52 Albums/13: Goldie “Timeless”

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Die Geschichte zu diesem Album ist relativ einfach. Die Platte ist extrem gut, euphorisch, energetisch und hat mir speziell in diversen Frühlingen einen neuen Schwung gegeben. „Timeless“ ist sozusagen mein Sonnenschein-Album.

Ich war ganz klar Trend-Drum´n´Bass-Hörer. Sprich, als Mitte der 90er Künstler wie 4Hero, A Guy Called Gerald (boah!), Roni Size/Reprazent, Photek, J-Magik oder eben Goldie, mit ihren ersten Alben um die Ecke bogen, war ich voll dabei. Diese Beats waren frisch, mitreißend, experimentell und spannend und die Ideen der Protagonisten, die Soundfülle und die Fusion verschiedener Stile teilweise unfassbar.

Im Club hat mich DnB selten tangiert. Soweit ich weiß, gehe ich mal von einer U-Turn aus, wobei das auch schon wieder Jahre her ist, als ich zuletzt eine U-Turn besucht habe, ist der Club-Sound heutzutage auch relativ hart und ich halt das keine Viertelstunde aus. Außerdem, obwohl ich nach Cosimo der beste Tänzer Stuttgarts bin ;), wusste ich nie so recht wie ich darauf zappeln soll.

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„Timeless“ erschien 1995 auf Goldies Label Metalheadz und zwar in drei Formaten. Als Doppel-Vinyl mit dem Mega-Centerfold, als Doppel-CD und einfache CD. Ich habe mir damals die Vinyl-Edition gekauft und vor zwei, drei Jahren, weil ich mal wieder Lust hatte, den Sound im Büro zu hören, die Doppel-CD für 8 Euro bei Ebay. Der Werteverlust von Tonträgern ist doch immer wieder beeindruckend. Die CD wollte ich auch deswegen noch haben, weil der 21minütige, dreigeteilte Opener „Timeless“ nicht auf der Vinyl drauf war.

„Timeless“ schlug ein wie eine Bombe. Platte des Monats all over und sogar im PRINZ. Außerdem Platz 7 in den englischen Charts lese ich gerade. Für mich selbst war „Timeless“, wie eingangs angedeutet, eine Offenbarung und Musik, die ich so zuvor noch nie gehört habe und sogar A Guy Called Geralds „Black Secret Technology“, das ich erst einige Monate zuvor im Berliner Hardwax kaufte, in Schatten stellte.

Goldie, der zuvor als Graffiti-Künstler und Breakdancer aktiv war, wurde von der Presse als Messias gefeiert. Dabei muss man aber wissen, dass Goldie wohl mehr die Inspirationen lieferte – in der DnB-Gemeinde war es eine ausgemachte Sache, dass „Timeless“ nur so gut war, weil sie von Rob Playford (und zu Teilen auch von 4 Hero) produziert wurde, sozusagen der Quincy Jones des Drum´n´Bass.

Genau beurteilen kann oder konnte ich das als DnB-Laie natürlich nicht, aber auch ich konnte deutlich hören, dass das nicht von Playford produzierte Follow-Up Werk „Saturn Returnz“ (1998) eine mittlere Katastrophe (und die Katastrophe kam mich teuer zu stehen, Stichwort Blindkauf!) und ein Anfall von Größenwahn war.

Für mich war das Thema Goldie und DnB sowieso fast wieder gegessen. Eine Begegnung hatte ich noch mit ihm: 1999 spielte er in dem James Bond Film „Die Welt ist nicht genug“ eine Nebenrolle und wird irgendwann ganz schäbig abgeknallt. So ist es halt, auf dem Weg zum großen Star.

P.S.: Diese Bild hat Kollege Brunski fotografiert. Goldie im Depot oder so? Ich nenns zwischenzeitlich ganz frech einfach mein Eigen…

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