Neue Stuttgart Bücher und rettet die Buchhandlung

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Von Facebook in die Buchhandlung: Die Tage ist das Buch “Stuttgart-Album – eine Stadt erinnert sich” von Uwe Bogen, Thomas Wagner und Manuel Kloker erschienen. Vor gut einem Jahr ging wiederum die gleichnamige Facebook-Page online, lediglich um ein “bisschen Werbung” für das anstehende Buch zu machen. Die Page wurde zum Selbstläufer und zahlreiche User schicken den Admins täglich historische Aufnahmen, darunter z.B. so Perlen wie die alte Freitreppe…

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…oder das Zum Zum…

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…die uns wiederum freundlicherweise von den Machern zur Verfügung gestellt wurden und schon mal zu sehen waren.

Jetzt ist der Band überall und vor allem im RL-Buchhandel im schön wattierten Umschlag erhältlich, und Mama schenkt ihn mir garantiert zu Weihnachten, so wie ich sie kenne. “Dank der Beiträge und Fotos sehr vieler Nutzer des Internet-Projekts, aus dem heraus sich das 160-seitige Buch im Silberburg-Verlag entwickelt hat, entstand ein vielfältiger Blick auf die jüngere Vergangenheit Stuttgarts – auf das, was die Menschen vermissen, was schief gelaufen ist und auch auf das, von dem die Stadt bis heute profitiert. Das Buch ist mit wattiertem Einband erschienen, der für ein echtes Fotoalbum-Gefühl sorgt.”

Am heutigen Mittwoch, und zwar seit 11:00 Uhr und noch bis 15:30 Uhr, starten die drei Autoren die Aktion “Ich bin ein Buchhandlungsretter” und ziehen dazu durch verschiedene lokale Buchhandlungen, Startpunkt ist bzw. war die Schiller-Buchhandlung in Stuttgart-Vaihingen. Auf der FB-Seite und der Homepage berichten sie live von der Tour, außerdem verteilen sie diese Buttons:

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Hintergrund: Auf der Frankfurter Buchmesse war scheinbar die Zukunft der Buchläden das beherrschende Thema (Geiger berichtet nicht), deren Umsatz mitunter dramatisch zurückgegangen sei. Der Grund liegt scheinbar auf der Hand. Manche  andere wiederum meinen, dass man es sich mit dem Argument Internet (auch allgemein auf Einzelhandel bezogen) etwas zu leicht mache.

Wie auch immer, das Trio möchte ein Zeichen pro Buchladen setzen. “Als Autoren, die mit einem viel beachteten Stuttgart-Projekt im Internet begonnen haben, wollen wir nun für Print werben, für die ganz besondere Atmosphäre der Buchhandlungen. Denn: Online und Print müssen keine Feinde sind”, sagen Bogen und Co und rufen dazu auf, ihr Buch und alle anderen Bücher nicht online, sondern in Buchhandlungen zu kaufen. “Buchhandlungen sind Kulturträger”, betonen die Autoren, “doch immer weniger Plätze zum Blättern und Schnuppern in Buchseiten bleiben – im Internet riecht man nichts und die persönliche Beratung fehlt.”

Mehr zum Buch und zur Aktion auf www.stuttgart-album.de oder www.facebook.com/Album.Stuttgart

Uwe Bogen, Thomas Wagner, Manuel Kloker
Stuttgart-Album Eine Stadt erinnert sich
24,90 € 
Buch, 160 Seiten, 200 meist farbige Fotografien, Format 25 x 28 cm, gebunden, wattiert
ISBN 978-3-8425-1258-0  

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Noch ein Weihnachtsgeschenk, noch ein dicker Stuttgart-Schinken, ebenfalls die Tage erschienen im guten alten Theiss-Verlag, Titel: “Stuttgart! Das Buch”. Über das Ausrufezeichen im Titel müssen wir nochmals reden, ge, über “Liebe auf den zweiten Blick” auch, ansonsten geht das Konzept so: Vorwort Fritz Kuhn und es folgen sieben Kapitel von sieben unterschiedlichen Autoren zu den Themenkomplexen Geschichte, Musik und Szene, Politik, Architektur, Wirtschaft, Sport und Kultur (heißt also Musik und Szene ist nicht Kultur), und das alles umfangreich bebildert.

Hab bislang nur etwas rumgeblättert, vor allem natürlich durch das Kapitel Musik & Szene von unserer verehrten Kollegin Anja Watersstream aka Anja Waterbeach inklusive Vetterlesbildwirtschaft mit Setzer.

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Blättere gerade so durch, und das hat sie umfangreich und sauber gelöst und vereint in ihrem Abschnitt, ganz der Profffi, HipHop, Konzertlocations und Nightlife-Geschichte. Mein Herz hat sie allein dadurch erobert, dass sie dem Hi! einen Absatz gönnt. Lernen tut man auch noch was: Ich wusste z.B. nicht, dass Guns´n´Roses das erste Konzert auf dem Wasen gaben. 1992 war das. Wer nicht dabei war, anbei der (komplette! schwer verwackelte) Youtube-Clip (fälschlicherweise mit Neckarstadion getagged) und hier die Setlist, könnt ihr daheim nachspielen.

Übrigens schwer brandaktuell das Buch, bei Max Herre wird z.B. schon seine Teilnahme als Voice-Juror erwähnt. Gute Arbeit. Den Rest muss ich wie gesagt noch in Ruhe durchblättern und lesen, aber für flammende Stuttgart-Fans ist das sicherlich eine Pflichtanschaffung bzw. ein Pflichtgeschenk.

Borgmann, Thomas / Hirschfell, Marc / Löhle, Jürgen / Schleider, Tim / Schlupp-Melchinger, Astrid / Schukraft, Harald / Steinfest, Heinrich / Wasserbäch, Anja
Stuttgart! Das Buch
2013. 1. Auflage
Vorwort von Fritz Kuhn. Ca. 320 Seiten mit 230 meist farbigen Abbildungen. 24 x 28 cm. Gebunden mit Schutzumschlag.
ISBN 978-3-8062-2319-4
EURO 39,95  
Waschzettel nach dem Jump around. 

Eine außergewöhnliche Liebeserklärung in Wort und Bild: »Stuttgart! Das Buch« / Lebendige Texte, beeindruckende Aufnahmen und ein Spaziergang mit Heinrich Steinfest

So haben Sie Stuttgart bestimmt noch nicht gesehen, noch nicht kennengelernt! In dem außergewöhnlichen Werk »Stuttgart! Das Buch« laden bekannte Autoren und Fotografen ein, die schwäbische Metropole neu zu entdecken. Der opulente Band – reich bebildert u. a. mit Exklusivaufnahmen, die für dieses Buch entstanden sind – zeigt die beeindruckende Entwicklung einer modernen Stadt. Die ganze Vielfalt Stuttgarts – Geschichte, Architektur und Kultur, Szene und Sport, Politik und Wirtschaft – findet sich hier auf knapp 350 spannend gefüllten Seiten. Das Werk erscheint im Theiss Verlag.

Die Journalisten und Autoren von »Stuttgart! Das Buch« geben darin ihr Insiderwissen preis und so sind die Texte mit Sicherheit auch für viele Stuttgarter eine Entdeckung – aber natürlich auch für alle anderen Interessierten. So schreibt u. a. Anja Wasserbäch, Redakteurin bei den Stuttgarter Nachrichten, über die lebendige Musikszene, der Publizist und Historiker Harald Schukraft begleitet »Vom idyllischen Wiesengrund zur modernen Großstadt« und Thomas Borgmann, freier Journalist und Regionalpolitik-Experte, fragt »Wer regiert im Rathaus?«.

Wirtschaft, Kultur, Architektur, Sport: die ganze Vielfalt in einem Buch

Dem Thema Wirtschaft – »Vom Tellerwäscher zum Millionär« – widmet sich Astrid Schlupp-Melchinger. Sie bringt sonst Erfolgsgeschichten für die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart an die Öffentlichkeit. Jürgen Löhle, Sportjournalist, schreibt natürlich über sein Thema und erzählt unter anderem, warum Stuttgart die heimliche Hauptstadt des Sports ist. Tim Schleider, Ressortleiter Kultur bei der Stuttgarter Zeitung, bittet zur Entdeckungsreise durch die Kulturstadt Stuttgart und ist sich sicher: Gerade als Metropole von Kunst und Kultur braucht sich Stuttgart hinter München, Hamburg oder Frankfurt am Main nicht zu verstecken. Dass Stuttgart einfach anders ist, unterstreicht Architekturhistoriker Marc Hirschfell – er lässt uns teilhaben an der mal bodenständigen, mal visionären Architekturgeschichte einer Stadt, in der »manche Entwicklung angeschoben und mancher Streit ausgefochten« wurde.

Literarische Würze: Heinrich Steinfest und seine Liebeserklärung an die Stadt

Für literarische Würze sorgt der Textfaden, den der Wahl-Stuttgarter und renommierte Autor Heinrich Steinfest in seinem 24-Stunden-Spaziergang durch die Stadt webt. Er flaniert, spaziert oder fährt »von der frühen Stunde des Erwachens bis zur späten letztendlichen Erschöpfung«, philosophiert im Café Weiß oder der Stadtbahn, taucht unter im Bad Berg, trifft sich mit bekannten Stuttgartern und erzählt von Lieblingsorten, schönen Bars oder schrägen Begebenheiten. Eine besonders schöne Liebeserklärung!

 

36 Comments

  • Martin Sp. sagt:

    Namensvettern im Geiste? Heute Mittag hab ich im Hugendubel beide Bücher in der Hand gehabt und gegrübelt ob ich mir eins davon kaufe.

  • jonas sagt:

    buchhandlungen sind nicht zu retten, auch wenn ich die idee sympathisch finde.

    ich stelle folgende wette auf. im wittwer findet man in ein paar jahren nen apple store. im hugendubel eine zara-tochter und im karstardt wird ein primark einziehen….

    #veränderung

  • denis sagt:

    buchhandlungen sind vor allem nicht zu rette, wenn man bei ‹hugendubel› einkauft.

  • martin sagt:

    geht es aber vor allem gerade solchen ketten wie hugendubel nicht besonders schlecht meines wissens nach?

  • denis sagt:

    meiner meinung nach nicht schlecht genug … einheitsbrei, etc.

  • Martin Sp. sagt:

    Immerhin ist das Personal im Wittwer freundlich geworden als der Hugendubel öffnete. Und mit Verlaub, einen Unterschied zwischen Beiden erkenne ich nicht. Mehr. Seit im Hugendubel die Science Fiction auch mit der Fantasy-Abteilung gemischt wird. Bei Computer-Fachbüchern ist Wittwer besser, aber da ist Amazon eben noch besser.

  • martin sagt:

    och bemüht waren die dort doch eigentlich schon immer oder?

  • tsu sagt:

    wenn schon buchhandlung, dann wenigstens bei den lokalen wie wittwer & co. und nicht bei der bayrischen superkette.

  • pete sagt:

    wenn kein wunder geschieht, wird – insidern zufolge – wittwer 2014 insolvenz anmelden müssen. hinter den kulissen brennt anscheinend die hütte.

  • Ken™ sagt:

    mal ehrlich:

    heutzutage ist es doch kein spaß mehr, ein gebundenes buch zu kaufen, bei den preisen die für eine neuerscheinung aufgerufen werden. da kann man sich ja gleich eine einseitig bespielte, von tapedeck aufgenommene omar s maxi supergünstig als us-import kaufen! 😉 mann/frau besorgt sich das buch dann lieber gebraucht oder als mängelexemplar für einen niedrigeren preis, egal ob man bücherläden mag oder nicht. und in den urlaub oder für unterwegs nimmt man heutzutage dann eher einen ebook reader mit, der auf reisen weitaus praktischer ist…

  • JMO2 sagt:

    Haben sich die Preise so sehr verändert? Hab das Gefühl (!) das der Buchbereich einer der wenigen ist wo, zumindest im Hardcoverbereich, der Bereich relativ gleich geblieben ist.

    Wenn es geht, dann sollte man lokal einkaufen. Noch gibt es unabhängige Buchläden (und Plattenläden, wo die Entwicklung ja schon etwas fortgeschrittener ist)

  • martin sagt:

    “da kann man sich ja gleich eine einseitig bespielte, von tapedeck aufgenommene omar s maxi supergünstig als us-import kaufen! ;)”

    depp 😉 das aktuelle album als vierfach vinyl war mit 40 euro übrigens fast schon ein schnäppchen. (okay kurz gestöhnt hab ich schon)

    und ansonsten hab ich eigentlich das gleiche gefühl wie jmo2 – gut ich kauf mir wirklich sehr selten ein buch, wenn dann vielleicht daddy zu weihnachten und ich meine eigentlich auch dass die preise seit jahren stabil sind

  • Ken™ sagt:

    naja, ich finde 20-25 euro für 300-400 seiten bedrucktes papier jetzt nicht gerade ein schnäppchen in der heutigen zeit. denn so teuer sind die herstellkosten ja wohl auch nicht. und manche bücher sind , obwohl gebunden, von echt mieser qualität…

    allerdings find ich die ebook preise noch viel unverschämter! kein wunder, wenn sich da manch einer im schwarzen kanal bedient!

  • martin sagt:

    ach komm ken, enttäusch mich nicht mit so einer argumentation, das kannste doch besser und dir sicherlich halbwegs vorstellen, wie so ein buchpreis zu stande kommt und was da alles dran hängt außer den herstellungskosten…

  • Ken™ sagt:

    wieso enttäuschen?
    warum kann man das buch denn etwas später zu einem weitaus geringeren preis als taschenbuch anbieten? und wieso ist eine digitale kopie fast so teuer wie das gebundene endprodukt? will man da vielleicht nicht doch erst mal richtig geld vom leser abschöpfen?
    die tendenz wird aber dennoch eher zum ebook bei allerwelt alltagsliteratur gehen. und da braucht man bücherläden einfach nicht mehr. oder man liest noch die analoge variante, muss aber nicht extra in die stadt rein fahren, sondern kann bequem vom sofa aus bestellen und es sich am nächsten tag an die haustür liefern lassen… und du bestellst doch deine platten auch oft bei decks, oder? 😉

  • Martin Sp. sagt:

    ALso meine Erfahrungen im Wittwer waren eher grenzwertig. Ich kaufe aber auch eher SciFi, Computer-Fachliteratur oder Reiseführer und Karten. Bei den letzten beiden Büchern, etc. brauch ich keine Hilge. Aber früher, als noch der Laden im Hbf zu Wittwer gehörte, wurde ich bei der Frage nach Science Fiction in den Hbf geschickt. Wo ich die Bücher, die mich auch nur halbwegs interessierten nach wenigen Zugfahrten zu meiner Freundin durch hatte. Aufgefüllt wurden die Regale nicht. Dann war der Laden weg, SciFi und Fantasy im Hauptgebäude. Eigentlich nur Fantasy, SciFi war irgendwo zwischendrin ein paar Bände. Die mich nicht interessierten, s.o. Als ich mal ein Buch (PR-Bildband, btw) bestellte war der schnippische Nachsatz “Das müssen Sie aber dann nehmen, das geht nicht zur Ansicht”. Also zum einen wollte ich den sowieso, sonst hätte ich ihn nicht bestellt, zum anderen: bei Amazon hätte ich auch bei dem Band Rückgaberecht gehabt. Damit muss sich ein lokaler Händler gerade bei der Größe halt messen.

    Dann kam Hugendubel. Auf einmal wurde das Personal freundlich und hilfsbereit, es kam ein Kaffee. Und der Irrgarten wurde wenigstens ein bißchen durchsichtiger durch andere Wegweiser.

    So, wieso soll ich aber jetzt wieder zum Wittwer? Meine Freundin ist jetzt meine Frau, ich fahre nicht mehr mit der DB zur Arbeit oder zu ihr, hab also weniger Zeit und lese weniger. Lesen tue ich Bücher fast nur noch auf dem Kindle. Kaffee trinke ich im Hugendubel, dort ist gemütlicher und man findet immer einen Sitzplatz. Gedruckte Bücher kaufe ich eigentlich nur noch über Babies und über Stuttgart. Bei beiden ist der Hugendubel gut sortiert.

    My 2ct.

  • martin sagt:

    @ken… naja, ersteres hängt ja glaub auch mit der buchpreisbindung zusammen und bis ein buch in den laden oder aufs ebook kommt, sind halt damit ein paar leute beschäftigt und sowohl verlag und der laden/onlineshop wollen ja auch noch ein paar cent verdienen. ob man da dann gleich von reibach oder frisch machen sprechen kann, weiß ich nicht.

    ist ja wie bei einer party, net wahr? türe, djs, promo, hotel, abendessen, päckle grass für den gast-dj usw.

  • bernd_s sagt:

    also, ich finde Buchhandlungen unerlässlich und hoffe die sterben nie aus. Und das nicht aus Nostalgiegründen, sondern weil die meiner Meinung eine wichtige Dienstleistung anbieten. Nämlich eine Vorauswahl aus dem undurchdlinglichen Neuerscheinungsdschungel zu treffen. Und damit meine ich auch nicht zwingend Wittwer und Hugendubbel, sondern kleinere, gut sortierte Buchhandlungen. Warum ist das so? Beim Musikstöbern ist das Anspielen, kurz reinhören, oft schon hilfreich um sich ein Bild zu machen (bitte nicht schlagen). Bei guter Literatur wirds da schwer. Rezensionen helfen teilweise. Ein Buchhändler der mich als Kunde kennt (das gibts!), kennt einen Grossteil seiner Bücher, die er verkauft, berät, gibt Inhaltsangaben, empfiehlt. Unbezahlbar!

  • franzi sagt:

    @Ken:
    Zitat eines Buchhandelskollegen:„Mein Lieblingsbeispiel bei total uneinsichtigen Kunden oder Bekannten ist die Thienemann-Reihe ,Freche Mädchen – freche Bücher’: Der Preis vor der Euro-Umstellung: 19,80 DM. Das entsprach gut 10 Euro. Wir haben jetzt gut zwölf Jahre den Euro und die Bücher kosten immer noch 9,90 Euro. Bitte rechne jeder selbst nach bei einer durchschnittlichen Inflation von – vorsichtig geschätzt – 2%, wie viel Verlust ich als Buchhändler über die Jahre daran gemacht habe. Ein weiteres Beispiel. Ich miste gerade mein privates Buchregal aus: Rowohlt-Taschenbuch ,Fräulein Smillas Gespür für Schnee’ von ca. 1997. Preis: 19.80 DM. Auch diese Taschenbücher kosten noch heute 9,95 Euro!
    das sind nur einzelne beispiele, welche aber für 80 % der bücher gelten.

    der verlust bleibt bei den verlagen und buchhändlern, welche seit jahren steigende kosten haben (personal, mieten, energie,…)
    alleine die investitionskosten für die umstellungen auf ebook formate gehen bei den meisten verlagen in die millionen, das muss alles erst mal erwirtschaftet werden.
    mit einer erstauflage werden sämtliche kosten wieder reingeholt, sofern diese überhaupt komplett verkauft wird, normalerweise macht ein verlag erst ab der zweiten auflage wirklich gewinn, daher kann man dann eine taschenbuchauflage nach einiger zeit günsiger auf den markt bringen.

    gerade du legst doch immer wert auf individualismus im musikbereich… in verlagen können kleine, neue, jenseits vom mainstram liegende autoren nur dadurch veröffentlicht werden, indem verlage eine mischkalkulation machen, bei der durch die wenigen bestseller, mit den richtig geld verdient, wird etwas über bleibt.

    und du kannst mir glauben: in der buch- und verlagsbranche wird keiner reich…und falls nicht kann ich dir mal eine preiskalkulation eines durchnittlichen buches zukommen lassen…

  • Thorsten W. sagt:

    In einem Punkt muss ich Ken recht geben: Als häufiger eBook-Leser sehe ich es an sich überhaupt nicht ein, wieso ein eBook genauso viel wie ein gedrucktes Buch kostet. Und das gar nicht so sehr wegen der fehlenden Druckkosten, die wahrscheinlich gar nicht so viel ausmachen, sondern vielmehr weil Online ja die ganzen Kosten für Versand, Standort, Personal, Lagerund, Rücksendung usw. wegfallen.

    Da würde ich mal behaupten, dass eBook-Leser den schrumpfenden Hardcover-Markt querfinanzieren…

  • franzi sagt:

    im endeffekt geht es ja um den inhalt und nicht um die form. und inhalte zu produzieren kostet ja nun mal auch. ein autor schreibt nicht umsonst.

    klar, lager- und druckkosten fallen beim ebook weg; verwaltet, “versendt”, supportet,etc. werden muss aber auch ein ebook.

  • JMO2 sagt:

    Zum Thema E-Books.

    “E-Books, mit ihrem Marktanteil von etwa zwei Prozent, haben an der Krise des deutschen Buchhandels keinen Anteil, die Probleme verursacht vor allem der Online-Handel mit gedruckten Büchern, der sich inzwischen auf einen Marktanteil von 20 Prozent zubewegt”

    http://www.stuttgarter-zeitung.....f6d8e.html

    Ansonsten hat Franzi hier ja einen guten Überblick gegeben und ich bin froh, das sich mein Gefühl mal nicht getäuscht hat in Sachen Preissteigerung.

  • Öffi sagt:

    @ Thorsten W.
    Dass eBooks nicht deutlich billiger sind hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen – die Autoren erhalten wohl für eBooks Verkäufe meist höhere Honorare, die Infrastruktur zur Erstellung und Aufrechterhaltung des eBook Angebots verursacht ebenso Kosten wie das Drucken von Büchern und nicht zuletzt werden eBooks mit 19% besteuert, gedruckte Bücher unterliegen der reduzierten Mehrwertsteuer von 7% — das ist in etwa die gängige Argumentation.
    Ob ich / man das alles nachvollziehen kann…hmmmmmmm…also…..

  • Thorsten W. sagt:

    Hier ein recht aufschlussreicher Beitrag dazu:

    http://www.berlinstory-verlag......stenlos/57

    Letztlich macht der Verlag mit dem eBook tatsächlich mehr Gewinn, wenn auch (in diesem Beispiel) nicht wahnsinnig viel.

  • franzi sagt:

    ja ein guter artikel zum thema.
    bei einem belletristik verlag ist das auch bestimmt so, in einem fachbuchverlag sind die konvertierungskosten noch höher, da tabellen, etc. alle einzeln bearbeitet werden müssen…

  • Ken™ sagt:

    na gut,
    dann geb ich mich beim thema gebundene bücher ausnahmsweise mal geschlagen. 😉
    dennoch ist die ebook preispolitik komplett bescheuert:
    man bekommt für den beinahe preis eines echten, gebundenen buches eben nur einen datensatz anstelle eines physikalischen buchstabenträgers!
    hat man beim digitalen musikkauf wenigstens die auswahl zwischen verschiedenen preisen, audioqualitäten, editionen und digitalen bonus-tracks, bekommt man beim ebook eben nichts ausser pixel aufs display!
    und wie es ist, wenn man die zukunft verschläft bzw. der neuen technik nur unattraktive angebote entgegenstellt, haben wir schon in musikgeschäft gesehen. dann holen sich die leute die bücher eben illegal aus dem schwarzen kanal!

    btw.: buchläden wird das gleiche schicksal wie plattenläden bzw. dem einzelhandel ereilen. bedauerlich, wird sich aber nicht mehr ändern lassen!

  • martin sagt:

    ein legendärer moment in der geschichte von ktv: ken gibt sich geschlagen.

    😉

  • Ken™ sagt:

    diese schlacht habe ich verloren, den krieg werde ich aber gewinnen! 😉

  • martin sagt:

    jawohl, herr kapitän! 🙂

  • kutmaster sagt:

    Sollte sich an der Preispolitik bei ebooks nichts ändern, wird genau das passieren, was Anfang des Jahrtausends mit den bösen MP3 Dateien passiert ist. Das klingt vielleicht hart, aber da haben die Wirtschaftsliberalen recht: der Markt wird das regeln und dann stehen wieder alle da und fragen sich wie das passieren konnte.

    Die hohen eBook Preise sind aber kein deutsches Problem (höhere MwSt, Buchpreisbindung etc.) – bei Amazon USA kostet ein eBook teilweise sogar mehr als das Hardcover.

    Und um dem Argument des Untergangs der Verlage und des Abendlandes mal entgegenzutreten: die Musikindustrie gibt es 2013 schliesslich immer noch und die scheint auch Gewinne zu machen, obwohl die ja nach ihrer eigenen Prognose längst bankrott sein müsste. Kulturlandschaftlich gesehen gibt es sogar seit Anfang des Jahrtausends erheblich mehr qualitativ hochwertige Musik von unbekannten Artists, die ohne das Internet niemals eine solche Verbreitung gefunden hätte. Ist also nicht alles schlecht mit dem bösen Internet.

  • eltourette sagt:

    bzgl der bilder… freitreppe… :'( mir fehlt die gaskammer wirklich. vllt auch meine jugend. und/oder mein skateboard. scheisse bin ich alt geworden.

  • martin sagt:

    na nen skateboard kannste dir ja jederzeit holen 😉

    (okay, sag ich mir auch seit jahren jeden sommer, mach es aber dann doch nicht hehe)

  • martin sagt:

    zwar schon drei wochen alt der text, aber der zeit redakteur sucht die schuld beim “stationären” buchhandel und nicht im internet

    http://www.zeit.de/2013/42/buc.....enz-amazon

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