52 Albums/12: Madonna “Like A Prayer”

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Ok, diesmal weit zurück in Teenager- und Pop-Zeiten. Und wieder einmal muss ich feststellen, wie alt ich bin. Ich hab nämlich zu einer Zeit angefangen Musik zu hören, als man noch Vinyl-Schallplatten gekauft hat. Nicht aus sentimentalen oder DJ-Gründen, sondern weil die CD noch nicht lange auf dem Markt war und CD-Player noch relativ unerschwinglich waren.

Ich war 13, als das Album erschien, und ich weiß nicht mal mehr, wer es gekauft hat – mein Bruder oder ich. Irgendwann, als er seine erste Anlage mit CD-Player gekauft hat, hat er mir seine bescheidene Vinyl-Sammlung vermacht. Und das vierte Studioalbum von Madonna war auch dabei.

Musikalisch ist das jetzt vielleicht kein Meisterwerk, aber in der Pop-Historie sicher nicht unwichtig. Es gilt wohl neben “Ray Of Light” als ihr Madonnas bestes Album und hat auch gute Kritiken geerntet. Auf jeden Fall hat es Madonnas Ruf als Skanalnudel begründet. Im Video zu “Like A Prayer” kommt u.a. ein schwarzer Jesus vor, und das war Ende der 80er noch einen Skandal wert. Und das macht natürlich Eindruck auf einen 13jährigen.

Ich habe das Album damals natürlich unzählige Male durchgehört und erinnere mich noch, dass das Cover komischerweise einen ganz besonderen Duft hatte – den habe ich heute noch in der Nase (wie passend – in der Glotze läuft gerade “Das Parfum”). Am besten hat mir, neben den Hits wie “Like A Prayer”, “Express Yourself” oder “Cherish”, die wohl jeder im Ohr hat, “Love Song” gefallen – ein für Madonna relativ experimentelles und wirklich cooles Duett mit Prince.

Ich denke, dass dieses Album so ungefähr meinen Eintrittspunkt in die Popmusik markiert hat, parallel zur Pubertät. Im Kinderzimmer wurde von SWF1 auf SWF3 umgestellt und am Sonntag Abend die Hitparade auf Kassette aufgenommen. Ich durfte mir Bravo kaufen und hab mich schon als Chefredakteur der Schülerzeitung als Musikkritiker versucht. Ich hab die auf das Cover gedruckten Texte gelesen und mit den ersten Englischkenntnissen auch mehr oder weniger verstanden.

Wie gesagt – musikalisch kein Meisterwerk, aber für mich zu jener Zeit ziemlich prägend.

8 Comments

  • Jay_Vee sagt:

    Finde ich auch ein gelungenes Album. Cherish & Dear Jessie sind echt schön.

  • martin sagt:

    witzig mit dem duft. das kenn ich von der depeche mode 101. die hatte auch einen parfürmartigen duft. keine ahnung in was die eingetaucht wurde bevor sie in den laden kam. glaub die richtig heute noch

  • se sagt:

    like a prayer war das erste englischsprachige lied das ich auswendig konnte (zumindest habe ich mir das eingeredet, ich war ja noch auf der grundschule und damals war englisch noch nicht ab der ersten klasse programm). ein hammer song, nach wie vor.

  • buzz sagt:

    an den geruch kann ich mich auch noch erinnern, war das nicht weihrauch? da hat das ganze (kinder-) zimmer nach gestunken…

  • JoeJoe sagt:

    Hehe…mal ein kleiner Einwurf aus der Kommerzecke:
    Ich würde mal “Like a prayer” nicht überwerten, zumindest nicht aus DJ-Sicht. In den 90ern wäre man gesteinigt worden, wenn man das gespielt hätte, war ein Unding. Das kam irgendwann mal auf…
    Komischerweise weiss ich auch gar nicht, wieso eigentlich ?
    Bei “Son of a preacherman” ist es ja noch schlüssig, obwohl da kein Mensch nach pfiff vor dem Film.
    “Like a prayer” mag ein persönliches Highlight sein. Aus DJ-Sicht jedoch historisch nicht. Das wäre so, als wenn man dem Irrglaube (rhetorisch passend 🙂 ) unterliegen würde, das “Dancing Queen” von Abba ein Discoklassiker sei, auf den man angemessen alleine tanzen könne…Das glaubt auch fast ein Jeder.

  • Thorsten W. sagt:

    Ja gut… die Serie ist ja auch nicht aus DJ-Sicht angelegt. Im Gegenteil. Und mit 13 wusste ich noch nicht mal, was ein DJ ist 😉

  • martin sagt:

    vielleicht mag ja auch der joejoe mal einen beitrag zu unserer schönen serie abliefern…

  • JoeJoe sagt:

    Wollt ja auch nur was zu dem einen Lied sagen 🙂
    Was ich so damit verbinde, ist doch unser Thema der interessanten Serie, oder ?
    Wusste ich übrigens auch nicht, Thorsten. Mein älterer Bruder hat mal was von solchen Leuten erzählt.
    Wie komme ich denn bitte zu dieser Ehre ?
    Ach, warum denn nicht mal, wenn’s nicht ironisch gemeint war…

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