Inka Ausstellung

inka_plakat

Baumeister im Kunstmuseum, Zaren im Landesmuseum, RAF im Haus der Geschichte (lĂ€uft schon lĂ€nger, interessanter Live-Dialog auf der HP) und Inka im Linden-Museum – Stuttgart kulturt sich derzeit grĂŒn und zarig.

Insbesondere die Inka-Ausstellung hat es den ĂŒberregionalen Medien angetan: Acht Seiten im Spiegel, berichtet Weh, zehn Seiten in der ZEIT, 28 in der FAZ, Sonderausgabe in der BILD mit Kai Dieckmann als TĂșpac Inca Yupanqui auf Cover und S’West BlĂ€ttle brachte was in ihrem einspaltigen Kulturkasten (“Sollen wir da noch einen Servicekasten machen, vielleicht so hellgrau unterlegt?”). Komm nach STGT und seh’ wie wir hier inkan.

GrĂ¶ĂŸte Ausstellung ihrerseiner Art im ganzen Universum, auf der Welt, in Europa oder halt doch nur in Zazenhausen, ich weiß es nicht mehr, auf jeden Fall eine ganz ganz große Nummer, Exponante aus allen Erdteilen ins Lindenmuseum reingetragen und warum interessiere ich mich eigentlich auf einmal fĂŒr Inka (Hype) und wann war ich eigentlich zum letzten Mal im Linden-Museum? a) Mit der Grundschulklasse oder b) noch nie, was letztendlich dasselbe ist, denn ich kann mich nicht daran erinnern. Grundschule ist ja immerhin auch schon 15 Jahre her.

lindenmuseum

Die HĂ€user bieten ĂŒbrigens ein Kombiticket fĂŒr Inka, Zaren und Baumeister an, den Preis kann ich gerade nicht ausfindig machen, Inka auf Solo-Tour kostet 12 Euro, da hab ich natĂŒrlich ersma Krawall an der Kasse gemacht und die Kassierer angepöbelt, dass das absoluter Wucher sei und warum ich bitte schön 12 Euro fĂŒr einen DJ zahlen sollen, der seit 500 Jahren nicht mehr aufgelegt hat? GibtÂŽs wenigstens ne HĂŒpfburg? Kugelbad? Flatrate? WIFI? Farbbeutel? Konfetti? Nix geboten. Sicherheitsdienst! Sicherheitsdienst!

Die Speaker am Eingang der Sonderausstellung waren etwas unfreundlich und pampten leichtstark die GĂ€ste an, dass man die Taschen doch bitte im Schließfach bunkern soll (“Ah noch so zwei Kandidaten!”). Ja, is ja gut, sorry. Ein paar andere Kandidaten wiederum haben erst kĂŒrzlich vor zwei oder drei Tagen geduscht, rochen die Nasen im AusstellungsentrĂ©e, in der die Basics geklĂ€rt wurden.

Im Rundgang wird der Aufstieg bzw. Ausbreitung der Inka im 11. bis 15. Jahrhundert  bis zum Verfall in der Kolonialzeit erlÀutert. Dem einstigen Zentrum Cusco wird eine ganze Halle gewidmet (mit Stadtplan aufm Boden), der Terrassenstadt Machu Piccu ein ganzer Raum und  sÀmtliche Bereiche (Religion, Gesellschaft, Architektur, Infrastruktur, Krieg, Eroberung,  Macht, Landwirtschaft, Fashion etc) erklÀrt.

Alles ziemlich aufschlussreich, spannend und vor allem interessant, wie Thorsten sagen wĂŒrde, ich habe jedenfalls ziemlich oft gestaunt, vor allem ĂŒber die BotenlĂ€ufer namens Chasqui, junge Burschen zwischen 16 bis 20 Jahre alt, die im Staffellauf Botschaften, in Form von KnotenschnĂŒren, ĂŒber Tausende von Kilometern innerhalb von drei bis fĂŒnf Tagen ĂŒberbrachten. Schneller geht es heute mit der Post manchmal auch nicht (#stammtisch #kalter #warteseittagenaufeinpĂ€ckchen).

Ich sag: Kann man sich anschauen, sollte man sich anschauen, auch mit Kindern ganz praktisch, die bekommen nĂ€mlich ein Aktionsheft in die Hand gedrĂŒckt und können das aufm Boden rumlĂŒmmelnd nebenher ausfĂŒllen. Mehr Infos hier oder nachm Sprung.

Text Linden-Museum

Die Große Landesausstellung in Kooperation mit dem Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim ist europaweit die erste Schau zur Kultur der Inka. Das Imperium der Inka wardas grĂ¶ĂŸte indigene Reich, das jemals auf amerikanischem Boden erschaffen wurde. Mit Cusco in Peru als Machtzentrum erstreckte es sich ĂŒber fast 5.000 km entlang der Anden von Kolumbien bis Chile.

Begeben Sie sich auf die Spuren der legendÀren vorspanischen Inka-Kultur von ihren AnfÀngen in der Mitte des 11. Jahrhunderts bis in die Kolonialzeit. Im Zentrum der Ausstellung stehen das Leben der Inka-Adeligen in Cusco, die Architektur, die imperiale Religion mit dem Sonnentempel, Krieg, Landwirtschaft und nicht zuletzt die Verwaltung des riesigen Reichs.

Folgen Sie den berĂŒhmten Inka-Herrschern Viracocha, Pachacutec Yupanqui und Tupac Inca Yupanqui auf ihren EroberungszĂŒgen. Sie gelten nicht nur als die BegrĂŒnder des Inka-Reiches, sondern auch als die Erbauer von Cusco, Machu Picchu und anderer weltweit bekannter Orte.

Ein Großteil der Objekte ist erstmals in Europa zu sehen: farbkrĂ€ftige und reich gemusterte Textilien aus der Inka- und Kolonialzeit, wertvolle und sehr seltene Opferschalen aus Stein, Goldschmuck, KnotenschnĂŒre und Rekonstruktionen archĂ€ologischer StĂ€tten. Sie erklĂ€ren Religion, Architektur, Wirtschaft und MachtverhĂ€ltnisse des Inka-Reiches. Den anhaltenden Einfluss der Inka unter spanischer Herrschaft belegen GemĂ€lde, Ritualbecher und Textilien aus der Kolonialzeit.

Die Ausstellung vereint Objekte aus folgenden Museen und Sammlungen: Museo Nacional de ArqueologĂ­a, AntropologĂ­a e Historia del PerĂș, Museo Larco Lima, British Museum London, Museo de AmĂ©rica Madrid, Ethnologisches Museum Berlin, Linden-Museum Stuttgart, Staatliches Museum fĂŒr Völkerkunde MĂŒnchen, MĂŒnchner Stadtmuseum, Museum fĂŒr Völkerkunde Hamburg, VĂ€rldskulturmuseet Göteborg, Museum der Kulturen Basel, Museum an de Stroom Antwerpen, NiedersĂ€chsisches Landesmuseum Hannover, Staatliche MĂŒnzsammlung MĂŒnchen, Bonner Altamerika-Sammlung der UniversitĂ€t Bonn sowie private Leihgeber.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von BundesprÀsident Joachim Gauck. Sie wird im Anschluss von 11. April bis 23. November 2014 im Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim prÀsentiert.

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