Bundesligaaarrggghh

Bildschirmfoto 2014-09-22 um 10.21.12

(Foto: Signal Iduna Park / Facebook)

Okay. Richtig mies wird’s erst wenn die Kanzlerin Armin Veh das volle Vertrauen ausspricht. Das hat noch keiner ĂŒberlebt. Ansonsten bleibt auch nach dem vierten Spieltag nur die BefĂŒrchtung, dass es auch die kommenden Tage nicht besser wird.

Die Gegner des VfB packen sogar schon die Sparwitze aus. Der BVB, beziehungsweise dessen Sportplatzbetreiber Signal Iduna Park wirbt: “Lieber ĂŒberirdischer Fußball als ein unterirdischer Bahnhof”. Zumindest der FSV Mainz lacht laut darĂŒber, weil ihnen beides Wurscht ist und sie den BVB auch ohne großes Werbebudget  besiegt haben.

Ansonsten hat der handelsĂŒbliche VfB-Fan endlich wieder grĂ¶ĂŸere Probleme als Tradition, Wappen, #furchlosundtreu oder die Streetcredibility von Red Bull Rasenballsport Leipzig. Leider ist es der eigene Club, denn grĂ¶ĂŸere Baustellen findet man auch mit Abrissbirne nur in der Stadtmitte.

Und wenigstens diesem Luxus kann sich der VfB gönnen: er ist selbst sein grĂ¶ĂŸtes Problem. Und das auch nicht erst seit gestern. Was nĂŒtzt all das “Zusammenhalten!”, wenn der Verein sich nicht daran hĂ€lt und auseinander fĂ€llt.

Auch ein Zeichen: Fredi Bobic verweist in Interviews andauernd darauf, man dĂŒrfe “gerne andere Leute” fragen, wie gut sich der Verein auf die Saison vorbereitet habe. Die wĂŒrden das dann bestĂ€tigen. Manchmal sagt er auch “jeden”. Nicht mal das möchte er mehr selbst erledigen. Den VfB an Bobic festzumachen, ist leider auch weder Ansatz, noch Lösung.

FĂŒr mich ist das jetzt schon die mieseste Saison aller Zeiten: meine Tradition ist dem Kommerz lĂ€ngst zum Opfer gefallen. Kurz vor Spielbeginn gegen Bayern rannte ich zum Schorsch ins Stadtbadstadion und der zuckte nur mit den Armen. “Nee, kein Fußball mehr bei mir im Laden. Kann ich mir nicht mehr leisten.”

Der freundliche Bezahlsender Sky lĂ€sst sich mittelmĂ€ĂŸigen Sportjournalismus mit Sakko, Jeans und Beistellfrauen mittlerweile derart gut bezahlen, dass der Stadtbad-Schorsch Eintritt und 9 Euro fĂŒrs Schorle verlangen mĂŒsste. Dann wiederum wĂŒrde er in ErklĂ€rungsnot kommen, denn in Etablissements mit derartiger Preisgestaltung tanzen normalerweise Frauen an Stangen.

Das Spiel gegen Hoffenheim habe ich mir entgehen lassen. Ich wollte mich weder von Freundin, noch vom Hund auslachen lassen und ich wollte natĂŒrlich gegen den Kommerz protestieren – zudem hatte ich bei Rewe schon die Prognose vernommen: im schmucklosen KĂŒhlregal stand eine GetrĂ€nkedose: Cola ZERO, VfB Edition. Wenigstens dieses Marketing trifft den Nagel auf den Kopf. Das Tor trifft ja schon lange keiner mehr.

Und dann sagt die Freundin: “Opa, vielleicht hĂ€tte dem VfB ein Abstieg vergangene Saison ja ganz gut getan?”.

14 Comments

  • stegoe sagt:

    Wenn wir ehrlich sind (und froh darĂŒber), dann wĂ€re mit dieser Mannschaft, wĂ€re sie vergangene Saison abgestiegen, ein sofortiger Wiederaufstieg unwahrscheinlicher als gleich nach unter weiter durchgereicht zu werden. Aber zum GlĂŒck Konjunktiv. Noch


  • Shut Up Legs sagt:

    So traurig und so wahr. Oh je VfB :/

  • martin sagt:

    das ist ja der scheiß am abstieg. nur weil man der vermeintlich ach so fett tolle tradtionsverein ist, heißt das ja noch lange nicht, dass man gleich wieder aufsteigt. und so halt eh nicht.

  • Frau Doktor sagt:

    Aber so hat der VFB halt echt nix in der 1. BuLi zu suchen. Ein Abstieg wĂŒrde entweder den dringend notwendigen Professionalisierungsschub in dem Laden herbeifĂŒhren – oder der VfB wĂŒrde seine Selbstfindung als zweitklassiger Provinzverein abschließen. Auch das wĂ€re, im Vergleich zu der jetzigen Farce, ein echter Fortschritt.

  • easternbasti sagt:

    „In dieser Saison zu fordern, unter den ersten sechs dabei zu sein, wĂŒrde der Mannschaft schaden. Dazu fehlt uns im Moment die QualitĂ€t. Es kann durchaus sein, dass die RealitĂ€t Abstiegskampf heißt und wir wieder bis zum Ende um den Klassenerhalt zittern mĂŒssen.“

    Armin Veh in SportBild am 10.9.14.

    Immerhin weiß einer was die Stunde geschlagen hat.

    http://sportbild.bild.de/bunde.....sport.html

  • Pippo sagt:

    Das mit dem Stadtbadstadion ist echt GrĂŒtze. Rennt man da unverhohlen rein und dann ist die Butze einfach leer, weil die Geier von Sky mal krĂ€ftig die Preisschraube angezogen haben. Im Ackermanns warens wohl zwischen 15 und 20€ pro Person Umsatz…vielleicht hat Sky ja den Spielstil vom VfB eingeplant, kann man halt nur besoffen ertragen.

  • abiszet sagt:

    “Den VfB an Bobic festzumachen, ist leider auch weder Ansatz, noch Lösung.”
    Ja, das sehen wir auch so:
    http://vertikalpass.de/ist-ein.....e-loesung/

    Nur: Er hat sich selbst zum Gesicht des Vereins gemacht – und sein Verhalten ist meist unter aller Sau.

  • mcbuhl sagt:

    Wir hatten Buchwald – ihr habt Bobic. Und jetzt die gute Nachricht: diese Krankheit ist heilbar.

  • akoe sagt:

    ich gucke mal in die glaskugel: ab nĂ€chstes jahr wieder lokalderby kickers – vfb. 😉

  • Beraternase sagt:

    Ich habe mir das Hoffenheim Spiel auf Sky angeschaut (daheim, da steigen die Abo Preise noch nicht). Der VFB war eigentlich nicht schlecht, nur vor dem Tor harmlos und hat hinten 3 Fehler zugelassen, die von 2 Toren bestraft wurden. Die TSG hat hinten diesmal einfach dichtgehalten. Mal sehen was gegen den BVB geht.

  • mcbuhl sagt:

    Wegen mir mĂŒssen die Blaue nicht aufsteigen, Dritte Liga ist eigentlich ganz gemĂŒtlich.

  • Julia sagt:

    tja, nach enm Abstieg wĂŒrde der VfB wohl durchgereicht werden. Man kann nur hoffen, dass plötzlich ein Wunder geschieht… und alle StĂŒrmer und Mittelfeldspieler den Zug zum Tor bekommen und sich auch mal trauen, zu schießen…

  • Frau Doktor sagt:

    Oh, jetzt steht die Kanzlerin wohl doch voll hinter Herrn Bobic: http://www.stuttgarter-zeitung.....adbc8.html

  • MCBuhl sagt:

    Und der Kickersmanager Zeyer (nebenbei ja auch noch Sterne-CafĂ©-Besitzer-Betreiber) soll als Nachfolger im GesprĂ€ch sein. Seufz. Könnt’s ihr nicht den Buchwald nehmen? Der hat doch grad Zeit.

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