Generation Gerber

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So Ihr kleinen heimlich GZ/SZ Gucker. Letzte Woche war ja mehr GZ als SZ: das Galao ist gerettet. Die Stuttgarter Kickers quasi auch. Und die Karlshöhe bereitet sich bei diesen Temperaturen mit Klinikpackungen Kartoffelsalat auf den großen Ansturm vor. Was will man mehr? Vielleicht einen Klodeckel im iPhone Look & Feel. Sonst aber wunschlos bis glücklich.

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Entdeckung der Woche war aber eines dieser dauergeparkten Werbefahrzeuge an der Weinsteige, das mit dem Slogan „Touch & Sex“ für eine Escort App wirbt. Escort App! Das muss man sich mal auf irgendeinem geeigneten Körperteil zergehen lassen. Es wird nicht lange dauern und die Konkurrenz bringt iFuck heraus.

Dort lang gefahren bin ich ja eigentlich nur, weil die Polizei zwei niedliche Motorrad-Polizisten, die aussahen wie frisch aus der Playmobil-Packung geschlüpft, zur Verteidigung der Alten Weinsteige abgestellt hatte. Weil die aber weder einen Kuli noch eine Kelle dabeihatten, haben sie sich einfach mitten in den Weg gestellt. Und ihn mit verschränkten Armen versperrt.  Wie echte Cops. Ich wusste es: sobald wir Donuts in dieser Stadt haben, haben wir auch Cops. Als nächstes fallen irgendwo Schüsse.

Außerdem letzte Woche auf dem Speiseplan des Lebens: Birke. Und zwar in ihrer abscheulichsten Form: pollenförmig. Die Allergiker unter Euch wissen was gemeint ist. Soviel Allergie war nie, oder? Andere Frage: wann tanzt Birkach endlich sein Happy?

Egal ist 88 – hat die Oma immer gesagt. Und sie sollte recht behalten. „Schutz“ liest man an der Fassade von Stuttgarts meist erwartetem Einkaufszentrum (Camp-outs ab Mai 2014). Und weiter: „Das Gerber kommt. Die Stadtmauer bleibt.“

Unser Lieblingseinkaufszentrum in spe zahlt auf den Markenwert »Verantwortung« ein. So oder ähnlich stand es bestimmt in der Powerpoint. 2 Meter 50 Stadtmauer stehen lassen und ausnahmsweise nicht mit der Abrissbirne küssen – damit wird das Gerber zu einer Mischung aus Lapidarium, Monte Scherbelino und Mauerpark.  Eine Mall auf dem besten Weg zum Unesco Welterbe.

Zwischenzeitlich erwarten alle sehnsüchtig die nächste Ausgabe des Gerber Magazins. Weil man dann doch wissen will, wie die große Bravo Foto-Love-Story mit Lena und Mark weitergeht. (Sind die zwei noch zusammen, wenn das Gerber endlich eröffnet? Und wird sie ihn nach einem anstrengenden Tag im Architekturbüro in einem Hauch von Hunkemöller-Nichts erwarten?)

Auf den Gerber Webcams ist alles ruhig. Keiner macht mehr Baukran-Selfies. Dafür liest man, dass inzwischen für die Food Halls im Gerber alle 18 Mieter feststehen. 17 davon machen Wraps. Ich finde, wenn wir dann endlich Wraps UND Cops haben, könnten wir doch auch das Schusswaffengesetz ein bisschen lockern.

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Hier soll der kessel.tv Prakti irgendein gutes Stockbild reinsetzen, damit der Artikel  aufgelockert wird. Was mit Top DJ’s oder so. Das zieht immer.

Wo wir gerade beim Gerber sind, müssen wir den Baukran schon auch mal kurz zum stiefmütterlich vernachlässigten Milaneo rüberschwenken. Ein Shoppingcenter-Experte hat mir kürzlich einen Vortrag gehalten, dem ich nicht so ganz präzise folgen konnte, weil es eben ein Shoppingcenter-Experte und ein Vortrag waren.

Er hat dem Gerber darin gute und dem Milaneo miese Aussichten attestiert. Begründet hat er es mit einer crazy Formel aus Quadratmeter Verkaufsfläche durch Ladengeschäfte mal Besucherströme minus Parkplätze. Das Ergebnis war sowas wie 11,2 auf einer Skala von 1 bis 10. Wobei 10 das schlechteste ist.

Angeblich gibt’s viel zu wenig Parkplätze für viel zu viel Geschäfte. Irgendwie ist damit die Verweildauer zu lang und es werden halt einfach im Laufe eines Tages zu wenig Parkplätze wieder frei.

Wobei ich als Nicht-Experte eigentlich davon ausgehe, die ganzen Girlies, die dort im H&M stundenlang Selfies von total süßen Outfits in der Umkleide schießen, aber nix kaufen, die kommen doch sowieso mit der U6, Türlenstraße.

Wir werden sehen. Ich frag mich ohnehin, warum Zalando nicht einfach eine Riesen-Packstation auf den Schlossplatz stellt. Und jeder kann sich soviel Jeans Edwin und Converse nehmen, wie er mag. Flatrate Fashion – ein Konzept brought to you von yours truly Modeblog kessel.tv.

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