser eine gute Idee. Klar, die Gefahr ist immer da, dass sich dort die Verwirrten unter den Verwirrten völlig radikalisieren oder anderweitig durchdrehen. Aber die Pius Brüder dürfen ja auch problemlos in Feuerbach abhängen.

Wir hier in Stuttgart sind da zum Glück ziemlich weltoffen. Erste Hochrechnung der Meinungen zum Thema “Moschee in Feuerbach”:  “Ja, schon. Aber die Parkplatzsituation ist jetzt schon katastrophal. Also, lieber nicht. Das wird man ja wohl noch !!1Eins1elf!!-en dürfen.”

Ich hätte da eine Idee: Wir alle wissen, dass Das Gerber eher so mittelgeil läuft. Doch die Räume und der Platz sind jetzt nunmal da, Stadtbahn hält auch vor der Türe. Da würden locker alle Weltreligionen und ein paar ihrer Splittergruppen Unterschlupf finden. Alle unter einem Dach. Alleine der Edeka im Erdgeschoss ist so groß, dass dort Rock Am Ring stattfinden könnte. Und wenn’s dann mal Beef Probleme gibt, werden die gemeinsam in der neu designten Food-Lounge ausdiskutiert.

Ach, ich weiß doch auch nicht. Vielleicht einfach mal den Kanye anrufen, der weiß schließlich immer was.

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