Bundesligaaarrggghh

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(Foto: Signal Iduna Park / Facebook)

Okay. Richtig mies wird’s erst wenn die Kanzlerin Armin Veh das volle Vertrauen ausspricht. Das hat noch keiner überlebt. Ansonsten bleibt auch nach dem vierten Spieltag nur die Befürchtung, dass es auch die kommenden Tage nicht besser wird.

Die Gegner des VfB packen sogar schon die Sparwitze aus. Der BVB, beziehungsweise dessen Sportplatzbetreiber Signal Iduna Park wirbt: “Lieber überirdischer Fußball als ein unterirdischer Bahnhof”. Zumindest der FSV Mainz lacht laut darüber, weil ihnen beides Wurscht ist und sie den BVB auch ohne großes Werbebudget  besiegt haben.

Ansonsten hat der handelsübliche VfB-Fan endlich wieder größere Probleme als Tradition, Wappen, #furchlosundtreu oder die Streetcredibility von Red Bull Rasenballsport Leipzig. Leider ist es der eigene Club, denn größere Baustellen findet man auch mit Abrissbirne nur in der Stadtmitte.

Und wenigstens diesem Luxus kann sich der VfB gönnen: er ist selbst sein größtes Problem. Und das auch nicht erst seit gestern. Was nützt all das “Zusammenhalten!”, wenn der Verein sich nicht daran hält und auseinander fällt.

Auch ein Zeichen: Fredi Bobic verweist in Interviews andauernd darauf, man dürfe “gerne andere Leute” fragen, wie gut sich der Verein auf die Saison vorbereitet habe. Die würden das dann bestätigen. Manchmal sagt er auch “jeden”. Nicht mal das möchte er mehr selbst erledigen. Den VfB an Bobic festzumachen, ist leider auch weder Ansatz, noch Lösung.

Für mich ist das jetzt schon die mieseste Saison aller Zeiten: meine Tradition ist dem Kommerz längst zum Opfer gefallen. Kurz vor Spielbeginn gegen Bayern rannte ich zum Schorsch ins Stadtbadstadion und der zuckte nur mit den Armen. “Nee, kein Fußball mehr bei mir im Laden. Kann ich mir nicht mehr leisten.”

Der freundliche Bezahlsender Sky lässt sich mittelmäßigen Sportjournalismus mit Sakko, Jeans und Beistellfrauen mittlerweile derart gut bezahlen, dass der Stadtbad-Schorsch Eintritt und 9 Euro fürs Schorle verlangen müsste. Dann wiederum würde er in Erklärungsnot kommen, denn in Etablissements mit derartiger Preisgestaltung tanzen normalerweise Frauen an Stangen.

Das Spiel gegen Hoffenheim habe ich mir entgehen lassen. Ich wollte mich weder von Freundin, noch vom Hund auslachen lassen und ich wollte natürlich gegen den Kommerz protestieren – zudem hatte ich bei Rewe schon die Prognose vernommen: im schmucklosen Kühlregal stand eine Getränkedose: Cola ZERO, VfB Edition. Wenigstens dieses Marketing trifft den Nagel auf den Kopf. Das Tor trifft ja schon lange keiner mehr.

Und dann sagt die Freundin: “Opa, vielleicht hätte dem VfB ein Abstieg vergangene Saison ja ganz gut getan?”.

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