52 Albums/18:
Nuyorican Soul “Nuyorican Soul”

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Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich gar nicht mehr genau weiß, wann und wo ich das Nuyorican Soul Album gekauft habe. Ich weiß nur, dass ich es irgendwann hatte, liebte und der Grundstock für meine kleine aber feine Masters At Work-Sammlung wurde.

Ich habe es glaube ich gekauft, weil ich unbedingt den Track “It’s Alright, I Feel It” zum Auflegen haben wollte. Treibender Vocal House mit einer Art Breakbeat bzw. live gespielten Drums. Ich hab auch bestimmt Tiefschwarz damals den Track auflegen gehört.

Vielleicht kurz zur Erklärung für die Jüngeren hier: 1997, als das Album erschienen ist, haben Ali und Basti noch Vocal House aufgelegt, waren die größten Masters At Work-Fans der Welt und “Vocal House” war noch kein Schimpfwort. Im Gegenteil.

Vocal House war damals der Shit, und Masters At Work waren die Götter. “Little” Louie Vega und Kenny “Dope” Gonzales haben die alten Disco- und Soul-Diven aus dem Altersheim geholt und schreien lassen bis die Tanzfläche gekocht hat.

Auf jeden Fall hab ich die Platte wirklich sehr sehr oft gespielt. Zum einen in der Sendung “Satokii” beim Freien Radio für Stuttgart, die ich damals wöchentlich zusammen mit zwei Freunden gemacht habe, zum andern bei meiner ersten richtigen Residency, im Wechsel mit John Disco (damals noch “DJ S”) am Sonntag Abend in der Radio-Bar.

Wobei Nuyorican Soul alles andere als ein Vocal House Producer-Album ist. Es ist vielmehr eine Compilation mit Künstlern, wie sie in solch einer Kombination nicht oft anzutreffen sind. Roy Ayers, George Benson, Jazzy Jeff, Jocelyn Brown, Tito Puente und noch ein paar Musiker sind am Start.

Musikalisch gibt es Vocaltracks, die mehr an Disco als an House erinnern wie “It’s Alright, I Feel It”, “Runaway” oder “Sweat Tears”, Downbeat-Tracks mit Latin-Einflüssen und astreine Salsa-Tracks. Und natürlich das grandiose “I Am The Black Gold Of The Sun”, das sich in keine Schublade stecken lässt. Wirklich ein Meisterwerk, dieses Album.

Im Jahr 2000 war ich immer noch MAW-Fan, und ich hab mir die zwei Vinyl-Boxen “1990-1995” und “1996-2000” gekauft – mit denen und diversen anderen MAW-Maxis hab ich so manches Warm-Up bestritten. Im Begleittext zu diesen Boxen hab ich dann auch gelesen, was das Besondere am MAW-Sound war: Nämlich die Kunst, einen am Rechner kreierten Beat so klingen zu lassen, als ob zwei Schlagzeuge spielen würden. Hammer.

Die Geschichte endet leider etwas traurig, es gab die unrühmliche Geschichte mit dem nicht stattgefundenen MAW-Gig in einem Stuttgarter Autohaus, Louie und Kenny haben sich inzwischen zerstritten und Vocal House ist out. Aber ich hab die Hoffnung auf ein Revival noch nicht aufgegeben.

So, und jetzt möchte ich mindestens Zustimmung von Alexander M. und Sierra Sierra 🙂

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