Pre-Park[haus] – Urban Gardening aufm Parkdeck

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(Wird ein Park: Das oberste Deck des Züblin-Parkhaus)

Wenn meine Eltern in Urlaub fuhren, bekam ich, wie wahrscheinlich die meisten jungen Menschen, die noch bei ihren Eltern wohnen und sich über zwei, drei Wochen sturmfrei freuen, lediglich eine Aufgabe aufgebrummt: Blumen gießen. Sonst nix. Und zum Rauchen bitte raus gehen.

Letzteres war Ehrensache, Blumen gießen ging dagegen weniger ehrenhaft in die Hose. Das fiel mir nämlich dann erst wieder ein, kurz bevor sie wieder aus dem Urlaub zurück kehrten (“Wir kommen morgen, hasch die Blumen gegossen?” “Klar Mama.”) Schnell eine Runde Alibigießen, aber das meiste Grün war dann sowieso schon vertrocknet. Den berühmten Daumen hab ich also eher weniger, hab deswegen auch keine Pflanzen daheim, in der Natur bin ich trotzdem sehr gerne, außer wenn ich mich im Wald verlaufe, wie letzten Samstag, dann krieg ich Angst. Blair Jogg Project.

Auf dem obersten Parkdeck des Züblin Parkhaus verläuft man sich wahrscheinlich eher weniger und wenn daraus ab 2014 auf Zeit ein öffentlicher Park wird, sind da garantiert Menschen mit einem richtig grünen Daumen am Werk.

Bereits 2013 soll das “Urban-Gardening-Projekt”  Park[haus] in kleiner Form getestet werden Pre-Park[haus], initiiert von den Machern der Ebene 0, den letztes Jahr zum Kunstraumundwasauchimmer umfunktionieren Kiosk im Züblin Parkhaus. Am 7. Mai findet ab 19 Uhr für alle Interessierten ein Vorbereitungstreffen in besagter Ebene 0 statt. Mehr Infos zu dem ganzen Projekt in Pressemitteilung nach dem Sprung.

Pre-Park[haus] 2013:

Bereits im Sommer 2013 wird auf dem Parkdeck ein kleines Frühbeet zum urbanen Gemüseanbau aufgebaut. Das Vorläuferprojekt testet die örtlichen Bedingungen und soll Lust und Mut auf das große Projekt machen.

Zusätzlich finden im Sommer 2013 in der Ebene 0 und im Parkhaus vielfältige Veranstaltungen rund um das Projekt Park[haus] 2014 statt: Filmabende, Vorträge mit Gardening-Experten aus Stuttgart und Anderswo, Diskussionsrunden und Vorbereitungstreffen sollen auf das Projekt einstimmen und alle interessierten Gruppen und Bürger zusammenbringen. Das Vorläuferprojekt Pre-Park[haus] 2013 wird von der Ebene 0 in Kooperation mit der Stiftung Geißstraße initiiert und betreut.

Park[haus] 2014:

Das Projekt Park[haus] wandelt das oberste Parkdeck des Züblin-Parkhaus in Stuttgart in einen temporären öffentlichen Park. Der Entwurf, die Realisierung, Bespielung und Unterhaltung soll zusammen mit den Anwohnern, mit weiteren interessierten Gruppen und Initiativen, mit Klassen der benachbarten Schulen und Kindergärten, sowie in Kooperation mit Architekturstudenten aus Stuttgart umgesetzt werden.

Das Programm des Park[haus] setzt sich aus Nachbarschaftsgärten mit Gemüseanbau, Blumenbeeten und Liegewiese zusammen. Auf den Flächen des Park[haus] soll ein attraktives kulturelles Programm „von allen für alle“ stattfinden, das Projekt bietet eine Diskussionsplatform zu urbane Themen und dem Leben in der Stadt. Der gemeinnützige Verein Ebene 0 e.V. mit Unterstützung der Stiftung Geißstraße initiiert, moderiert und betreut das Projekt.

PROJEKTZIELE:

Für die Stadt: Das Projekt stärkt mit seinem partizipativen Ansatz das Nachbarschaftsgefühl und bringt durch die angebotenen Nutzungen neues soziales Leben in das Leonhardsviertel. Mit vergleichsweise geringem Aufwand, durch einen kreativen Umgang mit dem baulichen Bestand, wird das Kultur- und Alltagsleben in der Stadt für die Bewohner attraktiver gemacht und gleichzeitig ein neuer Bezug zur Natur in der Stadt ermöglicht. Das Projekt hilft, innerstädtischen Problemen wie Marginalisierung, Segregation und Entmischung entgegen zu wirken und stärkt den dringend benötigten sozialen Zusammenhalt im Leonhardsviertel und in der Stadtmitte.

Für die Bewohner: Die Anwohner und Kooperationsteilnehmer werden aktiv in den Projektverlauf mit einbezogen und können Ideen und Vorschläge einbringen und gemeinschaftlich umsetzen. Ob Kinder, Jugendliche oder Senioren, alteingesessene Stuttgarter oder neu Zugezogene: das Projekt bietet durch seine gemeinsamen Aktivitäten und kulturellen Angebote für viele verschiedene Zielgruppen Anknüpfungspunkte.

Die bespielte Fläche soll außerdem als Treffpunkt und Naherholungsgebiet dienen und eine Quartiersbühne beinhalten, die für Künstler jedweder Couleur aus dem Viertel und der Nachbarschaft zur Verfügung stehen soll. Das Zusammenbringen der Bewohner des Viertels durch die gemeinsam genutzte, verwaltete, bewirtschaftete und bespielte Parkfläche lässt neue soziale Bindungen entstehen und Ideen für ein zukünftiges Leben im Leonhardsviertel wachsen.

Als Plattform: Das Projekt Park[haus] ist Forschung und Umsetzung zugleich: es fungiert als urbanes Labor, in dem neue Planungs- und Beteiligungsstrategien gestestet und diskutiert werden. Im gemeinsamen Tun wird Wissen produziert. Zusätzlich finden im Rahmen des kulturellen Programms Workshops, Vorträge, Filmvorführungen und Diskussionsrunden zu und mit ähnlichen Initiativen und Projekten aus Deutschland und dem europäischen Ausland statt.

WER:

Ebene 0: Der gemeinnützige Verein Ebene 0 e.V. wurde Anfang 2012 von einer engagierten Gruppe junger Architekten, Kuratoren und Kulturschaffenden gegründet und setzt sich thematisch mit Stadt, Kunst, Raum, Identität im Viertel und urbanem Lebensgefühl auseinander. Dazu wurden im Sommer 2012 Ausstellungen, Diskussionsrunden und Filmabende im leer stehenden Kiosk des Züblin-Parkhauses in Stuttgart organisiert.

Der Projektraum ist im Winter geschlossen und eröffnet wieder im Mai/Juni 2013. Mit dem Projekt Park[haus] ist eine Erweiterung des inhaltlichen Programms um Themen wie Partizipation, Urban gardening und Grünraum geplant. Die persönliche Motivation der Vereinsmitglieder speist sich einerseits an einer „Lust auf Stadt“, Freude daran, in kooperativen Projekten „Dinge“ möglich zu machen, eigenem kulturellen und künstlerischem Wirken, sowie aus einem großen Interesse an alternativen Planungsstrategien und -prozessen.

Park[haus] ist ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Ebene 0 e.V. in Kooperation mit der Stiftung Geißstraße. Unterstützt wird das Projekt durch den

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